Acourate und das unsymmetrische Stereo-Setup

Ulis Mess- und Korrekturprogramm
Jupiter
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Beitrag von Jupiter »

Hallo zusammen,

seit gestern höre ich mit Ulis neuer Filterkonstruktion.
Hierzu mein erster Eindruck.

Im erstem Moment dachte ich oh Bass reduziert, da fehlt was, stimmt da fehlt wirklich was.
Was fehlt ist ein Dröhnen, je nachdem wie man mit seine aktuellen Filter erstellt hat kennt man das, ist ja mitunter auch ein Ziel das Dröhnen im Bassbereich sofern vorhanden zu reduzieren, gelingt ja auch oft.
Was aber dabei nicht so effektiv gelingt ist diese Klarheit zu erreichen die sich mit der neuen Filterkonstruktion von Uli einstellt.

Ich kann mich Gabriel und Jörg bei den klanglichen Auswirkungen anschließen.
Gegenüber den von mir in der Vergangenheit erstellten Filtern (Excessphasenfilter) ist dies nochmals ein guter Schritt in die richtige Richtung. Gegenüber ohne Filter ist die Änderung gewaltig.

Raumtiefe, Transparenz, Klarheit, Transienten, Durchhörbarkeit sind die Begriffe die mir spontan dazu eingefallen sind beim vergleichenden hören im Wechsel zu meinem aktuellen Filter.

Allen Taylor Beat Hotel bei der Stelle, Sekunde 29-32 ist in meinem Raum ohne Filter raumbedingt ein stärkeres Dröhnen zu hören, mit dem Excessphasenfilter ist diese Dröhnen abgemildert, jedoch für mich immer noch störend.

Ulis neuer Filter reduziert dieses Dröhnen nochmals wesentlich bei gleichzeitiger Steigerung der Tiefenwirkung und Klarheit der Bühne.

Uli, an dieser Stelle vielen Dank für den Filter und Dein unermüdliches Engagement in Sachen Acourate.

Jetzt bin ich natürlich sehr stark daran interessiert welche Varianten sowie Feintuning dazu möglich ist und ob dies für uns Anwender demnächst eine neue Spielwiese eröffnet. :cheers:


Grüße Harald
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Lauscher
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Beitrag von Lauscher »

Hallo Uli,

auch ich möchte mich meinen Vorrednern anschließen und diese Gelegenheit nutzen um mich für Deinen Einsatz und Deinen wirklich perfekten Support zu bedanken. Ich freue mich immer wieder darüber.

Viele Grüße an Dich
Jens
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h0e
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Beitrag von h0e »

Hallo Uli,

bekannterweise habe ich seit der Abschaffung meiner Dynaudios ohne Filter gehört, weil ich keine Filer erstellen konnte,
die besser klangen als ohne.
Mit dem neuen Feature, könnte sich das aber tatsächlich ändern.
Mit dem (ich nenne das mal asymetrischen Excessphasen) Filter muss ich mich jetzt in Ruhe einhören.
Der Zugewinn an Basspräzision und vor allem die Gleichmäßigkeit (statt vorher massiven Auslöschungen) ist
ein wirklich deutlicher höbarer Unterschied.
Ich bin gespannt, ob es Dir gelingt die Funktion in ein Makro zu gießen.

Danke und gutes Gelingen

Jürgen
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chriss0212
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Beitrag von chriss0212 »

Hallo Jürgen

Falls noch nicht geschehen, würde ich Dir raten auch mal das Thema Wedelmessung aufzugreifen!

Ich habe ja auch lange kein Acourate genutzt… aber jetzt bin ich mit dem Resultat sehr zufrieden!

