Acourate Audio Toolbox

Ulis Mess- und Korrekturprogramm

Beitragvon uli.brueggemann » 21.10.2010, 15:45

Florian,

bin nun ratlos mit Audacity.
Mach mal eine Aufnahme über www.acourate.com/AcourateLSR2Setup.exe (ASIO-Treiber erforderlich). Schick mir dann die Pulsantworten aus dem Verzeichnis \Pulses per PM.

Gruss, Uli
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Beitragvon veloplex » 23.10.2010, 14:44

Hallo,

ich habe mich mal wieder festgefahren und komme allein nicht weiter. Dieses Mal geht es um Klirrmessungen mit acourate.

Ich habe es versucht, wie Uli es in einem Anderen Thema hier vorgeschlagen hat:

um die Klirrs zu ermitteln benötigst Du Acourate und dort den Menüpunkt Logsweep. Also damit den Logsweep erzeugen und auch dort mit dem Recorder aufnehmen. Ähnlich wie bei AcourateLSR.

Dann die Convolution ausführen, das gibt dann im Zeitdiagramm eine lange Sequenz. Mit Maus links und recht vom Peak markieren. Dann Extract Pulses & Harmonic Distortion ausführen.

Das AcourateLSR ist nur ein einfaches Hilfsmittel für eine schnelle Aufnahme. Die Pulse sind aber im eigenen .tr-Format. Acourate selbst kann diese auch lesen. Dann einfach wiederum als .dbl abspeichern.

Um vielleicht besser heraus zu fenden, wo mein Fehler leigt, habe ich ein paar Bilder gemachtt.

Erstmal ein Logsweep. Nicht irritieren lassen, dass dort keine Werte stehen, das liegt am Snippingtool-

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Die Amplitude

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Pulse

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Dann Convolution

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Und das Ergebnis (wo wird das gespeichert?)

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Dann habe ich die Pulsedatei geladen (Pulse44L), richtig?? und gefenstert

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Dann Extract Pulses & harmonic distortions

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Dort steht dann, dass das Fenster vor dem Pulse zu kurz gewählt wurde. Aber was bedeutet das?

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Ich hab das Gefühl, das das irgendwas mit der Convolution zu tun hat. Wo liegt der Fehler?


Gruß Christoph
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Beitragvon veloplex » 25.10.2010, 14:03

Hallo noch mal,

ich habe gar nicht geschrieben, worum es eigentlich geht. Mein Ziel ist es, mit Acourate aktustische Klirrmessungen durchzuführen. Dazu wollte ich ersteinmal den Klirr der Soundkarte messen. Der Aufbau sieht also ganz einfach aus, vom Soundkartenausgang zum Soundkarteneingang.

Hat niemand eine Idee?

Gruß Christoph
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Beitragvon uli.brueggemann » 25.10.2010, 15:31

Christoph,

es ist nicht so schwierig.

Kleine Theorie vorab: der Logsweep wird mit der Inversen gefaltet. Das Ergebnis für einen 60 sek Sweep ist dann roundabout 120 sek lang. Viel zu lang für eine Pulsantwort. Diese wird somit durch Herausschneiden und Fenstern gewonnen.

(Am Anfang war bei Acourate das Herausschneiden und Fenstern durch den Benutzer durchzuführen. Das ist nun vereinfacht, Acourate macht es selbst, wenn man mit dem Logsweeprecorder arbeitet.)

Die Aufnahme ist aber nicht verloren. Sie wird im Unterverzeichnis \Logsweep abgespeichert, als Logsweepxx_rec.wav.

Für die Klirrauswertung braucht man die gesamte Aufnahme. Also dann über Menü Logsweep - Logsweep Convolution die Datei Logsweepxx_rec.wav mit Inversexx.wav falten. Dabei die Checkbox Extract Pulses deaktivieren ! Das Ergebnis in Kurve 1 speichern.

Und dann in dem Ergebnis den Puls mit Maustaste links/rechts markieren und Menü Logsweep - Extract Pulse & Harmonic Distortions laufen lassen.

Gruss, Uli
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Beitragvon veloplex » 26.10.2010, 20:59

uli.brueggemann hat geschrieben: Logsweep Convolution die Datei Logsweepxx_rec.wav mit Inversexx.wav falten.

Ok, daran hats gelegen. Nächstes Mal besser lesen. :oops:

Danke für die Hilfe

Gruß Christoph
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Beitragvon bigman13 » 27.10.2010, 19:53

Hallo,

ich habe eine Frage zur Gewinnung des Frequenzganges und der in diesem Zitat angesprochenen
Fensterung:

"Acourate wertet das Zeitsignal aus. Und man kann nun bei der durchgeführten frequenzabhängigen Fensterung sogar noch aussuchen wieviele Zyklen man haben möchte, also wie breit das Fenster ist. Das ist dann bei 10 kHz eben um den Faktor 100 schmaler/enger als bei 100 Hz. Und wenn man zwei Zyklen wählt dann ist man doch schon nahe am Direktschall. In der Praxis nehme ich beim Rechnen immer so 10 bis 15 Zyklen Breite. Was dann bei 10 kHz bedeutet dass alles was später als 1 ms bis 1.5 ms kommt erst gar nicht mehr berücksichtigt wird. Bei 10 Hz wären das 1 sek bis 1.5 sek. Es muss jedem klar sein dass dann in jedem Raum Reflektionen mit drin vorkommen."

