Lumin G-U1 mini

Gerts Modifikationen
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Fortepianus
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Lumin G-U1 mini

Beitrag von Fortepianus »

Liebe G-Fans,

da hat ein nagelneuer Lumin U1mini zu mir gefunden. Das kam so: Ein guter Freund von mir in Heidelberg hat nicht nur ein gepflegtes Heimkino/Musikzimmer mit AGM und allem Pipapo, sondern sich auf mein Anraten hin 2010 für den Wohn-Esszimmer eine der zuletzt gebauten BM18 der Classic-Serie mit Phasenentzerrer gekauft. Der arbeitet zugleich als DAC, versteht aber nur AES/EBU. Und zwar will der mindestens 2,5V Hub am Digitaleingang, da geht nichts mit den paar hundert mV von S/PDIF Koax mit Adapter. Also habe ich ihm damals einen G-Sonos frisiert, der stramme 2,5V liefert, und damit hat dieses Minimalsetup 12 Jahre wunderbar gespielt. Bis jetzt der Sonos defekt war. Ich habe ihn zwar wieder hingekriegt, aber das war wohl etwas voreilig von mir, denn insgeheim wollte mein Freund wohl endlich was Neues als Ersatz. Da kamen Sätze wie vielen Dank für die Reparatur, sehr nett von Dir, aber könnte man nicht vielleicht den G-Sonos durch einen Linn ersetzen? So ein G-Hub vielleicht? Ja, kein schlechter Gedanke, sage ich, bis es mir endlich dämmert, das läuft ja gar nicht, denn der Linn ist nicht geregelt in der Lautstärke am Ausgang. Hatte ich nicht irgendwo mal im Forum gelesen, dass der Lumin U1mini sehr ordentlich klingt und eine optional einstellbare Lautstärkeregelung am Digitalausgang hat? Mal schnell Jürgen (h0e) gefragt, Du hast doch so ein Ding, kann der das? Ja, sagt er, aber Vorsicht, spielt nur mit exzellentem Netzteil exzellent, und Vorsicht, nimm lieber einen U1mini als einen U2mini, bei dem gibt's noch Kinderkrankheiten.

Der U1mini wird nicht mehr gebaut, aber im Netz findet sich fast alles, so auch ein noch original verpackter nagelneuer silberner U1mini und der steht jetzt hier:

Bild

Den Deckel habe ich reflexhaft schon mal runtergemacht. Er kriegt die gleichen Bedingungen wie mein G-ADS3 (am Digitalausgang baugleich wie G-Hub):

Bild

Ordentliches Netzkabel, versorgt vom G-PPP, Refine UM Digitalkabel, Refine Netzwerkkabel, davor alles gleich.

Ich habe mir ja gerade so einen kleinen, aber feinen DAC gebaut, an dem ich derzeit jeden Abend rumpfriemle. Feinabstimmung. Vielleicht noch einen Hauch Schärfe raus bei 10kHz? Ups, 0,2dB war jetzt viel zu viel, probieren wir mal 0,1. Ist der Klang warm genug, fließt das schön etc. ppp, Ihr wisst schon, Ohrenbrechen und immer wieder vergleichen mit dem G-ADS3 analog als Anker. Da bis du sensibilisiert bis in die Spitze der Ohrläppchen, wenn auch nur eine Winzigkeit nicht passt. Soviel vorne weg zu meinem Gemütszustand, in dem ich den U1mini nun gespannt Musik spielen lasse. Ich beginne mit dem Klassiker Misa Criolla und deren Kyrie.

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Was soll ich sagen, ich bin fast schockiert, so schlecht klingt das. Die Stimme der Sosa mit verzischelten S und die Panflöte auf Halbmast, das geht gar nicht. Gib ihm noch eine Chance mit Klavier:

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Der warme, aber dennoch sehr präzise Flügelklang von Mariam Batsashvili ist jetzt nur noch warm. Ein bisschen zu warm und auch weich. Aber Jürgen hatte mich ja schon vorgewarnt. Also, Leute, da gibt's Handlungsbedarf.

