Ist der Esoteric D03 noch verbesserbar?

Gerts Modifikationen

Beitragvon Horse Tea » 27.11.2018, 23:38

Markus hat geschrieben:Hach Gert,

bei Deinen spannenden Vor-Weihnachtsgeschichten nehme ich mir vor, im nächsten Leben lern ich Elektrotechnik.

Hallo Gert, hallo Marcus,

habe ich mir das für das übernächste Leben vorgemerkt. Das nächste ist reserviert mit der Vorgabe, nicht erst mit 63, sondern mit 5 Jahren :wink: ein Instrument spielen zu lernen. Es wird aber kein Fortepiano, da ich mit dem aktuellen Leben ganz zufrieden bin. Vielleicht schaffe ich aber das Piano auch als Zweitinstrument, mal sehen.

Viele Grüße
Horst-Dieter
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Beitragvon Fortepianus » 28.11.2018, 12:10

Hallo Eberhard,

Zwodoppelvier hat geschrieben:bei der finalen Platine vermisse ich den Schalter (Du sprachst von einem FET), welcher die Zeitkonstanten-Umschaltung bewerkstelligt. Hat es eine Planänderung gegeben, oder ich etwas mißverstanden oder übersehen?

ziemlich genau hingeschaut :cheers: . Ich brauche selbstleitende n-Kanal-FETs, die mit 0V am Gate niedrohmig sind und ab sagen wir +2V zwischen Gate und Source komplett sperren, dann kann ich direkt das 3,3V-Mutingsignal im D03 anzapfen und ohne jede Umformung verwenden. Auch nach längerer Suche fand ich da nichts Passendes in meinen Schublädchen, habe mich dann für 2SJ74 entschieden und bestellt. Und die hängen seit Montagabend im Verteilzentrum Bremen (richtig, Reichelt) und haben sich auch heute Nacht nicht weiter zu mir bewegt. Stattdessen kam eben eine Email von DHL:

DHL hat geschrieben:Ihr Paket mit der Sendungsnummer xyz wird sich leider um ein paar Tage verspäten.
Bitte haben Sie noch etwas Geduld. Wir melden uns bei Ihnen.

Wann die kommen, steht also noch in den Sternen. Es gibt noch einige freie Stellen auf der Platine, die mit Bauteilen aus der gleichen Lieferung gefüllt werden möchten.

Am Rande: kleinere Basteleien führte ich auch immer derart auf Lochraster aus, allerdings mit einfachem verzinnten Cu-Draht - es ging dabei aber auch nur um einfachste Steuerungsgeschichten (LEDs, Relais, Motörchen usw.), keine Audioanwendungen. Freut mich nachträglich, zu sehen, daß auch E-Profis nicht gleich für jede Anwendung ätzen oder fräsen :D

Ja, das lohnt für zwei Platinen nicht. Dauert und kostet. Das ist aber nicht der Hauptgrund - meist hast Du ja noch einen oder zwei kleine Denkfehler in der ersten Platinenversion versteckt, und dann wird's eh ein ziemliches Gebastel. Da mach ich das doch lieber gleich auf Lochraster. Gibt man sich dort ähnliche Mühe wie bei einem normalen Platinenlayout, sieht das auch ähnlich gut aus.

Hallo Horst-Dieter,

Horse Tea hat geschrieben:habe ich mir das für das übernächste Leben vorgemerkt. Das nächste ist reserviert mit der Vorgabe, nicht erst mit 63, sondern mit 5 Jahren ein Instrument spielen zu lernen. Es wird aber kein Fortepiano, da ich mit dem aktuellen Leben ganz zufrieden bin. Vielleicht schaffe ich aber das Piano auch als Zweitinstrument, mal sehen.

besser spät als nie.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Fortepianus » 29.11.2018, 23:03

Liebe Forumsteilnehmer,

endlich kamen heute gegen Abend die fehlenden Bauteile. Wie in der Theorie erzählt, habe ich zunächst diese 47Ohm-Emitterwiderstände der Endtransistoren gegen Präzisionswiderstände mit 0,1% Toleranz getauscht und die Gate-Source-Widerstände der 2SK246-FET-Stromquellen gegen 2k-Präzisionstrimmer:

Bild

Dann, wie angekündigt, vor dem Einbau der Offsetreger den Offset und den Ruhestrom der Endstufen mit diesen Trimmern abgeglichen:

Bild

Einfach immer wieder erhebend, wenn die Theorie mit der Praxis übereinstimmt. An den Reglern spielt man nun an jeder der drei Endstufen solange, bis an dem vorderen Voltmeter die Spannung am Emitterwiderstand 0,96V (an 47Ohm sind das gut 20mA) beträgt und der Offset am Ausgang (hinteres Voltmeter) ungefähr 0V beträgt:

Bild

Den Ruhestrom der Ausgangsstufe habe ich gegenüber dem Original etwas erhöht, da ich ja mit kleinerem Ausgangswiderstand arbeiten will. Wird das dann nicht viel zu heiß? Nein, die Temperatur an den Kühlkörpern bleibt mit gemessenen 35°C noch sehr moderat. Der Offset driftet innerhalb von sehr kleinen Werten thermisch bedingt mal ein bisschen in die eine, mal in die andere Richtung. Macht nix, denn dafür ist ja der Offsetregler gedacht. Den stelle ich morgen fertig.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon cddumat » 30.11.2018, 11:06

Fortepianus hat geschrieben:Auch nach längerer Suche fand ich da nichts Passendes in meinen Schublädchen, habe mich dann für 2SJ74 entschieden und bestellt. Und die hängen seit Montagabend im Verteilzentrum Bremen (richtig, Reichelt) und haben sich auch heute Nacht nicht weiter zu mir bewegt.

Ups, 2SJ74 und Reichelt? Auf diyaudio und im Analog Forum wird immer wieder von gefälschten Exemplaren in dieser Kombination gesprochen, tatsächlich kenne ich keinen Hinweis aus den letzten Jahren, dass jemand mal echte 2SJ74 von Reichelt bekommen hat. Meist scheint die Transkonduktanz viel zu niedrig zu sein.

Da sie ja hier allerdings anscheinend ‚nur‘ zur Zeitkonstantenumstellung verwendet werden sollen ist es eventuell nicht so schlimm. Ansonsten freue ich mich auf die nächste ‚Fortsetzung‘. :D

Viele Grüße,
Clemens
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Beitragvon Fortepianus » 30.11.2018, 13:00

Hallo Clemens,

cddumat hat geschrieben:Ups, 2SJ74 und Reichelt? Auf diyaudio und im Analog Forum wird immer wieder von gefälschten Exemplaren in dieser Kombination gesprochen, tatsächlich kenne ich keinen Hinweis aus den letzten Jahren, dass jemand mal echte 2SJ74 von Reichelt bekommen hat. Meist scheint die Transkonduktanz viel zu niedrig zu sein.

die Steilheit der 2SJ74 ist mir ziemlich egal, solange sie bei 0V niederohmig sind und bei +3,3V gesperrt. Und das sind sie, habe ich nachgemessen. Aber schon interessant mit den Fakes. Vor einigen Jahren war ja der OPA627-Fake so beliebt. Dass jetzt auch einzelne FETs umetikettiert werden - also sowas.

Das ganze Geraffel ist eingelötet:

Bild

Die kleinen schwarzen sind die FETs. Jetzt kommt die Fitzelarbeit Einbau:

Bild

Zum Schluss das Ganze ins Gehäuse:

Bild

Test: Funktioniert schlicht und ergreifend. Man kann den Offset sehr elegant mit den Trimmern auf Null abgleichen.

Ich bin damit sogleich in den Hörraum gestapft und habe den D03 neugierig mal angeschlossen, digital vom G-DAC beliefert und direkt an die AGM 9.4 gesteckt. Und zwar so, wie das Gerät jetzt ist: Links modifiziert und rechts original. Ich dachte mir, wenn da ein Unterschied ist, sollte einem das Klangbild jetzt ein bisschen merkwürdig vorkommen. Und so ist es: Bei Barb Jungrs "Sara" ist die Stimme nach links aus der Mitte gerutscht! Auch das Klavier zu Beginn hatte so eine leicht silbrige Fahne nach links. Bei der Stimme kam es mir vor, wie wenn die Balance ein bisschen nach links gedreht wäre. Aber eins ist sicher: Der Pegel ist exakt gleich wie vorher! Das stimmt mich jedenfalls zuversichtlich, dass sich da einiges am Klang verändern wird, wenn beide Kanäle umgebaut sind.

