Shakti's Erfahrungen mit diversen Micro Seiki Laufwerken

Plattendreher und Bandmaschinen

Shakti's Erfahrungen mit diversen Micro Seiki Laufwerken

Beitragvon shakti » 22.09.2018, 09:37

Falls es auch in diesem Forum Freunde der Micro Seiki Laufwerke gibt, so moechte ich diesen hier ein paar Beiträge zur Verfuegung stellen, die ich mal an anderer Stelle veröffentlich hatte.

Viel Spass beim lesen:




Die Suche nach dem (meinem) optimalen Laufwerk hat mich letztendlich bei einem

- Micro Seiki SX 8000 MKII

ankommen lassen.

Hier auf dem Bild zusammen mit der in Deutschland optionalen Basis BA-600 und der AX1-G Tonarmbasis.

http://my-micro.de/sx8000II.htm

(in Deutschland ca 25.000,- DM)

Hoert man diesen Plattenspieler und vergleicht diesen mit den aktuellen TechDas Plattenspielern, speziell dem

- TechDas AF 3
(aktuell ca 23.000,-eur)


http://www.techdas.jp/analog_05.html

fällt auf, dass hinsichtlich der technischen Daten (zB Massentraegheitsmoment des Tellers) am ehesten mit dem

- Micro Seiki SX 1500 (allerdings hat der AF3 nur einen Aluteller)

vergleichbar ist.

Dieser ist aber so selten, dass zumeist der Vorgänger

- Micro Seiki RX 1500 FVG

http://my-micro.de/rx1500fvg.htm

gesehen wird.

Diese beiden Plattenspieler haben allerdings aufwendige Füße, die den 1500'er relativ unempfindlich gegenüber dem Untergrund werden lassen, der AF3 (und auch der Micro Seiki RX 5000) sind da deutlich empfindlicher.

Da die 1500'er Reihe sehr verbreitet war, zumindest die BasisVersionen, habe ich mich entschlossen, diese mal im Klang und Aufbau zu vergleichen, dh startend bei dem

- Micro Seiki RX 1500D

- http://my-micro.de/rx1500d.htm

bei dem der Motorstand am Gehäuse angeflanscht wird und somit eine definierte Lage zum Teller gegeben ist, auch profitiert hier der Motor von den aufwendig gefederten Füssen.


Dieser Dreher gehoert sein einiger Zeit zu meinem Bestand.

Mit dem externen Motorstand sieht man diesen Dreher auch haeufig. Doch die meisten sind nicht Serienmäßig mit diesem ausgestattet gewesen und so fehlt zumeist das singend notewendige Gewicht unter dem Dreher, der das Gewicht des fehlenden Motors ausgleicht und die Federfüße wieder in den optimalen Daempfungsbereich bringt.

Auch gerne genutzt ist die Kupferauflage CU-180, die sich klanglich (und optisch) gut macht. Ich nutze meinen RX1500D mit einer Nagaoka Glas Auflage und dem passenden Tellergewicht.


Einen

- Micro Seiki RX 1500 G

http://my-micro.de/rx1500g.htm

habe ich leider noch nicht bekommen können.


Dafür hat der Zufall dazu geführt, dass ich eines

- Micro Seiki RX 1500 VG

http://my-micro.de/rx1500vg.htm

Laufwerkes habe habhaft werden können.

Dieser hat ein aufwendigeres Lager sowie den schweren Kupferteller, dazu kommt eine starke (und leise) Pumpe, die dem Dreher eine perfekt funktionierende Plattenansaugung beschert.

Dazu hat der VG den separaten Motorstand und den schweren Ring unter dem Chassis, was dem Gerät bereits ein imponierendes Gesamtgewicht gibt.

Der Preis des RX1500 VG lag damals auf dem level des

- Micro Seiki RX 5000

http://my-micro.de/rx5000.htm

der einen aufwendigeren Motor besass (aber dafür keine Plattenansaugung hatte)

Ein solcher RX5000 spielt nun bereit seit einiger Zeit bei mir, allerdings optimiert mit einem Sperling oder auch Dereneville Motor.

