Umbau des LAN-Switch Cisco SG112-24 zum G-Cisco

Gerts Modifikationen
Fortepianus
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Umbau des LAN-Switch Cisco SG112-24 zum G-Cisco

Beitrag von Fortepianus »

Hallo liebe LAN-Bastler,

beim Umbau des 10Gtek zum 11Gtek hatte ich nebenbei berichtet, dass ich meinem Switch TP-Link SG-2424 auch eine Sellarzclock eingebaut und auch ein bisschen was an der Spannungsversorgung gemacht hatte. Und in meinem Vorstellungsthread hatte ich dann über meinen Aqvox-Switch berichtet und später über den Umbau des Zyxel-Switch zum G-Switch.

Georg hat dann treffend bemerkt:
Schorsch hat geschrieben:
23.05.2020, 22:38
Hi Gert,
die Garantie ist jetzt hinüber. 8)
Das hielt ihn aber nicht davon ab, für seinen Cisco-Switch auch noch ein Sellarz-Clockmodul zu bestellen:
Schorsch hat geschrieben:
23.05.2020, 22:38
PS: Die Sellarz Clock für den Cisco ist immerhin schon beim Zoll ...
So, und jetzt ist das alles bei mir. Mal aufschrauben:

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Rechts das 12V-Schaltnetzteil:

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Lokal auf der großen Platine viele kleine Schaltregler. Es gibt 3,3V, 1,8V, 1,2V, 1,0V und 0,9V:

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Wenn man dafür überall Linearregler reinmachen will, wird man nicht fertig. Dann finde ich zwei Quarze, beide mit 25MHz:

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Ich rätsle, ob da wohl jeweils der daneben sitzende Tausendfüßler die Hälfte der Ports bedient oder wieso es zwei Quarze mit 25MHz hat. Ich finde jedenfalls an beiden gleich mit dem Oszi raus, an welchem der beiden Anschlüsse der Clockeingang des Chips ist und an welchem der Clockausgang. Der eine Quarz schwingt mit einer Amplitude von 1V, der andere mit 1,2V. Ich vermute, dass ich die beiden Netzwerkchips aus dem gleichen Sellarzmodul takten kann, wenn ich das auf 1V Amplitude runterteile.

Platine ausgebaut:

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Auf deren Rückseite ist auch noch erstaunlich viel Elektronik drauf:

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Den ersten Quarz rausgebraten:

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Mal schauen, welche Hälfte der Ports jetzt noch funktioniert. Ergebnis: Es funktioniert gar keiner mehr. Also doch keine halb-halb-Arbeitsteilung. Egal. Sehr freundlich finde ich von Cisco, dass sie jede der Kleinspannungen mit einem Testpin versehen und auch gleich noch einen Masseanschluss daneben gesetzt haben. Das schreit förmlich nach ein paar Polymerelkos:

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Ich verwende die Sorte mit 820µF und 6,3V, die haben einen ESR von nur 5mOhm. Und den hässlichen braunen Billigelko ganz vorne an den 12V, der im Original 680µF/25V hat, ersetze ich durch den schwarzen Panasonic FR mit 1.500µF/25V. Jetzt zur Clock. Das Sellarzmodul will 5-10V und hat selbst einen sehr tauglichen Regler drauf. Wir haben 12V, 3,3V, 1.8V, 1,2V, 1,0V oder 0,9V zur Verfügung, da passt keine der Spannungen. Die Clock zieht nur ziemlich konstante 7mA im Leerlauf und unter Last 12mA. Also mache ich einen Vorwiderstand vor den Regler und puffere das mit einem Elko ab, so dass das Modul unter Last 6,5V kriegt:

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Eingebaut und angeschlossen:

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Test, ob alles wieder läuft: Läuft.

