Audio Video Sync von Acourate und JRiver

Ulis Mess- und Korrekturprogramm

Audio Video Sync von Acourate und JRiver

Beitragvon RC23 » 14.07.2013, 11:20

Im JRiver Forum hatte der User bobkatz mit einem Problem zu kämpfen, daß Audio und Video in einem Surroundsystem nicht synchron sind und dies hörbar.

Bob Katz hat geschrieben:Then today with the help of Uli Brueggemann I've succeeded in getting Acourate Convolver to work in surround with Acourate ASIO and JRiver. Up to now it's only been stereo and I've implemented surround with a XO and parametric settings in JRiver options.

Now I've got tremendous latency in the audio, maybe more than 2.5 seconds. As you know, Acourate with its full FIR filtering and linear phase crossover and 65K filter length introduces tremendous audio latency. It's real hard for me to tell if the A/V sync correction is really working. I think it's bringing things closer (playing Star Trek Blu Ray) but the maximum negative (or positive) correction is -2500 ms. Matt, is there any way you can make that larger? Much larger perhaps. I'm just not sure until I zero in on it if I'm making a mistake, but I think it's getting closer and closer as I increase the negative value, but it looks like I need another second correction or even more. Can you please implement that in JRiver? God, the Acourate Convolution sounds good. If only I can get the sync. Nudge nudge ;-).

Thanks in advance!!!!

Hier die Lösung bzw. der Workaround:

Bob Katz hat geschrieben:... It turns out that there is no time-lock functionality between JRiver and Acourate Convolver. Restart and the audio video sync will likely be difference.

Acourate Convolver and Acourate ASIO works very well for audio only. So I converted my Acourate filters to wav format (64 bit float), created a config file compatible with sourceforge and JRiver, and am now using JRiver's convolver for video playback.

Works great! A/V sync is now perfect and consistent at 0 ms. And the sound is great too. Acourate's filters are the best-sounding out there, in my opinion.

http://yabb.jriver.com/interact/index.php?topic=76969.0

Also für reines Audio mit Frequenzweiche und Convolving arbeiten JRiver 18 und Acourate erfolgreich zusammen. Bob Katz schreibt, daß er hiefür seine Musik in WAV Format abgelegt hat. Ist dieses Format zwingend oder geht auch FLAC? Ich vermute WAV-Dateien sind schneller zu verarbeiten, da das Umwandeln beim Auslesen entfällt.

Wenn ich in JRiver ein Surround System einrichte (Satelliten, Center, Subwoofer und Rears) erreicht Bob Katz mit dem Acourate Convolver kein Lip Sync (Audio und Video lippensynchron). Er greift hier zum Workaround den Convolver von JRiver einzusetzen. Wird der Acourate Convolver noch weiterentwickelt, um auch Surroundsignale verarbeiten zu können? Bob Katz schreibt von fehlendem time lock zwischen JRiver und Acourate. Es wäre schön, wenn dies zukünftig möglich sein wird.

Grüße

Rüdiger
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Beitragvon uli.brueggemann » 14.07.2013, 11:48

Also dann versuche ich mal das Ganze zu erläutern:

Der AcourateConvolver bekommt die Daten per AcourateASIO-Schnittstelle. Dabei wird das Protokoll gemäß ASIO-Spezifikation verwendet. Diese Spezifikation definiert die Übergabe von Audio-Daten. Es ist nichts enthalten was das Thema Video betrifft. Insofern weiss der AcourateConvolver nichts von irgendeinem Bild und kann sich auch nicht darauf synchronisieren.
Parallel dazu weiss der Player auch nichts von einem nachgeschalteten Convolver, er sieht nur die ASIO-Schnittstelle und gibt Audiodaten aus.

Wenn JRiver nun die Faltung selbst vornimmt, dann analysiert es zuvor die vermeintliche Verzögerung durch die Filter, bei einem Peak in der Filtermitte wäre es dann z.B. eine Verzögerung halbe Filterlänge/Abtastrate.
Da JRiver Kenntnis über Bild- und Audiodaten hat, kann es nun korrigierend eingreifen.

Es gibt dann beim Abspielen einer Videodatei noch mehr Tücken. Ich hab mich dazu auch schon mit Matt Ashland von JRiver darüber ausgetauscht. Eine DVD-Datei kann unterschiedliche Formate enthalten. So dass beim Abspielen der Datei der Audio-Dekoder mehrfach umschalten muss, schon allein weil sich die Kanalzahlen ändern. Bei einer 7.1-Datei muss der Titeltrack nicht notwendigerweise 7.1 sein. Das führt dazu, dass die ASIO-Schnittstelle mehrfach gestartet und gestoppt wird (im Debugmodus eines ASIO-Treibers prima nachvollziehbar). Das bedeutet, dass also nur der Player den jeweiligen Zustand der Bild- und Audiodaten genau kennt und dann auch vernünftig synchronisieren kann.

Um dasselbe Verhalten mit AcourateConvolver zu bekommen, müsste ich also einen Videoplayer mit einbauen. Dann gleich noch eine Bibliotheksverwaltung. Und die ganzen diversen Video- und Audiodekoder. also letztendlich eine Art AcourateMediaPlayer schaffen. Es macht aber m.E. keinen Sinn, das Rad wieder neu zu erfinden und ein weiteres MeToo-Produkt zu schaffen. Da kooperiere ich doch lieber mit denjenigen, die ein qualitativ gutes Produkt haben.

Der AcourateConvolver war zuerst dazu gedacht, Signale an Soundkarteneingängen zu verarbeiten, was mit JRiver nicht gut geht, mit anderen Playern auch gar nicht. AcourateASIO kam als Ergänzung dazu um ein zusätzliches internes Routing der Soundkarte zu vermeiden.
Ziel ist in erster Linie die Audiowiedergabe und es gibt denn doch auch Anwender, die berichten, dass es mit AcourateConvolver besser klingt. Bob Katz macht sein Mastering auch weiterhin mit AcourateConvolver.
Für Video-Wiedergabe mit Audiokorrektur weise ich aber selbst ebenfalls auf JRiver hin.

Grüsse
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Beitragvon RC23 » 14.07.2013, 12:16

Danke für die ausführliche Antwort. :)

Acourate als Audiospezialist kennt keine Videodaten und kann somit nicht sychronisieren. Klingt plausibel. Für Audio Video Sync liefert JRiver die passenden Tools.

"So I converted my Acourate filters to wav format (64 bit float)"

Wie steht es um das Format WAV vs. FLAC? Gibt es hier einen guten Grund auf WAV zu gehen, wie es Bob Katz macht? Oder bringe ich da gerade etwas durcheinander? Bob spricht vom WAV Format (64bit float) bei den Acourate Filtern.
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Beitragvon uli.brueggemann » 14.07.2013, 12:27

Bob spricht davon, dass das übliche Filterformat von Acourate = dbl (bzw. cpv für AcourateConvolver) nicht seitens JRiver verarbeitet wird. JRiver verwendet das wav-Format für die Filter. Insofern speichert Bob die Filter nun als wav-Dateien, was mit Acourate ja auch geht. Das hat aber nichts mit den Musikdateien im wav oder flac Format zu tun.

Grüsse
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