Zielkurve am Hörplatz

Ulis Mess- und Korrekturprogramm

Beitragvon uli.brueggemann » 23.02.2011, 13:43

Jürgen hat geschrieben:Ich zitiere mal einen Experten:
HiFi-Selbstbau hat geschrieben:Hi G.A.S.,

ein gerader Frequenzgang AM HÖRPLATZ ist nicht ideal.

Selbst ein idealer Punktstrahler würde in einem realen Raum einen leicht abfallenden Frequenzgang am Hörplatz erzeugen, da die Aborption der Oberflächen zu hohen Frequenzen hin üblicherweise ansteigt.
...
Gruß Pico


Es macht m.E. Sinn, sich präzise auszudrücken. Was ist ein gerader Frequenzgang? Eine Gerade kann horizontal und vertikal verlaufen, ansteigen oder abfallen. Es ist immer noch eine Gerade.
Was Pico meint:
ein gerader horizontaler bzw. waagerechter Frequenzgang AM HÖRPLATZ ist nicht ideal.

Also: ich plädiere für den geraden Frequenzgang, der leicht abfallend zu den Höhen liegt. Wieviel ist Geschmackssache. Ich selbst verwende bei mir -2.5 dB. Das war dem Hans-Martin zu hell, er war mit -3 dB mehr zufrieden. Meine Frau enpfand das wiederum als zu dumpf.
Aufgrund der Breitbandigkeit der Geraden sind u.U. 0.1 dB Neigungsänderung hörbar. Die optimale Neigung ist Geschmackssache.

Grüsse, Uli
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Beitragvon Jürgen » 23.02.2011, 13:51

Hallo Uli,

danke für die Präzisierung. Was die Bestimmung des Neigungswinkels sehr erschwert, sind die Einflüsse der Raummoden unter (geraten) 500 Hz. Daher schlagen einige Autoren vor, erst ab 1000 Hz die Neigung zu ermitteln.

Auch das spricht für probieren.

Gruß
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Beitragvon Franz » 23.02.2011, 13:55

Die optimale Neigung ist Geschmackssache.


Völlig richtig.

Gruß
Franz
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Beitragvon schauki » 23.02.2011, 19:43

Hallo!

Angenommen man hat einen Raum mit horizontal gerade verlaufender Antwort.
Einen LSP mit horizontal gerade verlaufendem FG auf Achse, und ein konstantes Bündelungsmaß.

Da kann nix anderes rauskommen als auch ein horizontal gerade verlaufender FG am Hörplatz (oder sonst wo - im Wellenmodell).

Insofern ist diese nach oben hin abfallende Kurve (wie Pico ja auch mit "üblicherweise" ausdrückt) einer prinzipiell nicht optimalen Situation geschuldet.

Jetzt kommt dann aber wieder der Punkt von vor ein paar Posts ins Spiel, nämlich dass eben dieser horozontal gerade FG aus unterschiedlichen Richtungen anders klingt.
Die Firma MEG macht daher bewusst bei den Modellen von denen ausgegangen wird dass sie (deutlich) außerhalb des Hallradius gehört werden (=der Diffusschall lauter ist) eine Diffusfeldentzerrung was man auch an den Diagrammen des Bünderlungsmaßes erkennen kann - so wirds erklärt.
Böse Zungen behaupten dass diese Diffusfeldsenke bei der 901er "zufällig" genau so groß ist wie es sich durch die desktruktiven Interferenzen zwischen MT und HT sowieso ergeben würden...


Unterm Strich sehe ich daher die prinzipielle Neigung der Geraden nicht als Geschmacksache sondern nur als einen Kompromiss an, wenn Raum und/oder LSP nicht passen.
Machbar ist es - auch in der Praxis, aber leider kostet das richtig viel.

Ich habe z.B. meinen LSP auf linearen FFG eingestellt (BM ist "relativ" konstant >500Hz), das ergibt in dem "schlechten" Raum dann eben einen leichten Abfall den ich auch nicht weiter korrigiere.
Eine Korrektur würde ja nur den FFG so stellen dass er der invertierten Raumantwort entspricht -> somit zu den Höhen steigt.

Mit ein Grund warum viele "Holzhammmer" Korrekturen auf horizontal geraden Betriebschallpegel so grausig klingen.

mfg
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Beitragvon Jürgen » 23.02.2011, 21:11

Schauki, gleichmäßige Bündelung ist nie verkehrt und ich kenne deine Aktivitäten, dies (möglich gut) zu erreichen. Ich meckere auch immer über die 2-Weger ohne Waveguide mit grausliger Bündelung. Das kann gut klingen, wenn der Raum die Macken ausgleicht. Meistens tut er es nicht.

Habe ich scho selbst erlebt.

Gruß
Jürgen
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