Moden im Bass schmalbandig bekämpfen

Ulis Mess- und Korrekturprogramm

Moden im Bass schmalbandig bekämpfen

Beitragvon powerohr » 16.05.2018, 18:54

Hallo,
Ich habe in meinem Raum eine Überhöhung bei 32 Hz.
Bei einer einfachen Hörplatzmessung ergibt sich bei üblicher Fensterung eine recht breite Korrekturkurve um diesen Bereich, der offensichtlich auch eine menge Frequenzen um diese eine Mode stark dämpft.
Ich habe nun einmal probiert ein Vorfilter für den LSR zu generieren, das sehr schmalbandig mit zB -30 dB die 32 Hz erst garnicht anregt. Im späteren Filter ist der Peak dann natürlich erstmal nicht korrigiert und muss wieder manuell eingerechnet werden. Nachdem die Musikdateien gefaltet wurden, fehlt quasi diesen eine Frequenz gänzlich. Die Frequenzen in der Nähe werden aber nicht bedämpft.
Ist diese Vorgehen grundsätzlich eine gute Methode, die üblichen, sehr ausgeprägten Moden, die die Fenster klappern lassen, im Tiefbassbereich so einzeln zu bearbeiten und insbesondere nicht mitzumessen.
2. Wie schmalbandig ist denn so eine Mode? Sind es die, hier beispielhaft, genannten 32 Hz auf den Punkt?
3. Hat der Lautsprecher ein Problem damit, wenn man eine Frequenz sehr schmalbandig heraus nimmt?
Danke
VG
Torben
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Beitragvon Hornguru » 16.05.2018, 19:48

Hallo Torben

Das ist hier im Forum vor ein paar wenigen Jahren entdeckt worden und quasi zum Insider Standard geworden.
Das macht sehr viel Sinn und ist unter dem Begriff Virtueller Gegenbass hier zu finden.
In dem Thema wird es von Uli Brüggemann als IIR Peaking EQ empfohlen.
Der Profi würde es einfach als "ausnotchen" bezeichnen, das Wort ersetzt quasi unser beide Text komplett.
Es hat nur Vorteile und keine Nachteile.
Ok einen Nachteil hats, man gewöhnt sich dran und kann quasi bei anderen kaum noch geniessen...

Gruß
Josh
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Beitragvon Mister Cool » 16.05.2018, 20:45

Hi,

Einige Antworten auf Deine Fragen findest Du auch hier

viewtopic.php?f=40&t=4089

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon powerohr » 17.05.2018, 08:52

Danke,
Die Frage ging mehr um die Schmalbandigkeit. Die Themen kannte ich schon. Vielleicht wäre die Frage dort besser aufgehoben gewesen.
Soweit ich verstehe, wurde zb bei Matterhornfiltern gemessen und dann ein Filter anhand der Messkurve im Bereich der Mode erstellt, der inverse genau die Form der Kurve hat.
Wenn ich nichts falsch gemacht habe, funktioniert dies auch, wenn man mittels Frequenzgenerator die Mode anregt, um die genaue Frequenz auf den Punkt zu kennen und dann ganz schmalbandig einen Gegenfilter erzeugt. Anders gefragt, wie genau trifft die Messung mit dem LSR die Modenfrequenz. Täuscht die Messung und interne Bearbeitung innerhalb Acourate, bei der eine Art von Glockenkurve um die Mode raus kommt, einen zu breiten Frequenzbereich vor? Ziehe ich also bei der Korrektur auch Frequenzen um die Modenfrequenz raus, die eigentlich garnicht den Raum anregen? Ein in Acourate rechnerisch erzeugtes Filter, kann ja wesentlich schmaler ausgelegt werden.
Danke nochmals
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Beitragvon Hornguru » 17.05.2018, 09:23

