Der G-ADS1 kommt aus dem Urlaub (das DAC Upgrade)

Gerts Modifikationen
Bernd Peter
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Beitrag von Bernd Peter »

Hallo Gert,

werden das solche Monsterteile wie beim Audio Note DAC 5?

Siehe http://www.dagogo.com/view-article.asp?harticle=129
Jack Roberts hat geschrieben:In the DAC 5 Special, Audio Note utilizes very stringently selected AD1865 chips. The DAC 5 Specials are given Audio Note's patented copper-wired "magic" I/V transformer interface, which actively couples the DAC chip's output to a powerful transformer. In fact, it is totally transformer-coupled throughout. It uses the highest quality parts such as “Black Gates”, an assortment of Audio Note™ tantalum film resistors, Cerafine capacitors, silver connectors and Audio Note silver wiring throughout.
Gruß

Bernd Peter
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Hallo Bernd Peter,
Bernd Peter hat geschrieben:werden das solche Monsterteile wie beim Audio Note DAC 5?
keine Röhren, versprochen.

Viele Grüße
Gert
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uli.brueggemann
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Beitrag von uli.brueggemann »

Zu Audio Note siehe auch deren Patentanmeldung, Stichwort US5420585 in Google.

Grüsse
Uli
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Udor
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Beitrag von Udor »

Hallo Gert,

schön wieder was von dir zu lesen. Auch wenn ich keinen Linn habe lese ich gespannt mit. Naja du kannst
dir wahrscheinlich denken warum :cheers: .

Ich vermute mal der BB1792 könnte von so einem Upgrade auch profitieren :wink:

Frage, es gibt ja etliche Leute die sich diese diskret aufgebauten Monster OPs von Burson in die I/V Wandlung basteln und darauf schwören wie gut das klingt(die mit dem üblen Offset). Geht das eventuell in die gleiche Richtung ?

Gruß Udo
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Hallo Udo, hallo liebe Linnianer,
Udor hat geschrieben:Frage, es gibt ja etliche Leute die sich diese diskret aufgebauten Monster OPs von Burson in die I/V Wandlung basteln und darauf schwören wie gut das klingt(die mit dem üblen Offset). Geht das eventuell in die gleiche Richtung ?
die diskreten OPs haben weit weniger Verstärkung und sind deshalb wesentlich schwächer gegengekoppelt. Das kann dann in der IV-Stufe durchaus besser klingen. Hängt aber natürlich von der Schaltung ab. In der IV-Stufe ist aber eigentlich ein normaler Spannungsverstärker eh falsch am Platz. Ein Stromverstärker wie die gezeigte Pass-IV-Stufe ist da wesentlich besser.

Zurück zum DAC. Bei der Entwicklung eines neuen DAC-Boards ist die allererste Frage: Welcher DA-Chip? Die Antwort ist hier einfach zu geben. Sie lautet: Burr Brown PCM1794A. Ja, klar, ist mein Lieblings-IC und auch die AGM-Wandler haben den in Mono-Beschaltung drin. Ich kenne ihn also wie meine Hosentasche. Das allein wäre aber noch kein Grund. Ich zähle mal die Gründe auf:

1. Der PCM1794A hat wie der WM8741 vier Ausgänge, zweimal differenziell. Er lässt sich auf Mono schalten, dann liefern alle vier Ausgänge das gleiche Signal, zweimal invertiert, zweimal nicht invertiert. Aber eben das rohe Stromsignal statt per OPs aufbereiteter Spannungen.

2. Wie beim Wolfson kann man das interne Upsampling ausschalten und ihn direkt mit der hochgesetzten Taktrate von 352,8 bzw. 384kHz vom Linn beaufschlagen.

3. Alle Einstellungen lassen sich per Hardware einstellen. Man braucht also keinen zusätzlichen PIC, der die Einstellungen vornimmt und mit seiner zur Nutzdatenwelt völlig asynchronen Taktfrequenz die Jitterwerte verhunzt.