Also kommt jetzt die Fleißarbeit: Den rechten Kanal genauso umbauen wie den linken. Ich mach mich mal an die Arbeit.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon Fortepianus » 02.12.2018, 00:44

Habe fertig. Sieht jetzt so aus innen:

Bild

Die beiden Vergleichskandidaten laufen sich jetzt warm. Morgen Nachmittag steigt der Vergleichstest:

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Viele Grüße
Gert
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Beitragvon lustigerlurch » 02.12.2018, 01:29

Hallo Gert,

danke für Deine Berichte, auch dieser ist wieder so lesenswert wie kurzweilig - einfach klasse!

Fortepianus hat geschrieben:...Da wird der Regler für die 5V-Analogspannung getauscht - kann man machen, habe ich übrigens inzwischen auch gemacht, berichte ich später.

Hab ich das weitere zum ersetzten Regler überlesen? Was verbirgt sich auf der schwarzen Platinenpreziose mit den zwei vertrauten Polymerkaps?

Viel Spaß beim Vergleichshören, freue mich schon auf Deine Beschreibung davon!

Gruß, Christoph
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Beitragvon Fortepianus » 02.12.2018, 11:03

Hallo Christoph,

lustigerlurch hat geschrieben:danke für Deine Berichte, auch dieser ist wieder so lesenswert wie kurzweilig - einfach klasse!

danke für das nette Feedback. Und auch danke dafür:

lustigerlurch hat geschrieben:
Fortepianus hat geschrieben:...Da wird der Regler für die 5V-Analogspannung getauscht - kann man machen, habe ich übrigens inzwischen auch gemacht, berichte ich später.

Hab ich das weitere zum ersetzten Regler überlesen?

Ich dachte mir, warte doch einfach mal ab, ob nicht jemandem die typische schwarze G-Platine mit winzigem smd-Kram da mitten auf der vergleichweise old fashioned gemachten Esoteric-Platine auffällt. Und tatsächlich, es hat einer gemerkt. Also dann:

Die wichtigste Spannungsversorgung auf dem D03-Analogboard ist die 5V-Versorgung des DAC-Chips. Wie gesagt war die gar nicht schlecht, Restripple 30µV. Elko Panasonic FC mit 10.000µF reingebuttert: 18µV. Aber eigentlich gehört da so ein richtig guter Regler rein, wie ich ihn in den G-Linns oder G-Oppos verwende - erstmal kam so einer übrigens im G-Sonos zum Einsatz. Damit müsste das nochmal besser werden. In meiner Schatztruhe finden sich zwei solche Regler:

Bild

Allerdings ist die Platine für eine Eingangsspannung von 6,2V, eine Ausgangsspannung von 3,3V und einen Strom von 80-100mA ausgelegt. Im D03 hat's 9,6V und ich brauche 5V mit 40-50mA. Also umdimensionieren. Der Regler funktioniert so:

Bild

Zuerst kommt ein Low-Drop-Längsregler mit einem LT1763, der putzt den groben Dreck weg. Dann kommt ein klassischer Shuntregler, bestehend aus einer LED-basierten Stromquelle und einem Shuntreglerbaustein. Das ist erste Sahne, lässt sich aber weiter verbessern, indem man noch längs in den Weg eine elektronische Induktivität legt (mit einer Gyratorschaltung). Der Regelpunkt des Shuntreglers ist dann nach dem Gyrator. Dann noch ein paar kleine L und C für den Feinputz, und fertig ist der Regler. Damit lassen sich Versorgungen mit Restripple im unteren µV-Bereich realisieren. Das sagt sich schnell mal so dahin, aber da liegt dann auch meine persönliche Messgrenze. µV muss man erstmal gemessen kriegen. Das ist ungefähr das, was von entfernten UKW-Sendern an einem Tunereingang reinrauscht.