Viele Grüße
Gert
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Audiophon
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Beitrag von Audiophon »

Hallo Gert,

superspannendes Thema :cheers: ! Ich habe selbst seit September den U2 MIni und weiß daher

a) Lumin Geräte brauchen sehr sehr viel Einspielzeit (das war bei dem neuen P1 den ich vor einem Jahr bei mir hatte nicht anders). Neu klingen sie alle glasig, digital und eben - mit überbetonten S-Lauten. Die brauchen mindestens 200-300 Stunden Einspielzeit!

b) Die Dinger wachsen mit ihren Netzteilen. Ein Farad Super 3 (das ich auch noch bei mir habe) ist gut, aber ein Sunny nochmals hörbar besser, dagegen spielte dann das Farad richtig belegt und muffig (ok ich übertreibe vielleicht etwas). Der Lumin bringt aber die Unterschiede gut rüber.

Was ich eigentlich sagen will, ist dass sie jedoch als Streamer doch ein ganz gutes Potential für Verbesserungsmaßnahmen bieten... und sind damit bei Dir in den besten Händen!

Ich bin gespannt!

LG
Martin
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Audiophon
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Beitrag von Audiophon »

Hallo Gert,

nur noch zwei schnelle Kommentare:
Fortepianus hat geschrieben:
19.01.2023, 16:06
nimm lieber einen U1mini als einen U2mini, bei dem gibt's noch Kinderkrankheiten.
Keine Ahnung wo diese Gerüchter herkommen sollen. Weder ich noch 2 andere U2 Mini Eigner hatten jemals was von Kinderkrankheiten gehört (oder gelesen).... aber egal: das Thema ist jetzt ja sowieso durch :wink:
Fortepianus hat geschrieben:
19.01.2023, 16:06
eine optional einstellbare Lautstärkeregelung am Digitalausgang hat?
Korrekt, diese (ihr Name ist Leedh Processing) ist klanglich aber nicht zu empfehlen. Ich hatte sie im P1 und jetzt im U2 nochmal gehört. Mehr als ein Notbehelf ist sie nicht. Also bitte nicht allzuviel erwarten :wink:

Liebe Grüße
Martin
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Hallo Martin,
Audiophon hat geschrieben:
19.01.2023, 17:03
Fortepianus hat geschrieben:
19.01.2023, 16:06
eine optional einstellbare Lautstärkeregelung am Digitalausgang hat?
Korrekt, diese (ihr Name ist Leedh Processing) ist klanglich aber nicht zu empfehlen. Ich hatte sie im P1 und jetzt im U2 nochmal gehört. Mehr als ein Notbehelf ist sie nicht. Also bitte nicht allzuviel erwarten :wink:
danke für den Tipp. Ich werde das testen, wenn das Gerätchen etwas an Performance zugelegt haben wird - was ich doch hoffe. Ich bin gerade dabei, mal die originalen Spannungsversorgungen anzuschauen. Das sieht nicht wirklich gut aus, hier die 12V, die vom Netzteil kommen:

Bild

Das ist mit dem Messverstärker um Faktor 100 hochgezoomt. Also etwa 7,5mV RMS an Dreck. Die geregelten Spannung sind besser, beispielhaft die 3,3V, jetzt Faktor 1000 hochverstärkt:

Bild

Ca. 830µV RMS. Das geht besser. Am besten sieht die Clock-Spannung aus:

Bild

Man beachte, Faktor 10 in der y-Ablenkung, 49µV RMS. Immerhin. Aber bei einem G-Linn ist das eine Größenordnung besser.

Viele Grüße
Gert
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Markush
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Beitrag von Markush »

Hallo zusammen,

wie hier schon erwähnt der U2 Mini ist gänzlich ohne Kinderkrankheiten unterwegs und erledigt seine Aufgaben mit dem gegenüber dem U1 Mini verbesserten Prozessor hervorragend.

