Plattenwaschen mit Plattenspielern

Plattendreher und Bandmaschinen

Beitragvon Hans-Martin » 26.03.2017, 16:23

Dafür müsste man ja Geld ausgeben, das wird der Sparfraktion aber nicht gefallen 8)
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Melomane » 26.03.2017, 16:33

Heiliges Blechle, man kommt sich vor wie in einem x-beliebigen HiFi-Forum. War wohl ein Fehler, hier das Thema Vinyl eingeführt zu haben. Solange nur Einsen und Nullen Thema waren, war alles so klar. :D
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Beitragvon Siriuslux » 26.03.2017, 16:52

Hallo zusammen,

Wir brauchen doch hier keinen Satireindikator einzubauen, oder?
Aqua dest. Kauft man natürlich, Jochen hat das sicher satirisch gemeint mit der Hobbythek, da bin ish mir sicher, und das ist okay.

Gruß, Jörg

P.S.: Wenn mir natürlich einer eine brauchbare Maschine um 250€ verkauft mit Absaugung, dann nehme ich diese natürlich sofort und die Cheap Thrill Methode wird nicht mehr weiter verfolgt, das würde zu Kulturguterhalt (Dual) beitragen :D
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Beitragvon Piano Pianissimo » 26.03.2017, 19:49

Melomane hat geschrieben:Heiliges Blechle, man kommt sich vor wie in einem x-beliebigen HiFi-Forum. War wohl ein Fehler, hier das Thema Vinyl eingeführt zu haben. Solange nur Einsen und Nullen Thema waren, war alles so klar. :D


könnte man meinen, aber vor dem genussvollen (??) Hören kommt hier der Homo Technicus Spitzfindicus
zum Tragen.
Eben das andere Extrem.
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Beitragvon llucki » 26.03.2017, 20:11

Hallo zusammen,

in den 70er/80er Jahren waren alle Arten von Tipps zur Plattenpflege hoch im Kurs. Jeder hatte Schallplatten und niemand eine Plattenwaschmaschine, außer vielleicht Profis oder sehr vermögende Menschen.

Jean Pütz mit seiner Hobbythek war damals sehr populär. Ich hatte meine Zeit damals lieber mit Musikhören und Motorradfahren und was man in dem Alter noch so macht verbracht, als Fernsehen zu schauen. Aber dennoch erinnere ich mich gut an die Hobbythek. Woran sich Hans-Martin zu Plattenpflegetipps in der Hobbythek erinnert, hat jemand hier fürs WWW rekapituliert:
Vinyl waschen a la Pütz

Wenn man sich darüber hinaus mit der Rauschreduktion beschäftigen möchte, stellt hier jemand den passenden Hobbytip bereit: Hobbytip Nr. 56

Vieles davon mutet heute etwas putzig an (oder pützig?), damals war es aber gewiss ernst gemeint gewesen und viele Menschen haben die Hobbytips im Alltag aufgegriffen. Die Bastelbereitschaft war damals anscheinend deutlich höher, das Konzept der Wegwerf-Produkte noch nicht so ausgefeilt wie heutzutage.

Viele Grüße
Ludger
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Beitragvon Hans-Martin » 26.03.2017, 20:54

Hallo Ludger,
ich habe damals die TV-Sendung auf NDR3 gesehen, das muss um 1975 herum gewesen sein. Das Buch mit der Anleitung habe ich später vom Flohmarkt gekauft.
Damals habe ich LencoClean & Co. benutzt, später mit der für ihr schonendes Reinigen bekannte Keith Monks aber die offenbaren Schäden an den Platten nicht beseitigen können.
Von Knosti Disco-Antistat lernte ich, dass das Ablaufen von Reinigungsflüssigkeit bei Senkrechtstellung der LP periodisches Knistern beim Abspielen verursacht, wo die Reste der Reinigungsflüssigkeit herunterlaufen.
Absaugen ist besser. Vermutlich Abtrocknen mit Microfasertuch in Rillenrichtung ebenfalls.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Siriuslux » 26.03.2017, 21:05

Hallo zusammen,

Ich habe fröher auch so gut wie immer nass abgespielt.
Ich habe allerdings immer Flüssigkeit nachgespritzt, und nachbdem Abspielen war die Platte jeweils noch feucht. Diese Feuchte habe ich dann mit einer Samtbürste aufgenommen, die Samtstoppeln immer entgegen der laufenden Platte. Ich denke, im Samt wurden dann auch die mechanischen Rückstände aufgenommen. Die samtbürste wurde dann nach jedem Bürsten gesäubert. Vor dem Nassabspielen habe ich immer den Staub entfernt, auch mit einer Samtbürste, später dann mit einer Carbonbürste, dazu Platte laufen lassen und immer gegen die Laufrichtung die Bürste gehalten und ganz langsam von innen nach außen.
Ich denke, dass ich wegen dieser Vorgehensweise heute meine früher nass abgespielten Platten auch ohne viel Geknakse trocken abspielen kann, ich kannte Fälle, bei denen ganz gewaltig Geknakse zu hören war, wenn die Platten nach dem nass spielen auch mal trocken gespielt wurden. Ich denke, dass mich das dazu gebracht hat, die oben beschriebene Methode zu benutzen.

