Hörtest Kabellaufrichtung

Tontechnische Basisthemen
aktivator
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Hörtest Kabellaufrichtung

Beitrag von aktivator »

Moin Leute

Hier ist ein interessanter Hörtest zum mitmachen. Aber seht selbst.

https://www.hifistatement.net/tests/it ... ?showall=1

Gruss
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Andreas,
das ist ja ein interessanter Link - und es wird wieder die Diskussion aufkommen, wie tausende Kilometer Telefonkabel und Netzwerkkabel auf dem Übertragungsweg es noch hörbar machen können, wenn nur ein einzelner Kabelmeter in der Laufrichtung gewendet wird - hier Quelle-nah.
Da ich hier schon über Laufrichtungsunterschiede bei Netzwerkkabeln berichtet habe, finde ich es naheliegend, zunächst die eigenen Kabel laufrichtungsmäßig zu optimieren, um die Hörbarkeit des Experiments nicht zu beschränken. Bei diesem Vergleich kann man sich schon mal einstimmen - auf das was da noch kommt...
Ob HDMI- /SPDIF-Digitalkabel, Netzwerkkabel oder USB-Kabel, alle folgen denselben physikalischen Gesetzen. Und bisher konnten wir feststellen, dass Eingangsbausteine mit Pufferspeicher zwar eine Verbesserung der Situation bewirken können, die Hörbarkeit von Kabelunterschieden aber zumindest im wiedererkennbaren Bereich erhalten bleibt. Gleiches gilt für zusätzliche galvanische Trennung.
Grüße
Hans-Martin
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uli.brueggemann
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Beitrag von uli.brueggemann »

Alle Dateien sind hinsichtlich der Audiodaten 100% bitidentisch, festgestellt durch Vergleich per Hex-Editor und auch durch DeltaWave https://deltaw.org/
Unterschiede gibt es dann noch in den Dateien/Metadaten aufgrund unterschiedlicher Benennung 1AB, 1BA, 2AB, 2BA. Bei 1BA kann noch ein kleiner Unterschied festgestellt werden, anstelle von Secure Rip yes steht dort Secure Rip yes [warn]. Da die Metadaten aber hinten im File stehen sind auch die örtlichen Positionen der Audiodaten bei allen 4 Dateien identisch.

Wer da also Unterschiede hört, hört vermutlich die Firmware-Fehlerkorrektur der Festplatten/SSDs beim Auslesen und Zusammensuchen der Fragmente von der Festplatte. Die Dateien liegen da nun mal auf unterschiedlichen Orten, sie können nicht denselben Speicherplatz einnehmen.

Grüsse
Uli
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Funky
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Sanity Check

Beitrag von Funky »

Guten Abend Uli,

wenn ich Dich richtig verstehe, würden alle klanglichen Änderungen aufgrund bspw. der Firmware oder des Controllereinflusses entstehen, nicht weil die Jungs tatsächlich einen Laufrichtungsunterschied von Kabeln - via file - dokumentiert haben.

Was dann aber auch bedeuten würde - Ein Musikstück von meinem PC einmal file1 , einmal file2 genannt, mit einem identischen Stück Musik und bitidentisch auf den NAS kopiert, sollte sich dann, wenn kopiert (und wischen der Kopie von file 1 und file 2 noch ein paar andere Files auf dem NAS gelöscht - damit file1 und file2 auf jeden Fall an anderer Stelle abgelegt ist, auch unterschiedlich anhören.

Wenn das die Theorie ist, muss ich Dich enttäuschen - file1 und file2 (Mozart Symphonie Nr 41 von Hogwood interpretiert) hört sich exakt gleich an - entweder meine Anlage löst solche Unterschiede nicht auf, oder der Melco NAS ist da einfach von Firmware und dem Controller aus sehr gut im Zusammensetzen der files.

