Backes & Müller BM Beta - Reparatur

Lautsprecherbau und -tuning

Beitragvon willi_vintage » 11.04.2018, 23:11

Das Relais für die Einschaltautomatik wird über die +15 V Rail versorgt (das Netzrelais über eine separate 10 V Leitung). Sollte die Spannung anliegen, liegen noch zwei Transistoren in Reihe bis der Massepunkt erreicht ist. T1 (BD875) schaltet durch, wenn das Netzrelais aktiv ist, T2 (BD139) ist für die Ausschaltverzögerung zuständig. Solten die 15 V Anliegen, bitte die Transistoren prüfen und den C an T2 (müsste 100 µF/10 V an Werten haben)
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Beitragvon Dominik H » 12.04.2018, 07:09

Es sind die STK-Hybridendstufen verbaut. Elkos sehen soweit noch gut aus, weder rissig noch aufgebläht. Beim Durchmessen der Relais ist mir ein hochohmiger Kontakt (170 Ohm) aufgefallen, von daher habe ich mal zuerst dort angesetzt.

Die Sicherungen der Endstufen sind alle ganz.

Die +-15V sowie die +-35V kommen an der Endstufenplatine an. An der "Frequenzweichenplatine" kommen einmal am 3-poligen Stecker +12V , Masse und +9V an, sowie am 4-poligen Stecker +-15 Masse und an der gelben Leitung liegt nichts an.

Dann gibt es da noch zwei übereinander liegende 2-polige Stecker , einmal der Temperaturschalter zwei schwarze Drähte der ist niederohmig, sowie am anderen Stecker zwei Weiße Drähte da liegen 9V an.

Dann gibt es noch einen einzelnen 2-polige Stecker mit zwei weißen Drähten der zur Endstufenplatine geht, der sollte wohl die Relais einschalten , da liegt nichts an.

Das Netzrelais schaltet bei anliegen eines Musiksignal ein. Der BD875 schaltet nicht durch, es fehlt schon dessen Ansteuerung.

Falls jemand irgendwas Brauchbares an Plänen hat nur her damit, auch von ähnlichen Schwestermodellen, denn so ganz ohne Schaltplan ist es wie mit der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
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Beitragvon willi_vintage » 12.04.2018, 07:51

Liegt nun an der Relaisspüue ca.13-14 V an? Als Ersatz müsste ein 12 V Relais verbaut sein (ohmscher Wert der Spule ca. 1100 Ohm). Der BD 875 wird über den Ausgang eines OP angesteuert. Bitte dies prüfen/sicherstellen!
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Beitragvon Dominik H » 12.04.2018, 08:29

Wenn ich am T2 von Hand durchschalte ziehen die Relais auf der Endstufenplatine an.

Als nächstes muss ich dann T1, T2 und OP MC34004 prüfen
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Beitragvon wgh52 » 12.04.2018, 10:02

Hallo Dominik,

Dominik H hat geschrieben:Falls jemand irgendwas Brauchbares an Plänen hat nur her damit, auch von ähnlichen Schwestermodellen
Du hast PN.

Dominik H hat geschrieben:An der "Frequenzweichenplatine" kommen einmal am 3-poligen Stecker +12V , Masse und +9V an, sowie am 4-poligen Stecker +-15 Masse und an der gelben Leitung liegt nichts an.
Hier gib's Ungereimtheiten. Am 3-poligen sollten +10V/0V/-10V sein und am 4-poligen +15V/0V/-15V/20V~ (letzteres ist eine Sekundärwicklungsüberwachung, zumindest bei meinen Omegas, die den BD139 schaltet, wodurch der BD675 freigegeben wird).

Schau mal die Schaltung an, ob sie hilft. :cheers:

Grüße,
Winfried

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Beitragvon Dominik H » 12.04.2018, 10:28

Die Schaltung hilft auf jeden Fall weiter.
Am Schaltplan entlanghangeln kann ich mich. :D

Für auf die Platine schauen und Schaltungsfunktionen direkt zu erkennen , bin ich viel zu wenig in der Materie drin und zu wenig Elektroniker.

Wegen den Spannungen muss ich noch mal schauen und messen.

Ansonsten lässt sich der Fehler nun recht gut eingrenzen.
Das Netzrelais zieht beim Anlegen vom Musiksignal an und die LED wechselt auf grün.
Von daher liegt der Fehler sicherlich im Bereich der LS - Einschaltverzögerung oder der 20V die mir fehlen.
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Beitragvon wgh52 » 12.04.2018, 10:46

Hallo Dominik,

so sehe ich das auch. Es kann in der Relaisschaltmimik oder auch im +/-15V Netzteilzug liegen. In meinen Omegas habe ich die 7815/7915 Schaltung entfernt und duch eine LM317/337 Schaltung (zusätzliche Platine) ersetzt. In Deinem Falle solltest Du aber erstmal ab den 20V Trafowicklungen durch die Schaltung messen was da jeweils "kommt". Die 20V am genannten 4-pol Stecker sind Wechselspannung, die mit Diode D606 gleichgerichtet wird; also mal am Stecksystem in AC Stellung mit Voltmeter messen. Gegebenenfalls hier Ergebnisse / Erkenntnisse posten :cheers:

Grüße,
Winfried

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Beitragvon Dominik H » 12.04.2018, 10:55

Die 20V sind da, allerdings als AC. Das habe ich irgendwie anders erwartet. Dies zeigt das Messgerät in DC Stellung natürlich nicht an.

