Signalweg ... DAC überflüssig?

Tontechnische Basisthemen

Beitragvon Kawumm » 21.11.2018, 14:28

Guten Tag

Hans Martin

Digitale Kette ist nur einfach , solange man nicht genauer hinschaut

Wenn es auch Seitens des Aufnahme Umfeldes funktioniert , wieso sollte es Seitens der Abhöre nicht funktionieren?

Eine Situation die mir was völlig anderes aufgezeigt hatte , fand damals in der Musikhochschule in DT , in dem WFS Konzertsaal statt.

Auf derer Bühne aufgenommenes Acapella Lied , wurde dann über deren WFS System übertragen .

Alles digital und hunderte von Kabelmetern und dennoch sind die Home Set Ups Lichtjahre von solch einer Performance entfernt . Dürfte eigentlich nicht sein , weil Digital .
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Beitragvon Hans-Martin » 21.11.2018, 14:53

Hallo Otto,
ich behaupte, es kann bei beiden Systemen Überraschungen geben, ein Digital = Optimal ist nicht automatisch so, wie die letzten 40 Jahre Entwicklung zeigen. Auch wenn ich Digital größere Chancen gebe, speziell mit DSP-Weiche und DSP Raumkorrektur, ist das Abspielen einer LP über einen guten PhonoPre und ADC durchaus imstande, mehr zu überzeugen als das SPDIF Signal aus dem CD-Player, sogar nach Nachtaktung bzw. Clocksynchronisation (TacT Millennium hat einen Ausgang, der das CD-Laufwerk oder den Streamer mit der Clock des Amp synchronisiert, was den Übertragungsjitter zwar nicht eliminiert, aber dessen Auswüchse minimiert).

Was das WFS-System betrifft, wüsste ich gern mehr. War das in Echtzeit?
In der Aufnahmekette bis zur Home-Wiedergabekette gibt es einen Bruch in der Taktung, die zuhause neu erzeugt werden muss.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Kawumm » 22.11.2018, 09:00

Hans-Martin hat geschrieben:Hallo Otto,

Was das WFS-System betrifft, wüsste ich gern mehr. War das in Echtzeit?

Grüße Hans-Martin


Guten Morgen

Hans Martin , eine einfache Frage die es dennoch in sich hat .

Als Beispiel soll die Darbietung der Großorgel gelten .


Die Ausgangsfrage war da , inwieweit der Nachhall die Spielzeit verändert ?

Die Spiel Sequenz Betrug ca. 5 Minuten bei optimierten Nachhall , anschließend wurden die Nachhall Korrektur ausgeschaltet und bis zur derselben Schluss Note nocheinmal nachgespielt ...deutlich längere Spielzeit .

Anschließend wurden die Abhörsituation , wobei nur die Aufnahme mit korrigierten Nachhall herangezogen wurde und der Rechner die unkorregtierte Version errechnete ....Sekundengenau zu den händisch gespielten Versionen !!

Dennoch stellt sich die Frage , gibt es nur eine Echtzeit und wenn dann welche ?
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Beitragvon Hans-Martin » 22.11.2018, 13:18

Hallo Otto,
Missverständnis, ich meinte mit "Echtzeit" eine Übertragung per Kabel zur Wiedergabe, in Abgrenzung zur Analog- oder Digital-Aufnahme, Speicherung, wobei dann bei nachfolgender Wiedergabe eine technische Komponente dafür verantwortlich ist, dass das Timing geringstmögliche Fehler wie Wow, Flutter, Jitter etc einbringt.

Wenn ich die CD-Wiedergabe gegen Vinyl vergleiche, fällt es mir schwer, die Drehzahl des Plattenspielers so einzustellen, dass ein vergleichbarer Tempoeindruck entsteht. Es sind Klangkomponenten im Spiel, die das Rhythmusgefühl beeinflussen.

Bei einem Göttinger Orgeltage-Konzert traf der virtuose Organist aus Frankreich buchstäblich in letzter Minute ein. Das Spiel begann in zügigem Tempo, verschmiert vom Nachhall der Kirche. Innerhalb weniger Sekunden verlangsamte der Spieler merklich sein Spiel, um sich dem Nachhall anzupassen.

In diesem Kontext verstehe ich deine Antwort nicht.
Grüße
Hans-Martin
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Beitragvon Kawumm » 22.11.2018, 14:51

Nun eine Orgel Wiedergabe war / ist rein aus der Speicherung erfolgt , im Prinzip nichts anderes , als aus dem Arbeitsspeicher eines digitalen Gerätes.

Das - gehörte - Timing/ Timbre von Analogen LW hängt nicht nur von der Interaktion Antrieb / Teller ab !

Genauso verstehe ich die Aussage bzw. den Wunsch ,nach analogen Klang bei Digital Komponenten , nicht !
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Beitragvon Distel » 22.11.2018, 18:16

"Die rein digitale Zuspielung schlägt eine analoge m.E. nach um Längen."

Ich stimme grundsätzlich zu. Warum denn auch einmal zu viel wandeln. Besser wird es dadurch nicht. Meiner Erfahrungs nach spielen die meisten ADCs unter Wert, was zum Einen daran liegt, dass irgendwie das Übersteuern der Eingänge unbedingt vermieden werden muss. Das geht nur auf Kosten von Dynamik, weil ja automatisch gepegelt wird.
Zu meinem Set Up: ich verwende RME Fireface als Mischpult, wo hinein ich meinen Plattenspieler via Phono- und Vorverstärker gepegelt einspeise. Wandler ist nicht der im RME sonder ein M2Tech, der so einen sehr gute Job macht. Übersteuerungen aufgrund unterschiedlicher Eingangpegel in den ADC sehe ich im Mischpult und kann sie dann über die Vorstufe wegpegeln. Das Ausnutzen des Aussteuerungsbereichs und das zulassen von genug Headroom ist essentiell für eine gute Widergabe und geht nur händisch...
..zum anderen ist wie schon angedeutet die Qualität des ADC essentiell. Mittelmäßige Wandler wie der im Fireface 400 geben einen gute Eindruck davon, wie schlecht digital klingen kann.... .
Die Fallstricke im der rein digitalen Widergabe sind noch nicht so transparent, wie wir das aus dem Analogen kennen. Angepasste Bit-Raten und Samplingfrequenzen, das Vergewaltigen von Chassis durch DSP-basierte Weichen (vulgo: das Betreiben von Chassis in nicht-artegerechten Zuständen), Jitterreduktion an der richtigen Stelle etc. sind Themen, die wir wie früher das Anpassen und Justieren von Tonabnehmern erst lernen müssen. Dabei ist die Thematik eher komplexer.
Indem man aber ein wenig in den Studio- und Beschallungsbereich schaut, kann man schon mal viele Fehler vermeiden. Die legen Wert auf zuverlässige und vor allem reproduzierbare Ergebnisse. Klanglich finde ich schon jetzt einige Beschallungs-Set-Ups dem sog. HiEnd-Lager enteilt.

lg
Sascha
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