DBA mit Acourate - habt ihr Vorschläge?

Ulis Mess- und Korrekturprogramm

DBA mit Acourate - habt ihr Vorschläge?

Beitragvon Lauscher » 28.09.2018, 19:46

Hallo,

Ich denke darüber nach wie ich ein DBA mit Acourate realisieren könnte.

Meine Kette - vereinfacht aufgezählt:

PC mit Acourate

MOTU 828es - ohne delay

Endstufen mit direktem Kontakt zu den Chassis - also quasi aktive Lautsprecher


Es geht mir hier in meiner Frage „nur“ um den Bassbereich.

In meinem Gedankenspiel habe ich an der Wand hinter den LS 4 Subs und an der gegenüberliegenden Wand 2 Subs. Ein möglicher DBA .( die Anzahl ist nicht entscheidend sondern dient nur der bildlichen Vorstellung )Jeder Sub hat eine eigene Endstufe = einen eigenen Kanal.

Über Acourate kann ich nicht gleichzeitig alle Subs mit unterschiedlichen Delays entzerren und bei der Raumkorrektur einmessen.
Das wäre meine Lieblingslösung :D

Eine Möglichkeit wäre, für die hinteren 2 Subs eine zusätzliche DSP einzubinden mit der ich die Zeit verzögern kann.

Die zweite Möglichkeit, die mir einfällt: ein Loop in der Motu zu erzeugen und durch ein Softwaretool (das ich noch nicht kenne ) die entsprechenden Subs zu verzögern.

Eine DSP würde ich nur ungerne einsetzen da ich ja nur die Zeitverzögerung benötige und den digitalen Bereich nicht verlassen wollte. (habe leider vor ca. einem Monat meine DSPs verkauft - Mist ). Ich sehe allerdings noch keine andere praktische Lösung :D

Habt Ihr Vorschläge auf die ich noch nicht gekommen bin oder noch nicht gesehen habe ?

Oder wie realisiert Ihr ein DBA mit Acourate ? Oder könntet Euch das vorstellen ?

Viele Grüße
Jens
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Beitragvon Lauscher » 02.10.2018, 07:47

Hallo

Ihr habt also keine Vorschläge :D

Mein Freund hat noch eine Minidsp rumliegen - für einen Versuch sollte es reichen.
Da es eine unsymmetrische ist, werde ich diese mit einem loopback in meine Motu einschleifen.
So kann ich mit einer symmetrische Verbindungen die Raumlänge überwinden.

Nun nachdem die Verzögerung realisiert ist kann ich mir Gedanken über die Umsätzung der Einmessung machen.

Realisiere ich erst das DBA und messe dann mit Acourate die LS inkl. Subs ein - oder anders herum - oder ?
Mal schauen - das wird sich auf bem Weg schon ergeben.

Viele Grüße
Jens
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Beitragvon chriss0212 » 02.10.2018, 08:19

Hallo Jens

Da ich hier noch nicht einmal mit Halbwissen glänzen kann, bleibt mir leider nichts als Dir die Daumen zu drücken ;)

Viele Grüße

Christian
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Beitragvon Lauscher » 02.10.2018, 08:56

Hallo Christian :D

Danke für Dein Daumen drücken - Das kann ich gut gebrauchen. :D
Ich habe gelesen das es bei Dir auch sehr gut weiter voran geht.

Gerade habe ich das MiniDSP nano Digi gefunden - leider kann ich dort wohl nur eine Verzögerung von 9ms einrichten. Ich brauche 12 Meter + Reserve. Aber grundsätzlich habe ich mir so etwas in der Art vorgestellt.

Viele Grüße
Jens
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Beitragvon Mister Cool » 02.10.2018, 09:42

Hi,

da ich genau das gleiche vorhabe, schliesse ich mich an und bringe meine naive Vorstellung, wie ich es gerne lösen würde (keine Ahnung ob das geht).

Es soll alles per Acourate-Weichen / Delay erfolgen.

Für einen 3-Wege Lautsprecher (die TT (1) sind die vorderen Bestandteile des DBAs) und die Hinteren TT/Subs ( (2) die hinteren Bestandteile des DBAs) brauche ich zusammen Weichen für 2 x 4 Kanäle:

2 x HT
2 x MT
2 x TT/Sub (Front)
2 x TT/Sub (Rear)

Die vorderen Kanäle sind kein Problem. Spannend wird es bei den hinteren Kanälen.

Also

wie kann man in Acourate folgende 4-Wege Weiche definieren:

1. Die 2 x TT/Sub (Front) Kanäle wiedergeben genau den gleichen Frequenzbereich wie die 2 x TT/Sub (Rear) -> der vierte Weg ist nicht die Fortsetzung des dritten Weges, sondern hat die gleiche Trennfrequenz/LowPasss

2. Die 2 x TT/Sub (Rear) Kanäle haben einen ausreichende Delay (bei mir wären es je nach Setup 11-23 ms)


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BTW. Sollten die Delays in Acourate nicht "ausreichen" kann man noch zusätzlich Delays in dem Audio Interface dazu addieren (falls das Audio interface es unterstützt)?

