Virtueller Gegenbass - Er funktioniert!

Ulis Mess- und Korrekturprogramm

Beitragvon uli.brueggemann » 17.12.2012, 13:15

Fujak hat geschrieben:nach einigem Nachdenken melde ich mich nochmal zurück mit einer Idee/Frage:

Der Vorteil an dem IIR-Filter ist ja die Möglichkeit, die Beschaffenheit des Gegenpulses in Bezug auf die Frequenz, die Filtergüte und Gain passgenau einzustellen. Wenn man diesen Filter/Gegenpuls erstellt hat, könnte man dann nicht den Verzögerungsfaktor um x Samples über die Rotate-Funktion einarbeiten, um tatsächlich einen echten verzögerten Gegenbass-Impuls-Vorfilter und nicht nur einen PEQ-Vorfilter zu generieren?

Hallo Fujak,

nach 5% Inspiration kommen üblicherweise 95% Transpiration. So muss also auch Deinem Nachdenken etwas folgen, oder?
Ich empfehle Dir, Deinen Gedanken einfach einmal durchzuspielen und praktisch auszuführen. Geht mit Acourate ja zu machen, ist spannend, aber auch verwirrend.

Grüsse
Uli

PS: ich hatte den Gedanken übrigens auch schon :cheers:
PPS: den Grund, warum ich dazu nichts geschrieben habe, findest Du beim Spielen. :mrgreen:
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Beitragvon uli.brueggemann » 17.12.2012, 13:26

nihil.sine.causa hat geschrieben:guter Punkt. Diesen Schritt wegzulassen und das Vorfilter entlang des ungefensterten LogSweeps zu erstellen, wäre jetzt keine Mutprobe mehr. Ich hatte gefenstert, weil mir das Verfahren insgesamt (bei -15 dB Gegenimpuls und einem Q von 1,2) sowieso recht "grobmotorisch" vorkam und man das Korrektursignal an den geglätteten Frequenzgang leichter anschmiegen kann.

Was mir dabei auch in den Sinn kam: warum nicht "ein Stück" des - von mir aus gefensterten - LogSweeps nehmen und diesen zu einem Vorfilter umrechnen. Also das "Matterhorn" geeignet herausschneiden.
@Uli: (A) macht so etwas Sinn und (B) wie würde man hierbei vorgehen?

Was man auch noch machen könnte bei einer Quermode (ceterum censeo: es ist schon immer noch besser, die Moden und ihre Ursachen zu verstehen, bevor man mit der Korrektur beginnt): man könnte links und rechts unterschiedlich korrigieren. Bei mir ist im unkorrigierten LogSweep eine links-rechts Asymmetrie gegeben von ca. 5 dB Pegelunterschied. Man könnte also zwei Vorfilter generieren einen für links und einen für rechts und bei der Erstellung Stereo-wav für den Vorfilter die Kanäle entsprechend unterscheiden. Alex und ich hatten das per PN schon eimal diskutiert.

Harald,

auf Basis der bisherigen Berichte/Diskussionen würde ich
- eine Messung ohne Vorfilter durchführen
- die Resonanzfrequenz bestimmen und ein geeignetes Vorfilter erzeugen
- das Vorfilter im Logsweep verwenden und ggf. den Sweep mit größerer Amplitude aufnehmen (Stichwort Auflösung, Genauigket)

Vorfiltern nach dem Fenstern (nach Macro1) würde ich selbst nicht durchführen, aber natürlich kann jeder machen was er möchte.

Die Matterhorn-Idee verstehe ich nicht.

Links/rechts unterschiedlich korrigieren sollte klappen. Trotzdem Verstand dabei einschalten, speziell wenn es dann unterschiedliche Frequenzen werden. Aber man kann ja auch in den Charts beobachten, was sich denn dabei tut.