4. Er braucht genau die gleiche Spannungsversorgung wie der WM8741, 3,3V für's Digitale und 5V für's Analoge. Er zieht auch ähnlich viel Strom wie der Wolfson, sogar ein bisschen weniger.

Der letzte Punkt ist nicht ganz unwichtig. Da schwebte nämlich folgendes Konzept über das türkisfarbene lauwarme Wasser vor Korsikas Ostküste an mir vorbei:

Es soll eine komplett in sich geschlossene Digitalwelt geben, die ihre Versorgung aus dem Linn-Netzteil holt. Auch die Clock, die bisher aus dem G-Netzteil versorgt wird. Man kann nämlich den Längs-Querregler dafür auch vom Linn aus versorgen, wenn man ihn ein bisschen umdimensioniert. Dann die Wolfson-Chips komplett rauslöten und ein neues DAC-Board mit den PCMs reinmachen, das räumlich ganz dicht an der Clock sitzt und feinste Spannungsaufbereitungen für die Versorgungspins der DACs bereithält. Da gehen dann die Signale Wordclock, Bitclock, Masterclock und die upgesampelten Daten links und rechts rein. Dann das ganze Digitalteil mit einer fetten genau passend zugefrästen Aluwanne überdecken, in der bestens geschirmt die Analogabteilung sitzt. Die wird wie bisher auch vom dicken G-Netzteil versorgt. Die Versorgungen und Massen der analogen und der digitalen Welt sind völlig getrennt. Die Ausgangsbuchsen hinten werden ebenfalls von der bisherigen Masse getrennt und hängen nur noch an der Analogwelt.

Der Reiz eines solchen Konzeptes ist, dass man einerseits die Superclock des Linn (0,5ps Jitter) direkt am DAC hat, wo sie hingehört, und die Datenauslese rückwärts, wie immer bei Linn, damit synchron gehalten wird. Die Takte und Signale müssen nicht wie bei einem externen DAC in irgendwelche Transportformate gewandelt werden. Aber soweit waren wir bisher auch schon. Neu ist aber, die Analog- und Digitalwelt trotz des Ein-Gehäuse-Konzeptes komplett zu trennen. Nicht nur wie im Klimax DS oder DS1 mit dickem Alu, sondern auch elektrisch. Und das in Kombination mit einem neuen DAC, der vor allem eine viel bessere I/V-Konvertierung mitbringt. Ihr seht schon, das schreit nach der Trafo-Lösung im letzten Beitrag.

Aber erst mal zum neuen DA-Board. Auf den ersten Blick scheint ja alles klar, auf den zweiten wie so oft nicht. Schauen wir uns mal die Datenformate an, die die beiden Chips, WM8741 und PCM1794A, verstehen. Aus dem Datenblatt des WM8741:

Bild

So ähnlich beim PCM1794A. Da sollte sich doch was Gemeinsames finden lassen. Aber halt, gilt das auch, wenn die Jungs im sog. 8fs mode betrieben werden, also der Betriebsart mit externem Upsampler? Leider nein. Beim Wolfson gibt's immerhin noch zwei Varianten:

Bild

Beim BurrBrown nur noch eine:

Bild

Immerhin, die rechtsbündige Variante ist die gleiche. Da schicke ich doch mal gleich ein Stoßgebet zum Himmel, dass genau das im Linn verwendet werden möge.

Das erste, was ich mit meinem G-ADS1 nach dem Auspacken machte, war, die Platine der Ausgangsstufe runterzumachen, die Clock provisorisch vom Linnnetzteil aus zu versorgen und die Digitalsignale mit dem Speicheroszi genau zu untersuchen. Dass nämlich sich alles auf die Frage nach einem gemeinsamen Datenformat zuspitzen würde, war mir im Urlaub nach eingehendem Studium der Datenblätter klar geworden. Murphy und sein stets gültiges worst-case-Gesetz bewahrheitet sich aber leider auch hier. Ich fand natürlich die linksbündige Variante im Linn, die der PCM1794A im 8fs mode nicht versteht.