Werde mir morgen mal die Files von der Zeitschrift anhören. Vielleicht ja doch sehr mystisch, wenn bitidentische files unterschiedlich klingen sollten :-)

Funky
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uli.brueggemann
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Beitrag von uli.brueggemann »

Funky,

m.b.M.n., also nicht repräsentativ, bedeutet bitidentisch = bitidentisch, also kein Unterschied.
Wenn sich zwei Dateien trotz Identität der Daten unterschiedlich anhören kann es nur am zeitlichen Auslesen der Daten zzgl. irgendwelcher Störeinflüsse, z.B. HF, liegen. Dazu zählen dann eben auch die Lage der Datei auf dem Datenträger inkl. beliebiger Fragmentierung und alle am Auslesen beteiligten Prozesse wie eben Festplattenfirmware, Fehleralgorithmen, Positionierprozess Lesekopf, Multitaksing, Task-Scheduling = Zeitscheibenzuteilung usw.

Werden Daten zwischengespeichert erfolgt per Logik ein gewisser Reset. Die Daten auf Deinem NAS wurden ja irgendwann auch mal woanders erzeugt und gespeichert. Beim Auslesen vom NAS-Laufwerk gibt es wiederum eine Menge Zwischenspeicherung.

Grüsse
Uli
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versuchstier
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Beitrag von versuchstier »

Hallo zusammen,

meiner Meinung nach würde das Einwickeln der Lautsprecher um nur einen cm mehr Klangunterschied bringen, als solch lustige Tests :wink:

Gruß Wolfgang
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Funky
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Beitrag von Funky »

Moin moin,

Jetzt mal doch auf die Files von Hifestatement zurück zu kommen

Also ich habe nun 4 Files - A Trace of Grace auf mein NAS geladen. Ich verstehe zwar nicht, warum es immer so esotherisches Weltgesäusel sein muss für diese Art von Hörtests, aber sei es drum. Geht wohl nicht um PRaT sondern um reine tonale und/oder räumliche Aspekte

Also, mein Ohr erzählt mir von Unterschieden - sorry Uli, ich gehe jetzt einfach mal von Minute 2:10 aus, wenn die Viola (oder ist es eine Bratsche, für eine Violine klingt es zu dunkel) einsetzt - Zusammen mit dem Horn eher rechts weiter hinten und dem ab 3:20 einsetzten Saxophon ergibt sich bei allen files eine getragene Stimmung

Am ehesten lassen sich die Unterschiede von 1AB gegenüber 1BA mit einer Tendenz ins volle / minimal abgedunkeltere beschreiben.
Das sind jetzt keine Welten und bei einem DBT hätte ich Schwierigkeiten. Würde 1AB den Vorzug geben, hört sich für mich tonal richtiger an, auch etwas voluminöser mit mehr Raum.

Komme ich zu den 2er files.

2AB gegenüber 2 BA - tonal kaum ein Unterschied, 2AB klingt für mich authentischer, echter, hängt wohl auch mit den Hallanteilen zusammen, die hier imho sauberer wiedergegeben werden.

Welches file klingt für mich am besten (ok, ich höre solche Musik eher nicht) - aber wenn ich das anhöre müsste, dann wäre 1AB meine Wahl
Aber bleiben wir auf dem Teppich, man muss da schon mehrmals hin hören um da eine Aussage treffen zu können.

Nun, mit solcher Musik könnte ich keine Komponenten-entscheidung treffen.

Was mach ich nun nur mit meinem NAS - an sich müsste ich mir jetzt die Stelle merken, worauf der Titel 1AB liegt, denn diese Stelle klingt am besten bzw. die negativen Einflüße der Firmware / des Controllers sind beim Auslesen des Files an dieser Stelle der Festplatte am geringsten. Alle meine Lieblings-Musikstücke müsste ich da jetzt hingelegen.
Schade schade, das ich keine Ahnung habe wie ich das hinbekommen soll ;-)

Funky
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uli.brueggemann
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Beitrag von uli.brueggemann »

Funky hat geschrieben:
16.07.2020, 17:00
Schade schade, das ich keine Ahnung habe wie ich das hinbekommen soll ;-)
Die einfachste Lösung ist wohl, die komplette NAS mit dem Track zu bespielen. Achtung, dabei auch entsprechend die Dateien umbenennen.
Und dann hört man sich alle Tracks an und spielt letztlich denjenigen, der sich am besten anhört :mrgreen:
Die anderen Daterien kann man getrost löschen und den Platz dafür verwenden um einen optimalen Platz für den nächsten Track zu finden.