Ich erhoffe mich vom Platten waschen noch größere Ruhe.

Gruß, Jörg
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Beitragvon llucki » 26.03.2017, 21:47

Hallo zusammen,

damals hatte ich auch ein LencoClean im Einsatz, die Flüssigkeit aus der Apotheke: destiliertes Wasser und Isopropyl-Alkohol, das Mischungsverhältniss weiß ich nicht mehr, aber mehr Wasser, wenn ich mich recht entsinne. Solange ich das damals gemacht hatte (bis Mitte der 80er), war ich vollauf zufrieden, geknistert hat es nicht.

Das, gepaart mit Vielhören der vergleichsweise wenigen Platten damals, hat, wie ich heute weiß, zur irreparablen Zerstörung der Platten geführt. Welche mechanischen Kräfte dafür verantwortlich sind, hatte Hans-Martin vor nicht langer Zeit hier irgendwo (ich glaube in Jürgens [shakti] Thread) beschrieben.

Als mir das vor drei Jahren noch nicht klar war, war mein erster Versuch auch eine Knosti. Obwohl es um nur ca. 50 Platten ging, hatte mir der manuelle Aufwand erheblich die Laune verdorben, alldieweil das Ergebnis nicht überzeugte.

Ah, lese grad Jörgs neuen Beitrag. Das mag der Grund sein: ich hatte die Platten nur immer wieder aufgelegt und mit LencoClean abgespielt, danach zum Trocknen irgendwo im Regal auf Büchern abgelegt. Weitere Bürsten hatte ich nicht.

Jedenfalls war die Anschaffung einer Waschmaschine ein Punkt, an dem ich gegen große innere Widerstände zu kämpfen hatte. Wenn, dann nicht ZU teuer. Ins Auge hatte ich eine clearaudio smart matrix gefasst, bei der man schon noch einiges manuell machen muss, Flüssigkeit mit der Bürste verteilen, Bürste andrücken, dann die Platte wenden und dasselbe nochmal. Aber mit 800,- € für meine Begriffe nicht so unverhältnismäßig wie ein Vollautomat für ca. 2.500,- €. Aber auch bei 800,- € hatte ich mir überlegt, wieviele (saubere) Platten man dafür kaufen kann.

Inzwischen sehe ich das so: richtig gut erhaltene alte Platten sind meistens auch sauber, wenn man sie beispielsweise über discogs kauft. In den Preisen spiegelt sich das meist auch wieder. Oft sind es als VG+ eingestufte Platten, die in der Weise dreckig ankommen, dass eine Wäsche hilft. Ein großer Teil davon sieht allerdings besser aus als er ist: offenbar wurden mal kaputte Nadeln durchgezogen, da hilft eine Wäschen nichts mehr, die Platte ist kaputt.

Auch bei nagelneuen Platten, sogar im hochpreisigen Segment, klebt oft allerhand in der Rille.

Wenn ich eine Platte auflege und merke, dass sie weniger Nebengeräusche haben sollte, bin ich froh, dass ich zumindest alles bez. Verschmutzung mit überschauberem Aufwand regeln kann.
In den drei Jahren hat es bei geschätzen 100 Platten zu einer Verbesserung geführt. Bis jetzt bedeutet das eine Kostensteigerung je Platte von 8,- € (plus hochkostbare clearaudio Flüssigkeit). Sollte ich die Platten wieder verkaufen wollen, wird sich dieser Posten garantiert nicht refinanzieren. Insofern hatten meine anfänglichen Bauchschmerzen durchaus ihre Berechtigung.

Es ist also Ermessenssache, ob man lieber manuellen Aufwand oder einen Geldbetrag investieren möchte.
Auch, wenn es sich nicht rechnet, bin ich mit meiner Entscheidung zufrieden, da mich die Waschmaschine in meinem Hobby unterstützt. Eine Plattenwäsche, die mir nicht die Laune gekostet hat und zu knisterfrei(er)em Musikgenuss führt, rechtfertigt in meinen Augen die Investition. Das muss jeder für sich entscheiden. An Knosti oder Cheap Thrill (oder sonstigen Hobbytips) hätte ich persönlich heute keinen Spaß.

Viele Grüße
Ludger
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