Und es gibt ihn doch! Den Yeti - äh ultimativen Lautsprecher

Lautsprecherbau und -tuning

Und es gibt ihn doch! Den Yeti - äh ultimativen Lautsprecher

Beitragvon Hornguru » 09.02.2018, 14:50

Hallo Allerseits

Ich muss mal was teilen. Ich hab ihn gehört und gesehen und angefasst :D
30 Jahre ist das System alt, es gibt viele Pilger die den Insider-Tip seither verfolgen und aus allen Kontinenten anreisen um es zu hören. Trotzdem ist es recht unbekannt. Umso lustiger dass es genau 2 Stunden Fahrt von meiner Haustür entfernt liegt, und der gute Herr sehr gastfreundschaftlich ist.

Das ultimative System - gibbet doch garnicht! Son quatsch, alles subjektiv, relativ, Ansichtssache, individuell, unmöglich, wo sind die Messdaten? Die KH420 ist ja viel linearer.................

OK, begeben wir uns nicht auf dieses Niveau. Ich möchte keine Diskussion über Relativitätstheorien, noch Messergebnisse.
Worum geht es? Musik. Man möchte Musik hören - warum haben wir sonst LS ?
Man kann ja nicht immer die Musiker einfliegen. Nun klingts halt doch künstlich, was tun? Hilfsmittel "Messungen und Technik" -> alles wird besser. Zu einem gewissen Grad.
Problem ist, mit einem Studiomonitor wären wir alle schnell im Nirvana und alles wäre erledigt - ist es wohl aber nicht. Hmmm.

Nun hat mal jemand ein System gebaut dass weder den HighEnder NOCH den Techniker befriedigen wird :D Mutig. Und doch, ist es das einzige System dass es bisher geschafft hat folgenden Gedanken in meinem Bauch zu wecken: "Na der Unterschied zur LivePerformance ist nun wirklich so klein. Dies auf Konserve versus Musiker hier im Zimmer... das ist wie Ölpapier und MKP Vergleichen. Kann man, muss man nicht, beides gleich gut".
Das einzige was dem System fehlte, war vielleicht:
- es gibt kein Autogramm
- bleibt nicht aufs Bier danach
- es zieht kein weibliches Publikum an
- beantwortet auch keine Fragen zum letzten Album

Ansonsten... wie gesagt, MKP vs Öl.

Nun ist das System WEDER linear...
- es schwankt +-6dB in der Amplitude, Phase 5 Wege 4ter Ordnung analog plus mehrere Meter Zeitversatz und KEINE Raumkorrektur (igitt) -
... noch befriedigt es den HighEnder...
- einfaches Kabel, einfache Toshiba Endstufe, Sony CD Player, kein Blingbling, kein Silber :D -
... was kann es dann?

Musik so wie Live! Ich schwöre auf Gott Mutter Kind und so weiter !
Und da ich mir wirklich NULL wirtschaftliches, freundschaftliches oder sonst wie geartetes Interesse vorwerfen lassen kann, glaubt mir oder lasst es, mir egal.

Wie klingt es denn im Detail?
Es fühlt sich so an wie Live - man kann und mag garkeine klanglichen Eigenschaften beschreiben noch wahrnehmen. Wie fühlt sich denn die Qualität und Auflösung des Schlagzeugbeckens im Hochton in der Realität an? Ja geht doch garnicht, ist doch echt, nur künstliches wird in dem "Versuch der Reproduktion" bewertet. Genau so hört es sich an.

Man erkannte Metallfarbe, Dicke und fühlte Nachschwingen des Beckens, die Vibration in der Luft.
Man fühlte den Schweiß auf der Stirn des Sängers.
Nachdem das Stück endete - kein Scherz! - muss man Applaudieren. Jawohl, ich musste jubeln und klatschen und vergaß dass ich alleine mit dem Gastgeber auf dem Sofa saß :D
Er beruhigte mich, das wäre normal und einige tun das hier. OK... puh
Auch sonst, waren die Höhen nie zu viel oder zu wenig, genau irgendwie immer richtig, und so feinfühlig so wie - ja wie es sein soll.

Der Bass federt so leicht daher, und schwupps ist auch schon wieder weg.
Oder ergreift brutal Besitz vom Mauerwerk bis einen die Gänsehaut schaudert.
Alles mit einer Gelassenheit, als ab Gott ein Wölkchen mit dem Finger weg schnippt.
Langeweile gab es nur seitens Lautsprecher - ihn überfordert scheinbar nichts.
Der Zuhörer ist aber alles andere als gelangweilt. Man sollte sich eher Schlaftabletten besorgen.
Ich lag noch bis morgens wach im Bett und konnte es nicht fasssen.