Liebe Grüße
Markus
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Liebe Fans des U1/2 mini,

danke für die Hinweise zum U2 mini, hätte ich wohl auch kaufen können. Egal, jetzt habe ich also einen U1 mini. Ich habe mich mal ein bisschen weiter damit beschäftigt. Schauen wir uns doch mal das Board genauer an:

Bild

Ich habe mal in Rot danebengemalt, was sich wo befindet. Unter dem silbernen Kühlkörper ist der Prozessor, der sich um die Steuerung, den Netzwerkeingang, die Datenbereitstellung und die USB-Anschlüsse kümmert. Man sieht einen FPGA in der Mitte rechts, umrahmt von vier Clocks. Ich habe die gemessenen Frequenzen in MHz dazugeschrieben. Rechts daneben sieht man einen Linearregler, der 3,3V bereitstellt. Dessen Restrauschen hatte ich ja zuletzt gezeigt und war ganz klar davon ausgegangen, dass damit die vier Clocks versorgt werden. Falsch! Die Spannung, die ja ganz ordentlich aussieht, versorgt die ganzen Ausgangsbausteine (2x WM8805 und 2x CS8406). Die Clocks laufen einfach direkt an der oben ebenfalls gezeigten 3,3V-Spannung des zugehörigen Schaltreglers unten im Bild. Eieiei. Bevor ich dran denke, das Gerät mit einem Linearnetzteil zu versorgen, kümmere ich mich erstmal um die inneren Angelegenheiten. Die Clockspannung hat Prio 1.

Viele Grüße
Gert
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Audiophon
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Beitrag von Audiophon »

Hallo Gert,

ich lese gespannt mit und bin gespannt was Du aus dem China Streamer rausholst :cheers: .

Vieler Grüße
Martin
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Gambrelli
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Beitrag von Gambrelli »

Hallo Gert,

ich lese ebenfalls gespannt mit. Dieser Beitrag kommt auch wie gerufen, weil ich mich nach einem Streamer umsehe.
Was mir auffällt:
- wenn ich nicht irre, hat das Netzteil 12 V. Als verwendete Spannung sehe ich max. 5V, verbraten die wirklich 7 und mehr Volt?
- Und müsste nicht irgendow eine 25 Mhz clock für den LAN Controler sein?
- der Unterschied zum U2 mini scheint mir nach Platinen-Layout gering zu sein. Evtl. ist sogar nur der Prozessor schneller.
D.h. die Verbesserungen sollten übertragbar sein. Wer weiß es genau?

Ich werde gespannt weiter mitlesen! Vielleicht gibt das hier noch den entscheidenden Kauf-Ausschlag.

Viele Grüße
Rüdiger
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Hallo Martin,
Audiophon hat geschrieben:
20.01.2023, 16:05
ich lese gespannt mit und bin gespannt was Du aus dem China Streamer rausholst :cheers: .
danke für den Zuspruch.

Hallo Rüdiger,
Gambrelli hat geschrieben:
20.01.2023, 16:22
ich lese ebenfalls gespannt mit. Dieser Beitrag kommt auch wie gerufen, weil ich mich nach einem Streamer umsehe.
danke ebenso!
Gambrelli hat geschrieben:
20.01.2023, 16:22
- wenn ich nicht irre, hat das Netzteil 12 V. Als verwendete Spannung sehe ich max. 5V, verbraten die wirklich 7 und mehr Volt?
Die 7V werden nicht verbraten, weil es Schaltregler sind. Die haben einen guten Wirkungsgrad, produzieren aber eben HF.
Gambrelli hat geschrieben:
20.01.2023, 16:22
- Und müsste nicht irgendow eine 25 Mhz clock für den LAN Controler sein?
Unter dem Kühlblech ist noch eine Clock. Erstaunlicherweise hat die aber 27MHz. Ich hatte auch 25MHz fürs Netzwerk und 24MHz für USB erwartet. Wahrscheinlich wird über einen Clocksynthi intern das Passende draus gemacht.