Grüsse
Uli
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Beitragvon Fujak » 17.12.2012, 15:23

uli.brueggemann hat geschrieben:nach 5% Inspiration kommen üblicherweise 95% Transpiration. So muss also auch Deinem Nachdenken etwas folgen, oder?

:mrgreen:

uli.brueggemann hat geschrieben:PS: ich hatte den Gedanken übrigens auch schon :cheers:
PPS: den Grund, warum ich dazu nichts geschrieben habe, findest Du beim Spielen. :mrgreen:

Ich habe zwischenzeitlich das pädagogisch wertvolle Spiel Acourate wieder hervorgeholt und ausprobiert. Zwar ging es ganz ohne Transpiration ab, das Ergebnis war dennoch so, dass ich nun verstehe, dass Du darüber nichts weiter geschrieben hast. Aus gleichen Gründen habe ich auch darauf verzichtet, davon Filter zu erstellen und einen Hörtest damit durchzuführen...

Grüße
Fujak
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Beitragvon freezebox » 17.12.2012, 20:19

Hallo Zusammen,

So langsam versteh ich nur noch Bahnhof :shock:

Uli, hattest Du nicht geschrieben, dass die Vorgehensweise mit IIR-Filtern einem Bandpass entspricht, der sein Delay schon beinhaltet, wie Alex in einem früheren post, auf den Du verwiesen hast, gezeigt hatte? Wozu dann noch über ein weiteres Delay nachdenken?

Und ist der Knackpunkt des Ganzen Themas hier denn nicht die Fensterung? Wenn ich ein ungefenstertes Messergebnis mit IIR-Filtern bearbeite bekomme ich anscheinend ein besseres Ergebnis als mit der Überalles-Korrektur mit FIR-Filtern allein. Würde man nicht mit einem höheren Wert für die Fensterung im TT-Bereich im Makro 1 ein ebenso gutes Ergebnis erzielen können? Oder sind es die minimalphasigen IIR Filter? Vielleicht haben Trinnov, Dirac und Co bewußt diesen Ansatz für die Entzerrung im TT-Bereich gewählt (nicht nur der geringeren Latenz wegen..)?

Grüße,
Jörn
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Beitragvon nihil.sine.causa » 17.12.2012, 20:47

Fujak hat geschrieben:
uli.brueggemann hat geschrieben:nach 5% Inspiration kommen üblicherweise 95% Transpiration. So muss also auch Deinem Nachdenken etwas folgen, oder?

:mrgreen:

uli.brueggemann hat geschrieben:PS: ich hatte den Gedanken übrigens auch schon :cheers:
PPS: den Grund, warum ich dazu nichts geschrieben habe, findest Du beim Spielen. :mrgreen:

Ich habe zwischenzeitlich das pädagogisch wertvolle Spiel Acourate wieder hervorgeholt und ausprobiert. Zwar ging es ganz ohne Transpiration ab, das Ergebnis war dennoch so, dass ich nun verstehe, dass Du darüber nichts weiter geschrieben hast. Aus gleichen Gründen habe ich auch darauf verzichtet, davon Filter zu erstellen und einen Hörtest damit durchzuführen...

Hallo Fujak, hallo Uli,

ich gebe Jörn Recht. Das Thema ist schon intellektuelles Spiel genug. Es noch komplizierter zu machen, hilft uns nicht. Ich hatte die Idee mit der Anwendung von Rotate so verstanden, dass es den Kern der Sache trifft bzw. in Frage stellt. Könnt Ihr das Rätsel bitte auflösen?

Im Gegenzug verspreche ich, das Matterhorn zu diskutieren. Es führt nicht zu besseren Ergebnissen und ich habe auch eine Vermutung, warum es das nicht tut. Ich muss das für mich noch testen, dann werde ich berichten.

