Shakti erfreut sich an SEE Revolver Plattenspielern

Plattendreher und Bandmaschinen

Shakti erfreut sich an SEE Revolver Plattenspielern

Beitragvon shakti » 12.07.2019, 12:10

​Der Sommer macht in Koeln gerade eine Pause, so kann ich mich weiter mit "alten" Plattenspielern beschäftigen. Nachdem ich an der Restauration und dem Aufbau meines
CEC Chuo Denki ST 930 ​
mi​t einem neuen Jelco TS 350s 9' und einem VTA Lifter hatte musste ein neues Projekt her.

​In meinen Zeiten aus studentische "Hilfskraft" in einem High End Laden in Köln hatte ich immer wieder Kunden, die einen

SEE Revolver

​Plattenspieler besaßen.

Da wir als Studio diesen Plattenspieler nicht führten, war ich immer wieder erstaunt, wieviele Versionen es von diesem Plattenspieler gab. Da ich damals (unter anderem) für den analogen Bereich zuständig war, habe ich vielen dieser Plattenspieler einen neuen Tonabnehmer oder auch mal einen neuen Tonarm spendiert.

Der SEE Revolver war damals als Konkurrent zu Rega Planar 3, Linn Basic oder Thorens TD 160 angetreten und hatte in Köln viele Liebhaber gefunden, was wohl auch an der Flexibilität bei den Tonarmen lag.

​Nun habe ich versuch die Geschichte dieses Plattenspielers etwas besser zu verstehen und mag mich mit den konstruktiven und klanglichen Unterschieden dieses Plattenspieler Klassikers beschäftigen :-)



Grundsätzlich haben alle Revolver eine Basisplatte aus Holz, die auf drei grossen Gummifüssen ruht.
​In dieser ist der Motor befestigt.

​Dann kommt eine zweite Holzplatte, welche mit Gummipuffern abgekoppelt auf der Grundplatte liegt, diese ist etwas kleiner als die Grundplatte. Hier finden das Tellerlager und der Tonarm die Aufnahme. Diese Holzplatte besitzt in den Ecken eingelassene Gewichte, die die Last des Tonarmes ausgleichen.

Zu den SEE Revolver Plattenspielern gehört noch "The Pig", welches ein kleiner Gummipfropfen ist, den man auf die Tellerachse steckt. Alle Revolver haben auch die "The Starmat" welche eine "spezielle" Filzmatte zur Tellerauflage ist.

Dazu gab es als Laufwerkstisch noch "The Stand" welcher in passendem Funker angeboten wurde.


Die schottische Firma Sundown Electronic Engineering, Ltd. (S.E.E.) hat (meines Wissens) die folgenden unterschiedlichen Modelle rausgebracht:

- SEE Revolver
​das Urmodell hatte einen Plattenteller, der aus einem Holzverbundstoff gefertigt war.
​Dieser Revolver wurde als reines Laufwerk angeboten.

​- SEE Revolver (2)
​dieses Modell hatte einen leichte Plattenteller aus Kunststoff und ein darauf abgestimmtes neues Tellerlager.
Man konnte des Plattenspieler in mehreren Versionen kaufen:

​-- als reines Laufwerk

​-- mit dem "Revolver" Tonarm, welcher von Jelco gefertigt wurde, dieser Arm war damals in England weiterverbreitet, bauähnliche Derivate gab es als Vivid 1, Jelco ST 250 oder Mission 774.

-- mit dem "Super Revolver" Tonarm, der ebenfalls von Jelco stammte.
​ Dieser hatte ein sehr aufwendiges Lager und war entsprechend deutlich teurer.

beide Arme konnte man in der Höhe verstellen. Diese waren mit geradem Tonarmrohr und festmontiertem Headshell ausgestattet. Da ich schon öfter SEE Revolver zur Reparatur mit fehlenden Tonabnehmer Kontakten erlebt habe, mag ich darauf hinweisen, dass bei diesem Arm die Tonarmverkabelung nicht durchgehend ist, so dass die Headshell Kabel austauschbar sind (und zB auch gegen Silberkabel ausgetauscht werden können)

​Die beiden Arme haben einen SME 5Polanschluss, so lässt sich, wenn man mag, auch das eigentlich Tonarmkabel leicht gegen ein besseres aussuchen. Der "Super Revolver" Tonarm besitzt bereits ein besseres Tonarmkabel.

​ Ich habe hier mal ein paar Tonarm Preise aus dem Jahr 1992 gesammelt:
​(damals war der Umrechnungsfaktor von GBP zu DM der Faktor 3)

​Revolver arm £97

Super Revolver arm £230 ​

Linn Akito £137

Rega RB300 £139

Roksan Tabriz £165

SME series III £290

SME V £1232​


Man sieht ganz gut, das der "Super Revolver" Arm bereits zu den besseren Armen im Angebot gehörte.


