Aktive DIY D'Appolito Lautsprecher (Planung)

Lautsprecherbau und -tuning

Beitragvon O.Mertineit » 05.07.2015, 16:49

Raal hat geschrieben:geh mal bitte raus an die frische Luft ...

Nicht der Preis eines Chassis entscheidet ob es gut oder schlecht ist sondern das was du daraus machst.


Si !
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Beitragvon NNEU » 05.07.2015, 17:13

Hallo Noel,

geh mal bitte raus an die frische Luft ...


Da bin ich grade. Es gibt ja auch Tablets mit Mobilen Daten.
Dein Schluss dass ich die ganze Zeit drinnen hocke wenn ich online bin ist als gänzlich inkorrekt 8)

Vermutlich sollte ich meinen online Status verbergen um solchen Interpretationen vorzubeugen :|


Meine Frage war auch ganz bewusst nicht "was sind die besten Chassis bis xxx" sondern ich wollte mir eher einen Überblick verschaffen welche verschiedenen Möglichkeiten es gäbe.



Oliver,

"priorisierte Eigenschaften" evt. auch auf bevorzugte Musik-Genre(*), Abhörpegel, Hörer bezogen


Generell höre ich mit Pegeln von 50dB bis 80dB (am Hörplatz) das hängt von der Tageszeit und Laune ab.

Generell würde ich sagen dass mir eher ein warmes, nicht analytisches Klangbild zusagt.
Weiche höhen, neutrale und Mitten und einen übertönten Bass (der zwar trocken aber auch nicht zu trocken ist) gefallen mir.

Die unteren und mittleren Preisregionen sind bei den Fertigprodukten in Relation oft schon nicht so schlecht, und sich hier eine unmittelbare "Referenz" zu suchen (evt. auch als "Vorbild", das kann auch ein "Bausatz" sein) kann für den Anfang sicher hilfreich sein, um sich nicht selbst zu betrügen und einen "Anker" zu haben.


Wie gesagt; die LS1 und die Kii Three gefallen mir sehr gut.
Von den passiven gefällt mir auch die Dali Epicon 2.

Der persönliche Gewinn besteht dann m.E. auch aus der gemachten Erfahrung: Wieviele LS möchtest Du in Deinem Leben konstruieren und bauen ? Wie weit möchtest Du tatsächlich in die Materie einsteigen ?


Der erste wird sicher nicht der letzte.
Wie viele genau ich bauen werde und wie tief ich in die Materie einsteige wird die Zukunft zeigen.
Es besteht jedoch auf jeden fall Interesse.


Vorher ein raumakustisch/elektroakustisch und auch hörpsychologisch motiviertes Konzept zu haben, ermöglichst es dabei, auch Erfahrungen zu machen, z.B. ob bestimmte Abwägungen, die anfangs getroffen wurden auch zielführend waren (z.B. wegen niedriger Übernahmefrequenz größeren Hochtöner verwendet und auf breite Abstrahlung >8Khz verzichtet, war die Abwägung im Resultat für mich als Hörer OK ?)


Die Abstrahlung ist mir eher unwichtig.
In meinem Raum habe ich auch mit meinen jetzigen, breit abstrahlenden Lautsprechern keine nennenswerten Akustik Probleme.

Die Lautsprecher dürfen gerne etwas bündeln, aber nicht zu stark.


Lg

Noel
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Beitragvon O.Mertineit » 05.07.2015, 18:40

Hallo Noel,

nachdem Frederik schon mal in die "Visaton" Kiste gegriffen hat ...

Das hier wären evt. Bausätze, die als Anregung dienen könnten:

http://www.visaton.de/de/bauvorschlaege ... index.html

http://www.visaton.de/de/bauvorschlaege ... index.html

http://www.visaton.de/de/bauvorschlaege ... index.html


Das hier wäre z.B. ein Fertigprodukt, welches man sich "zur Inspiration" ansehen kann:

http://www.amphion.fi/de/produkte/helium-520/


Im Gegensatz zu Frederik, würde ich in der "Visaton" Kiste nicht zu 2x AL 170 sondern in Deinem Fall zu
2x AL 130 greifen.

