Ideale Position Lautsprecher in der Höhe

Tontechnische Basisthemen

Ideale Position Lautsprecher in der Höhe

Beitragvon Ralf77 » 06.12.2018, 17:09

Hallo,

Ich habe mir für meine Genelec 8351 Stative gekauft. Damit habe ich jetzt die Möglichkeit die Höhe der Lautsprecher im Raum (fast) frei zu wählen.


Was wäre denn nach der Theorier die ideale Höhe für meinen Lautsprecher (bei mir liegen ja alle Chassis auf einer Aches/einer Höhe)

1. Die Höhe so wählen, dass der Hochtöner/Mitteltöner/Bass auf Ohrenhöhe ist... oder
2. Die Höhe so wählen, dass der Hochtöner/Mitteltäner/Bass auf halber Raumhöhe steht...oder
3. Die Höhe generell möglichst hoch wählen

Ein Neigen des Lautsprechers ist mit dem Stativ auch gegeben. Sollte die ideale Höhe über Ohrenhöhe Liegen, dann könnte ich die Achse der Chassis dennoch auf die Ohrenhöhe ausrichten.

Danke für Eure Einschätzung.

Grüße,
Ralf
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Beitragvon Mister Cool » 06.12.2018, 17:26

Hi,

höchstwahrscheinlich werden die meisten die Ohrenhöhe empfehlen, aber ich für mich halte eine etwas höhere Bühne für angenehmer.
Daher würde ich sagen, Theorie ist das eine, und was Dir gefällt ist das andere. Es soll Dir Spaaß machen, nicht uns :-)

Grüssse,
Alwin
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Beitragvon Jupiter » 06.12.2018, 18:06

Hallo Ralf,
mach mal Messungen in unterschiedlichen Höhen und schaue Dir die Amplitudenfrequenzgänge im Bassbereich an.

Gruß Harald
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Beitragvon Daihedz » 06.12.2018, 18:22

Hallo Ralf

Du stellst eine Frage, welche auch mich konzeptuell rumtreibt.

Für allgemeine Empfehlungen kannst mal hier reinstöbern:
https://www.tonmeister.de/foren/surroun ... 002_v2.PDF
Für Dein konkretes Anliegen wirst Du auf Seite 9 eine bandbreitendefinierte Antwort finden: 0.9m ... 1.4m

Eine Design-Idee wäre allenfalls, den Hochtöner versuchsewise auf die Höhe zu setzen, aus welcher die Boden- und Deckenreflexion am Hörplatz auf der Target-Hörhöhe gleichzeitig eintreffen. Dann könntest Du dieser integralen Reflexion mittels Acourate-Filter und DSP auf direktem Wege (LS->Ohr) gezielt einen auslöschenden Gegenimpuls nachschicken.

Falls bei diesem Setup Dein LS-System doch allzu hoch am Galgen hängen würde, dann könntest Du auch einen Hilfs-Reflektor von der Decke herabhängen lassen, vielleicht sogar in Schräglage, damit möglichst auch gleich noch der Mitteltöner zeitgleich über beide Boden- und Deckenreflexionen am Hörplatz eintrifft. Ein solcher Reflektor funktioniert jedoch in Abhängigkeit seiner Grösse zunehmend gut erst ab einer unteren Grenzfrequenz. Ich würde mal grosszügig Länge=Breite=Lambda(F_grenz_unten) rechnen.

Hochplaçierte Antireflexgrüsse
Simon
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Beitragvon Hans-Martin » 06.12.2018, 19:31

Ralf77 hat geschrieben:Was wäre denn nach der Theorier die ideale Höhe für meinen Lautsprecher (bei mir liegen ja alle Chassis auf einer Aches/einer Höhe)

Hallo Ralf,
die richtige Antwort lautet 42

Natürlich sollen wegen des Waveguide um den Hochtöner die Boxen auf die Ohrhöhe gewinkelt ausgerichtet werden. Beugt man mit geschlossenen Augen den Kopf, wobei die Ohren dieselbe Höhe behalten sollen, der Schall aber nun unter einem anderen Winkel auf die Pinna trifft, entsteht der Eindruck, dass die Hochtonintensität zunimmt und gleichzeitig die Boxen von ihrem ursprünglichen Standort angehoben werden.
Das erste ist ein hörphysiologischer Effekt (HRTF), das zweite nenne ich hörspychologisch, weil wir gewöhnt sind, intensivere Höhen eher von oben als von unten zu empfangen.
Wenn die LS also von weiter unten abstrahlen, wirken sie dunkler als wenn sie über Ohrhöhe angehoben werden.

Ich habe mir die Seiten 9 und 10 des zitierten Papers "Hörbedingungen und Wiedergabeanordnungen
für Mehrkanal-Stereofonie" durchgelesen. Da werden Höhenbereiche für die LS genannt zwischen >0,9-1,4m, jedoch ohne einen Bezug zur Ohrhöhe des Hörers zu nehmen, auch die Raumhöhe bleibt in diesem Kontext unerwähnt. Allerdings relativiert man Basisbreite und Höhe an der Bildgröße.
Da kommt "42" schon besser hin. :mrgreen:

MMn verleitet das Paper, die LS nach Winkelvorgaben auf den Hörplatz auszurichten, ich rate, strikt nach Raummoden orientiert den Hörplatzt und die LS Platzierung vorzunehmen, die Basisbreite folgt dem dann.
Da man selten den Kopf zum besseren Hören zur Seite neigt, gehe ich davon aus, dass die Boxen auf gleicher Höhe spielen sollen, wobei man in Abhängigkeit von der Raumhöhe anhand der vertikalen Moden noch etwas Optimierungspotenzial hat, da sich vertikal betrachtet beide Boxen bei üblichen Kopfbewegungen um dieselben Faktoren ändern, ist das nicht so schlimm wie die laterale Bewegung und die Verschiebung der Kammfiltereffekte bei geringem Seitenwandabstand >0,5m - ich würde mindestens 0,8m fordern, besser 1,30m.
Ich wundere mich, dass ein so schwaches Paper von VDT, IRT und SRT herausgegeben wird, aber zugegeben, nach den Seiten 8-12 war meine Lust auf weiteres Lesen einer ausgeprägten Demotivierung gewichen.
Da ist die Bildgröße und deren Anordnung im Raum die Referenz, vermutlich, damit die Stimmen in der Leinwandmitte lokalisiert werden.
Für mich aus akustischer Sicht ein reiner Nebensapekt, der Mkusikwiedergabe ohne Bild außen vor lässt.

Was spricht dagegen, die Boxen mit HT auf Ohrhöhe aufzustellen, und dann den Sessel gegen einen Stuhl tauschen, Boxen ebenfalls erhöht und beide zu vergleichen?
Der einfachere Test ist natürlich die 2. Position zugrundezulegen, aufzustehen und den Stuhl wegzunehmen, dann bei laufender Musik langsam in die Hocke zu gehen, ggf. die Boxen in der Neigung nachzuführen und gleichzeitig mit den Augen den Kopf auf die Boxen auszurichten? Man bekommt so bei der am besten empfundenen Höhe für die Ohren Höhe 2, die Boxen hatten Höhe 1 (Ohrhöhe auf Stuhl). Jetzt stellt man die Boxen auf Höhe 2 und setzt sich auf Höhe 1, kann sinngemäß das Spiel mit Sesselohrhöhe wiederholen.
Grüße,
Hans-Martin
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