Konzept für eine aktive, Acourate-gesteuerte 3-Wege-Box

Lautsprecherbau und -tuning

Beitragvon wgh52 » 21.07.2018, 09:58

Hallo Alwin,

erstmal Gratulation zum Fortschritt und viel Erfolg bei der Abstimmung!

Ich habe ein Detailfrage: Wie/Womit hast Du die Anschlussbeschriftungen auf den Geräterückseiten gemacht??

Danke und Grüße,
Winfried

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Beitragvon Hans-Martin » 21.07.2018, 10:08

Hallo Alwin,
das sieht nach aufwendigen Furnierarbeiten aus und verspricht am Ende edel auszusehen. Respekt!
Aber konzeptionell möchte ich anmerken, dass die Auslöschung bei 1/4 Wellenlänge Rückwandabstand bei einem derartigen modularen Aufbau daduch vermieden werden kann, wenn sie bei der Übergangsfrequenz 100Hz liegt, der Bass weniger als 1/4, der BM mehr als 1/4 aufgestellt wird.
Wenn der TT nach hinten strahlt, der Rest nach vorn, ließe sich das angesichts der Ausmaße wohl realisieren, ohne groß in das Design einzugreifen.
Bei 100 Hz haben wir 3,43m Wellenlänge, 1/4 davon wären 86cm, ich würde für den TT-Wand-Abstand 43cm oder weniger anstreben, für BMT 1,72m, womit 1 Oktave Abstand zur Übergangsfrequenz gewahrt blieben, aber das scheint für BMT nicht realisierbar ohne krasse räumliche Trennung der Module.
Wenn die beieinander bleiben sollen, würde ich eine höhere Übergangsfrequenz wählen und ein Filter höherer Odnung.
Letztere beide Schritte werden der bessere Weg sein, denn bei 100 Hz ist das Bündelungsverhalten nicht ausgeprägt und der räumliche Abstand der Chassis von 1/8 zu 1/2 Wellenlänge kaum realisierbar, es sei denn, man nutzt bewusst die Chance für Eckaufstellung der TT (für minimale Kammfiltereffekte) und stellt die Hauptlautsprecher nach Stereoaspekten auf, mit Zeitausgleich - ein von mir klar favorisiertes Konzept, wenn es um einen glatten bzw. effektiv glättbaren FG geht. Ich habe Ulis neues LS-Konzept mit den Hörnern noch nicht gehört, glaube aber, dass er seine Eckwoofer, gewissermaßen somit auch Hörner, noch beibehalten hat.

Da der TT auf einem Sockel steht, ist denkbar, dass das Anschlussterminal unterhalb der Box liegt und die Rückseite des Gehäuses eine geschlossene furnierte Fläche zeigt.

Die Reduktion der Kammfiltereffekte mit ihren unkorrigierbaren FG-Einbrüchen und Phasendrehungen hat eine verbesserte räumliche Abbildung zur Folge, Welligkeiten aus Überbetonungen lassen sich ja wegbügeln.
Grüße
Hans-Martin
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Beitragvon Mister Cool » 21.07.2018, 11:10

@Winfried
ganz einfach/pragmatisch -> seblsklebende Etiketten mit Laserdrucker bedruckt und draufgeklebt

@Hans-Martin
ich stehe total auf Optik und Proportionen. ich habe hunderte Varianten in 3D durchsimuliert um auf diese Form zu kommen. Deshalb nehme ich wissenlich gewisse klanglichen Kompromise in Kauf. An dem Aufbau nichts veränder, nicht mal um 1cm. Aber ich nutze die möglichkeit die Räumliche Aufstellung zu optimieren. Dss was Du theoretisch berechnest habe als Pragmatiker praktisch ausprobiert. Ich habe mich damit abgefunden, das ich gegen dietste Mode bei 30Hz nichts machen kan (dafür habe ich Acorate Prefilter). Ich habe eine extreme breite Senke zw 40-60Hz, die ich nicht per DSP / Acourate auffüllen kan/will. Und ausgerechnet das it der Bass, auf den ich stehe. Dazu habe ich die Lautsprecher und Sitzplatz solange hin-und-her geschoben, bis ich dem ausgewogensten Verlauf in dem Bereich 35-100Hz gemessen habe. Ich habe angefangen mit dem Lautsprecher direkt an der Wand, 3 Sitzpositionen ausprobiert, die Lautsprecher um 50cm vorgerrückt, 3 Sitzpositionen ausprobiert, wieder die Lautsprecher um 50cm geschoben,... usw.

