Acourate, MiniDSP und ASRC

Ulis Mess- und Korrekturprogramm

Acourate, MiniDSP und ASRC

Beitragvon Supersteff » 24.07.2018, 20:30

Hallo liebe Foristen und Acourate-User

Ich bräuchte bitte ein Realitets-Check bzw. eine Erwartungs-Abstimmung.

Ich habe vor ein paar Jahren 4 Stück MiniDSP PWR-ICE 125 und ein MiniDSP OPEN-DRC-DI gekauft, um ein aktives Lautsprecher-Projeckt inspiriert vom Snell Typ A zu realisieren. Ich fand es toll, dass ich mit AES-EBU-Verkabelung alles im digitalen Bereich halten konnte, bis zur DA-Wandlung nach den DSP's in den Endstufe. Ein UMIK-1 USB-Mikrofon habe ich auch. (Das Projekt ist leider noch nicht fertig, aber ich höre schon Volldigital mit meinen Visaton B200.)

Etwas später habe ich AcourateDRC für den OPEN-DRC-DI entdeckt, und werde dieses auch bald kaufen/einsetzen. Auf den Effekt von Acourate DRC binn ich wirklich sehr gespannt.

Aber, aber, ich habe auch die Acourate Vollversion entdeckt und von den vielen Möglichkeiten gelesen, besonders in diesem Forum. Ich binn von der Musikalitet und Coherenz der Breitbänder angetan, und ich denke ein korrektes Phasen-verhalten ist ein grosser Teil davon, und gerade das scheint eine Stärke von Acourate zu sein.

Nun überlege ich, ob es überhaupt Sinn macht, mit einem MiniDSP U-DIO 8 (USB auf AES-EBU, 8 Kanal I/O) eine 4-Wege Frequenzwieiche mit FIR-Filtern zu realisieren? Wieder unter Verwendung der PWR-ICE-Endstufen per AES-EBU digital angesteuert.

MEIN BEDENKEN: MiniDSP benutzt in allen von mir genannten Produkten ASRC (Asymetric Sample Rate Conversion) an den Eingängen! Also unabhängige Taktung.

Uli hat in einem Threat zum AcourateDRC berichtet:

"Nun gut, in Wirklichkeit wird z.B. mit 48.001 kHz wiedergegeben und mit 47.9987 kHz aufgenommen. Das reicht aber aus, dass man die Pulsantwort nicht genau rechnen kann."

Und:

"Im übrigen ist klar die Messmethode im Vorteil, bei der nur eine Soundkarte und damit ein gemeinsamer Takt verwendet wird. Wenn also eine Soundkarte einen Mikro-VV und Phantomspeisung hat."

ALSO JETZT DIE GROSSE PREISFRAGE: Macht es qualitativ Sinn die Acourate Vollversion im folgenden Setup zu nutzen?

UMIK-1 -> NUC (Acourate) -> U-DIO 8 -> 4 × PWR-ICE -> 4 Wege LS

Kann eine Pulsantwort genau genug berechnet werden?

Oder ist es mit AcourateDRC und OPEN-DRC-DI "as good as it gets" mit den verwendeten MiniDSP-Produkten mit ASRC?

Ich hoffe meine Frage ist klarer als Klossbrühe, und kann einigermaßen klar beantwortet werden. Ich möchte einfach gern wissen was realistisch Möglich ist.

Viele Grüße

Steffen
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Beitragvon uli.brueggemann » 24.07.2018, 22:16

Steffen,

bitte das OpenDRC-DI nicht mit der U-DIO8 vermischen. Es ist nicht dasselbe.
Das OpenDRC-DI kann Filter bis 6144 taps, dabei wird per SRC immer auf 48 kHz umgesampelt (Ausnahme OenDRC mit Dirac und 96 kHz, dafür mit halbierter Frequenzauflösung) und mit 32 bit gerechnet.

Das U-DIO8 ist ein USB Interface. Es wird mit dem vom Rechner vorgegebenen Takt garbeitet. Eingänge werden dann auf diesen Takt umgesampelt. Wenn man aber z.B. mit einem Player, also intern, ausgibt, passt sich das U-DIO8 an die Abtastrate des Tracks an.