Gruß Harald
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Beitragvon uli.brueggemann » 17.12.2012, 21:20

freezebox hat geschrieben:Hallo Zusammen,
So langsam versteh ich nur noch Bahnhof :shock:

Uli, hattest Du nicht geschrieben, dass die Vorgehensweise mit IIR-Filtern einem Bandpass entspricht, der sein Delay schon beinhaltet, wie Alex in einem früheren post, auf den Du verwiesen hast, gezeigt hatte? Wozu dann noch über ein weiteres Delay nachdenken?

Und ist der Knackpunkt des Ganzen Themas hier denn nicht die Fensterung? Wenn ich ein ungefenstertes Messergebnis mit IIR-Filtern bearbeite bekomme ich anscheinend ein besseres Ergebnis als mit der Überalles-Korrektur mit FIR-Filtern allein. Würde man nicht mit einem höheren Wert für die Fensterung im TT-Bereich im Makro 1 ein ebenso gutes Ergebnis erzielen können? Oder sind es die minimalphasigen IIR Filter? Vielleicht haben Trinnov, Dirac und Co bewußt diesen Ansatz für die Entzerrung im TT-Bereich gewählt (nicht nur der geringeren Latenz wegen..)?

Tröste Dich, auch ich versteh manchmal nur Bahnhof. Das aber auch, weil es so munter durcheinandergeht in der Diskussion.

Das Thema Gegenbass hat sich entwickelt (auch für mich).
- Zuerst der Hauptpuls und dann mit der Verzögerung von 2*Raumlänge ein Reflektionspuls. Solange man Diracs anschaut ist alles ganz übersichtlich
- Diracs wirken über den gesamten Frequenzbereich, also kommt als nächstes die Betrachtung eines Tiefpasses in der Annahme, dass eben höhere Frequenzen schnell abgebaut werden und eher die tiefen Frequenzen bei den Reflektionen übrig bleiben. Auch hier wurde noch mit Delays hantiert
- Tiefpässe sind nicht besonders frequenzselektiv. Und man hat auch darüber berichtet, dass es eben Fälle gibt, wo man das Zusammenspiel zwischen Raumlänge und Reakfrequenz nciht so richtig zustandebekommt. Also das Ganze weiter aufgedrisselt und zwar mit einem Bandpass. Den man praktischerweise so legt, dass die Frequenzen zusammenpassen. Dasselbe Verfahren wie zuvor angewandt (Dirac + zeitlich verschobener plaritätsinvertierter Gegenpuls) ergibt aber merkwürdige Effekte. Dagegen ergibt der Dirac + polaritätsinvertierter Bandpass ein zeitliches Verhalten, welches eine Ähnlichkeit mit der vorherigen Tiefpassrechnung aufweist. Die Summe ergibt passend das Peaking-Filter mit negativem Gain.
- also nun Erstellen eines Peaking-Filters über der Messkurve zum optischen Abgleich. Dann negatives Gain. Und fertig. Nach Subtraktion des Diracs ergibt sich ein Bandpass, passt also auch.
Und dass man es als Gegenbass deuten könnte, dass eine gewisse Äquivalenz vorliegt, das hab ich ja beschrieben. Siehe auch das m.E. prima Bild von Alex.

Also, ich empfinde es nun nicht als meine Aufgabe, einen astreinen theoretischen Unterbau zu liefern. Mich interessieren praktikable Lösungen.

Und insofern ist eben mein Vorschlag von mir beschrieben worden. Ebenfalls eine Begründung, dass eine Korrekturfilterberechnung 'über alles' Instabilitäten verursachen kann. Und dass man durch ein stabiles Vorfilter auch Instabilitäten reduzieren kann. Das Ausschwingen eines Vorfilters kann z.B. theoretisch betrachtet über 10 Sek dauern, und stabil in ein Filter eingerechnet werden. Ein FDW über 10 Sek für Minimal- oder Exzessphase mit anschliessender Invertierung wird kein stabiles Ergebnis liefern.