Mittlerweile habe ich mich ein bisschen um die Spannungen gekümmert, das sieht inzwischen so aus:

Bild

Der dicke 10.000µF-Oschi links sorgt dafür, dass sich der Ripple aus dem Schaltnetzteil halbiert hat, jetzt noch 367µV anstelle vorher 750µV. Detail bei den Clocks:

Bild

Dort habe ich bei allen vier Clocks die SMD-Ferritspülchen in der Versorgung zur Seite gelegt, sie miteinander per Draht verbunden und an jeder Clock noch 820µF Polymer spendiert. Dann erstmal den nötigen Strom gemessen und meinen Audioclock-Längs-Querregler aus den G-Linns passend umgebaut. Mit dem Board komme ich bei entsprechend sauberer Eingangsspannung an die Rauschgrenze meines Messverstärkers, die bei wenigen µV liegt. Hier mit dem 12V-Schaltnetzteil am Eingang:

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Mal 1000 verstärkt, also 13µV. Das ist doch schon besser als die originalen 850µV! Zeit für einen nächsten Hörtest.

Viele Grüße
Gert
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treble trouble
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Beitrag von treble trouble »

Hallo Gert,

hier noch ein interessierter Mitleser! Zum einen, weil Deine Beiträge (hmm, habe ich das schon mal irgendwo hier im Forum geschrieben?) für mich ein bisschen wie die Sendung mit der Maus sind, wo einem Technik erklärt wird und man danach das Gefühl hat, etwas verstanden zu haben (auch wenn man tatsächlich weit davon entfernt ist...) und zum anderen, weil ich einen U1 mini an Deinem Farad Super3 betreibe. Da bin ich gespannt, wo ich mit dem Gerät aktuell stehe.

Allerdings bin ich nicht sicher, wie viel am Ende an Optimierungen tatsächlich bei mir ankommt/ankäme, weil zwischen den Boxen (digital zugespielt) und U1 mini noch ein minidsp SHD Studio werkelt. An dem habe ich mit dem Super3 keine Verbesserungen gehört. Den U1 mini habe ich bisher nur mit Super3 gehört, weil das originale Netzteil vom Vorbesitzer ausgebaut wurde. Es könnte also sein, dass der SHD Studio ein Flaschenhals ist. Wäre ein Kandidat für ein nächstes Analyseprojekt von Dir. ;)

Gruß
Gert
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Hallo lieber Namensvetter,
treble trouble hat geschrieben:
20.01.2023, 18:52
hier noch ein interessierter Mitleser! Zum einen, weil Deine Beiträge (hmm, habe ich das schon mal irgendwo hier im Forum geschrieben?) für mich ein bisschen wie die Sendung mit der Maus sind, wo einem Technik erklärt wird und man danach das Gefühl hat, etwas verstanden zu haben (auch wenn man tatsächlich weit davon entfernt ist...)
merci, dann werde ich mir weiter Mühe geben, wenn das gut ankommt.
treble trouble hat geschrieben:
20.01.2023, 18:52
Allerdings bin ich nicht sicher, wie viel am Ende an Optimierungen tatsächlich bei mir ankommt/ankäme, weil zwischen den Boxen (digital zugespielt) und U1 mini noch ein minidsp SHD Studio werkelt. An dem habe ich mit dem Super3 keine Verbesserungen gehört. Den U1 mini habe ich bisher nur mit Super3 gehört, weil das originale Netzteil vom Vorbesitzer ausgebaut wurde. Es könnte also sein, dass der SHD Studio ein Flaschenhals ist. Wäre ein Kandidat für ein nächstes Analyseprojekt von Dir. ;)
Wenn's mir mal wirklich ganz arg langweilig wird... :-)