Ich habe derzeit ein U-DIO8 in Wartestellung. Am Ende will ich damit mein 4-Wege-Horn aktiv betreiben. True-Digital-Verstärker sind TacT M/S2150, an diese gibt dann das U-DIO8 per AES/EBU aus.

[/offtopic on]
Wartestellung deshalb, weil ich seit März ein neues Haus gebaut habe und dann wohl im August/September umziehe. Da ich keinen Keller mehr habe, werden die Hörner bei mir im Büro stehen und zwar auf dem Spitzboden. Mit 38 m² und 4.1 m max. Höhe nicht zu klein. Aber eben kein reiner Hörraum.
[/offtopic off]

Die U-DIO8 wird dann vom AcourateConvolver aus angesteuert. Das funktioniert wohl problemlos, zumindest soweit ich schon mal angetestet habe.

Mit den PWR-ICE sollte es eigentlich auch funktionieren.

Grüsse
Uli
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Beitragvon freezebox » 25.07.2018, 00:01

Hallo Uli,

interessante Option. Wieso hast Du Dich dafür entschieden? Und wie misst Du damit ein, ohne Mikrofoneingang? Kann zum Einmessen dann ein USB Mikro (UMIK-1) an einen zweiten USB Anschluss an dem PC angeschlossen werden? Hatte mal über das USB zu I2S Mehrkanal-Interface (USB Streamer Kit) von miniDSP nachgedacht, aber konnte mir nicht erklären, wie ich das einmessen kann.. Würde dies damit auch funktionieren?

Grüße, Jörn
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Beitragvon uli.brueggemann » 25.07.2018, 08:16

Jörn,

prinzipiell könnte auch ein AD-Wandler mit AES/EBU-Ausgang das U-DIO8 füttern. Ob man auch spdif anschliessen kann hab ich noch nicht probiert. Dann könnte ich z.B. meine Fireface als ADC verwenden.
Ansonsten: ich kann ja noch mit meinem bisherigen System, also Ausgabe über ADAT und RME ADI 192-DD, mit meiner Fireface messen. Die Filter erstellen und dann mit U-DIO8 verwenden.

Das Umik-1 kann mit Acourate verwendet werden, wenn man Asio4All einbezieht. Dann muss die Ausgabe aber wiederum auch einen Windows-Treiber haben (welcher dann von Asio4All verwendet wird). Ich weiss nur gerade nicht, ob das U-DIO8 (oder USB zu I2S) auch einen Windows-Treiber hat. Über Nachteile des Umik-1 habe ich bereits im Forum geschrieben, das lässt sich aber kompensieren.

Grüsse
Uli
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Beitragvon freezebox » 25.07.2018, 08:42

ja klar! Hab ganz vergessen, dass das Ding auch Eingänge besitzt. Also könnte ich, da meine SC nur coax-SPDIF Ausgänge hat (kein Toslink) eine SPDIF zu I2S Wandlerkarte an einen der I2S Eingänge anschließen und über den anderen PC mit SC und Acourate drauf einmessen.
Da könnte ich dann auch zur Wiedergabe meinen G-sonos einschleifen...

Grüße, Jörn
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Beitragvon Supersteff » 25.07.2018, 13:40

Hallo Uli

Erst ein Mal vielen Dank für die prompte Antwort.

Dann ist es also Sinnvoll auf die Dauer von OPEN-DRC-DI und IIR Filtern in den PWR-ICE-Endstufen auf ein echtes PC-gesteuertes Acourate FIR Filter System aufzurüsten. Schön. :D

Ohne den OPEN-DRC-DI in der Kette könnte ich dann auch HiRes-Audio mit 24/96 genießen! Ist schon fast wie Weihnachten.

Dann wäre noch die Frage des Mikrofons beim Einmessen?

1. Möglichkeit wäre UMIK-1 per USB in den PC. Und fertig!

2. Möglichkeit wäre zB. ein Behringer ecm 8000 durch meinen MindPrint AN/DI (96 kHz, AES-EBU) und dann durch den U-DIO 8 in den PC. Hier ist wieder ein ASRC in der Kette?! Der MindPrint AN/DI könnte sogar durch einen der Ausgänge am U-DIO 8 getaktet werden, aber da währe immernoch das ASRC im Eingang der U-Dio 8? Einziger Vorteil wäre vielleicht die höhere Taktfrequenz. Hmmm.