Viele Grüße

Christian
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alcedo
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Beitrag von alcedo »

+1 :lol:

Wedelmessung UND asymmetrische Exzessphasenfilter sind für mich die perfekte Umgebung.
:cheers:

Viele Grüße
Jörg
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h0e
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Beitrag von h0e »

Hallo Chris,

Wedelmessung ist von der Idee ja dem Beamforming ähnlich und verfolgt den gleichen Ansatz.
Das hatte ich mal (vor Urzeiten) gemacht.
Aber das passt so gar nicht zu Ulis neuer Philosophie, um nicht zu sagen ist ein diametral anderer Ansatz,
wenn ich das richtig verstanden habe, was Uli hier nur andeutet.
Der neue Ansatz in Kombination mit weniger Amplitudeneingriffen im Hoch- und MItteltonbereich gefällt mir viel besser.
Alle anderen Filtervarianten hatte ich immer wieder (meist umgehend) aussortiert.

Am Ende muss es einem nur selbst gefallen und Uli hat für uns alle den richtigen Werzeugkasten.

Grüsse Jürgen
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chriss0212
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Beitrag von chriss0212 »

Hallo Jürgen

BeamForming und Wedelmessungen folgen meiner bescheidenen Meinung nach nicht dem gleichen Ansatz. Beim Beamforming bleibt man auf der Mittelachse zwischen den Lautsprechern, bei der Wedelmessung nutzt man einen Bereich, der in der aus der Mitte abweicht.

Ob es ansonsten mit Ulis neuer Methode in Einklang zu bringen ist, kann Uli sicher eher beantworten… sicher kann man dazu nicht nur die Wedelmessung nutzen sondern muss dazu noch eine „konventionelle“ Messung hinzu nehmen.

Da mein Stereo Bass nahezu aus gleicher Position spielt, bringt mich das neue Setup wohl eher nicht weiter… meine Step response kannst Du ja in meinem Thread sehen.

Es ist ja auch nur ein Tip… wenn du das nicht probieren möchtest… jeder wie er mag ;)

Ich selber habe die Beamforming Methode ja damals auch verworfen.

Grüße

Christian
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Bajano
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Beitrag von Bajano »

Hallo zusammen,

ich wollte heute eigentlich nur ein paar Hörtests mit den neuen Filtern von Uli machen ... mittlerweile höre ich seit ca. sechs Stunden (mit einigen kleineren Unterbrechungen) und bin wohl schon süchtig nach dem neuen Klangbild.

Schon seit einiger Zeit komme ich bei mir im Raum ohne Amplitudenkorrektur aus und nutze nur noch die Möglichkeit der korrigierten Exzessphase mit Subsonic. Dieses Klangbild war für meine Ohren das Beste, was ich bisher mit Acourate generieren konnte und eine absolute Zufriedenheit stellte sich damit für mich ein - bis heute :shock:.

Viele Forumsmitglieder haben Acourate in der Vergangenheit zwar genutzt, mit der Zeit aber wieder Abstand davon genommen. Die mir am meisten geläufige Argumentation ging Richtung "blutarm" und/oder "die Musik verliert ihre Seele".

Die neuen Filter sorgen in meinem Setup dafür, dass im unteren Bassbereich richtig "Fleisch am Knochen" ist und die Sauberkeit trotzdem erhalten bleibt. Der Klang wird insgesamt viel homogener und auch deutlich "wärmer" - das Zurückschalten auf die alten Filter ist gradezu erschreckend! Ich kann nicht glauben, dass das noch vor wenigen Stunden mein absoluter Favorit war ...

Ohne Convolving hört es sich bei mir im direkten Vergleich mit den neuen Filtern übrigens auch erheblich "dünner" an.

Interessant finde ich auch, dass ich mir bei den ersten Hörtests mit den üblichen Verdächtigen wie z.B. "Kyrie", "Karmosin", "Midnight Sugar", "Closer" oder "Choose Your Time" nicht ganz sicher war, was mir besser gefällt. Nachdem ich nun aber u.a. das Album "Stimmenhören" von André Heller oder "den Sampler "Fascination With Sound" von Nubert und einige ausgewählte Titel von Yello komplett durchgehört habe, gibt es für mich kein zurück mehr.