Dann den zweiten Quarz rausgelötet und mit dem ersten Clockeinspeispunkt verbunden:

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Alles wieder drin:

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Dann hatte mich Georg noch gebeten, ob ich nicht die qualitativ recht schlichte Kaltegerätebuchse durch eine bessere ersetzen könnte:

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Passt leider mechanisch nicht ganz. Also die Ohren abgefeilt:

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Eingeklebt:

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Zugeschraubt:

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Fertig. Alles getestet, alles funktioniert 1a. Ob das jetzt wohl besser klingt als vorher? Das wird Georg sagen müssen, denn für mein Setup hat der Switch einen SFP-Slot zu wenig. Ich bin gespannt!

Viele Grüße
Gert
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Horse Tea
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Beitrag von Horse Tea »

Hallo Gert,

wieder sehr spannend zu lesen und das beste haben wir noch vor uns: den Hörtest von Georg. Warum hast Du das Netzteil unverändert gelassen?

Viele Grüße
Horst-Dieter
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Hallo Horst-Dieter,
Horse Tea hat geschrieben:
05.06.2020, 17:25
wieder sehr spannend zu lesen und das beste haben wir noch vor uns: den Hörtest von Georg. Warum hast Du das Netzteil unverändert gelassen?
kein Platz da drin für ein Linearnetzteil. Für ein Schaltnetzteil ist das Netzteil recht ordentlich. Man könnte aber natürlich das interne Netzteil ausstecken und ein externes 12V-Linearnetzteil verwenden.

Viele Grüße
Gert
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Schorsch
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Beitrag von Schorsch »

Hallo Gert,
ich habe aufmerksam Deinen Bericht gelesen und jedes Bild betrachtet.

Erst mal herzlichen Dank für die gelungene OP! Du musstest Dich ja erstmal in das Gerät hineindenken und entscheiden, was man dort wie modifizieren kann. Auch die kleine Überraschung, dass dort zwei 25 MHz Oszillatoren drin sind, hast Du - wie nicht anders zu erwarten - elegant gelöst.

Ich werde das Gerät dann gebührend testen. Wie früher beschrieben, waren bei mir 2 Ciscos als LWL-Konverter besser als ein Cisco und ein 10Gtek. Der 11Gtek hat aber wiederum den Original Cisco geschlagen.
Wenn er wieder zurück ist, lasse ich den G-Cisco gegen den 11Gtek antreten.

Stand jetzt in aufsteigender Qualität:
1) Fritzbox - Original Cisco - LWL - 10Gtek
2) Fritzbox - Original Cisco - LWL - Original Cisco
3) Fritzbox - Original Cisco - LWL - 11Gtek

Es gibt dann 2 neue Konfigurationen
4) Fritzbox - Original Cisco - LWL - G-Cisco
5) Fritzbox - G-Cisco -LWL -11Gtek (das ist meine geplante Ziel Konfiguration)

Der Test wird dann
3) gegen 4)
und
3) gegen 5) sein

Ich vermute, dass der G-Cisco zum 11Gtek aufschließen kann.
Wichtiger ist aber dann der 2. Vergleich des G-Cisco mit einem Original Cisco an der Fritzboxseite der LWL-Strecke, denn da solle er ja final hin.

Noch eine kleine Anekdote:
Da aktuell beide Cisco unterwegs sind, habe ich den Trendnet mit Schaltnetzteil (!) wieder in der Anlage drin und hatte das freigewordene Refine Netzkabel vom Cisco an das S11 vom 11Gtek gemacht. Ei das klingt gar nicht so übel ... und zeigt, dass bei mir die LWL Seite am Streamer besonders sensibel ist.