Wer mag, kann sich ja gerne hinsetzen und mit Acourate wildeste Ideen simulieren. Das Programm ist geduldig, es geht nichts kaputt. Und wenn was Besseres rauskommt, prima. Also los :cheers:

Grüsse
Uli

PS: @Jörn: ich will übrigens keine weitere zeitliche Verzögerung einführen. Eine solche Frage kam von Fujak. Die hat er mittlerweile auch selbst beantwortet.
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Beitragvon Fujak » 17.12.2012, 21:43

Hallo Harald,

Du hast recht, es braucht hier nicht weiter Verkomplizierungen durch bloße Andeutungen. Also Butter bei die Fische:

Nachfolgende Grafik zeigt den Unterschied.

Bild

Im FG-Fenster:
Rot = Original Pulse
Dunkelgrün (und dahinter verdeckt blau) der FG der mit dem VGB-Filter ohne (blau) und mit (dunkelgrün) Rotate-Funktion.
Darunter beide IIR-Filter (ohne und mit Rotation übereinander grün und braun) f=20Hz, Q=4, Gain=-17

Time-Domain-Fenster:
Rot = Sprungantwort originaler Pulse
Blau = Sprungantwort convolvter Pulse ohne Rotation
Dunkelgrün = Sprungantwort convolvter Pulse mit Rotation
Ganz links= die beiden Sprungantworten der von IIR-Filter ohne (grün) und mit (braun) Rotation

Die Rotation beträgt 150 Samples.

Man sieht, dass sich lediglich die komplette Sprungantwort ab dem Bereich 22Hz um 150 Samples nach hinten verschiebt. Ich würde das so deuten, dass die Musik mit 150 Samples Verzögerung einsetzt, aber es keine, rein auf die zu korrigierende Resonanzfrequenz 22Hz bezogene zeitliche Verzögerung des Korrekturpulses bedeutet.

Ich bin ehrlich gesagt mit meinem Latein am Ende. Denn wenn nun am Ende herauskommt, dass der Vorfilter letztlich nur ein genaueres Messen erlaubt, weil in den Logsweep als Multiway-Filter eingearbeitet der geringere Basspegel eine insgesamt höhere Abspiel-Lautstärke erlaubt (= bessere S/N-Ratio), dann hat das alles nach meinem Verständnis nur noch wenig mit der ursprünglichen Idee zu tun, einen echten Gegenbass-Impuls definiert verzögert und invertiert abzufeuern.

Da finde ich die erste Methode noch näher dran am Prinzip Gegenbass-Feuerung.

Grüße
Fujak
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Unser Bandpass-Gegenbass

Beitragvon Jahresprogramm » 17.12.2012, 21:48

Hallo,

Harald - intellektuelles Spiel! Das ist ein schönes Stichwort. Das Rotieren geht natürlich auch beim Bandpass-Gegenbass, und das sogar sehr gut. Verwirrt?! Aber der Reihe nach...

Zunächst mal muss man einfach anerkennen, dass Uli ein super tolles Filter gefunden hat, welches sich perfekt im FG auf unsere Resonanz einstellen lässt und in der Time Domain perfekt zu dem Aufschwingen unserer Raumresonanzen passt! Mal ehrlich: Wer hat das im Vorfeld gewusst?
Schaut her :D

Bild

Hier ist die Raumsprungantwort (rot) einfach über ein passendes PEQ, bei welchen ich den Diracpuls subtrahiert habe (grün), übereinander gelegt. Das passt so gut, wie man es kam für möglich hält. Diejenigen, die mehere Resonanzen haben, könne das Spiel auch mit mehreren PEQ-Filtern durchführen. Einfach die Filter auf die Resonanzen einstellen (ohne die dB-Werte zu negativiren). Dann von jeden einzelnen Filter den Diracpuls abziehen. Nun die Filter ohne Diracpuls addieren und um 6000 Samples rotieren. Wenn man Glück hat, passt der Verlauf so gut wie bei mit. :shock:

Im Umkehrschluss können wir durch das einfache invertieren der dB-Werte beim Erstellen des Filters, ein auf unser sich aufschwingende Moden/Raumresonazen perfekz passendes "Gegenfilter/Gegenbass" erstellen. Damit senken wir nicht einfach die Pegel - nein ganz und gar nicht - wir wirken aktiv dem Aufschwingen der Resoanzen entgegen... (Es kommt halt auf die Betrachtungsweise an)

An dieser Stelle, nochmal einen riesen Dank an Uli für das einführen der Bandpass-Gegenbassfilters, oder wie man auch immer das Ding nennen mag.