Uli, da scheinst Du etwas wirklich Großartiges entdeckt und entwickelt zu haben und ich freue mich schon sehr auf eine offizielle Version von Acourate, mit der man (hoffentlich) weitere Feinabstimmungen vornehmen kann :cheers:.

Vielen Dank & beste Grüße,
Oliver
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alcedo
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Beitrag von alcedo »

Bajano hat geschrieben:
15.08.2021, 22:17
Die neuen Filter sorgen in meinem Setup dafür, dass im unteren Bassbereich richtig "Fleisch am Knochen" ist und die Sauberkeit trotzdem erhalten bleibt. Der Klang wird insgesamt viel homogener und auch deutlich "wärmer" - das Zurückschalten auf die alten Filter ist gradezu erschreckend! Ich kann nicht glauben, dass das noch vor wenigen Stunden mein absoluter Favorit war ...
Hallo Olli,

dem kann ich voll und ganz zustimmen. Hier im Forum hatten wir ja bereits ein sehr differenziertes Vergleichsvokabular ("Anzahl Vorhänge"). Diese reichen jedoch nicht mehr aus - oder wir einigen uns auf 12 Vorhänge = 1 Wand o.ä. :lol:

Ich habe inzwischen reichlich weiter experimentiert und nach verschiedenen Hörkurven (auch vergleichsweise nur mit korrigierter Exzessphase) nun meinen Favoriten gefunden: für mich ist es eine Wedelmessung mit Überalleskorrektur und Höhenabfall auf -6dB und der "asymmetrischen Exzessphasenkorrektur".

Hier mal die Summenabbildungen der korrigierten ungeglätteten Wedelmessung (schwarz) mit der zusätzlich noch durch die neuen Prefilter korrigierten Kurve: das gewaltige Loch zw. 64 und 112 Hz ist komplett weg!

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PS: ich kann jedem Acouratebesitzer nur empfehlen, dies an seiner Anlage mal nachzustellen. Erstens war ich selbst überrascht, dass ich eine derartig große Auslöschung habe und zweitens ist es nicht so kompliziert wie der Anleitungstext vielleicht klingen mag. Wenn man sich mal damit beschäftigt, kommt man recht schnell dahinter :lol:

Danke noch einmal für diese neue Vorgehensweise, Uli :cheers:

Begeisterte Grüße
Jörg
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Beitrag von chriss0212 »

Hallo Jörg
Ich habe inzwischen reichlich weiter experimentiert und nach verschiedenen Hörkurven (auch vergleichsweise nur mit korrigierter Exzessphase) nun meinen Favoriten gefunden: für mich ist es eine Wedelmessung mit Überalleskorrektur und Höhenabfall auf -6dB und der "asymmetrischen Exzessphasenkorrektur".
Vielen Dank für Dein Feedback! Dann ist es ja wie schon von mir erhofft und vermutet wirklich sinnvoll möglich Wedelmessung und neues Vorgehen zu kombinieren!

Ich werde mal schauen, ob ich den Übergang vom Bass zu dem Mitteltöneren ab 100Hz noch etwas optimiert bekomme! Bass ist bei mir nicht nötig, da ich einen Dipol Stereo Bass habe, der quasi aus einem Punkt spielt ;)

Viele Grüße

Christian
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Jupiter
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Beitrag von Jupiter »

Hallo Jungs,
hört euch mal im Vergleich von Chris Rear den Song Auberge von dem gleichnamigen Album mit und ohne Ulis neuen Allpassfilter an.
Obwohl in den ersten 40 sec lediglich Schritte, ein Flasche rollt und Pfeiffen zu hören ist, ist der Zugewinn an Klarheit und Räumlichkeit enorm dies bei einer Aufnahme von 1991.