Ein noch groesserer Glueckfall war aber die Moeglichkeit die letzte und aufwendigste Variante des 1500'ers zu erstehen, den

- Micro Seiki SX 1500

Dieser hat die grosse Pumpe des SX 8000 und somit sowohl das Luftlager , als auch die Plattenansaugung.

Der SX1500 hat nochmals ein weiterentwickeltes Luftlager (im Vergleich zum Vorgänger RX 1500 FVG)


Beim SX8000 MkII kann ich mir jeden Tag anhören, wie es sich anhört, wenn Masse, Luftlager und Plattenansaugung sowie ein guter Motor zusammenkommen, aber spannend für mich ist zu verstehen, was die einzelnen Elemente bewirken.

Dieser Moeglichkeit (und Aufgabe) werde ich mich nun während einiger kalter Wintertage widmen und bin bereits sehr neugierig , was welchen Unterschied macht.

Vor allen Dingen macht mich auch der Unterschied von RX 5000 zu RX 1500 VG und SX 1500 neugierig, kostete der SX1500 doch bereits deutlich mehr als der RX 5000 .

Gruss
Juergen
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Beitragvon shakti » 22.09.2018, 09:38

kürzlich durfte ich die Lieferung der Micro Seiki Freunde NL in Empfang nehmen, so dass nun mein Micro Seiki SX 1500 mit den R-15 Füssen ausgestattet werden kann. Da dies eine etwas aufwendigere Operation ist, verschiebe ich diese aber erst einmal. Die Stahl Kappen fuer die 1500'er sind auch sehr fertig gemacht, bin ich ebenfalls neugierig, ob sich diese auch klanglich bemerkbar machen. Die Original GummiKappen dämpfen diesen Bereich der Füße doch erheblich. Gut möglich, dass dies auch so sein soll.

Der ebenfalls eingetroffene Messing Ring lässt sich aber schnell montieren, so dass ich mit diesem angefangen haben.

Doch leider musste ich feststellen, dass dieser, entgegen der WebSeitenBeschreibung nicht! auf meine Micro Seiki Plattenspieler mit VakuumPlattenAnsaugung passt.

Der Ring drückt die äußere Dichtlippe runter, bzw, wenn man die Lippe vorsichtig anhebt, bekommt man den Ring aufgesetzt, aber dann liegt die LP leicht erhöht und das Vakuum macht keinen Sinn, da die Platte keine Auflage hat.

Sicherlich wird es Leute geben, die den Dreher so betreiben werden, habe bereits mitbekommen, dass es Micro Seiki Nutzer gibt, die die Plattenausaugung aus Prinzip oder aus klanglichen Gründen nicht nutzen, fuer diese ist der Messing Ring weiterhin eine interessante Möglichkeit.

Aber so musste mein

Micro Seiki RX 5000

zum ausprobieren des

Micro Seiki Ring1

herhalten.

In der Micro Seiki (oder aktuell TechDas) Produkt Hierarchie erhalten die Plattenspieler mit aufsteigendem Preis einen Plattenteller mit höherem Massenträgheitsmoment. Dies kann man "einfach" erreichen, indem man den Teller schwerer macht (und das Lager darauf abstimmt).

Ebenfalls ist idealerweise das Plattenspieler Chassis Gewichtsmäßig auf den Teller abgestimmt.

So hat der aktuelle TechDas Airforce 3 ein Teller Massentraegheitsmoment vom einfachen Micro Seiki RX 1500 D (dh die Version mit dem Stahlteller). Entsprechend verwundert es auch nicht, dass der AF3 in etwas so viel wiegt, wie ein RX1500 D.

