Staubkappe an Carbonfaser Membran gelöst. Kleber gesucht

Lautsprecherbau und -tuning

Staubkappe an Carbonfaser Membran gelöst. Kleber gesucht

Beitragvon micha » 18.01.2018, 21:31

Abend zusammen,

Weiss jemand vielleicht einen guten Klebstoff um eine angelöste Staubkappe wieder festzukleben?
Bei meinen KSD 20 cm Bässen haben sie sich an zwei Chassis gelöst. Die Membranen sind ja aus Carbonfasern. Deshalb weiss ich nicht genau ob man die gleichen Klebstoffe wie für Papiermambranen nutzen kann. Die Staubkappe ist aus einem dünnen Kunstoff gefertigt

Ich hatte an einen Klebstoffauftrag mit einer Nadeldüse gedacht, mit der ich in den Zwischenraum (Staubkappe Membran) gelangen kann gedacht.

Oder sollte ich die Kappe vollständig ablösen? Vielleicht hatte ja schon jemand das gleiche Problem?

Wenn man nach so einem Klebstoff googelt gibt es bei den Lautsprecherzubehörseiten meist Kleber für die Sicken und meist für Papier. Speziell für Carbonfaser Membranen habe ich nichts finden können.

Grüsse aus Bochum
Micha
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Beitragvon Hans-Martin » 18.01.2018, 22:05

Hallo Micha,
wenn du den Hersteller deiner LS fragen kannst und von dem eine kompetente Antwort erwarten darfst, warum solltest du aus dem Forum eine bessere Antwort erwarten können?

Unter Vorbehalt würde ich 2 Aspekte dazu beitragen:
Carbonfasern und carbonfaserverstärkte Kunststoffe werden im Modellbau mit 2-Komponentenklebern zusammengehalten, das ist bewährt.
Wichtig ist, dass bei einer nicht glatten Oberfläche der Kleber auch die feinen Rillen dauerhaft ausfüllt, um hier für Dichtigkeit zu sorgen, das könnte aber auch ein Gel-Sekundenkleber leisten, nicht jedoch der übliche hochflüssige Sekundenkleber.

Bei einer geschlossenen Box wird besonders wichtig, dass das Volumen unter der Staubschutzkalotte sich nicht bei der Einwärtsbewegung durch Undichtigkeit entlädt, sich bei der Auswärtsbewegung durch den Außendruck schließt, wie man es bei einem Ventil kennt. Das hätte zur Folge, dass die Membran sich bei Bassanschlägen sich nach innen "pumpt". Bei Bassreflex ist ein Druckausgleich, da ist das nicht zu beobachten.

Beim Kleben ist es schön, wenn die Staubschutzkalotte eindeutig in Position gehalten wird, aber es gelingt nicht, einen Kleber nahtlos bis in den Übergang der noch haltenden Verklebung zu bringen. Dann lieber ganz entfernen, rundum gleichmäßig mit Kleber einstreichen und einsetzen. Dabei hilft sicherlich ein Anfasser mit doppelseitigem Klebeband.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon micha » 18.01.2018, 22:55

Danke Hans Martin für deine Vorschläge.

Der meist 2 komponenten Klebstoff für Modellbau, Carbonfaser Reparaturen härtet ja sehr unelastisch aus. Da könnte ich mir an dieser Klebestelle etwas Elastisches besser vorstellen.
Die ältere 2040 ist ja ein Bassreflex LS. Ich kann nicht abschätzen ob eine 100% Dichtheit der Staubkappe erforderlich ist.
Ich teste an einem alten Carbonlenker den Gel Sekundenkleber und den Sickenkleber aus dem LS Zubehör.

Das wird spannend die Staubkappe abzulösen. Habe ich noch nie gemacht. :shock:

Micha
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Beitragvon Hornguru » 18.01.2018, 23:17

Hi Micha

“UHU Por” härtet elastisch aus.
Keine Ahnung ob der zu Karbon passt.

Gruß
Josh
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Beitragvon Hans-Martin » 18.01.2018, 23:57

micha hat geschrieben: Das wird spannend die Staubkappe abzulösen. Habe ich noch nie gemacht. :shock:

Hallo Micha,
mit einem flachen Messer aus dem Essbesteck, verrundet, also ohne Spitze, kann man sich von der abgelösten Stelle mit leichter Drehkippelbewegung die benachbarte Klebestelle aufreißen, sich langsam rundum voranarbeiten. Ein flacher Schraubendreher wäre auch denkbar. Wichtig ist, dass man nicht die Membran durchsticht, das wäre bei Papier schnell geschehen, bei Carbonfaser eher nicht zu erwarten. Hauptsache, der umgebördelte Rand der Staubschutzkalotte bleibt vollständig und ohne allzugroße Welligkeit durch mechanische Überbeanspruchung erhalten

Wenn die Verhärtung durch den 2-Komponentenkleber eine Rolle spielt, was ich auch als ersten Aspekt mit berücksichtigen würde, gibt es 2 Fragen: darf man voraussetzen, dass alle Punkte mit identischem Abstand von der Schwingspule auch denselben Schwingungszustand haben?
Macht eine Verklebung mit der aufdickenden Staubschutzkalotte nicht auch eine Versteifung an dieser Stelle?
Darauf könnte man zweimal mit Ja antworten und vielleicht auch mit: Ja und?
@Josh: Uhu Por enthält mMn keine Lösungmittel, die Styropor zerstören, darin liegt ein Schwerpunkt.

