Tangential-Plattenspieler

Plattendreher und Bandmaschinen

Beitragvon Urs » 01.11.2018, 12:30

jackelsson hat geschrieben:Aber die damaligen Großserien-Tangentialplattenspieler stammen ja praktisch alle aus einer Zeit, als leichte Tonabnehmer mit hoher Nadelnachgiebigkeit angesagt waren, dazu in der Regel noch MM statt MC. Und einen Revox B291 mit seinem extrem kurzen Arm würde ich da jetzt einfach mal mit dazu zählen. Ich frage mich einfach, wie man ein Benz LP darin zum laufen bekommt. Das gilt schon für das alte, erst Benz LP, aber erst recht natürlich für das spätere, noch viel schwerere LP-S.

Swen,

Die Armlänge war nicht das eigentliche Problem, sonders das Armgewicht - daher der modifizierte "Empire" Metall-Arm; oder, was andere REVOX User gemacht hatten: Metallgewicht am Original-Plastikarm montiert. Schien sicher teilweise auch zu funktionieren.

Gruss

Urs

Übrigens: Das Benz LP war klar NICHT für einen Revox gedacht - das war meine "Schnaps-Idee" 8)
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Beitragvon Kawumm » 02.11.2018, 00:55

jackelsson hat geschrieben:Aber die damaligen Großserien-Tangentialplattenspieler stammen ja praktisch alle aus einer Zeit, als leichte Tonabnehmer mit hoher Nadelnachgiebigkeit angesagt waren, dazu in der Regel noch MM statt MC. Und einen Revox B291 mit seinem extrem kurzen Arm würde ich da jetzt einfach mal mit dazu zählen. Ich frage mich einfach, wie man ein Benz LP darin zum laufen bekommt. Das gilt schon für das alte, erst Benz LP, aber erst recht natürlich für das spätere, noch viel schwerere LP-S.

Schönen Abend Swen

Du kennst mich aus dem Nachbarforum (AAA).

Nun zu dem Benz LP bzw. LP S. Mein Arm war der MG 1 aus Amerika, im original Zustand ein Leichtgewicht & 6,5“ lang, daran wurde das LP Gyger mit 9g/12er Compliance und später in der S Version, montiert. Das Benz war eine "spezielle" Anfertigung.

7 g wog der Arm und in der original Version kegelte er den Triplanar vom LW . Kurz danach lies ich mir einen Arm bauen, variabel in der effektiven Masse (7-19 g) & Länge UND das erste Mal mit ENTKOPPLUNG der Headshell vom Armrohr.

Die unterschiedliche Längen/Masseverhältnisse hatte ich damals mit der M15 aufgenommen und später mir Vorspielen lassen. WAS dabei viel entscheidender war, war die ENTKOPPLUNGx.
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Beitragvon jackelsson » 02.11.2018, 13:02

Hallo Otto,

wusste gar nicht, dass Du auch hier im Forum unterwegs bist... :)

Gruß,
Swen
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Beitragvon Newton » 02.11.2018, 19:06

Liebe Vintage-Tangential-Fans,

ich kann mich derzeit der Faszination für diese kleinen Technics-Plattenspieler kaum entziehen. (Danke noch mal an Rudolf für diesen spannenden Thread). Wer sich anstecken lassen möchte: Der SL-7 und der SL-10 sind beide im Netz gut dokumentiert.

Hier ein paar recht gehaltvolle Links, gibt aber bestimmt noch mehr.

Ausführliche und ansprechend bebilderte Besprechungen findet man u.a. hier:
http://theturntableshop.com/turntables/ ... turntable/
http://www.hifi-advice.com/blog/review/ ... es-part-1/
http://liquidaudio.com.au/technics-sl-1 ... ble-review

Offizielle Produktpräsentationen gibt es hier:
https://www.technics.com/global/chronicle/sl-10/
https://www.canadianhifi.com/sites/defa ... ochure.pdf

Wer Service-Tipps sucht, wird hier fündig
Alle offiziellen Serviceunterlagen finden man natürlich unter
https://www.vinylengine.com/
Ein paar Tipps gibt es auch hier
https://www.audioappraisal.com/technics ... ance-tips/

Dazu einen uralten Test der renommierten britischen Zeitschrift Gramophone
https://www.gramophone.co.uk/editorial/ ... -turntable

Clevere Fans haben zudem verblüffende und günstige Alternativen für die raren Originalständer gefunden:
https://www.vinylengine.com/turntable_f ... 8&t=105554

Außerdem ganz okay:
http://www.thevintageknob.org/technics-SL-10.html

… und ein paar youtube-Videos gibt es auch noch.

Nette Grüße
Andreas
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Beitragvon Rudolf » 02.11.2018, 22:20

Hallo Andreas,

herzlichen Dank für die Links!

Der Alu-Ständer ist natürlich direkt in meinen Einkaufskorb gewandert ... :cheers:

Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon Newton » 04.11.2018, 20:42

Hallo!