Sehe ich mir nun den RX1500 G oder den RX5000 an, so haben diese einen Teller mit deutlich höherem Massentraegheitsmoment, entsprechend auch ein deutlich schwereres Plattenspielerchassis (ähnlich Airforce 2 von techDas)

In das Massentraegheitsmoment I eines Plattentellers geht aber nicht nur die pure Masse des Tellers, sonder auch die Massenverteilung ueber des Radius ein.

So erhöht ein 800g schweres Plattentellergewicht zwar die Last auf dem Lager um eben diese 800g, aber hat kaum einen Einfluss auf das Massentraegheitsmoment, da das Gewicht im Zentrum der Rotation aufgebracht wird.

Lege ich nun aber einen 3kg schweren Messingring aussen auf den Teller auf, erhöht sich das Massentraegheitmoment wesentlich, da der Radius als Faktor um ein vielfaches eingeht.

Also schnell die letzte Mari Boine Schallplatte aufgelegt und mit / ohne Ring gehoert.

Was soll ich sagen..., mit dem Ring war plötzlich viel zu viel Bass da, das ganze Klangbild wurde träge und der Mitteltonbereich hat seine Fokussierung verloren.

So hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt...

Also die Folksongs des Kronos Quartetts aufgelegt, aber auch hier, man konnte die Streichinstrumente kaum noch auseinanderhalten.

Entsprechend verfasste ich eine mail an die Micro Seiki freunde NL, dass ich den MessingRing gerne zurückgeben wuerde, passt nicht auf Vakuumdreher und klingt auf dem RX 5000 sehr bescheiden...

Dann habe ich noch mal überlegt..., ich betreibe den RX 5000 mit der dicken Fanden Tellermatte, die sich im Vergleich als die beste Matte durchgesetzt hatte (diese wird zB auch von TW acoustic angeboten)

Doch eine solche Matte gab es zu den Micro Seiki Zeiten noch nicht, also den Vergleich mal ohne Matte , Platte direkt auf dem "gunmetal" Teller gemacht. ok..komplett anderes Ergebnis. Fuer meine Ohren ist der Originalteller ohne Matte kaum zu geniessen, lege ich aber den Ring auf, ist der Teller so bedaempft, dass das Ergebnis sehr gut hörbar wird. Zwar immer noch nicht meinem ideal entsprechend...

Also habe ich mal wieder mit Tellermatten rumexperimentiert , in diesem Fall bin ich mal wieder bei der sehr dünnen Dereneville stehen geblieben.

Diese spielt zwar auf dem RX 5000 Teller ohne Ring nicht so gut, wie die dicke Zanden Matte (die bei TW als TW gebrandete Matte ca 400,-eur kostet) , aber zusammen mit dem Micro Seiki Auflagering ist genau das Maß an Dämpfung erreicht, dass es wieder zusammen passt. Bei Gelegenheit muss ich auch mal eine der dünnen Micro Seiki LederMatten ausprobieren.

Die Kombination aus Micro Seiki Messing Ring und Dereneville Matte bringt den RX 5000 auf jeden Fall ein gutes Stueck klanglich nach vorne.

Einen direkten Bezug, was jetzt ursächlich welchen Effekt hat, kann ich nun natuerlich nicht mehr machen, aber die Größere Ruhe im Klangbild, der daraus entstehende natuerlicher wirkende Raum, die zugenommene Konturenschärfe der Instrumente und Stimmen sehe ich ursächlich durchaus beim erhöhten Massentraegheitsmoment, zumindest kenne ich diese Änderungen nicht in dieser Art, wenn einfach nur die Tellermatte gewechselt wird.

Zusammen mit der Zanden matte habe ich das Micro Seiki Messing Tellergewicht verwendet gehabt, in der jetzigen Konfiguration ist das (an der Unterseite gummierte) HRS Stahl Tellergewicht wieder die bessere Wahl.

Da ich im Moment den RX 5000 gegen den SX 1500 laufen lasse, habe ich einen recht guten Bezugspunkt (habe auf beiden Drehern einen FR64s Arm, ein aussagefähiger Vergleich ist also schnell gemacht )

Vor dem Ring war der SX 1500 der deutlich bessere Plattenspieler , das Luftlager des SX 1500 ist einfach prima. Doch nun ist der RX 5000 klanglich wieder vorbei gezogen.