Ganz naiv gefragt und um beim 1kHz Beispiel zu bleiben: In den 1ms ist der Direktschall doch gerade 34cm von den LS weg. Ich messe aber z.B bei 2.14m. Wie geht das? Ermittelt man erst den Mikrofonabstand und "fenstert" um diesen Offset herum?

Beste Grüße,
bigman
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Beitragvon uli.brueggemann » 27.10.2010, 22:38

Ganz naiv geantwortet:
es wird doch das Signal gefenstert welches am Hörplatz aufgenommen wird. Das ist dann zu diesem Zeitpunkt der Aufnahme bereits eingetroffen. Das Fenster weiss nichts davon, wann der Schall den LS verlassen hat und wie weit der Weg war. Und ein Fenster mit 15 Zyklen misst dann eben bei 1 kHz das was innerhalb von 15 ms nach dem Eintreffen am Mikro passiert. So z.B. dass dann der Schall auch einen zusätzlichen Umweg über einen Tisch, einen Fussboden, eine Seitenwand oder was auch immer nimmt.

Klaro? :D

Uli
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Beitragvon hornblower » 28.10.2010, 08:39

Ich hab' ja zugeschaut, wie Anselm Goertz bei meinen La Scalas gefenstert hat. Hoch interessant, zu beobachten, wie sich das Ergebnis je nach Feinheit/Größe des Fensters ändert. Bei genügend engem Fenster wurde nur noch das HT-Signal erfasst. Das zu spät kommende MT-Signal und erst recht der Bass wurde nicht mehr erfasst, sie kamen einfach zu spät beim Messmikro an. Das ist jetzt alles korrigiert. :D

Andreas
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Beitragvon uli.brueggemann » 28.10.2010, 09:00

Andreas,

es ist nicht nur eine Frage des zeitlichen Eintreffens des Signals am Mikro. Zwei Extreme: 10 Hz und 10 kHz. Beide Frequenzen können zeitgleich eintreffen. Nur: ein Zyklus bei 10 kHz ist nach 0.1 ms beendet. Wohingegen die Zykluszeit bei 10 Hz eben 0.1 s beträgt.

Um nun 10 Hz richtig zu fenstern sollte zumindest ein kompletter Zyklus reinpassen, die Fensterbreite also mind. 0,1 s sein. Da passen nun aber schon 1000 Zyklen der 10 kHz-Frequenz rein.

Ein Fenster mit fester Breite ergibt dann natürlich eine unterschiedliche Bewertung der Frequenzen eines Signals. Egal, ob dann irgendwelche Frequenzen zeitlich korrekt, früher oder später eintreffen.

Gruss, Uli
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Beitragvon Fortepianus » 28.10.2010, 09:06

uli.brueggemann hat geschrieben:Ein Fenster mit fester Breite ergibt dann natürlich eine unterschiedliche Bewertung der Frequenzen eines Signals. Egal, ob dann irgendwelche Frequenzen zeitlich korrekt, früher oder später eintreffen

...weshalb sich Uli wundert, warum die Fensterbreite fast niemand (außer ihm) schlicht und ergreifend frequenzabhängig setzt.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Shefffield » 28.10.2010, 10:11

Fortepianus hat geschrieben:...weshalb sich Uli wundert, warum die Fensterbreite fast niemand (außer ihm) schlicht und ergreifend frequenzabhängig setzt.

Eine wilde Vermutung gefällig?

Weil es früher, als Rechenleistung noch nicht so leicht und üppig verfügbar war, nicht so gemacht wurde.

Ich hab' mir sagen lassen, dass nicht wenige Messwerkzeuge mit sehr betagten Messsignalen (MLSSA) 'rangehen, die aus jener Zeit stammen, als man auf den Rechenleistungsbedarf der Operation achten musste. Und geändert wird's nicht, weil man sich einfach daran gewöhnt hat.

Kann aber auch falsch sein, mir fehlt das Wissen, das zu prüfen.

Bis bald,
Axel
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Beitragvon hornblower » 28.10.2010, 11:53

Hallo Uli

Ich hab ja gar nicht behauptet, dass Anselm Goertz das nicht berücksichtigt hat. Um das zu beurteilen, fehlen mir die tieferen Kenntnisse. Aber er weiß schon, was er macht.

Grüße Andreas
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Beitragvon uli.brueggemann » 28.10.2010, 12:09

hornblower hat geschrieben:Ich hab ja gar nicht behauptet, dass Anselm Goertz das nicht berücksichtigt hat...

Ich auch nicht. :D

Ich hab nur geschrieben wegen

Das zu spät kommende MT-Signal und erst recht der Bass wurde nicht mehr erfasst, sie kamen einfach zu spät beim Messmikro an.

und das Thema Gleichzeitigkeit beleuchtet. :cheers:

Uli
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Beitragvon bigman13 » 28.10.2010, 17:06

Und weiter naiv gefragt... :mrgreen:

Wie ermittele ich den Start des 10kHz Fensters?
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Beitragvon uli.brueggemann » 28.10.2010, 21:00

na ja, typischerweise vom Peak der Pulsantwort ausgehend wird gefenstert. Man kann jeweils ein halbes Fenster nach links und ein halbes Fenster rechts vom Peak verwenden. Die Breite lässt sich je Richtung auch unterschiedlich gestalten.

Erfahrungsgemäß macht der Hochtöner den stäksten Peak. Ideal wäre ein Dirac-Puls.

Gruss, Uli
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