Klasse der Filter. :cheers:

Gruß Harald
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Sigi M.
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Beitrag von Sigi M. »

uli.brueggemann hat geschrieben:
14.07.2021, 11:11
Was mich zu einer weiteren Anmerkung bringt: es macht keinen Sinn den Allpass per Prefilter anzuwenden. Er muss ins Korrekturfilter eingefaltet werden.
Hallo Uli,
und wenn ich ihn im Logsweeprekorder nutze? Dann auch nicht?

Das hiesse, man muss erst die Exzessphasenkorrektur von Makro 4 abwarten, und dann (auf bayrisch) nach-karteln ...?

hmm eigentlich müsste das doch funktionieren, ist doch egal, ob ich dieExzessphase mit dem Raum verbogen habe, oder im Logseeprekorder, oder?

ich ahne aber schon, dass das ja nicht der Raum ist, sondern ein Effekt bei der Korrekturberechnung, der zur Behandlung der UNstetigkeitsstelle im Groupdelay einen Phasensprung einbaut. Dann kann es natürlich nur ganz zum Schluss funktionieren...

VG
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Beitrag von Sigi M. »

Hallo Uli,

Ich möchte Josh's Idee gerne aufgreifen.
Dort wo PulseL nach der Korrektur mit Makro 4 einen Phasensprung von 360 Grad in der Exzessphase aufweist,
muss PulseR den selben Phasensprung erhalten
(auch wenn es mathematisch nicht erforderlich ist, synchronisiert das ja die beiden Kanäle R+L zeitlich.)

Makro 4 (b) könnte doch "im Nachgang" die Phasensprünge vice versa in die Cor L/R Dateien einbauen.

Schon klar, dass es nicht soo einfach ist, Q perfekt zu bestimmen, aber vielleicht kann man den Phasensprung aus dem einen Kanal "?irgendwie?" in den anderen Kanal "kopieren", ohne umständlich nach dem korrekt ausgetüfteltem Allpass "zu suchen".
Oder: Ich stelle mir vor, dass die Güte des zu kopierenden Phasensprungs mathematisch bestimmt werden kann, und so den Allpass definiert. (roter Kreis) "reverse Engeneering" ;-)

Hier mal wieder mein Kickbass...
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Das wäre schon eine Hammer Lösung :cheers: Du hast doch schon so Einiges möglich gemacht ...
Leider kann ich Dich bei dem "irgendwie" nicht unterstützen :oops: Auch wenn es mir echt Spass machen würde.

VG
Sigi M.
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Sigi M.
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Beitrag von Sigi M. »

Hatte gerade einen Anruf von Harald (Jupiter)
Ich darf mich herzlich für seinen Hinweis auf Ulis's Beitrag "uli.brueggemann » 15.07.2021, 14:47" bedanken, in dem Uli schreibt, dass die Allpässe doch als Prefilter funktionieren 10.4!!
Besten Dank!! Das hatte ich tatsächlich übersehen.

Somit ist mein Schluss
Ich ahne aber schon, dass das ja nicht der Raum ist, sondern ein Effekt bei der Korrekturberechnung, der zur Behandlung der Unstetigkeitsstelle im Groupdelay einen Phasensprung einbaut. Dann kann es natürlich nur ganz zum Schluss funktionieren...
falsch gewesen. Das macht die Behandlung der 360 Grad Phasensprünge deutlich handlicher, Klasse!

Viele Grüße
Sigi M.
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Beitrag von Sigi M. »

So, nachdem ich mich nochmal sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt habe (Idee, die Phasensprünge doch noch zu eliminieren) bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass das leider so nicht möglich ist.
Sie sind ein Resultat der Raumantwort, die kann nicht kompensiert werden. Falls man das versucht, dann nur mit dem Erfolg erheblichen Preringings.
Die Erkenntnis dabei: die Exzessphase setzt sich aus Raumantwort und restlicher Exzessphase zusammen (Kabel Weiche AMps etc.)
Die GEsamtphase ist ja die Summe aus Minimalphase und Exzessphase, Exzessphase lässt sich vor und nach dem IMpuls aufteilen.
Viele Grüße
Sigi M.
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