Kann also jedem RX 5000 Nutzer empfehlen, den MessingRing der Micro Seiki Freunde NL mal auszuprobieren

http://www.micro-seiki.nl

wobei es gut möglich ist, dass danach Teller Matte und Teller Gewicht neu ausgewählt werden müssen.

Da ich diesen Ring nun nicht auf dem SX 1500 nutzen kann, werde ich mir wohl in der Tat das HS 80 fly wheel zulegen , um das Massentraegheitsmoment des SX 1500 zu ehoehen. Diese hat ca 2 Monate Bestellzeit, bis dahin sollten dann auch die R15 Füße am SX 1500 montiert sein :-)


Gruss
Juergen

ps
auf meinen RX 1500 D passt der Ring, sollte also auch auf den RX1500G passen, also nur ein Problem bei Micro Seiki Tellern mit VakkuumAnsaugung!
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Beitragvon shakti » 22.09.2018, 09:38

letztendlich habe ich endlich mal die Zeit gefunden, mich weiter um den

- Micro Seiki SX 1500 FVG

zu kümmern.

Dieser hat ab Werk die üblichen 1500'er Federfüße. Es gab im Micro Seiki Zubehör habe auch Stahlfüße, die den 1500'er fest an die Unterlage ankoppeln. Diese Füße haben dann einen eingelassenen Gummiering auf der Stellfläche, so dass der Dreher fest steht (so kenne ich das vom SX 8000 MKII, mein RX 5000 hat dies nicht)

Diese Füße im Original sind quasi nicht zu bekommen, so habe ich mich gefreut, diese im 1:1 Nachbau bei den Micro Seiki Freunden in Holland zu bekommen.

Die Füße aus Holland kommen mitsamt Bedienungsanleitung, diese auch mit Bildern!

Man muss zur Montage das Gerät auf den Kopf legen und die Federfüße lösen (drei Schrauben) und die Stahlfüße mit drei längeren Schrauben (im Lieferumfang) montieren.

Dies geht recht leicht von der Hand.

DIe Stahlfüße sind bei mir besser, da der Dreher auf einer aktiven Basis steht. Die Federfuesse haben die Regelbewegungen der Basis wieder zunichte gemacht. Beim SX 8000 oder dem RX 5000 war die Basis als grosser Qualitätsgewinn hörbar, beim 1500'er war das einschalten ohne grossen Effekt.

Weiterhin hab eich mir die Stahlkappen fuer die 4 Basenköpfe gegönnt, gefallen mir einfach optisch besser.

Micro Seiki NL bietet die 4 Stahlfüße auch in Kupfer (oder Messing?) an, wenn die Montage nicht so aufwendig waere, wuerde ich diese gerne mal ausprobieren, sieht noch mal wertiger aus!


Der SX 1500 FVG besitzt die selbe 2-Kreis Luft Pumpe, wie der SX 8000.

Doch leider sind bei meinem SX 1500 die Luftschlauchverbindungen sehr spröde geworden, so dass ich diese im Bereich unter des Plattenspielers nicht mehr richtig dicht bekomme.

So habe ich mir im Aquarium Zubehör neuen Luftschlauch besorgt, dazu ein paar Schlauchkupplungen, dass ich im Bereich des Plattenspieler Chassis einen elastischen Schlauch verwenden kann.

Den sproeden Originalschlauch kann ich dann ohne den unterm Plattenspieler notwendigen 90grad Knick mit den Aquarium Schlauch verbinden und mit etwas Tape fixieren .


Nun steht alles wieder an seinem Platz und die Tonarme sind wieder montiert.

Einen echten Klangvergleich kann ich nicht machen, da die Umbauaktion doch etwas gedauert hat und ich auch nicht garantieren kann, dass die Tonarme wieder identisch stehen.