Erstaunlicherweise die beste Aufstellung ergibt sich, wenn die Lautsprecher so eng wie möglich an der Rückwand stehen und der Sitzplatz ca. 3/5 der Raumläge davon. Das passt mir sehr gut.

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Hans-Martin » 21.07.2018, 11:28

Mister Cool hat geschrieben:Erstaunlicherweise die beste Aufstellung eribt sich wenn die Lautsprecher so eng wie möglich an der Rückwand Sten und der Sitzplatz ca. 3/5 der Raumläge davon. das passt mir sehr Gut


Hallo Alwin,
diese Erkenntnis (wandnahe Bässe) hat Allison in den 1960er Jahren formuliert, die Konsequenz ist eine wandnahe Aufstellung des TT, durch Verdrehen kann sie auf einfachste (!) Weise gefördert werden. Wenn dir der Anblick des großen Basschassis wichtiger ist als ein Frequenzeinbruch und die Phasendrehungen, ist das eine Entscheidung, die man beim Hören mit geschlossenen Augen vielleicht bereut.
Allison hat auch 2 Basschassis so kombiniert, dass eines konventionell mit dem Magneten ins Gehäuse ragt, das 2. mit dem Magnet nach außen, polaritätskorrigiert parallelgeschaltet, mit dem Ziel, k2 zu senken.
Macht man das nicht, fällt vielleicht die absolute Polaritätr der Aufnahme mehr ins Gewicht als im anderen Fall :mrgreen:
Grüsse
Hans-Martin
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Beitragvon Mister Cool » 21.07.2018, 12:13

so sieht die aktuelle Aufstellung aus

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Grüsse,
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Beitragvon Lauscher » 23.07.2018, 17:46

Hallo Alvin,

Die sehen klasse aus - wenn Du die noch furnierst .... perfekt :D

Aber erstmal: genieße den Klang und die Möglichkeiten des Einstellens.

Viele Grüße
Jens
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Beitragvon Mister Cool » 23.07.2018, 19:01

Ja, das Furnieren macht Spass, ich glaube die Bank dazwischen mache ich gleich mit :?

Ach ja, und die Wände umstreichen, damit sie besser zu dem Furnier passen

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Mister Cool » 29.07.2018, 07:57

Hallo,

ich dachte meine Einstellungs-/Zielkurvenorgien die ich in Autos getrieben habe (mit über 200 ausprobierten Setups alleine in dem Cayman) waren grenzwertig. Aber das war nichts im Vergleich zu dem Aufwand und zu den vielen, vielen Optimierungsschleifen und Setups, die ich in der letzten Zeit mit Acourate und Raumaufstellung ausprobiert habe. Und gestern habe ich endlich ein Setup erwischt, das mich in totales Staunen versetzte.
Trotz des primitiven DSPs und der "Lumpensammler" Verstärkung (unter anderem ein einfacher, 20 Jahre alter Technics "reaktiviert" als Endstufe), klang es plötzlich so GIGANTISCH GIGANTISCH GIGANTISCH, dass ich mich frage, was da noch kommt, wenn ich es richtig/vollständig aktiviere.

BTW.
Eine der grösseren klanglichen Überraschungen war die räumliche, aufgelöste Wiedergabe.
Ich sitze relativ nah an den Lautsprechern (perfektes Stereo-Dreieck mit 2,85m Kantenlänge) und die Lautsprecher selbst sind fast 1,5m groß, also im Verhältnis zu Sitzabstand sind die Chassis räumlich sehr weit auseinander "verstreut" -> alles andere als Punktschallquelle. Das habe ich von Anfang an wegen Optik/Design als Kompromiss in Kauf genommen. Und trotz dem kling es wie aus einem Guß, beinahe wie ein Coax. Damit habe ich nicht gerechnet.