An alle,

zum Hörtest. Also das ist eine ganz andere Nummer jetzt! Es ist noch kein G-Hub mit Linearnetzteil, aber das geht in die richtige Richtung. War das vorher im Originalzustand meilenweit von dessen Performance entfernt, kann man jetzt doch schon von einem ernst zu nehmenden Vergleich sprechen. Und das Ding wird immer noch mit dem lausigen Schaltnetzteil betrieben! Ich verstehe jetzt sehr gut,warum alle schreiben, die Minis gehen nur mit sehr gutem externem Linearnetzteil. Mit einem solchen geht der Störnebel des eingebauten Netzteils natürlich auch massiv zurück. Ich denke aber, dass die Kombi aus beidem, nämlich erstmal innere Maßnahmen wie exzellenter Regler an den Clocks gewürzt mit ein paar Elkos an den passenden Stellen plus sehr gutes Linearnetzteil zu einem wirklich guten Ergebnis führen könnte. Fein wäre aus meiner Sicht so eine Art G-LNT als Netzteil wie bei den G-Linns. Das wäre hier einfacher, weil man nur eine Spannung braucht, nämlich 12V, und dann zieht das Kästchen mit ca. 400mA nicht viel Strom. Also könnte man eine Zweiteilung machen, Supercaps mit Stromregler à la G-LNT in den Lumin, das hätte da locker Platz anstelle des Schaltnetzteils, und das dann von extern mit einem Linearnetzteil mit 12V versorgen. Ich zeichne mal ein paar Schaltpläne.

Viele Grüße
Gert
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Thomas86
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Beitrag von Thomas86 »

Hallo Gert,

Wirklich spannend zu lesen!
Ich hoffe doch, dass am Ende kein Produkt herauskommt, was besser ist als der G-Hub. :lol:
Nicht, dass die stolzen Besitzer eines G-Hubs sich ärgern, einen G-Hub zu haben und keinen Lumin. :cheers:

Viele Grüße
Thomas
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Hallo Thomas,
Thomas86 hat geschrieben:
20.01.2023, 19:15
Wirklich spannend zu lesen!
Ich hoffe doch, dass am Ende kein Produkt herauskommt, was besser ist als der G-Hub. :lol:
Nicht, dass die stolzen Besitzer eines G-Hubs sich ärgern, einen G-Hub zu haben und keinen Lumin. :cheers:
jaja, gibt es für unsereins doch nichts Schlimmeres, als irgendwo etwas Besseres zu hören als das heimische Equipment :-).

Hallo Martin,
Audiophon hat geschrieben:
19.01.2023, 17:03
Korrekt, diese (ihr Name ist Leedh Processing) ist klanglich aber nicht zu empfehlen. Ich hatte sie im P1 und jetzt im U2 nochmal gehört. Mehr als ein Notbehelf ist sie nicht. Also bitte nicht allzuviel erwarten :wink:
gestern Abend habe ich noch lange Musik gehört und einiges mit dem G-U1mini getestet, so u. a. die Lautstärkeregelung Leedh Processing im Vergleich zur Linn-Lautstärkeregelung. Die zwei Ketten im Vergleich:

A Streamer Linn G-ADS3 Analogausgang -> Vorverstärker G-ML32 -> AGM 9.4
B Streamer Lumin G-U1mini Digitalausgang -> DA-Wandler G-DAC -> VV G-ML32 -> AGM 9.4

Steht der Linn auf Lautstärke (LS) 83, der Lumin auf LS 100 und der VV auf LS 63, ist das meine bevorzugte Abhörlautstärke für viele Alben. Linn auf 83 bedeutet wie Lumin auf 100, dass keine digitale LS-Regelung im Streamer erfolgt. Dann schlägt der Linn den Lumin in der momentanen Ausbaustufe eindeutig, obwohl der Lumin am G-DAC spielen darf, mit dem es bei entsprechender Digitalquelle wie einem G-Hub eigentlich sogar möglich ist, knapp am G-ADS3 vorbeizukommen. Etwas mehr Klarheit, Durchhörbarkeit und Raumtiefe sind dann die leichten Vorteile des G-DACs. So weit kommt man aber mit dem Lumin ohne Linearnetzteil, aber mit der neuen Clockversorgung nicht, aber immerhin, im Vergleich zu vorher ist das wie oben beschrieben enorm verbessert. Die Nachteile von Kette B zu A sind weniger schöne Klangfarben, nicht so entspannt und ein leichter digitaler Touch.