Auffallend ist, dass der SX1500 FVG nun auch sehr gut auf die Accurion i4large Basis reagiert, somit die harte Ankopplung an die Basis durch die Stahlfüße augenscheinlich gelingt.

Insgesamt kommt mir der Klang etwas schlanker und höher auflösend vor. Dies dürfte an der nun funktionierenden Basis liegen.

Diese Sonntags "Bastelaktion" am Plattenspieler hat Spass gemacht!

Nun muss ich mit den Micro Seiki NL Leuten mal den Tellerring fuer die Vakuum Dreher angehen, ein paar mm weniger Innenradius und dieser sollte auch auf meine beiden Vakuum Spieler passen.

Auf dem RX 5000 mag ich diesen auf jeden Fall nicht mehr missen.

Gruss
Juergen
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Beitragvon shakti » 22.09.2018, 09:39

nun mal wieder Zeit gehabt am

Micro Seiki SX-1500

zu "spielen" , im Beitrag 66 habe ich beschrieben, dass ich die Federfüße durch Stahlfüße ausgetauscht hatte. Diese haben einen GummiOring integriert, wie dies auch bei den Stahlfüßen des SX-8000 der Fall ist.

Da ich den SX-1500 auf der aktiven Accurion i4 Basis stehen habe, sind diese Gummies eigentlich nicht ideal, auch wenn diese den Fuß an sich bedampfen sollen.

Nach einem Kontakt mit Micro Freunden in NL, erzählte man mir, dass fuer den Fuss nun eine Art Spike Entkopplung entwickelt worden sein, die es zwar im Original nie von Micro Seiki gegeben hat, die aber in meiner Situation ideal sein. Ein paar Nutzer hätten diese Ankopplung , bzw Entkopplung schon probiert und seien sehr angetan.

Ich habe mir die Teile sofort zum probieren schicken lassen und muss sagen, dass ich begeistert bin. Der Unterschied ist bei mir fast Größer, als der reine Wechsel von FederFuß auf Stahlfuß.

Wer also die Stahlfüße an seinem 1500'er betreibt, sollte diese 4 "Spikes" unbedingt probieren.

ich bin in meinem Set up auf jeden Fall begeistert, zumal die Optik nicht leidet, diese völlig integriert wirken!

Über den klanglichen Effekt brauche ich nicht viel zu schreiben, die "Spikes" machen genau das, was man von "Spikes" unter einem Produkt erwartet.

Der Bass wirkt nochmals entschlackter und sauberer , auch tiefer gehend, deshalb wirken Stimme und Instrumente nochmals freier und präziser.

Am liebsten wuerde ich nun eine Version fuer den RX 5000 in Auftrag geben :-)

Gruss
Juergen
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Beitragvon shakti » 22.09.2018, 09:39

die Stahlfuesse gab es als Zubehör zur 1500'er Serie von Micro Seiki, die Typenbezeichnung war

Micro Seiki R - 15

insofern ist das Ensemble durchaus auch weiterhin wie vom Entwickler gedacht.

Mit den Federfüssen war der 1500'er flexibler, bzw toleranter hinsichtlich auch nicht so guter Stellflächen.

Dies entsprach dem Marktsegment des kleinen 1500'er

Die grossen 1500'er standen aber zumeist auf stabilen Tischen, sodass eine harte Ankopplung gemäß 5000 und 8000'er Serie moeglich wurde.

Dazu passend bot Micro Seiki dann die R-15 Stahlfuesse an.

Was dem heutigen Zubehör geschuldet ist, sind die 4 Einsetzspikes, die gab es in der Tat damals nicht.

Dass dies optisch nicht so harmonisch wirkt liegt im Auge und Geschmack des individuellen Betrachters.

Ich empfinde sowohl die schwarzen Federfüße als auch die silbernen Stahlfuesse optisch nur mäßig gut zum gun metal Plattenteller passend.

Da wirkt der Solid Steel Teller optisch harmonischer.