Was tun? Ok, man kann einen PIC nehmen, der schnell genug ist, und eine Software schreiben, die die Daten umsortiert. Ich fand es aber irgendwie eleganter, das zu Fuß zu machen, also per Hardware. Erster Ansatz: Man muss eigentlich nur die Daten um 8bit nach rechts schieben und die Wordclock invertieren, dann passt das. Zweiter Ansatz: Noch eleganter wäre es, die Daten unangetastet zu lassen und die Wordclock zu verschieben. Das klingt aber einfacher, als es dann tatsächlich ist. Jedes Digitalgatter hat nämlich eine gewisse Durchlaufzeit des Signals, und es kommt am Ende auf ns an. Ich habe das rauf und runter simuliert, bis es genau gepasst hat. Aber wie immer, erst, wenn man die Schaltung aufgebaut hat, ist man schlauer. Also ein Board gemacht:

Bild

Man erkennt auf 60x60mm² (mehr Platz hat's nicht) dicht gedrängt die zwei PCM1794A, umgeben von einer Menge Filterspülchen, Polymerelkos der feinsten Sorte und NPO-Cs direkt an den Versorgungspins. Unten rechts noch ein bisschen Resetgedöns, darunter der Eingang für die 3,3V und 5V Versorgung vom Linn. An der rechten Kante die Eingangssignale: Bitclock, Wordclock, Masterclock links und rechts, Daten links und rechts, Muting und neben jedem Signal noch ein Massekäbelchen daneben, so dass die, wenn auch sehr kurzen Signalkäbelchen immer mit dem Massekäbelchen daneben verdrillt werden können. An der linken Kante im Bild ein Stecker mit 8 Pins: Das sind die unbearbeiteten acht Stromausgänge der beiden PCMs. Oben rechts die ns-Impulsküche, ein blitzschneller sechsfach-Inverter und ein ebenso schnelles 8bit-Schieberegister für die Formatwandlung von linksbündig zu rechtsbündig. Ob das funktioniert?

Viele Grüße
Gert
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Koala887
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Beitrag von Koala887 »

Hallo Gert,

du verstehst es echt jemanden auf die Folter zu spannen. :cheers:
Ich schau ständig in den Rechner, ob es schon was Neues gibt und bin natürlich auf das Endergebnis gespannt. :D

Schöne Grüße
Daniel
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Hallo Daniel,

naja, ich muss den Roman ja erst mal Kapitel für Kapitel schreiben. Ich könnte es natürlich erheblich abkürzen und erzählen, dass es jetzt soweit ganz ok klänge. Und der Grund sei die neue Öko-IV-Konvertierung basierend auf dem Biofeedback-Prinzip :cheers: .

Viele Grüße
Gert
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Liebe Ungeduldige,

Spaß beiseite, wie es der Zufall so will, war ich aber eh gerade am Ende des nächsten Kapitelchens abgelangt.

Das war natürlich spannend, als ich den ersten DAC aufgebaut hatte und dann anschloss. Die Peripherie dafür sieht jetzt so aus:

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Ein ziemlich ausgeschlachteter Akurate DS1 in der DA-Abteilung. Auf den beiden leeren SMD-Plätzen mit 28 Pins waren mal die WM8741. Wer genau hinschaut, sieht auch schon einen Teil der dicken Silberdrähte, die jetzt schon die Massen der Ausgangsbuchsen miteinander verbinden - die sollen ja später an die neue völlig getrennt Analogmasse. Alle notwendigen Signale sind zu den passenden Steckverbindern für die neue DAC-Platine verbunden, die Lötpunkte alle mit kleinen Klebepunkten gesichert, damit eine Bewegung der Kabel nicht eine der empfindlichen Leiterbahnen abreißen kann. Am Ausgang des DACs habe ich dann erst mal quick and dirty einfach acht kleine Widerstände an einen passenden 8pol. Stecker gelötet als IV-Konverter nach Variante 2 - es ging ja erst mal drum, ob da überhaupt was rauskommt - oder eben nicht. Weil das mit dem ns-Geschiebe vielleicht nicht so funktioniert wie es soll, ein Bestückungs- oder schlimmer Layoutfehler drauf ist etc. Eingeschaltet, der Linn bootet hoch, alle Spannungen sind da wie sie sein sollen an den Chips, 1kHz-Testsignal mit 0dB in die Playlist und - Signal am Oszi 8) . Alle acht DAC-Kanäle liefern genau was sie sollen. Test mit verschiedenen Samplingraten. Es läuft!