Die +10V Masse -10V werden ja nur durch eine Wicklung , zwei Dioden und zwei Kondensatörchen für den "virtuellen" Mittelpunkt erzeugt. Ohne Stecker habe ich da +13,1V Masse -13,1V anliegen, somit scheint es so das durch die Last sich die künstliche Mitte leicht verschiebt.
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Beitragvon willi_vintage » 12.04.2018, 11:07

Das passt alles. Darfst auch nicht vergessen, dass der Trafo auf 220 V ausgelegt ist und im Leerlauf wie du schon schriebst, die Spannung eh etwas höher ausfällt. Nächster Schritt: OP prüfen sowie dessen äußere Beschaltung!
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Beitragvon wgh52 » 12.04.2018, 11:59

Dominik,

Dominik H hat geschrieben:...An der "Frequenzweichenplatine" kommen einmal am 3-poligen Stecker +12V , Masse und +9V an...
das bitte nochmal prüfen! Es sollten +15V/0/-15V sein! +12V, 0V und +9V wären für die F-Weiche als Versorgung definitiv falsch!!!

Grüße,
Winfried

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Beitragvon Dominik H » 13.04.2018, 09:10

willi_vintage hat geschrieben:... bitte die Transistoren prüfen und den C an T2 (müsste 100 µF/10 V an Werten haben)


Melde Vollzug. Die LS laufen wieder. :D

Ursache war der 100µF Kondensator . Bei mir war ein 63V Typ verbaut.
Ohne Schaltplan hätte ich das aber nie rausgemessen.

Habe noch weitere Kleinigkeiten behoben.
Die Relais erneuert , bei einem war ein Schaltkontakt hochohmig.
Sicherungshalter erneuert, einer war gebrochen, die anderen ziemlich gammlig anzusehen.

Danke für die Unterstützung bei der Fehlersuche.
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Beitragvon willi_vintage » 13.04.2018, 09:49

Gratulation zur erfolgreichen Reperatur!
Die Spannungsfestigkeit des Elko sollte relativ egal sein. Ich meine, im Original ist ein bipolarer verbaut (im Schaltplan ist allerdings, warum auch immer, ein polarer eingezeichnet). Grundsätzlich tausche ich immer die roten Elko und schwarzen Trimmer aus (Ansichtssache). Die OP sollten, wenn nicht geschehen, Abblockkondensatoren an den Rails erhalten. Falls du über ein Messmikrofon verfügst, wäre ein Pegelabgleich äußerst sinnvoll
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Beitragvon wgh52 » 13.04.2018, 10:04

Hallo Dominik,

auch von mir herzliche Gratulation zum Erfolg! Ich freue mich mit Dir, dass die Reparatur dann doch relativ einfach, nichts Grösseres kaputt war und wünsche viel Musikfreude mit den Betas!

Dem generellen Wechsel der ERO Kondensatoren stimme ich zu, auch die zusätzliche Verblockung bringt Vorteile. In meinen Omegas habe ich zusätzlich noch die OPVs gegen OPA1642 bzw. OPA1644 gewechselt und diese mit lokalen 100nF Keremikverblockungen versehen. Das ist aber handwerklich wegen SMD Bauteilen schon etwas komplexer, bringt aber nach meiner Wahrnehmung alles zusammen bessere Klangqualität.

Eine akustische Abstimmungskontrolle der drei Wege wäre wirklich anzuraten und wäre nach Erfahrung anderer Forenten auch mit einem iPAD/Tablet machbar, ohne Messequipment kaufen zu müssen. Darüber können wir uns hier bei Interesse gerne weiter austauschen.

Grüße,
Winfried

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Beitragvon Dominik H » 13.04.2018, 10:33

Bei mir war ein gepolter Elko verbaut.


Eine Pegelmessung nach 30Jahren wäre sicherlich Sinnvoll.

Messequipment besitze ich nicht. Steht aber bei mir auf der Liste ganz oben.
Ein I-Pad oder Tablet besitze ich bislang auch nicht.
Von daher werden nun die LS untereinander mit dem Ohr verglichen und wenn es keine gravierenden Unterschiede gibt, dann wird es wohl noch eine Zeit so bleiben wie es ist.

Ein Android Smartphone wäre vorhanden, wenn es da was zum Messen gäbe mit kalibriertem Mikro, das wäre klasse und fände bei mir öfters Anwendung da ich oft in wechselnden Lokalitäten PA-Anlagen aufstelle.
Ich bin im PA-Bereich ja seit etlicher Zeit mit DSP bestückten Pascal-Audio und Sanway Modulen unterwegs und nutze den Leistungsumfang des DSP nur rudimentär. Gemacht wird damit ein 35Hz Hochpass , (eine "Raummodenkorrektur" im Bass mit dem Ohr), und die Trennung zwischen Subwoofer und Mittelhochtonboxen, die Möglichkeiten der Frequenzgangkorrektur über den gesamten Frequenzbereich oder der Laufzeitanpassung nutze ich, mangels Messtechnik, gar nicht. Da wäre klanglich sicher noch viel raus zu holen.
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Beitragvon Dominik H » 25.04.2018, 09:10

Am Wochenende habe ich noch mal mit dem Vorbesitzer gesprochen.
Die Betas standen wohl die letzten 30 Jahre nur in der Abstellkammer.
Sie wurden im Jahr nach dem Kauf durch Aktive Stand-Lautsprecher ersetzt.
Sie sollten dann im letzten Jahr reaktiviert werden um einen neu gekauften Flachbildfernseher zu besserem Klang zu verhelfen , sind aber nicht "angesprungen". Klassischer Standschaden.

Die beiden Betas habe ich ausgiebig probegehört sie klingen für meine Ohren absolut gleich, somit sehe ich derzeit keinen weiteren Handlungsgrund.
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