Gruss
Juergen
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Beitragvon shakti » 22.09.2018, 09:40

mein

Micro Seiki SX 1500 fvg

entwickelt sich weiter!

Nun spielt er mit 2 Sperling Motoren und 3 Ikeda Armen.

Die Produkt Kombinationen von Ishikawa (Micro Seiki & TechDas) und Ikeda (Fidelity Research & Ikeda) mag ich klanglich und optisch sehr gerne.

Klanglich sind die Arme recht unterschiedlich, der aktuelle Chrom Ikeda 407 mit Alu Tonarmrohr ist etwas bedaempfter, der matte Ikeda 407 mit Stahl Tonarmrohr ist näher am FR66s und klingt mit den passenden Tonabnehmern etwas agiler.

Der matte Ikeda 345 hat ebenfalls ein Stahltonarmrohr und ist somit aehnlich dem 407. Zusätzlich hat der Ikeda 345 noch die optionale Silber Tonarminnenverkabelung.

So macht es nun Spass, die optimalen Tonabnehmer Kombinationen auszutüfteln .

Gruss
Juergen
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Beitragvon shakti » 22.09.2018, 09:40

nachdem ich meinen "kleinsten" Micro Seiki RX 1500 an einen glücklichen neuen Besitzer übergeben habe, durfte ich das freiwerden Rack mit einem neuen Dreher bestücken (solangsam geht der Platz aus...)

Seitdem ich in Muenchen den neuen

- Techdas Airforce V

https://techdas.jp/pages/air-force-v/

gesehen habe, ging mir dieses schlanke Design ohne nebenstehendem Motor nicht mehr aus dem Sinn. Reduzierter kann man einen Dreher kaum gestalten.

Das bereits beim AF3 gezeigte vorstehende Bedienfeld finde im Alltag auch sehr praktisch.

Insofern kam mir der hinsichtlich des Designs sicherlich als Vorbild dienende

- Micro Seiki DDX-1500


wieder in den Sinn.

Der DDX-1500 war eine der letzten Entwicklungen von Nishikawa san fuer Micro Seiki, verständlich, dass er das Design nun bei TechDas als AF5 wieder aufleben laesst.

"Description

The Micro Seiki DDX-1500 is the most advanced, most compact direct drive turntable in it's class with incomparable features.
Standard accessories: power unit, operation control unit,
Optional accessories: R-15 metal securing poles, ST-10 disk stabiliser, AX series arm mounting base, RY-1500 motor unit, RS-1500 motor unit base, SF belt,
Specifications

Motor: hall direct drive quartz lock motor (slotless type)
Rotation speed: 33 and 45rpm
Platter: diecast aluminium, 2.8kg, 600kg inertia moment
Wow and flutter: 0.03% WRMS
Signal to noise ratio: more than 60dB
Tonearms: up to 4 short tonearms
Dimensions: 330 x 330 x 134mm
Weight: 12kg including platter"


hatte mich erst gewundert, warum den es Riemenantrieb optional zum DDX 1500 gibt, aber gab wohl tatsaechlich Nutzer, die den DDX 1500 optional mit Riemen betrieben haben.

Grundsätzlich entspricht der DDX-1500 der normalen 1500'er Serie, dh er hat das gegossene Gehaeuse und die 4 aufwendig gefederten Fuesse.

Statt des Gewichtsringes ist beim DDX-1500 der Direktantrieb montiert und der Boden mit einem Deckel abgeschlossen.

Eine ServiceWerkstatt machte mich darauf aufmerksam, dass der verwendete Motor identisch zum Goldmund Studio sei. Nachprüfen konnte ich dies allerdings nicht.

Der DDX-1500 kommt mit einem soliden externen Netzteil, welches mit dem Dreher verbunden wird.

Dazu kommt ein smartes Userinterface, welches vor dem DDX-1500 seinen Platz findet (und mit separatem & lösbaren Kabel mit dem Dreher verbunden wird). Ebendieses ist neu fuer die 1500'er Serie und wurde dann bei TechDas weiter perfektioniert.