Jetzt kommt das Platinchen auf eine massive Alupatte, die - Schaeffer in Berlin sei Dank - exakt auf Maß gefräst ist:

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Die wiederum kommt an den Platz, an dem ursprünglich die G-Ausgangsplatine saß, welche dadurch nach oben rutscht. Hier ein Blick von links ins Gehäuse:

Bild

Wenn man genau hinschaut, kann man jetzt unter der Aluplatte die nach unten hängende neue DAC-Platine genau über der Masterclock-Abteilung des Linn erkennen. Oben über der Aluplatte sitzt der G-Ausgangs-Block mit den Buffern.

Jetzt kann's losgehen mit der IV-Konvertierung!

Viele Grüße
Gert
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Truesound
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Beitrag von Truesound »

Hallo Gert!

Ich finde Linn kann gleich die neuen Schaltpläne von dir kaufen und die Geräteplatine ganz neu aufbauen. Da bliebt unterm Strich vom alten Linn außer dem Gehäuse ja kaum noch was über. :cheers: :wink:

Grüße Truesound
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uli.brueggemann
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Beitrag von uli.brueggemann »

Ich glaub ich werd' langsam alt. Beim Betrachten der Bilder ist mir wieder ein Begriff von früher aus dem Studium eingefallen: hexagonal dichteste Kugelpackung :mrgreen:

Grüsse
Uli
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Fidelio
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Beitrag von Fidelio »

Hallo Gert,

auch ich habe nach meinem Urlaub Deinen neuen Artikel gefunden. Dein Schweigen zu den Rositas die ganze Zeit hat mich schon gewundert. Du spannst uns ganz schön auf die Folter mit Deinem Fortsetzungskrimi.

Viele Grüße und Glückwunsch zu Deinem neuen Projekt vom G ADS/0 Nr 2. Nach meinen bisherigen Erfahrungen zu deinen Umbauten wird es sicher umwerfend gut und ich freue mich schon jetzt, dass ich mein komfortables und bewährtes Linn Setup beibehalten kann und zumindest temporär nicht weiter anzweifeln muss. :D

Matthias
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amdrax
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Beitrag von amdrax »

... nun, ich muss meinen Post vom Anfang des Threads wohl korrigieren (Moderation????): Gert war nicht in der Denk-, sondern in der Lötecke!! ;)

Ich bin mal gespannt! Auch wenn der Ratio-Mensch in mir sagt: Wenn das kein Super-Ergebnis zeitigte, dann würde Gert als wahrgenommener Perfektionist diese Story noch gar nicht angefangen haben. :wink:

Und ich sehe schon kommen dass nach der Rosita V4 ein zweiter Stock für die Linns her muss ...

Hut ab!

S.
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Hallo Freunde,
amdrax hat geschrieben:Auch wenn der Ratio-Mensch in mir sagt: Wenn das kein Super-Ergebnis zeitigte, dann würde Gert als wahrgenommener Perfektionist diese Story noch gar nicht angefangen haben. :wink:
Und ich sehe schon kommen nach der Rosita V4 ein zweiter Stock für die Linns her muss ...
Hut ab!
Fidelio hat geschrieben:Dein Schweigen zu den Rositas die ganze Zeit hat mich schon gewundert.
Eure netten Kommentare freuen mich natürlich. Irgendwie fühle ich mich gerade aber ein wenig in die Konkurrenzecke zur La Rosita gestellt, was meine Intention nicht trifft. Ich will das erklären.