:cheers:
Uli
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Fujak
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Beitrag von Fujak »

Hallo Uli,

genau Deinen Vorschlag habe ich spaßeshalber mal gemacht. Ich habe den Titel "My World of Music" vom Paul Kuhn Trio in drei unterschiedliche Verzeichnisse auf dem NAS gepackt.

Test 1: Die extra dafür angelegten Verzeichnisse, in denen jeweils nur dieser File abgelegt ist, befinden sich alle auf der gleichen Ebene unterhalb von root und lauten Test 1, Test 2, Test 3.

Code: Alles auswählen

root
    =>Test 1
            =>My World of Music.flac
    =>Test 2
            =>My World of Music.flac
    =>Test 3
            =>My World of Music.flac
    =>Klassik
    =>Jazz
    =>...
Ergebnis: Befinden sich alle drei Test-Verzeichnisse im gleichen übergeordneten Verzeichnis, sind keine Unterschiede zu hören.

Test 2: Die Verzeichnisse werden wie bei einer Matruschka-Puppe ineinander verschachtelt (Test 1 beherbergt Test 2 und dieses wiederum Test 3)

Code: Alles auswählen

root
    =>Test 1
            =>My World of Music.flac
            =>Test 2
                    =>My World of Music.flac
                    =>Test 3
                            =>My World of Music.flac
    =>Klassik
    =>Jazz
    =>...

Nun klingt der Titel in Test 3 etwas unsauberer als der Titel in Test 2 - und am besten der Titel in Test 1. Ich vermute, dass die Länge der sich daraus ergebenden Pfadangabe beim Zugriff auf den Titel eine gewisse klangliche Rolle spielt. Das sind aber marginale Unterschiede, die es aus meiner Sicht nicht rechtfertigen würden, alle (=mehrere tausend) Titel in ein einziges Verzeichnis root/music/ zu packen. 8)

Grüße
Fujak
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alcedo
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Beitrag von alcedo »

Hallo Fujak,

das ist m.M.n. so nicht ganz korrekt. Du hast den Pfad verlängert UND gleichzeitig die Verzeichnisstruktur.
Interessant wäre (wenn deine Vermutung stimmen sollte, dass es an der Pfadlänge liegen könnte), nur die Verzeichnisnamen zu verlängern.
Beispielweise in
/Test 1
/Test 2_Test 2
/Test 3_Test 3_Test 3
Die Pfadlängen wären jetzt identisch wie in deinem Test, aber die Pfadstruktur (alle Verzeichnisse direkt unter Root) wären unverändert.
Oder habe ich da einen Denkfehler begangen?

Beste Grüße
jörg
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Fujak
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Beitrag von Fujak »

Hallo Jörg,

Du hast recht. Zur Verifizierung sollte man nicht an zwei Stellschrauben gleichzeitig drehen. Und so folgten ein weitere Tests:

Test 4: Alle drei Test-Verzeichnisse sind in der gleichen Ebene unter root. Lediglich die Länge der File-Bezeichnung variiert:

Code: Alles auswählen

root
    =>Test 1
            =>My World of Music.flac
    =>Test 2
            =>My World of Music_V_E_R_L_Ä_N_G_E_R_U_N_G.flac
    =>Test 3
            =>My World of Music_V_E_R_L_Ä_N_G_E_R_U_N_G_V_E_R_L_Ä_N_G_E_R_U_N_G.flac
    =>Klassik
    =>Jazz
    =>...
Test 5: Alle drei Files mit unterschiedlicher Länge in ein und demselben Unterverzeichnis

Code: Alles auswählen

root
    =>Test 1
            =>My World of Music.flac
            =>My World of Music_V_E_R_L_Ä_N_G_E_R_U_N_G.flac
            =>My World of Music_V_E_R_L_Ä_N_G_E_R_U_N_G_V_E_R_L_Ä_N_G_E_R_U_N_G.flac
    =>Klassik
    =>Jazz
    =>...
Ergebnis: In beiden Strukturen kann ich wieder ähnliche Unterschiede detektieren im Sinne von: Je länger der Name, desto schlechter der Klang.