- die ersten "fiesen" Resonanzen der kleineren Alu-Membran liegen noch weiter oben im Frequenzbereich
- die Bündelung ist im Bereich üblicher Trennfrequenzen z.B. um 2Khz noch geringer als z.B. beim AL170

Damit hat der AL130 eindeutig das geringere "Verfärbungsrisiko" und erleichtert damit auch das Filterdesign. "Gutmütigkeit" der Komponenten im Übernahmebereich und möglichst darüber hinaus ist hier für Dich m.E. wichtig.

Mit einer "vernünftigen" Reflexabstimmung - auf "raumangepassten Rolloff" und Impulssauberkeit optimiert - bekommst Du als "nicht sehr laut Hörer" einen immer noch hinreichend pegelfesten LS, mit
Tiefgang je nach Raum bis knapp <40Hz.

Wenn später eine Ergänzung durch einen (Dipol- ?) Subwoofer ansteht, können diese Haupt-LS als Satelliten weiter arbeiten, evt. kann das Reflexrohr dann sogar verschlossen werden.

D'Appolito oder verwandte Anordnungen sind auch mit Hochton Waveguide möglich, was bei geeigneten Hochtönern oft Übernahmefrequenzen z.B. um 1,7 ... 1,9 Khz ermöglicht, je nach Hochtöner und WG. Insbesondere das horizontale Rundstrahlverhalten lässt sich so recht homogen gestalten.


Wenn Du gern mehr Geld ausgeben möchtest, dann kann beim Hochtöner besonders auf

- niedrige Eigenfrequenz (u.a. bei Kalotten de facto nur mit gut ausgelegter rückwärtiger Kammer erreichbar ...)
- niedrigen Klirr auch unter/um die geplante Übernahmefrequenz
- Zerfallsspektrum aus "Bilderbuch"

und

- hochwertigen Waveguide

geachtet und gern mehr investiert werden.

Jetzt benötigst Du nur noch persönliche "Betreuung" ... auf der "Gehäuse- und Frequenzweichen Reise". Hast Du die benötigte Messtechnik ?

Mit einer "überwiegenden" Visaton Bestückung findest Du auch dort im Forum sicher Unterstützung. Es wurde dort AFAIK auch schonmal eine "Couplet" Version mit Waveguide gebaut. Evt. kannst Du den User ausfindig machen und das Verhalten der Weiche als Grundlage nehmen.

Mehr könnte ich als Anregung von hier aus nicht für Dich tun ...

Wenn's Dir nicht "repräsentativ" genug ist: Man kann z.B. den Waveguide sicher auch Abformen und aus einem Vollmaterial drehen lassen ...

Mach' ein simples Gehäuse als Prototyp, bis Du alles einigermaßen im Griff hast, achte auf Feinheiten wie "Port Resonanzen im Mittelton", "Form der Schallwandausschnitte für die Tieftöner" (konisch aufweiten ...), "Bedämpfungsplan" (Hohlraumresonanzen) ... die "Marmor" Version des Gehäuses kann später kommen evt. auch mit einem gut bedämpften Komposit (z.B. Google: "MDF-ALU-Bitumen Sandwich") als Gehäusematerial.

Grüße Oliver
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Beitragvon Frederik » 05.07.2015, 19:05

O.Mertineit hat geschrieben:- die ersten "fiesen" Resonanzen der kleineren Alu-Membran liegen noch weiter oben im Frequenzbereich
- die Bündelung ist im Bereich üblicher Trennfrequenzen z.B. um 2khz noch geringer als z.B. beim AL170


Iiih, wer trennt seine Hochtöner denn erst bei 2 kHz? :D

Den TW030WA12 kann man entspannt ab 1 kHz einsetzen, ich hab mir den jetzt vor kurzem geholt und habe ihn gerade bei 700 Hz getrennt, wenn man keine Diskothek beschallen möchte geht das auch noch gut.

(Roman hat mir den max. möglichen Pegel berechnet, bei 700 Hz und 24/dB Trennung waren das 95dB)

Das heisst man kann ruhigsten Gewissens auch die größeren, pegelstärkeren AL 170 einsetzen.

Grüße,
Frederik
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Beitragvon O.Mertineit » 05.07.2015, 19:48

Frederik hat geschrieben:Iiih, wer lässt seine Hochtöner denn so hoch spielen? :D


Hi Frederik,

ich habe eigene LS Entwürfe mit noch wesentlich niedrigeren Übernahmefrequenzen ... die haben dann allerdings auch "ganz andere" MHT-Systeme.