Erst allmählich schafft es doch die Digitaltechnik, sich von ihrem Image des "digitalen Klangs" zu befreien. Und da dürfen wir Digitalos, zu denen ich mich zweifelsfrei zähle, auch ruhig zugeben, dass die Analogies durchaus recht hatten mit ihrer Kritik am digitalen Klang. Der Mainstream dagegen kümmert sich genau Null darum. Da geht's nur um möglichst geringe Datenraten, Effekthascherei und Marktanteile. Möglichst billig. Auf dem Weg zu einer neuen Wiedergabequalität sind einige Weggefährten unterwegs, und ich freue mich über jeden. Zur Zeit sehe ich drei grundlegend unterschiedliche Konzepte auf dem Weg zur möglichst perfekten digitalen Musikwiedergabe:

1. Ausgefeilte auf- oder besser abgerüstete PCs als Streamer mit ebensolchen Programmen (ich nenn' das jetzt mal verkürzt cmp² oder wie die ausgefeilten Programme für's Streaming und Upsampling auch alle heißen mögen)

2. MACs als Streamer mit iTunes, die ihre Daten drahtlos an einen speziellen DA-Wandler schicken (basierend auf airplay, auf die Spitze getrieben von La Rosita)

3. Stand-alone-Geräte, bei denen der Streamer im Gerät integriert ist und die ohne einen Rechner spielen können (allen voran die Linn DS)

Jedes Konzept hat seine Vor- und Nachteile. Die meisten HiFi-Enthusiasten haben sich aber einmal für eines dieser Konzepte entschieden und bleiben dabei. Für mich ist es zwar äußerst interessant zu wissen, welche klanglichen Höhen man mit einer La Rosita oder einem gut gemachten PC-basierten Konzept erreichen kann, aber ich will deshalb noch lange nicht umsteigen. Ich will weder einen MAC noch einen PC während der Musikwiedergabe laufen haben, mal von einem kleinen Steuerungstablett abgesehen, das eher als Fernbedienung denn als Rechner fungiert. Es ist mir dann aber ein Ansporn, das selbst verfolgte Konzept weiterzuentwickeln, aber nicht, um irgendeinen der Weggefährten abzuledern, sondern um uns alle zusammen weiterzuentwickeln.

Vielleicht versteht Ihr jetzt etwas besser, warum es mir etwas unangenehm ist, wenn - sicher sehr nett gemeinte - Anfeuerungsrufe kommen, die sinngemäß "jetzt zeig's denen aber mal" zum Inhalt haben.

Ich habe selbst vor ungefähr 15 Jahren mit der rechnerbasierten Streaminglösung angefangen, mit MusicMatch oder so ähnlich auf einem PC im Keller, das ganze Haus über einen Toslinkverteiler mit Musik versorgt und war äußerst angetan, als es endlich das Sonos-System gab. Seit dem bin ich ein Anhänger der stand-alone-Lösung. Das wurde dann eben meine Welt der Musikwiedergabe, und die Linns beruhen auf demselben Grundgedanken.

Mein Bestreben ist es, diese Technologie für mich immer weiter zu verbessern, an den Stellen, an denen ich etwas beitragen kann. Gerne lasse ich dabei andere teilhaben, dazu sind wir hier in einer Forumsgemeinschaft. Ich ziehe ja selbst umgekehrt jede Menge Wissen und Anregung daraus.

Was ich sagen will: Ich versuche eben, Variante 3 weiterzubringen, habe aber jede Menge Respekt vor den Leistungen derer, die auf anderen Wegen dasselbe Ziel verfolgen.

Viele Grüße
Gert
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amdrax
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Beitrag von amdrax »

Fortepianus hat geschrieben: Irgendwie fühle ich mich gerade aber ein wenig in die Konkurrenzecke zur La Rosita gestellt, was meine Intention nicht trifft.
So meine (zumindest) ich das gar nicht ... auch wenn ich vorher mal schrieb, dass "eines der Lager gewinnt" ...