So und jetzt den VV auf dessen Maximallautstärke gestellt, nämlich 80 (anstelle vorher 63), und die 17dB mehr im analogen Bereich digital an den Quellen ausgeglichen. Beim Linn entspricht ein Schritt 1dB, beim Lumin 0,5dB. Also den Linn auf 66 (83-17) und den Lumin ebenfalls auf 66 (100-34). Wieder den Vergleich gemacht. Der Lumin klingt jetzt etwas schlechter als zuvor, was nicht anders zu erwarten war, aber soo groß sind die Unterschiede nicht. Es kommt z. B. bei einem Klavier im Vergleich zu vorher so ein leicht metallischer Halo dazu. Ich bin aber eigentlich begeistert von der Klasse der LS-Regelung - das ist nämlich die beste digitale, die ich bisher hören durfte. Der Linn dagegen fällt viel deutlicher ab, wenn auch in ganz anderer Richtung: Hier wird alles etwas unschärfer gestellt und es wirkt müder.

Man kann also zusammenfassen, dass die digitale LS-Regelung des Lumin, dieses Leedh Processing, der digitalen LS-Regelung des Linn überlegen ist.

Viele Grüße
Gert
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Audiophon
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Beitrag von Audiophon »

Hallo Gert,

Interessanter Testaufbau :wink: . Du hast ja dann aber immer noch die Ausgangsstufe Deiner famosen ML32 im Analogen Signalweg. Könnte das das Ergebnis zugunsten der digitalen Lautstärkeregelung beeinflusst haben? Damit vergleichst Du natürlich auch wirklich nur die digitale Lautstärkeregelung und deren eventuellen Auflösungsverlust (was ja auch Sinn und Zweck Deines Vergleiches ist).

Bei meinen Vergleichen waren die Endstufen jeweils direkt mit dem Streamer-DAC, d.h. dem Lumin P1 beziehungsweise meinem DAC, dem TAD D1000 MkII, welcher wiederum um Lumin U2 Mini hing, verbunden und mussten sich gegen die Lautstärkeregelung und die Ausgangsstufen meines Grandinote Vorverstärkers erwehren. Dass dieser Vergleich deutlicher zugunsten des Grandinote ausfiel ist denke ich mal verständlich (wäre schlimm falls nicht).

Auf der anderen Seite wird, denke ich kaum jemand der einen guten Vorverstärker besitzt nicht dessen analoge Laustärkeregelung, sondern die des Lumin benutzen. Trotzdem ist es natürlich gut zu wissen, dass die Regelung im Lumin brauchbar ist. :cheers:

Viele Grüße
Martin
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Beitrag von Audiophon »

Hallo Gert,

Du merkst, ich bin an dem Thema dran :lol: !

Mich würde Deine Einschätzung interessieren, wie weit man mit dem Lumin U1 Mini (ich würde mal annehmen, dass es mit dem U2 Mini nicht viel anders ist) mit einem sehr gute externen Netzteil ohne interne Modifikationen kommt, und wieviel man dann noch mit den Maßnahmen erreichen kann. Natürlich ist jetzt ein direkter Vergleich nicht mehr möglich, da Du ja bereits die Modifikationen gemacht hat. Aber vielleicht sagt Dir ja Deine Erfahrung und Dein Gefühl etwas. :wink:

Die Frage ist natürlich für alle interessant deren Lumin noch Garantie hat, da man ein externes LPS ja recht einfach wieder zurückbauen kann. Die weiteren Modifikationen ja leider nicht.

Viele Grüße
Martin
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