Aber hier kommt es m.E. auch auf die Kontrolle durch den Waveguide an der Übernahmefrequenz an und darauf, einen kommerziell verfügbaren WG nutzen zu können. Denn bei Noel geht es um den Start in ein (erstes) Selbstbauprojekt ...

Die o.g. Kontrolle der Richtwirkung durch den Waveguide ist beim o.g. 30mm Wavecor mit Übernahme um 1Khz nicht gegeben: Und der Wavacor bezahlt sein 30mm Format mit sehr deutlich abfallendem Energiefrequenzgang im Hochton.

Noel hat u.a. "Homogenität" (Rundstrahlverhalten im Übernahmebereich ist hier wichtig) als Priorität genannt. Diese lässt sich mit meinem o.g. Konzept m.E. besser herstellen. Als Nebeneffekt gibt es etwas "mehr Glanz" im obersten Hochton weil der Raumanteil weniger "stumpf" wird und auch einen potentiell noch verfärbungsärmeren Hochtöner selbst, bei richtiger Auswahl ... auch alles Punkte auf Noels "Agenda".

Da sich das Verschiebevolumen für den HT bei Übernahmefrequenzen >1,5Khz noch in Grenzen hält, benötigt man auch keine "Hau Drauf !" Frequenzweiche und kann verbleibende Differenzen im Rundstrahlverhalten (Tief-/Mitteltöner zu Hochtöner) noch merklich "sanfter" anpassen, bei geringeren Gruppenlaufzeitverzerrungen. Immer noch ist alles innerhalb Noel's Agenda ...

Übrigens halte ich z.B. 800Hz ... 1200Hz bezüglich aller unvermeidlich verbleibenden Fehler generell nicht für eine sehr geschickte Übernahmefrequenz, selbst wenn "technisch für den Hochtöner vertretbar", aber das möchte ich hier jetzt nicht unbedingt "breittreten".

Kurzum:
Ich weiß recht genau, warum ich Noel - niemand anderem - diese Richtung

--
2x 130er TMT (Noel interessiert sich explizit für "D'Appo"),
HT-Waveguide mit hochwertiger ca. 25mm HT-Kalotte,
Übernahmefrequenz z.B. 1,7Khz ... 2,1Khz)
--

so als "Startrichtung" vorgeschlagen habe.

Verschiebevolumen im Tiefton hat bei Noel keine Priorität, daraus lassen sich deutliche Vorteile ziehen für seine Hauptanforderungen. Bei wachsenden Bedürfnissen im Tiefton gibt es evt. später ein Subwoofer-System. Alles passt, nichts fehlt: Weder jetzt noch später.

Da ist jetzt m.E auch nichts "Iiih" dran ... :wink:

Der AL130 hat eine gute Motortopologie und ist in der Lage, zur Not auch ein wenig Hub zu machen: 2 davon pro Seite in einer (Raum-) angepassten Reflexabstimmung garantieren für einen per se "nicht pegelaffinen Wohnzimmerhörer" diesbezüglich schon eine Menge Spaß.

Grüße Oliver
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Beitragvon NNEU » 05.07.2015, 22:05

Hallo Oliver,

Vielen Dank dass du dir die Mühe gemacht hast konkret auf meine Wünsche einzugehen.

warum ich Noel - niemand anderem - diese Richtung


Das "niemand anderem" irritiert mich ein wenig.
Was würdest du denn anderen empfehlen ?

(Noel interessiert sich explizit für "D'Appo")


Richtig, habe ich etwa übersehen dass es bei Dapolito irgendwelche Nachteile gibt ?


Ich habe noch vergessen zu erwähnen dass ich eine geschlossenen Gehäuse bevorzuge.
Zu der Frage mit dem Messequipment; ein UMIK ist vorhanden. Falls das nicht reicht wird was anderes angeschafft.
ich will mich auf jeden fall nicht ganz genau an irgendeinen bereits existirenden selbstbau halten.




Frederiks "iiih" finde ich etwas fehl am platz. Was ist denn an einer Hohen Trennung bitte "iiih" ?