Hallo Torben

Richtig. Aber hart an der Grenze von Relevanz und hörbarkeit.
Je nach LSR Einstellungen von Tabs und Windowing und Sweep Dauer hast du unterschiedlich hohe Auflösung im Bass deiner Messungen.
Dein Filter sollte schon recht genau invers sein. Zumindest nicht noch schmalbandiger, weil der Filter ja auch schwingt (gegenphasig zur Mode).
IdR hat man aber keine so bösen schmalen Peaks bei 20hz dass dies nicht mehr sauber dargestellt werden kann.
Im Zweifel hilft 131 oder 256k FFT.
Oder auch “no window”.
Oder gar ganz von Hand extrahieren :)

Gruß
Josh
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Beitragvon Mister Cool » 17.05.2018, 09:45

powerohr hat geschrieben:Danke,
Die Frage ging mehr um die Schmalbandigkeit. Die Themen kannte ich schon. Vielleicht wäre die Frage dort besser aufgehoben gewesen.
Soweit ich verstehe, wurde zb bei Matterhornfiltern gemessen und dann ein Filter anhand der Messkurve im Bereich der Mode erstellt, der inverse genau die Form der Kurve hat.
Wenn ich nichts falsch gemacht habe, funktioniert dies auch, wenn man mittels Frequenzgenerator die Mode anregt, um die genaue Frequenz auf den Punkt zu kennen und dann ganz schmalbandig einen Gegenfilter erzeugt. Anders gefragt, wie genau trifft die Messung mit dem LSR die Modenfrequenz. Täuscht die Messung und interne Bearbeitung innerhalb Acourate, bei der eine Art von Glockenkurve um die Mode raus kommt, einen zu breiten Frequenzbereich vor? Ziehe ich also bei der Korrektur auch Frequenzen um die Modenfrequenz raus, die eigentlich garnicht den Raum anregen? Ein in Acourate rechnerisch erzeugtes Filter, kann ja wesentlich schmaler ausgelegt werden.
Danke nochmals

Hi,

Wenn Du kein LogsweepRecorder von Acourate zur Messung nutzen möchtest sondern als "Gegencheck" ein Frequenzgenerator, dann würde ich ein Sinus-Sweep Generator einsetzen (z.B. über REW). Der gemessene Frequenzgangsverlauf / die "Kontour" sollte die gemeinte "Breite" der Raummode zeigen. Diese "Kontour" sollte ausreichend sein, um den EQ Filter durch die drei Partameter: Amplitude, Frequenz und Filtergüte (der Deine gefragte Schmallbandigkeit bestimmt) so zu formen, dass sie möglichst deckungsgleich sind (und dann invertiert).

Hier nur ein Beispiel wie es mit Acourate aussehen könnte

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Wenn ich es noch genauer treffen wollte (unten am "Ansatz" der Glocke -> hier bei ca. 20Hz und 50Hz), müsste ich noch z.B. zwei weitere EQ Filter erstellten (Links/Rechts von der Glocke) und alle drei zusammenschnippseln, aber da wären wir bei dem Thema "Matterhorn"

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon wgh52 » 17.05.2018, 10:48

Hallo Torben,

es gäbe auch eine Methode die nur per Frequenzgenerator, parametrischem Equalizer und den eigenen Ohren funktioniert. Damit könntest Du die PEQ Filtereffekte sozusagen on-line am Höprplatz anhören ohne immer iterativ über die Messsoftware und Filtererstellung gehen zu müssen. Falls Dich das interessiert, beschreibe ich das Verfahren gerne mal, es hat schon ein paar Mal gut funktioniert. Dann kann man das in Acourate sicherlich entsprechend nachbilden und optimieren.

Grüße,
Winfried

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Beitragvon Thomas K. » 17.05.2018, 11:43

Hallo Torben,

was Winfried vorschlägt, habe ich vor einigen Jahren genau so, mit Hilfe eines Behringer DCX 2496, bei einem Satelliten Sub System gemacht. Das Teil verfügte über einen Real Time Analyzer, mit dem man sehr gut die Überhöhungen dedektieren, und mittels PEQ absenken konnte. Das funktionierte überraschend gut. Ist natürlich alles andere als perfekt, aber wirksam.

Viele Grüße
Thomas
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Thomas K.
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