Ich kann das eingeplante Motu 828 noch nicht kaufen (1050€), aber ich habe gerade ein Focusrite Scarlett 18i20 Audio Interface für 365€ gefunden, dass ich als einen temporären Ersatz für den 4to6 DSP verkraften könnte :D
Es hat 10-Kanäle, USB/ADAT/SPDIF Eingang und eine LAUTSTÄRKEREGELUNG.

https://focusrite.de/usb-audio-interfac ... lett-18i20
https://www.thomann.de/de/focusrite_sca ... 2b110186e6

Damit könnte ich die nächste Ausbaustufe angehen -> Vollaktivierung per Acourate (und nicht per DSP).

Und dazu hätte ich folgende Frage: wer kennt sich mit Audio-Interfaces von Focusrite? Wäre dieser Audio Interface dafür geeignet -> versteht er die Acourate Filter?

Was ich dabei noch nicht ganz verstanden habe, ist wie ich bei den Audio Interaces die Zuordnung der einzelnen Kanäle in dem Acourate Filter zu den Ausgagnskanälen des Interfaces festlege (Kanalmixer).

Handbuch (siehe Seite 14, 15)
https://d2zjg0qo565n2.cloudfront.net/si ... uidede.pdf

Salopp ausgedrückt wie sage ich Acourate dass der HT Links geht an Ausgangskanal 3 des Audio Interfaces und der TMT Rechts an Kanal 6?

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon uli.brueggemann » 29.07.2018, 10:00

Alwin,

die Scarlett 18i20 ist ok. Sie hat einen Asio-Treiber und sie funktioniert mit Acourate und mit AcourateConvolver.

Das grundlegende Prinzip der Kanalzuordnung bei Mehrwegesystemen mit Acourate ist wie folgt:
Kanal1 - TT links
Kanal2 - TT rechts
Kanal3 - MT links
Kanal4 - MT rechts
Kanal5 - HT links
Kanal6 - HT rechts
Also aufsteigend vom Tiefton zum Hochton, jeweils abwechselnd

Es ist bewusst diese Zuordnung gewählt, damit NICHT folgendes passiert:
Angenommen, der HT wäre an Kanal 1 + 2 angeschlossen und das ohne Schutzkondensator (ich fahre seit Jahren ohne Probleme damit, allerdings muss das jeder für sich selbst entscheiden, es ist keine allgemeine Empfehlung). Wenn der Convolver läuft wäre dann vielleicht noch alles prima. Wenn man aber mit irgendeinem Player z.B. Foobar einfach einen Track spielt, dann ist die Ausgabe bei default auf Kanal1+2. D.h. dann bekommen die HTs die volle Dröhnung.
Das passiert nicht, wenn an 1+2 nur der Sub oder TT spielt. Dem sind hohe Frequenzen egal und die tiefen verträgt er bei Definition.

Grüsse
Uli

PS: wer es unbedingt will, kann mit dem AcourateConvolver eine beliebige Zuordnung aufgebaut werden. Acourate hält sich aber an diese Struktur (es sei denn, man ändert wiederum das Routing in der Soundkarte. Was wiederum eine bewußte Beeinflußung ist.

PPS: es muss nicht zwangsweise Kanal 1 sein, wo es losgeht. Wenn der Logsweeprecorder ein multiway Filter sieht, wird nur eine Combobox für die Ausgangswahl freigeschaltet. Dann kann man auch Kanal3 wählen. Dann sind 3, 4, 5 ... gültig. Wenn es jemand denn braucht.
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Beitragvon chriss0212 » 29.07.2018, 10:43

Hallo Alwin

Trotz des primitiven DSPs und der "Lumpensammler" Verstärkung (unter anderem ein einfacher, 20 Jahre alter Technics "reaktiviert" als Endstufe), klang es plötzlich so GIGANTISCH GIGANTISCH GIGANTISCH, dass ich mich frage, was da noch kommt, wenn ich es richtig/vollständig aktiviere.