​- SEE Revolver Rebel

Da Rega mit dem Planar 2 einen preiswerteren Plattenspieler erfolgreich im Markt platziert hatte, musste SEE nachziehen entwickelte mit dem SEE Revolver Rebel einen ebenfalls erfolgreichen Plattenspieler aus Basis des klassischen Revolver. Der konstruktiven Unterschiede waren im wesentlichen:

-- einfacher "Rebel" Tonarm, ebenfalls von Jelco. Dieser Arm hatte zB keine Höhenverstellung.
​ Dieser Arm wurde meines Wissens nicht einzeln angeboten

-- einfacheres Tellerlager

Da Rega als Hauptkonkurrent anfing den Planar 3 in unterschiedlichen Farben anzubieten, zog SEE auch hier nach und bot die Revolver in schwarz, grau und 2 Holzsorten an.



Alle SEE Revolver Plattenspieler wurden gerne mit anderem Tonarmen verbunden,
​ zB Rega 2 & 3, Linn Basic, Roksan Tabriz, Sumiko FT3, Jelco, Mission, Naim usw.

Ein weites Feld der "Verbesserung" waren auch der Austausch der serienmäßigen Filzmatte mit zB einer Linn oder Rega oder , oder... Filzmatte. "The Pig" wurde auch gerne mit anderen Tellergewichten ausgetauscht.

​SEE selber hat wohl während der Bauphase des Revolver auch das Tellerlageröl gegen ein "besonderes" Telleröl gewechselt, entsprechend sind die SEE Dreher auch mit verschiedenen Tellerlagerölen "getuned" worden.




Ich habe mir nun mehrere SEE Revolver zugelegt und überhole diese nun etwas.
Da man bei einem gebrauchten Plattenspieler nicht wissen kann, was der Vorbesitzer für ein Lageröl "versucht" hat, reinige ich das Lager und fülle ein neues Lageröl ein. Der Riemen wird, so notwendig, gewechselt, der ganze Dreher mal richtig gereinigt usw. Sollte der Revolver ohne Arm sein, verbinde ich diesen mit einem passenden Arm aus der damaligen Zeit

​Die folgenden SEE Revolver stehen nun für einen Hörtest bereit und werden Stück für Stück mit einem Tonabnehmer , zB aus der neuen Audio Technica AT 95 MM Serie ausgestattet

- SEE Revolver Urmodell mit Roksan Tabriz Tonarm

- SEE Revolver II mit Ammonite Spannfutter und Sumiko FT3 Tonarm

​- SEE Revolver II mit Revolver Tonarm (komplett mit "The Stand")

​- SEE Revolver mit Super Revolver Tonarm

​Bin noch nach weiteren Versionen am schauen, die ich dann auch mal mit einem aktuellen Jelco Arm ausprobieren mag.



​Macht gerade Spass, so kann der Sommer ruhig noch mal ein paar Tage Pause machen :-)


​Gruss

​Juergen

ps
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Beitragvon Hans-Martin » 12.07.2019, 13:48

shakti hat geschrieben:​​-- mit dem "Revolver" Tonarm, welcher von Jelco gefertigt wurde, dieser Arm war damals in England weiterverbreitet, bauähnliche Derivate gab es als Vivid 1, Jelco ST 250 oder Mission 774.


Hallo Juergen,
zu deinem Exkurs in die Vergangenheit passt dieses Video Die Wahrheit über Vinyl.., wo u.a. Cai Brockmann und Norbert Braasch (nicht Braatsch, wie im Untertitel zu lesen ist) ausführlich zu Wort kommen.

Bitte nicht verwechseln: der Mission 774 war ein John Bicht Tonarm, bei dem nach 30 Jahren die Sorbothan-Gegengewichtsentkopplung schwächelt. Tausende Betriebsstunden hat mich dieser Arm begleitet und begeistert.

Von Jelco kam damals der Mission 774LC (wobei man heute wohl nicht mehr von Low Cost sprechen würde.
Grüße
Hans-Martin

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Beitragvon shakti » 12.07.2019, 15:09

Danke für die Ergänzung!, in der Tat war es die Mission 774 LC Version, die bauähnlich zum Revolver Arm war.

Gruss
Juergen
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Beitragvon Hans-Martin » 12.07.2019, 23:32

Hans-Martin hat geschrieben:der Mission 774 war ein John Bicht Tonarm, bei dem nach 30 Jahren die Sorbothan-Gegengewichtsentkopplung schwächelt.​

Korrektur zur Ehrenrettung: 40 Jahre, nicht 30 Jahre... :cheers:
Grüße
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