So real die Bühne und Menschen vor mir - man fühlte geradezu die Seele des Künstlers mit einer fast erkennbaren Aura einer Schattierung in der Luft im Raum. Als könnte man ein Stück Fleisch zum Lautsprecher werfen und "roaarrrr" wär es weg...

Als ich heimkam und ein paar Songs zum Vergleich auflegte, konnte ich nur noch angewiedert ausschalten. Seit einer Woche habe ich keine Musik mehr gehört. Diese gequälte komprimierte Art der Konserven-Reproduktion ist doch ekelhaft. Irgendwas läuft grundlegend falsch in meiner Anlage. Das hat nichts mit Spaß zu tun, das ist alles ein großer Irrtum. Und es spielt sicherlich in den gleichen Dimensionen wie der ganze andere Quatsch den wir alle so kennen.

Ihr werdet das alle nicht verstehen was ich meine bevor ihr es gehört habt. Man kann es mit nichts vergleichen außer ... ja geht raus und hört euch den Künstler live an. Und dann auf X beliebigem LS - na wo ist der Unterschied? :)

deprimierend erleuchtete Grüße
Josh

PS: Bilder und Details folgen. Bin am hochladen...
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Beitragvon Hornguru » 09.02.2018, 14:59

erste Eindrücke:

http://4.bp.blogspot.com/-i-WP1D5MB4g/V ... _horns.jpg

http://www.goodsoundclub.com/Site_Image ... s_Horn.jpg

Es handelt sich um ein vollaktives 5 Wege Horn System. Als Besonderheit sei der Einsatz eines Kompressions-Treibers von 90-300 Hz im äußeren fast 2 Meter langen Horn zu erwähnen. Insider kennen evtl die Treiber der Firma "Goto". Handgefertigtes Gut aus Japan, mit Alnico als Philosophie :) Ohne Bandscheibenvorfall bei der Montage ist es kein Goto.

Auch bemerkenswert: Die Membranen sind aus Titan. Igitt Titan. Das verschriehene PA Material das nur der Haltbarkeit wegen eingesetzt wird und sich so schlecht misst. Jawoll. Es klingt ja doch ...

Gruß
Josh
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Beitragvon Hornguru » 09.02.2018, 15:36

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Beitragvon uli.brueggemann » 09.02.2018, 15:44

Josh,

es hätte mein Weltbild zerstört, wenn es kein Hornsystem gewesen wäre. :)
Und dass solche Systeme selbst mit krummen Frequenzgängen außerirdisch klingen können, ist eigentlich bekannt. Es gibt auch noch andere in dieser Klasse, bei denen es ähnlich ist (und wo auch wiederum Leute hinpilgern). Z.B. bei Jean-Yves. In diesem Sinn würde ich auch mal gern eine Reise nach Südkorea machen.

Trotzdem meine steile These: auch diesen Systemen würde es gut tun, wenn sie "ein bißchen" :wink: berichtigt würden. Hab ich schon erlebt.

Grüsse
Uli
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Beitragvon Hans-Martin » 09.02.2018, 16:32

uli.brueggemann hat geschrieben:Z.B. bei Jean-Yves. In diesem Sinn würde ich auch mal gern eine Reise nach Südkorea machen.

Trotzdem meine steile These: auch diesen Systemen würde es gut tun, wenn sie "ein bißchen" :wink: berichtigt würden. Hab ich schon erlebt.

Hallo Uli,

das zitierte System ist vollaktiv, im Nebenraum stapeln sich Digitalverstärker und Raumkorrektursysteme im Regal (so war es auf den alten Bildern zu sehen). Soweit ich mich recht erinnere, hat Dan Bellity (heute La Rosita) am technischen Konzept entscheidend mitgewirkt. Oder hast du Kerbrat 'ne Acourate Lizenz aufgedrückt? :cheers:

Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Hornguru » 09.02.2018, 16:36

Hallo Uli

Ja dieses Erlebnis hat gezeigt, es geht nur mit Horn! Nicht diskutierbar :)

Auch gut deine Bemerkung “ein bisschen”. Da stimme ich zu. Auf die Dosis kommt es an.
Das System war immerhin mit Messungen abgestimmt, die +-6dB am Hörplatz ungefenstert.

Das System zeigt auch dass eine Steife Philosophie “nur Beryllium klingt perfekt”, “nur mit Triode gehts”... unnötig und Schwachsinn sind. Es geht um das weise gekonnte Abstimmen. Eine Harmonie zu erstellen.
Sich viel Zeit zu nehmen und alles etwas lockerer zu sehen. So jedenfalls der Erbauer.