Man muss drei Widerstände ändern: Der erste bestimmt die Spannung, auf die der Längsregler regelt, das erhöhe ich von ca. 5V auf 8V. Der zweite bestimmt die Regelspannung des Shuntreglers, die erhöhe ich von 3,3V auf 5V. Und der dritte bestimmt den Strom der Stromquelle, den erniedrige ich von 110mA auf 55mA. Das Regelprinzip beim Shuntregler ist, dass dieser den überschüssigen Strom der Stromquelle schlucken muss, den die Last nicht braucht. Bei 40mA Last und 110mA aus der Quelle müsste er die restlichen 110mA-40mA=70mA aufnehmen. Macht bei 5V am Regler eine Verlustleistung von 5V mal 70mA gleich 350mW. Er kann aber nur 300mW, das heißt, er würde dann abgekocht werden. Bei 5V und 15 überschüssigen mA bleibt man mit 60mW darunter.

Wie man daraus erkennen kann, ist für einen Shuntregler der unkomfortabelste Zustand der offene, also wenn keine Last angeschlossen ist. Dann muss nämlich der Shuntregler den ganzen Strom der Quelle nehmen, und das kann ihn bereits killen. Hier: 55mA mal 5V gibt 275mW. Im Datenblatt des kleinen SMD-Kerlchens steht, dass er einen thermischen Widerstand von 206°C/W zu bieten hat. Das bedeutet schlicht, dass er sich bei 275mW um 57Grad über Umgebungstemperatur erhitzt, und das bedeutet bei 23°C eine Temperatur von 80°C. Geht gerade noch so, stresst das Teil aber ein bisschen. Der Shuntregler ist übrigens der winzige Dreibeiner auf der Platine direkt über dem aufgedruckten *. Ein Shuntregler ist immer für einen ganz spezifischen Strombedarf ausgelegt. Er ist damit nicht so universell einsetzbar wie die üblichen Längsreger, übertrifft diese aber bei weitem in der Qualität. Wenn's so richtig drauf ankommt wie bei einer Audioclock oder den Analogversorgungspins eines DAC, greife ich gerne zu so einem Regler. Warum also nicht auch sowas den DACs des D03 spendieren:

Bild

Rechts von der Platine sieht man den DAC-Chip, das ist der smd-Käfer mit 28 Pins (AD1955), eingerahmt von Folienkondensatoren und Polymer-Elkos der Sorte Oscon.

Jetzt kennt Ihr also die Geschichte zu
lustigerlurch hat geschrieben:Was verbirgt sich auf der schwarzen Platinenpreziose mit den zwei vertrauten Polymerkaps?

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon saabcoupe » 02.12.2018, 12:39

Hallo Leute,

nachdem der Gert nun fertig ist mit dem Umbau ist es vielleicht an der Zeit auch mal ein Paar Zeilen zu schreiben.

Der eine oder andere wird sich fragen, wie bescheuert muss der Typ sein, an einem 13k Euro teuren DAC rum zuspielen? Ganz ehrlich, hab nicht darüber nachgedacht. Ich weiß was Gert drauf hat und dass er sich selbst sehr gut einschätzen kann, habe volles Vertrauen zu ihm. Ich habe von dieser ganzen Materie absolut keine Ahnung, kann Veränderungen aber sehr gut hören.

Deswegen bin ich auch auf Esoteric aufmerksam geworden. Ein Freund hat seinen Linn SACD Player gegen einen Esoteric K-03x getauscht. Beim ersten Hören war ich enttäuscht, es klang einfach nur langweilig, kein Charme, keine Emotionen, nur Töne. Monate später hat mich das Gerät umgehauen, alles war anders. Da ich mir das absolut nicht erklären konnte, habe ich mehrere Testberichte gelesen und alle sagen dasselbe. Diese Esoteric Geräte brauchen unglaublich lange zum Einspielen, die Tester hatten ihn mehrere Wochen nonstop laufen lassen, bevor sie sich ihre Meinung gebildet haben.