3. Test: Drei Files, deren Bezeichnung in der Länge der ASCII-Zeichen an die Länge des absoluten Pfades adaptiert wurden:

Code: Alles auswählen

root
    =>Test 1
            =>My World of Music123456123456.flac
            =>Test 2 Test 2
                    =>My World of Music123456.flac
                    =>Test 3
                            =>My World of Music.flac
    =>Klassik
    =>Jazz
    =>...
Ergebnis: Die Unterschiede sind für mich nicht wahrnehmbar.

Fazit: es scheint tatsächlich an der Menge der verwendeten ASCII-Zeichen der absoluten Pfadangabe (inkl. Filename) zu liegen. Doch wie gesagt sind die Unterschiede marginal - zumindest in meinen Ohren. Mich würde interessieren, was andere an ihren Anlagen herausfinden.

Grüße
Fujak

P.S.: Ich erinnere mich gerade, dass im JPlay-Forum vor einigen Jahren ähnliche Beobachtungen mit dem Audio-PC gemacht wurden, auf dem die Musikbibliothek liegt.
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Melomane
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Beitrag von Melomane »

Hallo,

ich weiß nicht, ob man überhaupt valide Tests machen kann. Denn Dateien werden ja in der Regel nicht am Stück auf der Festplatte abgelegt. Und wo nun die einzelnen Fitzelchen liegen - darüber sagt ja die Verzeichnisstruktur und die Länge der Namen nichts aus.

Und so dauert es eben länger, eine verstreute Datei zusammenzusuchen und an den Player zu verfüttern als wenn die Datei sofort an einem Stück verfügbar ist.

Vielleicht spielt auch die Art des Dateisystems eine Rolle. Es gibt ja welche, die auf große Dateien optimiert sind, und auch solche, die auf kleine spezialisiert sind. Und daneben noch die "Allerweltsdateisysteme".

Ich denke, da wäre viel Aufwand angesagt - um am Ende festzustellen, dass es bedeutend wichtigere Parameter für eine bestmögliche Wiedergabe von Audiodateien gibt.

Viele Grüße

Jochen
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Fujak
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Beitrag von Fujak »

Hallo Jochen,

da gebe ich Dir recht: Es gibt klangentscheidendere Parameter als die Pfadlänge/Verzeichnisstruktur, zum Beispiel - um wieder auf den Topic des Threads überzuleiten - die Laufrichtung des Kabels. Den Unterschied höre ich deutlicher heraus als die Pfadlänge.

Grüße
Fujak
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alcedo
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Beitrag von alcedo »

Hallo zusammen

Ich bin leider noch ein paar Tage beruflich unterwegs und kann es daher nicht selbst ausprobieren.
Aber ich erinnere mich, dass wir früher doch auch unsere Festplatten regelmäßig defragmentiert haben, damit die "Dateischnipsel" (wenn auch nicht bei den Musikfiles) direkt beieinander liegen und wir somit Plattenplatz und Ladezeit optimieren könnten. Wenn Fujak schon beim ersten Test Unterschiede hören kann (wenn auch marginal), dann wäre es eine Überlegung wert, die Musikfiles (zumindest testweise) zu defragmetieren.
Ich habe das früher monatlich gemacht - war kein großer Aufwand. Würde ich bei meinen Musikdateien auch machen, wenn ich dadurch deutliche Klangvorteile generieren könnte.

Wobei mir immer noch nicht klar ist, WIESO das Klangvorteile bringen sollte ... :roll:

Gruß, Jörg
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Melomane
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Beitrag von Melomane »

Hallo Jörg,

Defragmentierung war doch - soweit ich mich erinnere - eine Frage bei älteren Windows-Dateisystemen. Ich weiß nicht, ob Win10 das noch braucht, selbst bei Win7 wurde das Thema schon nicht mehr groß gehandelt. Und wenn man ein NAS mit Filesystem aus der Unix-Welt hat, ist das Thema Defragmentierung eh keines. Man müsste die Suchmaschinen befragen, wie die verschiedenen Dateisysteme heutzutage die Dateiablage auf der Festplatte behandeln.

Viele Grüße

Jochen
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