Jean Yves, lustig dass du ihn erwähnst, war dem Schöpfer hier wohl lange bekannt und es soll garnicht so gut klingen. Mittlerweile sogar abgebaut und verscherbelt. Der Besitzer wollte wohl viel teures Zeug kaufen und sich keine Mühe in der Abstimmung geben, woran es dann scheiterte :)

Gruß
Josh
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Beitragvon uli.brueggemann » 09.02.2018, 17:22

Jean-Yves war ja selbst mal Tact-Vertreter (insofern als Beispiel von mir schlecht gewählt, er hat es ja zumindest versucht, zu optimieren). Acourate hat er nicht kennengelernt.
In dem System waren wohl auch Goto-Chassis verbaut, die Dan Bellity geliefert hat.
Wie der heutige Stand ist weiss ich nicht. Ich hab das System selbst auch nie gehört, es war nur ein Beispiel für eins der großen Hornsysteme.

Was den eigentlichen Effekt dieser Systeme ausmacht ist die Leichtigkeit und Unangestrengtheit, den Raum mit Musik zu füllen. Es kann laut spielen, dabei unverzerrt und hochaufgelöst. Und man kann sich dabei sogar noch ohne Probleme unterhalten.

Grüsse
Uli
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Beitragvon lukivision » 09.02.2018, 18:40

Josh,

herrlich, was Du geschrieben hast! Absolut begeisternd und inspirierend! Wo und wann kann ich das hören?

Luki
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Beitragvon thomas2 » 09.02.2018, 18:49

Ja deine Beschreibung ist sofort nachvollziehbar und ich kann mir vorstellen, dass es das Ultimaratio ist.
Wenn ich 90 Mio gewinne, kaufe ich mir ein Haus in dem das Hornsystem aufzustellen wäre.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall eine ruhige Zeit, denn ich kann mir vorstellen, dass dieses System und der Musikgenuss einen für immer fesselt.


Viele Grüße

Thomas
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Beitragvon Hans-Martin » 10.02.2018, 03:09

Hallo Thomas,
wenn man ein Haus baut, hat man die einmalige Gelegenheit, die Basshörner in das Hauskonzept mit einzubeziehen, ohne dass es im Hörraum selbst Platz beansprucht, stattdessen die Raumecken als Hornmund effektiv mit ausnutzt.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon thomas2 » 10.02.2018, 07:21

Wau, dass wusste ich gar nicht, dass es so was gibt, :shock:
Dennoch sind die sichtbaren Hörner auch nicht ohne von den Dimensionen her.

Viele Grüße

Thomas
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Beitragvon Daihedz » 10.02.2018, 10:58

Sehr schön, sowohl das Setup, als auch der Hörbericht!

Hier gibt es einige technische Details dazu:
https://www.fidelity-magazin.de/2017/03 ... perlative/

Horn-horny Greetings
Simon

PS:
Ich muss mich allerdings real-world-mässig mit der günstigeren und handhabbareren Do-It-Yourself-Mulit-Unit-Starterpackung, auch für all jene Hornhungrige geeignet, welche mal ohne grossen Aufwand versuchsweise kleinere (z.B. Küchen-taugliche) Hörner ausprobieren möchten, bescheiden. Nicht jeder hat schliesslich gleich einen ganzen Dachstock Platz zur Verfügung ... leider
https://produkte.migros.ch/m-classic-hoernli-gross
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Beitragvon chriss0212 » 10.02.2018, 14:40

Hallo Josh

vielen Dank für den emotionalen Bericht ;)

Und das nicht immer alles bis ins letzte korrigiert werden muss, ist ja auch mein Eindruck... deswegen nutze ich die Frequenzgangkorrektur in Acourate ja auch nur noch in maßen! Irgendwie brauchen wir Fehler ;)

http://www.aktives-hoeren.de/viewtopic.php?p=148078#p148078

Interessant... und auch eine Bestätigung für meine Entscheidung: er benutzt den gleichen DAC wie ich ;)

http://www.dddac.com/

Viele Grüße

Christian
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Beitragvon chriss0212 » 10.02.2018, 14:53

Hallo Simon,

immerhin ist das Migros Hörnli ein Mehrwegesystem ;)

Und trotzdem Chuchechästli- tauglich ;)

Viele Grüße

Christian
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Beitragvon Hornguru » 10.02.2018, 16:18

Hallo Simon, Danke für den Link. Liest sich gut und kann ich nur unterschreiben.

Hi Chris, das stimmt. Ich glaube wir haben alle recht ;-)
Viele Vorurteile, wie auch Klaus S. sagt, sagen DSP nach emotional tot zu sein. Nicht ohne Grund.
Uli sagt auch diesem System wie auch anderen würde Acourate nicht schaden.
Es kommt eben doch auf die Intensität an. Von meinen Ursprünglichen Beamforming und Ultra Genau 40 Messungen platt wie Brett +-0.5dB bin ich auch mittlerweile weg. Tonal perfekt und Details ohne Ende, emotional tot und kalt wie das Schwein nach dem Ausbluten.
Aber das ist ja das schöne an Acourate, es überlässt dir die Wahl wie korrekt oder dynamisch es sein soll.

Gruß
Josh
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