Früher war auch ich ein Analog-Fan. Spätestens seit meinen BM35 glaube ich aber, dass "digital" eben auch was geht ... man muss bloß "noch mehr"(?) Aufwand treiben, als beim Analogen ...

Daher beobachte ich die von Dir beschriebenen drei Wege mit viel Interesse und noch mehr Geduld. Aus "Geiz" habe ich mich vor etwas mehr als einem Jahr für den PC-Weg entschieden. Ich bin klanglich recht zufrieden. Die Bedienung ist jedoch seit Win 8 und JPlay ein Albtraum. Bei anderen mag das ja gut funktionieren, bei mir muss ich aber bei jedem zweiten Start den Netzwerkadapterreiber deinstallieren und dann neu starten, weil ich sonst keine Verbindung mit dem Server bekomme. Und als ich letztes WE nicht zu Hause war und meine Frau ein paar Freunde eingeladen hatte und Musik hören wollte ... Na ja, ihr könnt Euch vorstellen wie viel Spaß sowas macht, am Telefon zu erklären, was sie tun muss, um dann alles ans Laufen zu bekommen ...

Insofern betrachte ich mit Freude all das, was hier getan wird um den einen oder anderen Weg weiter zu treiben (wobei hier im Forum ja vor allen Dingen Weg 1 und 3 weiter entwickelt wird, Weg 2 dann von Dan Bellity). Und in unregelmäßigen Abständen überprüfe ich dann bei Treffen mit anderen, ob ich reagieren möchte und evtl. den eingeschlagenen Weg doch noch wechsle. Bisher war da für mich noch keine Notwendigkeit gegeben.

Also, ich sehe da keinen übertriebenen Wettbewerb zwischen den Lagern. Jeder Weg hat seine Berechtigung und seine Vorteile. Ich finde es auf jeden Fall toll, was Einige hier tun, um dann den von ihnen gewählten Weg weiter zu optimieren. Und da bist Du, Gert, eben der Meister des Wegs 3. Fujak, Ulli, Leif, Peter und andere die Verfechter und Weiterentwickler des Wegs 1 und Andere nun zumindest glühende Anhänger des Wegs 2. Jenseits des Forums gibt es dann natürlich auch noch viele, die ihren Weg gewählt haben (z.B. Lampizator und andere). Selten sehe ich aber so fundierte, systematische und nachvollziehbare Ansätze wie hier ...

Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass es jemals einen klaren Sieger geben wird. Und das ist gut so :) ...

Und lernen, was für einen möglichst guten Klang wirklich wichtig zu sein scheint, können wir alle davon.

Also, Danke für das Weiterentwickeln und Teilen an jeden, der an einem der Wege herumwerkelt!

... und danke an Alle, die dann nicht dogmatisch werden! Und dafür bist Du, Gert, das "Role-Model"! :cheers:

... das war jetzt übrigens ein Wink mit dem Zaunpfahl ...
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play-mate
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Beitrag von play-mate »

Hallo Gert,

Ich kann mich nur dem letzten Aussagen von Amdrax bezüglich den unterschiedlichen Strategien anschließen, denn ich verfolge diesen Thread mit sehr viel Interesse.

An dieser Stelle finde ich begrüßungswertig dass Upsampling und Datenmanipulation hier im Forum nicht per se ein Schimpfwort mehr ist.

Kannst du ein wenig mehr über diesen F8s Modus der Ansteuerenung des D/A Chips des Linns sagen ?

Muss der PCM 1704A auf das Interpolationsupsampling des Xilinx Virtex-4 verzichten ?
Fortepianus hat geschrieben:Ich fand natürlich die linksbündige Variante im Linn, die der PCM1794A im 8fs mode nicht versteht.
Eines der (meiner Ansicht nach) signifikantesten Qualitäten der Linn DS Serie ist doch eben das algoritmische Upsampling mit FPGA.

Viele Grüße Leif
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