Im nächsten Teil: Wie rotiere ich das Bandpass-Gegenbass?

Grüße
Alex

PS: Bitte entschuldigt meine etwas enthusiastische Schreibweise. Das "das ist doch nur ein einfaches PEQ" ist einfach zu wenig Wertschätzung von Ulis Leistung.
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Beitragvon Fujak » 17.12.2012, 22:01

Hallo Alex,

Dein Enthusiasmus in Ehren, aber fast das gleiche Ergebnis bekommt man aus meiner Sicht doch auch, wenn man von Anfang an die normale Über-alles-Korrektur bemüht. Man muss nur statt der psychoakustischen Kurve die Option "Sliding 1/12-octave analysis" einstellen. Dann nämlich lehnt sich die Korrekturkurve mit 1/12 Oktave Glättung ebenfalls passgenau an alle Wellenberge an. Das ganze später in der Excess-Phasen-Korrektur noch auf Zeitrichtigkeit gezogen und man hat identische Sprungantworten, wie ich ja bereits illustriert habe.

Das problematische an der PEQ-Absenkung besteht m.E. darin, dass man ja nicht nur die Raumanregung absenkt sondern auch den Einschwingvorgang. Konkretes Beispiel Kontrabass gezupft: Um das Dröhnen der angezupften Seite im Raum zu eliminieren, senke ich ja nicht nur das Schwingen und Ausschwingen der Saite ab sondern auch das Anzupfen/Einschwingen. Das bedeutet, dass damit das Anzupfen nicht mehr so dynamisch klingt, wie wenn man die Raumanregung (die ja zeitlich nach dem Einschwingvorgang einsetzt) durch einen DBA oder eben einen echten Gegenbassimpuls eliminieren würde.

Grüße
Fujak
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Rotieren des Bandpass-Gegenbass

Beitragvon Jahresprogramm » 17.12.2012, 22:18

Hallo nochmal,

um es kurz zu machen , hier der Bandpass-Gegenbass mit zusätzlichen Delay:

Bild

Rot ist die Pulsantwort des Raums, grün der Filter und braun die Faltung. Zugegebener Maßen ist das ein Schnellschuss und lässt sich, falls man es denn tatsächlich will, weiter optimieren.

Das Rotieren geht ganz einfach. Das Bandpass-Filter entält ja bekanntlich den Diracpuls. Dieser muss vor dem Rotieren subtrahiert werden. Dazu:
1. Generate Testsignal bei Sample 0 Wert 1.
2. TD-Functions Subtaraktion Bandpass-Gegenbass minus Testsignal.

Dann können wir das Ergebniss rotieren. Damit das Minima im FG auf der gleichen Frequenz bleibt, dürfen wir nur um n*Periodendauer der Frequenz des Filters routieren. Bei mir sind es ca. 55Hz 48Kh Samplingrate: 1/55*48000=870 Samples. Um nun das Vorfilter fertig zu machen muss der Diracpuls wieder addiert werden. Das Ergebnis ist oben in grün dargestellt.

Nun haben wir ein zusätzlich verzögertes Bandpass-Gegenbass-Filter mit allen damit verbundenen Nachteilen... Die Nachteile sind übrigens gleich den alten Virtuellen-Gegenbass-Filter. Nur passen hier die Dips des Filters noch besser mit den Peaks des FGs der Raumpulsantwort.

