Bau einer Grounding Box

Lautsprecherbau und -tuning

Bau einer Grounding Box

Beitragvon khonfused » 04.08.2018, 17:30

Hallo,

Anfang Juli war Horst bei mir mit einer selbst gebauten Grounding Box.

Die Idee dahinter ist jedes Gerät der Anlage separat zu erden. Es gibt sicher viele Wege um das mit der Erdung optimal hinzukriegen, wie wir gleich sehen werden. Ich möchte Euch den Bau dieser Box vorstellen, da der Effekt bei mir an meiner Anlage einfach überraschend deutlich und positiv war.

Die Holzbox hat vier Anschlüsse und wir haben zum Testen den Mac Mini, das Netzteil des Mac Minis, die Pi-R und den Golden Gate drangehängt. Da meine Anlage aus insgesamt acht Geräten besteht, habe ich beschlossen gleich zwei der Boxen zu bauen, um auf acht Anschlüsse zu kommen. Somit kann ich zusätzlich noch die beiden Geithains, die Stradivari Vorstufe und das Netzteil der externen Festplatte erden.

Als ausgewiesener Nicht-Handwerker, aber sehr überzeugender Zuredner, musste ich mir dazu die handwerklichen Künste von Martin (cornoalto) sichern, der bei diesem Treffen im Juli auch zugegen war und z.B. eine andere Variante der Erdung bei sich installiert hat. Dazu gleich später mehr.

An einem Freitag Ende Juli haben wir dann zu zweit insgesamt 14 Mannstunden zusammen an den beiden Boxen gearbeitet. Von halb drei Nachmittags bis 22.30h.

Fortsetzung folgt....
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Beitragvon shakti » 04.08.2018, 19:59

na, da bin ich aber gespannt!,
ist grounding doch ein sehr interessantes Thema!

Gruss
Juergen
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Beitragvon cornoalto » 04.08.2018, 21:06

khonfused hat geschrieben:14 Mannstunden zusammen


8+6=14 :wink:
L.G.
Martin
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Beitragvon Bajano » 04.08.2018, 22:01

Hallo Christian,

ich hoffe, die Fortsetzung lässt nicht allzu lange auf sich warten. Auch ich bin schon sehr auf Deine weiteren Ausführungen gespannt. Bisher habe ich einige DIY-Projekte aus dem Forum positiv bei mir umsetzen können - das Thema Grounding wollte ich eigentlich schon länger angehen, aber irgendwie hat der richtige Impuls gefehlt. Vielleicht kommt Dein Bericht genau zur richtigen Zeit...

Viele Grüße,
Oliver
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Beitragvon khonfused » 05.08.2018, 10:29

Guten Morgen,

Ich bin ja nicht nur nicht kein Handwerker, sondern zudem auch noch kein Elektroniker oder sonstiger Techniker, der erklären könnte was den positiven Effekt der Erdung mit diesen Kisten auslöst.
Es scheint je nach Gerät eine gewisse Menge an "Noise" zu geben, der nicht sauber abgeleitet wird, sondern irgendwo im Gerät und Gehäuse sich seinen Weg des einfachsten Widerstandes sucht und dabei auf mysteriöse Weise das Signal überlagert.
Der Effekt, der durch die zusätzliche Erdung entsteht entspricht dem gleichen Schema, das man aus anderen Maßnahmen kennt, die das Signal sauberer gemacht haben.
Mehr Mikrodetails, die viel leichter herauzuhören sind, ein zusätzlicher Glanz in Stimmen, mehr Plastizität im Sinne von mittendrin sein bei der Band auf der Bühne oder zumindest näher dran. Man rückt von Reihe 10 in Reihe zwei im Konzertsaal. Alles gewinnt an Livehaftigkeit und verliert an Distanz. Musik kommt direkter, transparenter.

Ich beschreibe den Aufbau erst einmal in groben Zügen, stelle später aber noch Bilder und eine Materialliste ein.
Es handelt sich um Buchenholzkisten in der Größe 30x40x20cm die mit 6 mm Buchenholzplatten in vier Ebenen unterteilt werden. Jede Ebene wird halb mit Graphit gefüllt, dann kommt eine Kupferplatte und dann die nächste Lage Graphit. Dann wird diese Ebene mit einer Zwischenplatte und einem Spezialkleber abgedichtet und das gleiche Spiel beginnt mit der nächsten Ebene. Am Ende kommt eine Platte als Deckel drauf.

Vorher wird ein Kabel an die Kupferplatte angelötet und durch die am Anfang gebohrten vier Löcher an der Rückwand der Kiste mit Lautsprecherklemmen verlötet. Die Kupferplatten werden zuerst mit Isopropanol gereinigt und mit Stabilant eingerieben. Die Stege an den Innenseiten der Kiste können geklebt oder geschraubt werden. die Auflagestege für die Zwischenplatten sind aus dem gleiche 6mm Buchenholz. Wichtig ist, dass keine Ebene mit einer anderen Ebene Kontakt haben kann.
Am Ende wird jedes Gerät über die Lautsprecheranschlüsse mit einer Ebene einer Kiste angeschlossen. An den Lautsprecherklemmen mit Kabelschuhen an den Geräten mit Krokoklemmen, direkt als verzinntem Kabel oder über Flachstecker, was für das jeweilige Gerät am besten passt.
So hat der Golden Gate einen separaten Erdungsanschluss und ich habe das verznnte Kabel dort eingeschraubt. Für die Rosita habe ich eine Krokoklemme verwendet, für die Netzteile und die Geithains Flachstecker etc.