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Mister Cool » 02.10.2018, 10:17

Für edit war zu spat: der Motu 828ES bietet ein "Reverb Time" 100ms - 60s
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Beitragvon uli.brueggemann » 02.10.2018, 11:31

Mister Cool hat geschrieben:Die vorderen Kanäle sind kein Problem. Spannend wird es bei den hinteren Kanälen.

Also

wie kann man in Acourate folgende 4-Wege Weiche definieren:

Mit ein bisschen Nachdenken :wink:

1. Weichendefinition
Acourate erstellt Weichen in der Reihenfolge XO1, XO2, XO3 ... Normalerweise aufsteigend. Nun gibt es aber Fälle, wo man etwas anders machen möchte, z.B. DBA oder Konstruktionen a la 2 1/2 Wegeriche etc. Das lässt sich alles nicht gut über ein gemeinsames Definitionssystem erschlagen, welches es insofern so auch nicht gibt. Dann kömmt der Nächste, möchte ein simples XO und ist verzweifelt ob der Vielfalt an Eingabemöglichkeiten.
Konkrete Lösung für das DBA: erzeuge das 3-Wege-System. Dann benenne XO3 in XO4 um, XO2 in XO3 und kopiere XO1 nach XO2. Acourate sieht dann ein 4-Wege-System, wobei XO1 und XO2 erst einmal gleiche Weichen darstellen. Die Chassis sind entsprechend anzuschliessen.

2. XO2
Angenommen XO2 ist der hintere TT. Dann lässt sich XO2 simpel invertieren (TD-Functions - Change Polarity) und zeitlich verzögern (TD-Functions - Rotation). Die Anzahl Samples ergibt sich durch gewünschte Verzögerung * Abtastrate

3. Sweep
Mit den XOs lässt sich dann ein Mehrwegefilter erzeugen und im Sweep verwenden. Acourate steuert dabei alle Kanäle gleichzeitig an und zwar mit dem Sweep gefaltet mit den jeweiligen XOs. Da XO1 und XO2 vom Frequenzgang her identisch sind, spielen sie auch mehr oder weniger gleichzeitig, beeinflußt von der Verzögerung in XO2.

Grüsse
Uli

PS: wer will kann auch über den AcourateConvolver messen. Dann lässt sich die Verzögerung einfach vorgeben ohne eine neue XO2 erzeugen zu müssen.
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Beitragvon Mister Cool » 02.10.2018, 11:41

Hi,

danke! Das habe ich mir schon gedacht -> "geht nicht gibts nicht" :-)

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Matty » 02.10.2018, 11:58

Hi Uli,

uli.brueggemann hat geschrieben:
Mister Cool hat geschrieben:
PS: wer will kann auch über den AcourateConvolver messen. Dann lässt sich die Verzögerung einfach vorgeben ohne eine neue XO2 erzeugen zu müssen.


Diese geniale Möglichkeit versuche ich ja schon seit einiger Zeit hier zu promoten. 8)
Für mich eines der stärksten Features der 'Acourate-Software-Gruppe', weil man dadurch die Flexibilität des Convolvers beim Messen bekommt.

Auch meines Wissens derzeit die einzige Möglichkeit, mehr als 2x5 Wege zu messen, was bei einer komplexen Subwooferintegration + Frequenzweiche für Mehrwegelautsprecher durchaus passieren kann.

Bisher ist leider noch niemand darauf eingegangen. Vielleicht jetzt, wenn die Vorteile im konkreten Anwendungsfall klar werden. :cheers:

Viele Grüße
Matthias

P.S. Man sollte wahrscheinlich sicherheitshalber darauf achten, dass 'Acourate Flow' ausgeschaltet ist.
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Beitragvon Lauscher » 02.10.2018, 23:05

Hallo Jungs,

Booaa - Suuuuper :D

Zum Glück habe ich noch keine passende DSP gefunden.

Uli - das das so einfach geht hätte ich nie vermutet - Super vielen Dank - ich bin begeistert :D

Ich habe heute die Chassis bestellt - ich fange mal mit einem 4 zu 2 an - also 6 x 12 Zoll.
Bis die Chassis bei mir angekommen sind kann ich schonmal die Gehäuse planen und evtl. zurecht sägen und zusammen kleben.
Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen.

Alvin - ich stelle / hänge meine Subs an die Wand. So der Plan.
Zur Zeit stehen meine 2 Subs direkt an der Wand in den beiden Raumecken hinter den LS. Hochgestellt auf ca. 70cm. Mit, für meinen Geschmack, sehr gutem Ergebnis. Ich bekomme leider die Fotos von Acourate nicht hochgeladen.