Nun könnte man das Ganze weiter spinnen und einmal ein normales Bandpass-Gegenbass mit z.B. Gain-Faktor 0.5 und zusätzlich ein weiter verzögertes mit weiteren 0.5 Gain-Faktor. Vielleicht schaft man damit ja die Haupt-Resonanz abzusenken und weitere Dips des FGs aufzufüllen.... Die Spielwiese wird größer...

klärende Grüße

Alex
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Beitragvon Jahresprogramm » 17.12.2012, 22:35

Hallo Fujak,

Fujak hat geschrieben:Das problematische an der PEQ-Absenkung besteht m.E. darin, dass man ja nicht nur die Raumanregung absenkt sondern auch den Einschwingvorgang. Konkretes Beispiel Kontrabass gezupft: Um das Dröhnen der angezupften Seite im Raum zu eliminieren, senke ich ja nicht nur das Schwingen und Ausschwingen der Saite ab sondern auch das Anzupfen/Einschwingen. Das bedeutet, dass damit das Anzupfen nicht mehr so dynamisch klingt, wie wenn man die Raumanregung (die ja zeitlich nach dem Einschwingvorgang einsetzt) durch einen DBA oder eben einen echten Gegenbassimpuls eliminieren würde.

Ist das hörbar? Ich habe bis auf einen trockeneren Bass keine sonstigen oder gar negativen Veränderungen bis jetzt feststellen können. Das mag aber nicht viel bedeuten, da ich weniger auf akustische Instrumente "geeicht" bin.

Grüße
Alex
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Beitragvon Fujak » 17.12.2012, 23:14

Hallo Uli, hallo Alex,

vielen Dank für Eure Bemühungen um Klärung des Sachverhaltes. Es hat tatsächlich etwas genützt. :lol:

@Uli: Im Eifer des Gefechtes habe ich Deinen letzten Beitrag erst nach dem Abfassen meiner letzten Beiträge entdeckt; da hätte ich mir einiges ersparen können.

Damit haben sich für mich viele Fragen beantwortet, es haben sich auch weitere Ideen daran angeschlossen, die ich nun erstmal für mich in Ruhe durchprobieren (und anhören) werde, bevor ich etwas dazu poste.

Insgesamt ein spannendes Thema!

Grüße
Fujak
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Beitragvon Jahresprogramm » 18.12.2012, 09:56

Hallo Uli, hallo allerseits,

uli.brueggemann hat geschrieben:Und insofern ist eben mein Vorschlag von mir beschrieben worden. Ebenfalls eine Begründung, dass eine Korrekturfilterberechnung 'über alles' Instabilitäten verursachen kann. Und dass man durch ein stabiles Vorfilter auch Instabilitäten reduzieren kann. Das Ausschwingen eines Vorfilters kann z.B. theoretisch betrachtet über 10 Sek dauern, und stabil in ein Filter eingerechnet werden. Ein FDW über 10 Sek für Minimal- oder Exzessphase mit anschliessender Invertierung wird kein stabiles Ergebnis liefern.

deine Theorie mit Echounterdrückung und mit den Bandpass-Filter funktionieren und greifen m.E.n. super in einander. Ich muss immer wieder betonen, für mich ist die eigentliche Entdeckung dieses Threads, das zu den Resonanzen in den Pulsantworten des Raums äquivalente Ausschwingverhalten eines einfachen PEQs. Mir war das nicht bewusst und ich finde das immer noch: Virtueller Gegenbass - Er funktioniert!