Liebe Grüsse,

Noel
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Beitragvon Matty » 05.07.2015, 22:51

Hallo Noel,

Oliver will damit nur zum Ausdruck bringen, dass er ganz spezifisch auf deinen persönlichen Anforderungskatalog eingegangen ist und seine Empfehlung genau darauf zugeschnitten ist.

Sähen die Anforderungen anders aus, würde die Empfehlung wohl auch anders ausfallen.

Sicher hat eine d'Appolito-Anordnung Vor- und Nachteile.
Nachteil ist schon mal, dass eine echte d'Appolito-Anordnung nur schwer zu realisieren ist, weil sie ein bestimmtes Verhältnis von Chassis-Abständen (und damit -Größen) zur Übergangsfrequenz voraussetzt.

Die meisten sogenannten d'Appolito-Anordnungen sind deswegen streng genommen gar keine. Dies muss jetzt nicht per se ein Beinbruch sein, führt aber abhängig vom Ausmaß der Abweichung zu ungewünschten Nebeneffekten.

Genauer nachlesen kannst Du dies z.B. hier (etwas runterscrollen).

Viele Grüße
Matthias
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Beitragvon Frederik » 05.07.2015, 22:51

NNEU hat geschrieben:Frederiks "iiih" finde ich etwas fehl am platz. Was ist denn an einer Hohen Trennung bitte "iiih" ?


So weit oben fangen viele Mitteltöner an zu nerven. Den AL 130 z.B. würde ich persönlich max bis 1.600 Hz einsetzen. Auch wenn der Frequenzgang bis 5.000 Hz "supi dupi" aussieht.

Grüße,
Frederik
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Beitragvon NNEU » 05.07.2015, 23:26

Hallo Mattias,

Danke für den sehr hilfreichen Link !

ich habe mir mal das verlinkte tool runtergeladen und die werte der Seas ODIN (wohlgemerkt von Joe D'Apolito persönlich entwickelt..) eingegeben.

dabei kommt das raus :

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Das sieht mir für eine "echte" Dapolito Konstruktion etwas "holperig" aus.

Wie kann das sein ?


@Frederik

Ich empfinde eher zu tief angesetzte Hochtöner als nervend bzw. unfähig im mittelton (siehe/höre BM Prime 3/BM Prime 8 )


Lg


Noel
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Beitragvon dietert » 05.07.2015, 23:50

Hallo in die Runde,

nochmal 'ne andere Idee:

Die Weiterentwicklung von d'Appolito ist ja sozusagen Koax, und da hat Visaton den HX10, eine ziemlich interessante Lösung für den Selberbauer. Wenn man darauf achtet, dass der Mitteltöner keinen/wenig Hub macht - z.B. durch einen steilen Hochpass bei 200 Hz - dann ist sowas eine ziemlich gute Lösung. Man macht das Ding also in die Mitte, da wo sonst der Hochtöner ist, und zwei 20er Tieftöner dazu. Es sieht aus wie d'Appolito, ist aber eine Dreiwegelösung, und ein gutes Ergebnis ist damit quasi garantiert.

Ich selbst habe schon den Koinzidenztreiber der Prodipe MS4C Monitore verbaut, ebenfalls ein 10 cm Chassis. Das Tuning ist dann schon etwas anspruchsvoller, aber die Ergebnisse sind wirklich sehr gut. Man bekommt damit eine maßvolle und sehr harmonische Bündelung.

Und wenn es unbedingt ein Zweiwegesystem sein soll, dann würde ich ein "FAST" machen, also einen hochwertigen Breitbänder mit zwei Tieftönern kombinieren, anstatt mich mit der Frage rumzuärgern, wo die richtige Trennfrequenz für eine Kalotte ist.

Grüße,
Dieter T.
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Beitragvon Frederik » 06.07.2015, 00:09

NNEU hat geschrieben:Ich empfinde eher zu tief angesetzte Hochtöner als nervend bzw. unfähig im mittelton (siehe/höre BM Prime 3/BM Prime 8 )


Ich empfinde beides, zu hoch getrennte Mitteltöner und zu tief getrennte Hochtöner als nervend.

Wobei es letztendlich "einfach" auf die eingesetzten Chassis ankommt.

...mit dem TW030WA12 höre ich, wie bereits erwähnt, gerade ab 700 Hz getrennt und es klingt sehr gut. Da ich die B&M Prime 8 Zuhause hatte weiß ich wie es sich anhören kann wenn der Hochtöner eigentlich nicht so wirklich Lust darauf hat tief getrennt zu werden.