Bei der 1500'er Serie sind die Umrahmungen der Federfüße ueblicherweise in silber, perfekt passend zum kleinen RX 1500 mit dem Solid Steel Teller.

bei den Gunmetal Varianten empfinde ich die Fuesse als optisch nicht optimal, insofern hat es mich beim DDX-1500 gewundert, dass dieser wiederum mit gunmetal farbenen Fussumrahmungen daher kommt, die eigentlich viel besser zu den anderen Drehern passen wuerden.

Zumal der DDX-1500 mit einem neuen und schwarzen Teller daherkommt.

Auf den DDX-1500 passen die ueblichen AX Tonarmbasen, so dass ich den Dreher schnell mit 4 Basen komplettiert hatte (es gibt mir ein besseres Gefühl, ein schwingendes System an jeder Ecke gleich zu belasten.

Als Tellermatte probiere ich gerade Nagaoka und Zanden, als Arme sind im Moment ein Pluto 3a und ein SAEC 308L montiert. Dazu ein Audio Technica ART7 an der Herron Phonovorstufe.

Die ersten klanglichen Eindruecke vom DDX-1500 sind gut. Auch wenn diese "anders" als erwartet sind. Meine Erfahrungen mit Direktantrieblern sind, dass diese zumeist sehr direkt und nach vorne spielen, dazu eine gute Dynamik haben. An den 1500'ern habe ich schon diverse Motordosen und Riemen probiert. Mit den "grossen" Motordosen spielt der RX 1500 wie ein größeres Laufwerk aus der 1500'er Familie , er gewinnt an Laufruhe und klingt irgendwie wie ein schwereres Masselaufwerk.

Der Direktantrieb verhält sich aehnlich einer grossen Motordose, dh mein erster Eindruck ist durchaus positiv, auch wenn ich eine klanglichen Prägung in anderer Richtung erwartet hatte.

Einen echten A/B Vergleich zwischen meinen 1500'ern habe ich noch nicht gemacht, dies ist mir im Moment etwas zu aufwendig, es sind einfach zuviele Parameter zu beachten,dass ein solcher Aussagefähig ist...

Nun werde ich mich mal näher mit DDX-1500 beschaeftigen und schauen, was bei diesem noch so geht. (zB mal das Netzteil an einen Netzfilter anschliessen und all sowas :-)

Gruss
Juergen
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Beitragvon shakti » 22.09.2018, 09:41

nach einem weiteren Tag mit dem

Micro Seiki DDX-1500

kann ich sagen, dass der Antrieb wohl sehr gut ist, der Teller aber die typischen Begrenzungen des leichten BL 91 / RX 1500 Tellers hat.

Da mir aktuell kein passender Gunmetal Teller zur Verfuegung steht, habe ich einfach mal den Gunmetal outer ring verwendet, den ich normalerweise auch meinem RX 5000 nutze.

Der Effekt auf das Massentraegheitsmoment (Inertia) beim DDX-1500 ist natuerlich viel größer, da der outer ring alleine schon soviel wiegt, wie der gesamte Teller.

Da das Traegheitsmoment mit dem Radius zum Quadrat einfliesst, ist dieses Gewicht am besseren Rand des Tellers eine enorme Veränderung des Tellers.
Der Effekt ist entsprechend gross. Instrumente und Stimmen stehen klarer und präziser, die Hochtonaufloesung nimmt minimal zu, insgesamt findet die Musik in einem besser gezeichneten Raum statt.

Kurzum, ein Effekt , den jeder kennt, der mal einen Plattenspieler mit einem besseren und schwereren Teller ausgestattet hat.

Dazu sieht das ganze (zumindest fuer meinen Geschmack) auch noch sehr gut zusammen aus.

gruss
Juergen
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Beitragvon shakti » 22.09.2018, 09:41

heute ist in Koeln der Herbst angekommen, so dass ich mich mal wieder intensiv mit meinen Drehern und potentiell kommenden Projekten auseinandergesetzt habe.