Viele Grüße
Georg

PS: Meinen ehemaligen Professor für Schaltwerktechnik hatten wir als Studenten den Konsalik der Elektrotechnik genannt, da er einige gut verständliche Fachbücher verfasste. Aufgrund Deines verständlichen aber dennoch hochpräzisen Schreibstils ernenne ich Dich zum Schätzing der Elektrotechnik oder - um im Jargon zu bleiben - zum G-Schätzing :cheers:
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easy
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Beitrag von easy »

Hallo Georg,
bin gespannt was Du berichtest.
Jedenfalls hast Du zumindest erstmal 1 Kistchen gespart, was Dir im Sinne einer schlanken Kette entgegen kommt. :cheers:

Grüße Reiner
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Hallo Georg,
Schorsch hat geschrieben:
05.06.2020, 18:53
Ich werde das Gerät dann gebührend testen. Wie früher beschrieben, waren bei mir 2 Ciscos als LWL-Konverter besser als ein Cisco und ein 10Gtek. Der 11Gtek hat aber wiederum den Original Cisco geschlagen.
Wenn er wieder zurück ist, lasse ich den G-Cisco gegen den 11Gtek antreten.
...
Ich vermute, dass der G-Cisco zum 11Gtek aufschließen kann.
Wichtiger ist aber dann der 2. Vergleich des G-Cisco mit einem Original Cisco an der Fritzboxseite der LWL-Strecke, denn da solle er ja final hin.
auf Deinen Test bin ich gespannt. Ich habe das Paket eben noch schnell zur Packstation gebracht.
Schorsch hat geschrieben:
05.06.2020, 18:53
Da aktuell beide Cisco unterwegs sind, habe ich den Trendnet mit Schaltnetzteil (!) wieder in der Anlage drin und hatte das freigewordene Refine Netzkabel vom Cisco an das S11 vom 11Gtek gemacht. Ei das klingt gar nicht so übel ... und zeigt, dass bei mir die LWL Seite am Streamer besonders sensibel ist.
Die Seite am G-Linn mit dem 11Gtek ist bei mir auch sehr sensibel auf allerlei Spannungsversorgungs- und Kabeländerungen.
Schorsch hat geschrieben:
05.06.2020, 18:53
Meinen ehemaligen Professor für Schaltwerktechnik hatten wir als Studenten den Konsalik der Elektrotechnik genannt, da er einige gut verständliche Fachbücher verfasste. Aufgrund Deines verständlichen aber dennoch hochpräzisen Schreibstils ernenne ich Dich zum Schätzing der Elektrotechnik oder - um im Jargon zu bleiben - zum G-Schätzing :cheers:
Da fühle ich mich aus Deinem professoralen Munde natürlich besonders geehrt. Wobei, so weit wie Frank Schätzing würde ich dann glaube ich doch nicht gehen wollen:

https://www.boersenblatt.net/342439/

Viele Grüße
Gert

P.S. Ich habe jetzt doch nochmal einen Satz Sellarz-Clockmodule bestellt, nachdem einige Anfragen kamen nach 11Gtek, G-Switch & Co. Ein paar davon suchen noch eine neue Wirkungsstätte. Wird aber sicher wieder dauern, bis die da sind.
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Schorsch
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Beitrag von Schorsch »

Hallo Gert,
Fortepianus hat geschrieben:
05.06.2020, 21:04
auf Deinen Test bin ich gespannt. Ich habe das Paket eben noch schnell zur Packstation gebracht.
Perfekt. Ich bin auch gespannt.
Fortepianus hat geschrieben:
05.06.2020, 21:04
P.S. Ich habe jetzt doch nochmal einen Satz Sellarz-Clockmodule bestellt, nachdem einige Anfragen kamen nach 11Gtek, G-Switch & Co. Ein paar davon suchen noch eine neue Wirkungsstätte. Wird aber sicher wieder dauern, bis die da sind.
Da gehen bestimmt weg wie warme Semmeln...

Viele Grüße
Georg
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Schorsch
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Beitrag von Schorsch »

Hallo Reiner,
easy hat geschrieben:
05.06.2020, 19:55
Jedenfalls hast Du zumindest erstmal 1 Kistchen gespart, was Dir im Sinne einer schlanken Kette entgegen kommt. :cheers:
Genau, und noch ein DC-Kabel gespart. :cheers:
Viele Grüße
Georg
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SolidCore
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Switch

Beitrag von SolidCore »

Hallo Gert

Wieder mal ein tolles Projekt. Bin ebenfalls gespannt auf das Hörergebnis.
Eine kleine Anmerkung:
Auf dem letzten Bild ist die Phase entgegen der Norm markiert. Wäre es nicht sinnig,
sie einfach im Gerät nach üblichem Standart anzuschliessen ?