Fortsetzung folgt....
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Beitragvon h0e » 05.08.2018, 18:56

Hallo Christian,

bei dem Erzähltempo wissen wir dann evtl. in zwei Wochen, wie es ausgegangen ist.
Das dauert mir einfach zu lange...
Ich glaube ich muss am Dienstag mal wieder bei Dir vorbeischauen.

Grüsse Jürgen
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Beitragvon khonfused » 06.08.2018, 09:14

Die Kiste! Mit bereits gebohrten Löchern für die Kabelführung und zugeschnittenen Stegen für die Ebenen.

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Beitragvon khonfused » 06.08.2018, 09:19

Fachkundiges Ausmessen der Höhe und dadurch die Erkenntnis wie hoch die jeweilige Ebene sein soll.

Dazu bedarf es natürlich ausgewiesener Fachkenntnis im mathematischen Bereich, wie hier demonstriert:
cornoalto hat geschrieben:8+6=14 :wink:
L.G.
Martin

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Beitragvon khonfused » 06.08.2018, 09:52

Die Zwischenplatten hatte ich im Baumarkt bereits millimetergenau zuschneiden lassen. Besser wäre gewesen sowohl auf der Längs- wie auf der Querseite jeweils einen Millimeter kleiner zu schneiden, dann passten die Platten leichter in die Kiste. Wir haben das in unserer Profi-Werkstatt nachgeholt.
Im Hintergrund auf dem Tisch die 25x35cmx0,5cm Kupferplatten. Der kabellose Kopfhörer spielte in Dauerschleife eine Folge von Meister Eder und sein Pumuckl. :wink:

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Beitragvon chriss0212 » 06.08.2018, 11:20

Hallo Christian,

das liest sich sehr spannend!

Ein paar Frage hätte ich:
- bei Graphit gehe ich von Graphit Pulver aus?
- wie dick ist die Kupferplatte?
- könnte man auch eine Kiste pro Anschluß bauen, oder erwartest Du hier Nachteile?
- wäre evtl. Kupferpaste anstelle Stabilant auch eine Option? Wie verhält sich den Stabilant, wenn es trocken ist? Behält die Oberfläche die besser leitende Eigenschaft?

Viele Grüße

Christian
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Beitragvon khonfused » 06.08.2018, 11:39

Den Boden an den Kanten mit Geko Superkleber versiegelt. Die untersten Auflageleisten haben wir zusätzlich zum Kleben auch noch verschraubt, da sie am Ende das gesamte Gewicht tragen müssen (20kg). Wir habens gemessen.

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Beitragvon khonfused » 06.08.2018, 11:43

chriss0212 hat geschrieben:Ein paar Frage hätte ich:

- bei Graphit gehe ich von Graphit Pulver aus?
Die Materialliste kommt noch.
- wie dick ist die Kupferplatte?
0,5cm
- könnte man auch eine Kiste pro Anschluß bauen, oder erwartest Du hier Nachteile?
Warum nicht. Die Größe der Kiste und die Menge der Anschlüsse ergibt sich erstmal nur durch das vorhandene Ausgangsmaterial. Sprich: Zuerst war die Kiste und alles andere hat sich daran angepasst. Evtl. geht alles auch eine Nummer kleiner....
- wäre evtl. Kupferpaste anstelle Stabilant auch eine Option? Wie verhält sich den Stabilant, wenn es trocken ist? Behält die Oberfläche die besser leitende Eigenschaft?
Bin ich dreimal überfragt...hier muss sich dann irgendwann Horst einschalten, the godfather of grounding....

Viele Grüße

Christian
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Beitragvon khonfused » 06.08.2018, 11:53

Das Nachbearbeiten der vorgeschnittenen Zwischenbretter, das man sich sparen kann, wenn man alles gleich ca. 1mm kleiner zuschneiden lässt.

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Beitragvon khonfused » 06.08.2018, 11:54

Das Vorbohren der unteren Auflageleisten. Alle anderen Auflageleisten haben wir dann nur noch geklebt.

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Beitragvon khonfused » 06.08.2018, 14:34

Dass das hier so zäh vorangeht, liegt v. a. daran, dass die Bilder in meinem Handy zu groß sind, um sie hier einfach einbinden zu können. Ich muß sie also erstmal bei meinem file hoster verkleinern. Allerdings funktioniert das nicht richtig und das Programm spakt. Ich kann dann das "zerstörte" Bild nur noch löschen und nochmal vom Handy hochladen...usw.

Ich habe jetzt mal eine Supportmail geschrieben und ein Ticket erhalten.
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