Herzlichen Glückwunsch! Das ist das tolle an dem Hobby: man hat immer wieder Erfolgserlebnisse :)

Was ich Die prophezeien kann: so lange Du den Spaß an weiteren Entwicklungen ich verlierst, wird es immer besser :)

Ich dachte auch schon oft: uuaaahh... Mega... besser kann es nicht werden... aber es ging immer noch etwas ;)

Ich bin derzeit extrem begeistert von der räumlichen Darstellung, aber es hapert noch leicht an der Tonalität... also auch nach einigen Jahren der stetigen Verbesserungen ist auch bei mir noch Luft nach oben... ich bin also gespannt, was das nächste Wochenende bei mir bringt ;)

Dir auf jeden Fall auch noch viel Spaß beim Testen und probieren!

Ach ja: die FocusRite Interfaces haben schon einen guten Ruf! Sie haben auch sehr hochwertige Dante Wandler im Programm... hätte ich mir schon fast gekauft ;)

Viele Grüße

Christian
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Beitragvon Mister Cool » 29.07.2018, 11:09

Danke für Eure Antworten.

Das sind gute Nachrichten.
Ja es gibt immer Luft nach oben, es geht immer besser :-)
Und das ist der besodere Reiz für mich an den vielen Acourate-Stellschrauben zu drehen und staunen, was sie hervorzaubern, ohne jedesmal gleich neue Hardware kaufen/wechseln zu müssen.

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Thor_7 » 12.10.2018, 09:20

Hi Alwin,

was einr schöne Lautsprecher-Werdegang. :)

Wie bist du mit den Hypex-Modulen zufrieden? Sind diese empfehlenswert?

Lieben Gruß
Thorben
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Beitragvon Mister Cool » 13.10.2018, 21:04

Hi,

ich finde die Hypexen super. Ich hatte vorher die B&W MPA1 Monoblöcke und dachte die sind gut, aber es war kein Vergleich zu den Hypexen. Sehr dynamisch, absolut rauschfrei (wichtig für meine PA Chassis mit einem extrem hohen Wirkungsgrad), keine Probleme mit Ein-/Ausschaltploppen, symmetrisch aufgebaut.
Zur Zeit sind sie an den DSP per Cinch angeschlossen und können ihr Potential nicht wirklich ausspielen (siehe Konzeptbild Etappe 2 in dem beigefügten Link), aber demnächst steige ich auf symmetrische Verbindungen um (Etappe 3), dann dürfte sich die Leistung noch steigern.

Ich habe angefangen eine bebilderte Doku zu dem Projekt zu erstellen. Dort kann man mehr Details sehen.

https://xajas9.wixsite.com/3cube

Das ist zuerst der Anfang, eine rohe Bildersammlung, aber ich werde es langsam vervollständigen, beschreiben und verfeinern.

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Hans-Martin » 13.10.2018, 21:58

Mister Cool hat geschrieben:ich finde die Hypexen super. Ich hatte vorher die B&W MPA1 Monoblöcke und dachte die sind gut, aber es war kein Vergleich zu den Hypexen.


Hallo Alwin,
die MPA1 dürften schon bald 30 Jahre alt sein, die erste Generation hatte ein fest angeschlossenes Netzkabel, klang (ich fand wunderbar) satt im Bass, die 2. Generation hatte Kaltgeräteeinbaustecker. Beide hatten auch symmetrische XLR Buchsen, die aber nicht konsequent symmetrisch beschaltet waren, ich meine, mich an unterschiedliche Impedanzen zu erinnern. Das eigentliche Problem könnte aber der gealterte Elko im Gegenkopplungszweig sein, der u.a. dann einen ungeplanten Einfluss auf den Verstärkungsfaktor nimmt, der eigentlich für eine hohe DC-Gegenkopplung sorgen soll. Die optisch identische Rotel klangen nochmal etwas anders.
Ich halte auch noch an meinem bald 20 Jahre alten gegenkopplungsfreien Class-D Verstärker fest, aber n-core und Pascal sind inzwischen preiswerte Alternativen...
Grüße
Hans-Martin
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Beitragvon Thor_7 » 15.10.2018, 11:20

Guten Morgen und vielen Dank für eure Antworten.
Mit welchem Netzteil setzt ihr die Hypexe ein?
Ist bekannt, welche Hersteller bei ihren Aktivlautsprechern auf die Module setzen?

Lieben Gruß
Thorben
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