Das erklärt natürlich die große Veränderung. Ich bin durch meinen G-ADSM DAC schon sehr verwöhnt, aber was ich da hörte, war eine deutliche Steigerung. Instrumente klangen natürlicher, die Auflösung und Räumlichkeit war fantastisch, man fühlte die Musik, Gänsehaut pur. Da war klar, das will ich auch! Aber wie, ohne Moos nix los.

Da habe ich erstmal überlegt, was brauche ich überhaupt. Zur Zeit nutze ich den Linn nur noch als DAC und Vorstufe. Vorstufe brauche ich eigentlich keine, die Lautstärke kann ich auch an den Dynaudio XD regeln, also brauche ich nur einen DAC. Mal schlau gemacht was es so schönes gibt bei Esoteric und siehe da, der D03 hatte meine Aufmerksamkeit. Über dieses Teil gibt es wirklich sehr wenig Informationen, in deutsch schon gar nicht. Was ich aber gelesen habe war sehr vielversprechend. Mein Entschluss stand fest, ein D03 soll es werden.

Im Audiomarkt wurden einige angeboten. Nun hatte ich aber noch den Linn und die Idee ihn einfach im Tausch anzubieten, Trommelwirbel, es hat funktioniert. Der D03 Besitzer hatte noch nie einen Linn, war neugierig und interessiert.

Da war er nun, groß, schwer, schön und fantastisch klingend, schon die ersten Töne bestätigten meine Vermutung (HOFFNUNG), er klang besser als der Linn.

Nun kenne ich ja Gerts Hierarchie der G-Geräte und wusste dass der ADSM DAC hinter dem ADS DAC liegt und der Esoteric nun also dazwischen.

Der Aufbau im Inneren hat mir sehr gut gefallen, großräumig mit viel Platz und Potential. Da fiel mir Gert ein, habe ihm Bilder geschickt und gefragt, ob er nicht Interesse hat sich das Teil mal anzuschauen. Das "ja, sehr gerne" hat nicht lange auf sich warten lassen, Gert eine neue Herausforderung und endlich wieder was zum Spielen.

In gut drei Stunden wird sich herausstellen, ob der G-Esoteric D03 das Zeug dazu hat am G-ADS2 DAC vorbei zu gehen. Das erste Aufeinandertreffen endete mit sehr kleinem Vorsprung für den Linn aufgrund von "er klingt einfach schöner, entspannter, leichter".

Bis säter
Gruß Harald
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Beitragvon OpenEnd » 02.12.2018, 13:00

Hallo Harald,

jedes Gerät kann von einem Könner verbessert werden. Das liegt jetzt nicht daran, dass die Original Entwickler zu unbegabt wären. Es liegt daran, dass es einen Unterschied ausmacht, ein komplettes Gerät auf die Beine zu stellen. In einem solchen Gesamtprojekt fallen als geringwertig erachtete Aspekte unter den Tisch und es wird auf bewährte Baugruppen zurückgegriffen, ohne sie einer erneuten Tauglichkeitsprüfung zu unterziehen.

Gert hat nunmal einen Riecher für die Schwachstellen .... und auch noch die Fähigkeit, Lösungen zu schaffen.

Mir gefällt es, solch schöne Berichte zu lesen.

Grüssle vom Charly
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Beitragvon saabcoupe » 02.12.2018, 13:30

Hi Charly,

Esoteric baut wirklich ganz hervorragende Geräte, sie sind nicht umsonst einer der besten Entwickler/Hersteller digitaler Audio Produkte.

Es war auch einfach nur Neugierde ob Gert hier Potential entdeckt. Wenn es eine Verbesserung gibt dann ist es ein tolles Ergebnis, wenn nicht dann nicht, ich bin/war auch mit dem Original sehr zufrieden.