Nochmals vielen dank für dieses Forum und die kompetenten Antworten die ich hier bekomme. Ich habe schon viel beim lesen gelernt, aber digital ist schon fast wie eine neue Sprache lernen.

Schöne Sommergrüsse aus dem Norden

Steffen
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Beitragvon Supersteff » 25.07.2018, 13:50

Hallo Jörn

Das U-DIO 8 gibt es in zwei Versionen. Mit AES-EBU und mit Spdif/coaxial BNC. Vielleicht ist das einfacher als I2S?

Grüße

Steffen
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Beitragvon Stanley » 25.07.2018, 14:41

Hallo zusammen

Sehr interessant dieser 8-kanalige DAC.

Falls man mit JRiver arbeitet müsste doch auch gehen, dass das Mikro an der Soundkarte hängt (z.B. Focusrite oder RME etc.) die Soundkarte per USB am PC und man im JRiver als LIVE IN die Soundkarte konfiguriert. JRiver liefert so an Acourate/Log-Sweep-Recorder.
Auf diesem Weg höre ich LPs über Acourate-Filter. Müsste doch auch mit dem Log-Sweep-Recorder funktionieren.

Wenn man das so aufbaut, wie Uli das für das 4-Wege-Horn beschrieben hat, wo und wie funktioniert die Lautstärke?

Grüsse

Heinz
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Beitragvon freezebox » 25.07.2018, 16:33

Supersteff hat geschrieben:Hallo Jörn

Das U-DIO 8 gibt es in zwei Versionen. Mit AES-EBU und mit Spdif/coaxial BNC. Vielleicht ist das einfacher als I2S?

Grüße

Steffen



Hallo Steffen,

Ja, aber, da liegen dann noch 150 EUR dazwischen, plus mindestens eine weitere Kiste im Rack (den kleinen USB Streamer könnte ich schön zusammen mit einigen gepimpten I2S DAC Platinen aus Fernost in einem Kästchen verschwinden lassen).

Unglaublich, welchen Aufwand man betreiben muss, um eine ordentliche Mehrkanal-Wandlertechnik zu erschwinglichem Preis zu bekommen... ;-)

Grüße,
Jörn
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Beitragvon uli.brueggemann » 25.07.2018, 17:52

Supersteff hat geschrieben:2. Möglichkeit wäre zB. ein Behringer ecm 8000 durch meinen MindPrint AN/DI (96 kHz, AES-EBU) und dann durch den U-DIO 8 in den PC. Hier ist wieder ein ASRC in der Kette?! Der MindPrint AN/DI könnte sogar durch einen der Ausgänge am U-DIO 8 getaktet werden, aber da währe immernoch das ASRC im Eingang der U-Dio 8? Einziger Vorteil wäre vielleicht die höhere Taktfrequenz. Hmmm.

Steffen,
wenn der Mindprint mit 96 kHz läuft, dann kannst Du mit Acourate mit 96 kHz messen. Dann wird über Asio der 96 kHz-Takt vorgegeben. Dann läuft der ASRC des U-DIO8 praktisch mit derselben Frequenz. Da würde ich mir keinen Kopf drum machen sondern erst einmal testen.

Grüsse
Uli
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Beitragvon uli.brueggemann » 25.07.2018, 17:59

Stanley hat geschrieben:Wenn man das so aufbaut, wie Uli das für das 4-Wege-Horn beschrieben hat, wo und wie funktioniert die Lautstärke?

Heinz,

eine immer gute Frage. Ich bin in der glücklichen Lage eben vier Tact-Amps zu verwenden. Einer davon ist der Master M2150, die anderen drei Slaves S2150. Die sind bzgl der Lautstärke über eine serielle Schnittstelle gekoppelt, so dass alle Amps per Fernbedienung gleich gesteuert werden. Funktioniert hervorragend, ich möchte das nicht missen. Nebenbei bemerkt regeln die Amps die Lautstärke zuerst über die Versorgungsspannung der Schalttransistoren am Ausgang, erst unter einem gewissen Pegel wird dann digital angepasst. Damit wird der digitale Headroom besser ausgenutzt (was ähnlich auch gerade beim Leedh Processing in der Diskussion ist).