Hier mein Technics SL-7 Update

Diese Nadel habe ich heute montiert:

https://www.thakker.eu/tonnadeln/eps-20 ... au/a-9377/

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Hier noch ein paar Infos zum Nadelschliff

https://www.jico-stylus.com/sas.php

Die Nadel wird wohl leider nicht mehr hergestellt. Und die Preise sind mittlerweile reichlich happig. Ein japanischer Anbieter hat bei ebay noch drei im Angebot für ca 165,- Euro. Kommt natürlich noch Zoll etc dazu. Den (vermutlichen) Nachfolger dieser Nadel habe ich bei einem Händler für 349,- entdeckt. :shock:

Und hat es sich gelohnt? Ein bisschen Bauchschmerzen hatte ich schon bei einem Preis von 209,-. Aber wer nicht wagt... Gibt ja leider kaum noch gute T4P-Alternativen.

Der Unterschied zum zuvor verbauten AT311EP ist eklatant. Das AT macht Druck, spielt schön nach vorn. Löst dabei nicht sonderlich gut auf und tastet auch nicht immer ganz sauber ab. Kostet aber auch nur zwischen 40 und 50 Euro. Das Preis-Qualitäts-Verhätnis passt. Für Pop ganz okay, für Klassik aber sicher nicht die erste Wahl

Mit dem Technics/Jico klingen dagegen selbst komplexe Orchesterpassagen wunderbar durchsichtig und stabil. Das ist richtig audiophil. Klangtendenz: Eher hell und schlank, aber nicht spitz oder lästig. Sehr räumlich, sehr (!) sauber. Gerade Stimmen sind da unerbittlich. Ich lege gern zuerst immer diese beiden Platten auf, um zu prüfen, wie der TA abtastet. "Granada"! Das hat richtig Hochtonpegel! Und mit der JICO Nadel klingt es absolut sauber. Richtig klasse. Auch das schon ziemlich abgenudelte Berganza-Recital wird zum echten Klangfest.

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Dabei zeigt sich auch wieder, wie wichtig der Phono Pre ist. Selbst schon beim AT-System war der Unterschied zwischen meinem Clearaudio SmartPhono und meinem Graham Slee Era Gold V deutlich zu hören. Räumlicher und informativer klingt es eindeutig über den Graham Slee. Hab mir bei Ebay jetzt noch ein Era Gold geschossen ...

Hat es sich gelohnt? Auf jeden Fall! Für ca 400 Euro hab ich im Wohnzimmer einen klasse Plattenspieler. Der zu meiner großen Überraschung sogar meinem Thorens TD 320 mit Clearaudio Performa überlegen ist.

Nette Grüße

Andreas
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Beitragvon Newton » 04.11.2018, 20:53

Fast vergessen.

Nach dem Check mit einigen Testplatten kann ich sagen, dass die Nadel gut zum Arm passt:
- Horizontale Tonarmresonanz liegt zwischen 12 und 14 Herz und ist nicht allzu stark ausgeprägt.
- Tiefanabtasfähigkeit 80 Mikrometer ohne Problem
- Abtastfähigkeit bei 1kHz: Selbst das letzte Testband (ein Extrem!) auf meiner Testplatte, 1kHz + 8 dB mit einer Schnelle von 25 cm/s klingt noch weitgehend sauber.

Gruß
Andreas
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Beitragvon Newton » 04.11.2018, 21:12

Ach ja...

Ich hab meiner kleinen Tochter (14) spontan auch einen SL-7 gekauft.

Sie hat sich daraufhin bei Amazon gleich drei LPs bestellt:
Lana Del Rey _ Born to die
Metallica _ Black Album
Rage Against The Machine _ Debut

... ein gutes Kind 8)

Und Korn steht auch noch auf der Wunschliste
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Beitragvon Rudolf » 06.11.2018, 19:51

Hallo Andreas,

Newton hat geschrieben:Ich hab meiner kleinen Tochter (14) spontan auch einen SL-7 gekauft.

eine kluge Entscheidung! Bevor es nämlich zu spät ist und sie nur noch mit dem Handy hört.

Rudolf hat geschrieben:Der Alu-Ständer ist natürlich direkt in meinen Einkaufskorb gewandert ...

Der Ständer ist inzwischen angekommen. Wie's damit aussieht, kann man in meinem Vorstellungsthread nachlesen:

Ständer für den Technics SL-10

Vielen Dank nochmals für den Link! :cheers:

Newton hat geschrieben:Mit dem Technics/Jico klingen dagegen selbst komplexe Orchesterpassagen wunderbar durchsichtig und stabil. Das ist richtig audiophil.

Puh, über die fälligen 209 Euro muss ich nochmal schlafen. Wahrscheinlich aber werde ich nicht drum herumkommen.

Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon Newton » 08.11.2018, 20:43

Newton hat geschrieben:Der zu meiner großen Überraschung sogar meinem Thorens TD 320 mit Clearaudio Performer überlegen ist.