Gruß Harald
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Beitragvon Fortepianus » 03.12.2018, 16:00

Hallo liebe G-Fans,

gestern Nachmittag also war der Hörtest. Harald und ich haben uns das nicht einfach gemacht und erstmal ordentlich Vorbereitungen getroffen. Damit man die Geräte perfekt vergleichen kann, wollten wir

1. exakt gleiche Lautstärke und
2. gleiche Kabelbedingungen

an beiden Geräten. Harald hat ja früher professionell ganz exzellente Kabel gemacht. Das macht er zwar nicht mehr gewerblich, weiß aber natürlich immer noch, wie das geht. Zunächst hat er ein Kabelpaar gemacht, damit ich testen kann, ob das bei mir was taugt. Und ob das was taugt! Es ist ungeschirmt, reinstes Kupfer für die Masse und ebensolches Kupfer plus reinstes Silber pro Signalleiter, alles in Teflon als Isolator. Das hat alles an Kabeln in den Schatten gestellt, womit bisher mein Linn an den AGM angeschlossen war. Die AGM sind richtig aufgeblüht damit! Mehr Klangfarben, mehr Auflösung, mehr Körper, ach, eigentlich schlicht alles besser als vorher. Harald hat da einen ganz ähnlichen Ansatz wie ich, nämlich "vergeude nicht deine Zeit mit schlechtem Material". Gut, dachten wir, dann wäre ein zweites solches Kabelpaar perfekt für den Vergleichstest, eins am Linn, eins am Esoteric. Und dann braucht man natürlich noch einen fernbedienbaren Umschalter direkt am AGM-Eingang. Da habe ich doch was in der Schublade, fiel mir ein:

Bild

In den Steckern oben ist jeweils ein winziges Goldkontaktrelais, mit dem man zwischen den beiden Zweigen umschalten kann. Nett gedacht, aber ich mach's kurz, das Ding versaut den Klang komplett, wenn ich es einfach nur dazwischen stecke, ohne zweites Kabel dran. Saft- und kraftlos, müde, blass, geht nicht.

Harald und ich haben hin und her überlegt, wie wir wohl zu einem guten Adapter kommen. Ich war dann am Samstag erst beim Conrad und habe kleine Aludruckgussgehäuse plus passende Kabeldurchführungen besorgt. Danach fuhr ich noch kurz zu Harald, weil er meinte, irgendwas Passendes findet sich schon bei ihm. Er begrüßte mich mit weißen Baumwollhandschuhen. Sein Wohnzimmer war zur Kabelschmiede umfunktioniert worden, weil er gerade das zweite Paar für den Vergleichstest fertigstellte. Jesus, ist das ein Aufwand, sag ich Euch, Respekt. Er hat mir jedenfalls den Rest Reinsilber eingepackt, den er noch hatte, und sagte, jede der drei Leitungen des XLR mit jeweils 3x 0,5mm, und jede Ader einzeln in Teflon verpacken. Ok, dachte ich, das ist nicht schwierig. Das hatte ich allerdings völlig unterschätzt. Ich bin 6h drangesessen, aber irgendwann am Samstagabend waren die zwei Umschalter dann fertig:

Bild

So, und diese Umschalter bremsen jetzt überhaupt nicht mehr aus. Man sieht eine kleine 3,5mm-Klinkenbuchse - wenn man da 12V dran legt, wird auf das Kabel neben der Buchse umgeschaltet, ohne Schaltspannung liegt das andere Kabel im Signalweg.

War ich gespannt auf den Vergleichstest! Aber vorher musste noch die Sache mit der Pegelgleichheit erledigt werden. Interessant, der Esoteric spielt jetzt 0,08dB lauter als vorher, obwohl ich eigentlich am Pegel nichts geändert habe. Das geht wohl aufs Konto des verringerten Ausgangswiderstands und des fehlenden Elkos in Kombination mit dem verdoppelten Ruhestrom der Ausgangsstufen. Also wieder offline Files meiner Hörtestliste gefaltet wie schon beim ersten Vergleichstest und genau notiert, welche Datei mit welcher Einstellung am Linn die passende Lautstärke hat. Der zweite Satz Files war dann passend für den Esoteric vorbehandelt.