Dazu habe ich mich mit dem Werdegang und den aktuellen Produkten von

Hedeaki Nishikawa

beschäftigt:

1963 Obtained a degree in mechanical engineering.
1964 Joined Stax Ltd. as an engineer and engaged mainly in manufacturing engineering, development of electrostatic headphones, etc.
1973 Moved on from Stax and founded an OEM together with a few members from Stax. The OEM was set up to design and manufacture audio products. The representative products for this company were Micro Seiki’s electrostatic headphones, Infiniti’s Black Widow, Craft AC 300 Tone Arm, among others.
1980 Joined Micro Seiki Co. Ltd. Held a position of manager of the technical department and later as Sound Business Director. The statement product planned and designed from this period is the SX-8000 system turntable. Also developed a line of accompanying products.
1989 Founded Stellavox Japan Inc. together with Yasuo Nakanishi, who was the CEO of RF Enterprises Inc. Started the import & distribution business of high-end audio equipment with dedicated force. The company name was changed to Stella Inc. in June, 2012.
1994 Became CEO of Stellavox Japan Inc. (current Stella Inc.).
2001 Founded Zephyrn inc., which imports and distributes high-end audio equipment.
2010 Founded the house brand, TechDAS, which has been offering the Air Force analog turntables.

Hideaki Nishikawa , mit dem ich netterweise schon mehrfach auf der High End in Muenchen ueber seine Plattenspieler diskutieren durfte hat bei Micro Seiki Produkte wie den SX 8000 oder den SX 5000 oder den SX1500 zu verantworten gehabt.
Er hat die Verwendung von komprimierter "Luft" als wesentliches DesignMerkmal bei den hoeherwertigen Micro Seiki Drehern eingeführt.

Allen drei genannten Drehern ist gemeinsam, dass diese einen sehr schweren Plattenteller haben, der auf einer dünnen Luftschicht (als Lager) schwebt und dass die Platte durch ein Vakuum angesaugt wird. Insofern verwundert es nicht, dass alle drei SX Varianten von Micro Seiki mit der identischen RP-1110 Pumpe ausgeliefert werden. Diese besitzt 2 voneinander unabhängige Luftkreislaeufe, hat entsprechend auch 2 leise laufende Pumpen integriert.

SX 5000 und SX 1500 haben Gunmetal Teller, der SX 8000 einen Solid-steel Teller. Dieser ist klanglich etwas haerter als der Gunmetal Teller, so dass einige SX 8000 Nutzer diesen gegen einen Gunmetal Teller getauscht haben.


Hedeaki Nishikawa hat fuer diese drei Modelle jeweils passende Basen entwickelt, die ebenfalls Luft zur Dämpfung verwenden (zB die BA-600)

Die SX Modell 5000 und 8000 haben starre Solid Steel Fuesse, so dass diese stark von einer solchen Basis profitieren. Der SX 1500 kommt Serienmäßig mit den gefederten Füssen der 1500'er Reihe. Will man diesen optimal auf einer Basis , wie zB der BA-600 verwenden, kann man die optionalen erhältlichen starren Solid Steel Fuesse verwenden.

Alle drei Laufwerke besitzen ein recht schweres Chassis, SX 5000 und SX 8000 bereits in der Gussform, der SX 1500 hat einen schweren Gussring ins/unters Chassis geschraubt, welches ihn von den Basis 1500'er Modellen unterscheidet.

Fuer die SX Modelle sind die schwere G Varianten der Micro Seiki Tonarmbasen der AX Reihe vorgesehen, diese sind untereinander zu 100% kompatibel.

Mich hat nun interessiert, wie hat Hideaki Nishikawa dies bei den TechDas Plattenspielern (seiner neuen Firma) umgesetzt oder weiterentwickelt.

Da dies hier ein Micro Seiki thread ist, werde ich meine Recherchen in einem separaten thread posten.


Gruss
Juergen
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