Viele Grüße an Euch
Jens
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Beitragvon Lauscher » 02.10.2018, 23:33

Wenn ich so über den Lösungsweg von Uli nachdenke...

Ich kann, wenn ich z.B. 2 Chassis für den gleichen Bereich verwende, jedes Chassis einzeln entzerren und in der Zeit genau einstellen....

Wenn das sinnvoll ist :D Ganz neue Spielwiesen.
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Beitragvon Lauscher » 03.11.2018, 20:32

Kurzer Zwischenbericht:

Das funktioniert ja wirklich :cheers:

Heute bin ich endlich dazu gekommen mich mit meinen schon seit fast 2 Wochen fertigen 6 Diy-Subs auseinandersetzen. Und der Frage wie messe ich einen Monobass ( pseudo - DBA —4 vorne und 2 hinten) mit den Acourate-Makros Stereo ein ? Da fehlt mir ja 2 x der rechte Kanal.

Ich habe mich da ein wenig durchgeschummelt ( der richtige Weg war das bestimmt nicht) und wollte mir heute doch irgendein Ergebnis anhören :D

Das Wasserfalldiagram und die Sprungantwort sagen mir das da noch so einiges geht - Aber das Ergebnis ist schon cool anzuhören.

Einerseits unspektakulärer als meine Ecksubs aber sauberer - klarer - noch selbstverständlicher - und für DD kann der hintere Kanal ja wieder „richtig“ invertiert werden :lol:

Mir wird die Überhöhung im Flur und Arbeitszimmer fehlen :D

Wenn Ihr Erfahrungen mit dem Einmessen und Makros eines Monobasses habt würde ich mich freuen wenn Ihr davon berichtet.

Viele Grüße
Jens
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Beitragvon uli.brueggemann » 04.11.2018, 15:21

Lauscher hat geschrieben:Wenn Ihr Erfahrungen mit dem Einmessen und Makros eines Monobasses habt würde ich mich freuen wenn Ihr davon berichtet.

Das Erzeugen eines Monobasses ist mit Soundkarten a la Fireface UC einfach, da Totalmix ein entsprechendes Routing erlaubt.
Eine zweite Möglichkeit ist gegeben, indem man mit Acourate über den AcourateConvolver misst. Im Convolver kann man dann in der Matrix zwei Zeilen mit dem jeweiligen Ausgang zum Monobass definieren, in jeder Zeile dann den Eingang (hier z.B. linker und rechter Kanal) und das Filter zuordnen.

Grüsse
Uli
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Beitragvon Lauscher » 04.11.2018, 20:11

Hallo Uli, :D

Über das Routing der Motu habe ich das auch gemacht - oder besser über ein Motu internes Loopback. Ich hatte das für meinen Schummelweg gehalten. Den Mixer meide ich noch.

Mir haben sich hier zunächst 2 Fragen gestellt:

Durch den Loopback erzeuge ich einen leichten Zeitversatz - Aus meiner Sicht muss ich die fertigen Filter im Convolver auch über das gleiche Loopback schicken um die Zeit wieder gerade zu ziehen oder gerade zu halten ? Oder ist meine Sicht zu kleinlich ? Ich kann natürlich auch versuchen die verlorene Zeit zu ermitteln und im Convolver ausgleichen um den Filter direkt einzubinden bzw. ohne Umweg dem Ausgang zuzuweisen.

Die 2te Frage finde ich noch spannender: ich erzeuge in den Makros nun doch für den Monobass einen linken und einen rechten Filter. Jeder der beiden (eigentlich ja jeweils 2) wird im Übergangverhalten zum jeweiligen TMT von Acourate durch die Makros optimiert. Ich habe also 2 Monofilter die sehr ähnlich sind - aber nicht gleich. Zu kleingeistig gedacht ? Oder ist das die Herausforderung nun die beiden TMT so aneinander anzugleichen das mein eben geschriebener Unterschied nicht mehr ins Gewicht fällt ?

Wie würdest Du das lösen ?

Ich dachte das es für einen Monobass eine Einstellung/ einen Weg in Acourate gibt den ich nicht gefunden habe.

Vom Klang her ist das schon ein Schritt weiter nach vorne der auch noch potential hat.
Beeindruckend finde ich auch das der rückwandige Sub nicht wahrnehmbar ist.
Unser Wohnzimmer- Esstisch befindet sich in ca 1,5 Meter Abstand davor - wahrnehmen kann ich vom Tisch nur den Sub von der Frontseite. Spannend.

Viele Grüße an Dich :D
Jens
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Beitragvon chriss0212 » 04.11.2018, 21:05

Hallo Jens

Durch den Loopback erzeuge ich einen leichten Zeitversatz


Sicher? Auch der interne?

Viele Grüße

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