Harald kam und brachte das zweite Kabelpaar. Das kriegte der Linn, das erste der Esoteric. Ok, könnten jetzt die Kabeljünger einwerfen, das neue Kabel hätten wir ja wohl noch einspielen lassen sollen. Dazu war allerdings keine Zeit. Wir wollten jetzt endlich hören. Zunächst waren wir beide ziemlich angetan, auf welchem Niveau das ganze Setup jetzt spielte, egal, ob Linn oder Esoteric. Aber wir waren uns beide einig: Es gibt kleine Unterschiede. Und diesmal ging das zugunsten des D03 oder besser G03 aus. Ungefähr mit dem kleinen Abstand, den der G-DAC vorher vor dem D03 hatte, lag nun der G03 vor dem G-ADS2 DAC. Auflösung: patt. Hochtonglanz: Hm, Geschmacksache. Aber der G03 konnte bei der Körperhaftigkeit von Instrumenten punkten, bei einer Klarinette zum Beispiel oder auch einem Vibraphon. Ein bisschen mehr Raumtiefe meine ich wahrgenommen zu haben, aber gut, das kann auch Einbildung sein. Was aber keine Einbildung war: Der Bass ist noch ein bisschen schwärzer als beim G-DAC.

Wir haben dann noch ein Weilchen Musik gehört, mit dem Linn, weil lautstärkeregelbar, und Harald meinte dann irgendwann: Also ich habe ja schon viele Anlagen gehört...

So, der Esoteric ist wieder bei ihm, aber was in meiner Anlage bleibt, sind die Kabel. Mit denen macht die 9.4 so richtig Spaß. Und die ganze Aktion hat auch richtig Spaß gemacht.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon OpenEnd » 03.12.2018, 16:58

Hallo Gert,

als ich damals Haralds Kabel an meiner Anlage gehört habe und sie im Vergleichstest zu meiner damaligen Sommer Verkabelung in sieben Durchgängen sieben Siege eingefahren haben, konnten diese Kabel meinen Raum auch nicht mehr verlassen.

Grüßle vom Charly
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Beitragvon saabcoupe » 03.12.2018, 17:19

Hallo Leute,

Gert hat ja nun schon berichtet, da werde ich meinen Senf mal mit dazu geben.

Dazu möchte ich aber noch mal zurück zum ersten Vergleich. Wie ja nun alle wissen waren seine alten Kabel nicht das beste, eben Standardkabel. Was ihn aber komplett umgehauen hat ist die Erkenntnis was von einem perfekten Signal, das vom Linn kommt, letztlich noch übrig bleibt und gehört wird. Dieses vorher nachher habe ich so heftig auch noch nie erlebt.

Wir beide haben den Geräten einen identischen Klangcharakter bescheinigt, nix da, sie klingen Grund verschieden, man konnte es vorher einfach nicht hören. Der Esoteric hat einen wunderbaren warmen analogen Sound, ganz anders als der Linn.

Der Test an sich war ein Traum, die Musik hat unsere Gesichtsmuskeln in ein Dauergrinsen gezwungen, wir konnten gar nicht anders. Wie er mir erzählt hat war es eine kurze Nacht für ihn, er entdeckt seine Musik gerade neu und kann nicht aufhören.

Unterm Strich war das mit Abstand die beste klangliche Darbietung die ich erleben durfte, daran denke ich jetzt leider immer wenn ich bei mir die Musik anmache, oh oh. Seine Lautsprecher sind der Oberhammer, was diese Teile für Töne in den Raum setzten, ich bin begeistert. Irgendwann, wenn ich mal groß bin, kaufe ich mir auch sowas.

Gert, vielen Dank für dieses Erlebnis.

Gruß Harald
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Beitragvon easy » 03.12.2018, 17:32

Hallo Gert,

das war mal wieder eine tolle Story von dir, immer wieder sehr lesenswert wie du über deine Optimierungen berichtest. :cheers:

Ja,ja die Kabel ... als ich vor 2 Jahren bei der Abacon am abendlichen Stammtisch über die Wirkung "guter Kabel" berichtete, da habe ich doch von einigen anwesenden Forumsmitgliedern nur mitleidige Blicke geerntet.

Schön, daß Du, als einer der "Platzhirsche " hier im Forum, jetzt ebenso berichtest. Ich kenne Haralds Kabel , hatte vor Jahren selbst sein "MuSiGo XLR 3" gehabt.

Viel Vergnügen mit den neuen Kabeln

Reiner
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