Na, da war wohl der Wunsch des Vater des Gedanken... Ich muss mich nach einigen Hörabenden korrigieren. An meinen Thorens reicht der Technics denn doch leider nicht ran. Der Thorens klingt in meiner Kombi insgesamt ausgewogener. Die Musik tönt wärmer und farbiger, aber gleichzeitig auch freier und groovt dabei richtig munter. Der Technics tendiert mit der JICO-Nadel eher zu einem schlanken Klangbild. Es wird nicht lästig, aber mitunter fehlt in den Mitten eine Nuance an Wärme. Oben rum werden Becken etc. etwas zu sehr betont. Betrifft vor allem Pop/Rock-Produktionen.

Beste Grüße
Andreas
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Spocks Plattenspieler

Beitragvon Thomas K. » 17.11.2018, 17:46

Die Fotos von Rudolf, zu Beginn des Threads, zeigen das Gerät welches seit nunmehr 3 Tagen in meinem Hörraum steht, und seit 2 Tagen der Gefahr ausgesetzt ist heiß zu laufen.

Ich kann jetzt Rudolfs Begeisterung für die Technics Dreher verstehen. Schon auf den Fotos sieht das Gerät gut aus, aber in Natura kann man dem Design durchaus Bauhaus Qualitäten bescheinigen.

Klanglich übertrifft es meine Erwartungen. Ich habe extra ein paar Neupressungen erstanden die wegen ihrer guten Preßqualität gelobt wurden. Das wäre garnicht notwendig gewesen, gerade auch mit älteren Pressungen aus den 70ern, die ich mal mit meiner Nitty Gritty gewaschen hatte, zeigt sich was der SL-7 zu leisten vermag.

Präzision, Klangfarben, Timing, alles ist auf hohem Niveau. Auch die von Andreas angesprochenen Verzerrungen halten sich auf sehr niedrigem Niveau, allerdings muß dazu die Halterungsschraube des Systems gut angezogen sein, wenige Grade machen da einen Riesenunterschied.

Ich bin überzeugt, auch Spock hätte dazu gesagt: „Faszinierend“.

Viele Grüße
Thomas
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Thomas K.
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Beitragvon Newton » 18.11.2018, 16:57

Bei mir werden es immer mehr 8)

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Gruß
Andreas
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Beitragvon Rudolf » 18.11.2018, 17:30

So langsam wird der Weltmarkt leer gefegt ... :wink:

Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon Newton » 25.11.2018, 19:04

Liebe SL-7/SL-10-Fans!

Wie schlägt sich die Jico-Nadel denn nun nach drei Wochen? Eingespielt dürfte sie mittlerweile sein, Musik läuft bei mir abends rauf und runter.
Plug and Play ist aber eher nicht. Das Technics-System ist etwas zickig. (Unbedingt die Kontakte mit einem Glasfaserradierstift reinigen!) Die Höhenanhebung war zumindest mir am Ende doch etwas zu viel des Guten. Ich hab deshalb noch etwas am SL-7 geschraubt.
Ist in meinem Vorstellungs-Thread kurz dokumentiert.

Deshalb: Ja zur Jico, aber nur nach einem Tausch des Phonokabels und bei guter Anpassung an den Phono-Pre. (Da werde ich in den nächsten Wochen auch noch experimentieren). Die Höhenanhebung ist wahrscheinlich eher eine Eigenschaft des Technics-Tonabnehmers, als des Jico-Nadelträgers. Was die Höhenresonanz angeht, gilt Bor dem üblichen Aluminium wohl als überlegen. Hab ich gelesen. Faszinierend bleibt die Auflösung durch den "schärferen" Nadelschliff. Man hört einfach mehr. Für mich als "Klassiker" sehr wichtig. Gleichzeitig klingt es nach der Anpassung nun geschlossener.

Eine klare Empfehlung auszusprechen, fällt mir am Ende aber etwas schwer. Billig ist der Spaß schließlich nicht..., obwohl mein SL-7 hat jetzt etwa 500,- Euro gekostet. Arbeitszeit nicht mitgerechnet. Geht eigentlich für einen guten Plattenspieler. Oder?

Grüße
Andreas
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Beitragvon KM4 » 25.11.2018, 20:20

Es hat mich jetzt auch erwischt. Bei mir ist ein SL-7 eingezogen und dank Rudolf' s Hilfe spielt er jetzt erst mal mit neuer "Standard Ersatznadel". Mit dem Klang bin ich noch nicht zufrieden und verfolge gespannt alle Beiträge, die mir hoffentlich weiterhelfen.

Leider habe ich nicht die Messgeräte und Fähigkeiten wie Andreas und Andere hier im Forum, also muss ich versuchen Tipps und Tricks zu "klauen" und mit meinen Möglichkeiten umzusetzen.

Frage an Andreas: Muss man das Gehäuse abbauen um das Phono Kabel zu tauschen?

Ich lese gespannt weiter, viele Grüße Klaus
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