Nachteil der Lösung: die Verstärker werden nicht mehr gebaut. Ob der Nachfolger Lyngdorf das kann weiss Hans-Martin auf jeden Fall besser. Ich vermute, dass nein.

Grüsse
Uli
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Beitragvon freezebox » 26.07.2018, 02:45

welchen Player benutzt Du Uli? Man könnte die LS ja auch digital im Player oder direkt in acourate steuern, im Letzteren ja sogar mit Hörkurven Loudness.

Grüße, Jörn
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Beitragvon Stanley » 26.07.2018, 11:20

freezebox hat geschrieben:welchen Player benutzt Du Uli? Man könnte die LS ja auch digital im Player oder direkt in acourate steuern, im Letzteren ja sogar mit Hörkurven Loudness.

Hallo Jörn

Das ist ja genau meine Frage. Da ich von der mechanischen Seite herkomme, bin ich eben mit den digitalen Sachen nicht so bewandert.
JRiver und Acourate haben eine Lautstärkeregelung. Ich verwende einen VV und Acourate ist auf volle Aussteuerung gestellt.
Ohne VV würden die Endstufen immer volle Pulle laufen, heisst, dass die LS in die Luft fliegen würden, dies in meiner Annahme, dass der VV nur "dämpft" und nicht noch zusätzlich verstärkt und die Endstufen das was reinkommt mit einem festen Faktor verstärken.
Reicht nun das Signal, das aus dem PC über die Lautstärkeregelung von Acourate kommt, aus, um die Endstufen, über den 8-kanaligen DAC, anzusteuern?
Wenn dem so wäre, müsste man nur beim Aufstarten die Acouratelautstärke begrenzen können.

Ist diese Betrachtung zu einfach?
Habe so auch keine Antwort darauf, wie die Lautstärke geregelt wird, wenn verschiedene Endstufen mit verschiedenen Verstärkungsfaktoren gemischt werden (über die Messung mit Acourate?).

Grüsse

Heinz
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Beitragvon chriss0212 » 26.07.2018, 13:26

Hallo Heinz

Stanley hat geschrieben:Reicht nun das Signal, das aus dem PC über die Lautstärkeregelung von Acourate kommt, aus, um die Endstufen, über den 8-kanaligen DAC, anzusteuern?

Das kann man ohne Deine Kette zu kennen nicht beantworten ;)

Die meisten Vorverstärker sind so ausgelegt, dass sie bis zu einer gewissen am Vorverstärker eingestellt Lautstärke Dämpfen und ab einer gewissen Schwelle verstärken.

Ob der Pegel bei Dir reicht kannst Du ja einfach testen:
- Vorverstärker rausnehmen
- digitale Lautstärke auf null
- Musik spielen
- digitale Lautstärke langsam erhöhen... wenn es dann laut genug wird, könntest Du auf den Vorverstärker verzichten ;)

Aber ACHTUNG: digitale Lautstärke wirklich erst runter drehen!!!

Viele Grüße

Christian
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Beitragvon Mister Cool » 26.07.2018, 13:42

Stanley hat geschrieben:Ist diese Betrachtung zu einfach?

Ja :-)

Wie kommt das Signal vom PC in den 8-Kanal DAC?
Per USB? Optisch?... Welcher DAC? Welche Komponenten stecken in der gesamten Kette

Weitergin, es müssen nicht nur unterschiedliche Verstärkungsfaktoren der angeschlossenen Endstufen sondern auch die unterschiedliche Wirkungsgrade der Angeschlossenen Chassis berücksichtigt/angepasst werden (z.B. Horn-HT braucht deutlich weniger Leistung/"Verstärkung" als ein TT in einem BR-Gehäuse)

Das hört sich alles kompliziert an, ist es aber nicht :-)

Grüsse,
Alwin
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