Alternativ fällt mir ein elastischer Kontaktkleber wie Holzleim ein, aber die Nachfrage beim Hersteller nach einem geeigneten Kleber war mein erster Ratschlag. Schließlich dürfte man voraussetzen, dass bei bestimmungsgemäßen Gebrauch des Artikels ein solcher Mangel nicht nach so kurzer Zeit auftreten sollte!
Grüße Hans Martin
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Beitragvon AudEric » 19.01.2018, 01:42

Hallo Micha

Du könntest hier fündig werden:
http://shop1.r-g.de/list/Klebstoffe---Lacke---Spachtel/Klebstoffe

Im Grunde klebst Du nicht Carbon, sondern Epoxydharz oder Polyesterharz (eher Epoxy). Die Carbonfasern sind im optimalen Fall vom Harz umgeben, daher werden diese auch Faserverstärkungen genannt.
Ich gehe einig mit Hans-Martin erstmal den Hersteller zu kontaktieren.
Das anbringen der Staubkappe kann sehr fummelig werden. Entweder Du nimmst nen Kleber/Harz der der schnell trocknet und Du wirst die Kappe vllt nicht ordentlich platzieren können, oder Überflüssiges am Rand hervorschaut.
Oder Du nimmst einen sehr flüssigen, der lange braucht zum härten, aber die Kappe in horizontalem Zustand eingeklebt werden muss, damit sie nicht verrutscht, aber so evtl Teile des Klebers runterfliessen können.
Solltest Du das machen wollen, empfehle ich die niedrigviskose langsame Variante. Dazu nutzt Du nicht einen Kleber sondern ein Harz, am besten eines mit Topfzeit über 45 Minuten, diese sind flüssiger als die mit geringerer Topfzeit. Diese Harze sind aber eigentlich darauf ausgelegt für die volle Festigkeit getempert zu werden, d.h. eine erhöhte Temperatur, zB. 80°C für mehrere Stunden zu halten. Du kannst diese auch auf Raumtemperatur härten lassen, aber es wird nicht die gleiche Festigkeit sein und es kann durchaus 3 Tage dauern. Konkret würde ich HT2 empfehlen, da es weniger gelblich ist und photostabiler als die anderen, falls was daneben geht, sieht man es auch nach Jahren nicht.
Das ist auch flüssig genug für eine Spritze, aber ein Auftrag mittels feinem Pinsel geht besser.
Ich hoffe das hilft und hoffe der Hersteller der LS hilft mehr ;-)
Gruss, Eric
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Beitragvon bvk » 19.01.2018, 10:09

Nachdem es wohl sinnvoll ist eine etwas elastische Verbindung zu haben würde ich von Epoxi und Konsorten abraten. Auch ist die Verarbeitung dieser Kleber nicht so einfach. Empfehlung wäre ein Karrosseriekleber, Sikaflex oä. Die halten spannungsfrei was ebenfalls wichtig ist. So etwas gibt es in Kleinmengen auch > Obi. In der Regel sind diese Materialien PU basiert und härten mit Luftfeuchtigkeit aus. Vorher Üben zB mit Papier oder Folie.
Grüße, Bernd
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Beitragvon micha » 20.01.2018, 15:04

Lieben Dank für eure Mithilfe,

In der Tat gibt es bei einer „einfachen“ Klebung sehr viele Dinge zu beachten die auf den ersten Blick kaum auffallen. Nach meinen Recherchen nehmen einige LS Spezialisten tatsächlich einen dauerelastischen klebstoff , ähnlich Sikaflex im Fenster(Rahmen) Einbau. Dabei muss man aber eine „wurst“ aus der elastischen Masse formen die sehr gleichmässig ausfallen sollte. Ich habs nicht gut hingekregt :( . In der Tat ist der Klebstoffauftrag hierbei das grösste Problem. Ausserdem klebt das zeug sofort an allem was berührung findet.
Na ja. Dann habe ich KS Digital angerufen und wurde positiv überrascht :

Glücklicherweise hat sich KS Digital von sich aus gleich angeboten die Verklebung im Werk zu tätigen. Den Versand teilen wir uns. Super. Da war ich schon etwas erleichtert, denn das wissen wir alle ,das erste Mal geht auch schon mal was schief :shock:

Ich freu mich schon wenn sie wieder kommen denn sie spielen in meinem Raum wirklich richtig toll. Ein LS der wenig Beachtung gefunden hat. Bei mir holen sie das nach... :wink:

Micha
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Beitragvon Mister Cool » 20.01.2018, 16:50

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