Gruss
Stephan
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo,
aus der Angabe 100-240V schließe ich auf ein Schaltnetzteil mit Netzfilter. Da fällt das Ausphasen meist nicht leicht... um nicht zu sagen, es ist egal.
Ohne weitere Erklärung nenne ich den roten Kreis einfach G-Punkt.
Grüße
Hans-Martin
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Schorsch
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Beitrag von Schorsch »

Hallo Jungs,
ich nehme den roten Punkt mit auf ins Testprogramm. ;-)
Viele Grüße
Georg
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Jupiter
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Beitrag von Jupiter »

Hallo Hans Martin,
der G-Punkt erinnert mich an was....

Gruß Harald
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Hallo Hans-Martin,
Hans-Martin hat geschrieben:
06.06.2020, 12:20
aus der Angabe 100-240V schließe ich auf ein Schaltnetzteil mit Netzfilter. Da fällt das Ausphasen meist nicht leicht... um nicht zu sagen, es ist egal.
wenn die Phase dort war, wo ich den roten Punkt hingeklebt habe, waren ein paar Volt weniger zu finden als bei umgekehrter Polung. Die Buchse habe ich aber genau so wieder angeschlossen wie vorher. Vielleicht ist es egal, vielleicht auch nicht.

Hallo Georg,

insofern wäre der Test interessant:
Schorsch hat geschrieben:
06.06.2020, 12:29
ich nehme den roten Punkt mit auf ins Testprogramm.
Bei den Linn-Streamern, die ebenfalls ein Schaltnetzteil haben, ist der messbare Unterschied zwischen den beiden Anschlussarten ebenfalls klein, aber er ist sehr deutlich hörbar. Also, probier's aus.

Viele Grüße
Gert
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Fortepianus hat geschrieben:
06.06.2020, 16:37
wenn die Phase dort war, wo ich den roten Punkt hingeklebt habe, waren ein paar Volt weniger zu finden als bei umgekehrter Polung. Die Buchse habe ich aber genau so wieder angeschlossen wie vorher.
Hallo Gert,
der Unterschied von ein paar Volt wundert mich, so habe ich die Bilder aus deinem ersten Beitrag noch einmal genauer angesehen. Speziell bei den Ansichten des Netzteils aus verschiedenen Winkeln ist es mir nicht gelungen, die für Netzfilter üblichen Y-Kondensatoren zu finden, vielleicht verbergen sie sich auf der Unterseite der Netzteilplatine, vielleicht haben sie größere Streuungen.
Fest steht, dass die Schutzerde einwandfrei an das Gehäuse angeschlossen ist.

Und man kann diesem Bild Bild entnehmen, dass das vorliegende Gerät ein China Export Zeichen drauf hat - und nicht das übliche CE-Zeichen für Conformité Européenne mit seiner ganz eng definierten Grafik https://www.kpw-law.de/2011/05/17/china ... der-woche/, wo der Mittelstrich beim E kürzer ist als am Cisco sichtbar.
Aber das muss ja nicht bedeuten, dass EU-Bestimmungen nicht eingehalten werden.
Grüße
Hans-Martin
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Horse Tea
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Beitrag von Horse Tea »

Hallo Hans-Martin, hallo Gert,

der EtherRegen von uptone audio hat übrigens gar kein CE-Zeichen, d.h. weder das eine noch das andere :roll: . Der Hersteller sagt aber, dass alle Vorschriften zur elektrischen Sicherheit eingehalten werden. Ein Grund für das Fehlen wird aber nicht angegeben. Ich vermute, dass Kosten dahinter stehen. Es ist etwa so, wie Bio ohne Biosiegel. Kann man glauben, muss man aber nicht.

Viele Grüße
Horst-Dieter
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