Jahresprogramm hat geschrieben:genial einfach - einfach genial! Es kommt nun doch ein 3D-AcourateVBA. :wink:

Ich glaube der Knackpunkt ist, dass das Bandpass-Vorfilter automatisch mit einem Dirac-Puls von Acourate generiert wird. Um das Filter weiter bearbeiten zu können, darf nach der hier hergeleiteten Theorie der Echounterdrückung (siehe Ulis Beiträge zu den Grudnlagen Teil-3) kein Dirac-Puls enthalten sein. Wollten wir damals z.B. mehrere Gegenbässe als Tiefpass feuern (mein Lieblingsthema 3D-Gegenbass), haben wir die Tiefpässe mit unterschiedlichen Delays versehen und erst dann alles zusammen mit einem Dirac-Puls addiert. Das läuft mit dem Bandpass-Filter, wie oben bei der Rotation gezeigt, gleich. Nur müssen wir hier zunächst den Dirac-Puls subtrachieren und erst später addieren. Wie in Ulis Theorie aufgeführt, darf unseres Filter mehrere Gegenbässe enthalten, jedoch nur einen Dirac-Puls für das Durchlassen des Hauptsignals. Das die Delay-Zeigt mit dem FG des Filters zusammenhängen, habe ich hier gezeigt. Ich denke, wenn man sich vor Augen führt, dass die modenbedingte Überhöhungen im FG bei unterschiedlichen Raumabmessungen auf unterschiedlichen Frequenzen landen, kann man sich vorstellen, dass es bei den Filtern mit dem Delay ähnlich ist. Das verwirrt jetzt glaube ich etwas... wir können das Thema Delay ja später diskutieren.

Um das oben geschriebene etwas zu verdeutlichen, machen wir mal ein Beispiel mit mehreren Bandpass-Filtern (Das ist jetzt wieder ein Schnellschuss und kann natürlich weiter optimiert werden.)

Zunächst die Raumpulsantwort mit zwei Badnpass-Filtern, so wie sie von Acourate generiert werden:

Bild

Als nächstes wir der Dirac-Puls von beiden Filtern abgezogen.

Bild

Dann können die beiden Band-Pässe addiert werden.

Bild

Nun wird der oben gebildeten Summe der Dirac-Puls wieder addiert und wir erhalten das fertige Filter mit zwei Bandpässen.

Bild

Und nun das Ergebnis mit den so generierten Filter.

Bild

Ich hoffe, ich konnte mit meinen Ausführungen wenigstens ein kleines Brückchen zwischen Bandpass-Filter (PEQ) und unseren alten Tiefpass-Gegenbass schlagen.

klärende Grüße
Alex
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Beitragvon freezebox » 18.12.2012, 11:55

Hallo Alex,

wieso so kompliziert? Wenn man beide IIR-Banpassvorfilter miteinander faltet (convolve), sowie Uli es schon beschrieben hat, bekomme ich die selben Ergebnisse bei anschließender Faltung der Vorfilter mit meiner original Raum-Pulsantwort.

Grüße,
Jörn
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Beitragvon Jahresprogramm » 18.12.2012, 12:16

Hallo Jörn,

freezebox hat geschrieben:wieso so kompliziert?

Mir ging es nur um die Klarstellung, dass das Bandpass-Gegenbass (Bandpass-Filter oder wie auch immer - Bitte könnte jemand dem Kind einen Namen geben) mit dem Tiefpass-Gegenbass bzw. der ursprünglichen Idee des virtuellen Gegebasses eng "verwandt" sind. Denn einige haben anscheinend noch Schwierigkeiten damit, zwischen der ersten Idee mit dem virt. Gegenbass und den daraus gewordenen Bandpass-Filter eine gedankliche Brücke zu schlagen.

Grüße
Alex

PS: Wenn ich einen Vorschlag machen darf 8)
VBA (als Großvater) = Tiefpass Filter mit Delay, welches auf die Raumlänge eingestellt ist
Tiefpass-VGB (als Vater) = Tiefpass Filter mit Delay, welches auf die Raumresonanz eingestellt ist
Bandpass-VGB (als Kind) = von Uli eingeführtes Bandpassfilter

PPS: Spätestens beim Einstellen des Delay des Bandpass-Filters (Bandpass-VGB) funktioniert das "einfache" Falten nicht mehr...
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