Das ist beim TW030WA12 nicht der Fall. Mit diesem Chassis als Hochtöner genießt man als "Entwickler" :roll: sehr viele Freiheiten u.a. lässt sich wie bereits von mir angemerkt damit auch ein echtes D'Appolito realisieren.

Eine breite Schallwand á la Grimm LS 1 tut allerdings auch schon einiges um den Raumeinfluss gering und den Direktschall unverfärbt zu halten. :wink:

Was ich gerade selber mit meiner DIY Konstruktion erlebe.

Grüße,
Frederik
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Beitragvon NNEU » 06.07.2015, 00:18

mit dem TW030WA12 höre ich... es klingt sehr gut.


Obwohl der ungeregelt ist :P

Sorry das konnte ich mir nicht verkneifen :mrgreen: :cheers:


Die Weiterentwicklung von d'Appolito ist ja sozusagen Koax, und da hat Visaton den HX10, eine ziemlich interessante Lösung für den Selberbauer.


Interessante idee...

Gibt es noch andere Coax Treiber die zu empfehlen sind ? Der visaton sieht mir zu stark nach Bad/Decken Lautsprecher aus.

Der Seas C18EN001/M würde mir um einiges besser gefallen, dann wäre aber preislich nur noch ein Tieftöner drinnen.



Lg

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Beitragvon Frederik » 06.07.2015, 00:25

NNEU hat geschrieben:
mit dem TW030WA12 höre ich... es klingt sehr gut.


Obwohl der ungeregelt ist :P

Sorry das konnte ich mir nicht verkneifen :mrgreen: :cheers:


Ich habe nicht gesagt das es ausgezeichnet klingt, soweit würde ich nicht gehen.

Aber auf einem Level mit anderen sehr guten ungeregelten Chassis, wie sie z.B. in der B&M Sigma verbaut sind. :wink:

Grüße,
Frederik
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Beitragvon O.Mertineit » 06.07.2015, 10:29

Noel hat geschrieben:Das "niemand anderem" irritiert mich ein wenig.
Was würdest du denn anderen empfehlen ?



Hallo Noel,

wenn bei jemandem u.a. Pegelanforderungen im Tiefton mehr im Vordergrund stünden, würde man bei einer 2-Wege Kombination evt. eher Kompromisse beim Rundstrahlverhalten oder im obersten Hochton machen. Mehr wollte ich damit nicht sagen ...

Deine Anforderungen sind völlig OK, und man kann sie nutzen für einen "guten und vernünftigen" LS.

Das hier zeigt eine mögliche D'Appolito Anordnung mit Visaton AL130 als TMT. Dieser Entwickler entwirft und baut auch eigene Waveguides

http://www.waveguide-audio.de/standbox- ... ungen.html

http://www.waveguide-audio.de/satellite ... al130.html

Dort kann man sich u.a. auch das erreichbare Rundstrahlverhalten in der Horizontalebene ansehen ...

Allerdings schlage ich für die 2xAL 130 eine zusammenhängende Tieftonkammer mit passender BR-Abstimmung vor, sonst ist das System von der Basstauglichkeit her m.E. zu eingeschränkt.

Waveguides von der Anordnung allgemein leicht mit den TMT "überlappen" zu lassen oder "anzuknabbern" kann noch ein paar cm dichteren Montageabstand "herausschinden", wie man sieht. Hier könnte man z.B. "übrige Euros" investieren, um eine Lösung auf Basis eines kommerziellen Waveguides zu finden.

Wie man sieht, sind auch schon andere bei solchen Kombination auf Übernahmefrequenzen um 1,7Khz gekommen:

http://www.waveguide-audio.de/standbox- ... ungen.html

Der Punkt ist hier, daß man die Kontrolle durch den Waveguide haben möchte, um das Abstrahlverhalten von TMT und HT anzupassen. Bei niedrigeren Übernahmefrequenzen müsste ein Waveguide wesentlich größer werden (1 Oktave weniger ergibt ca. 4-fache Mundfläche ...), das bringt dann die Verhältnisse inkl. Schallwandabmessungen - hier schmal und in etwa auf TMT Durchmesser zugeschnitten - durcheinander.


Zum AL130 als "Beispiel Tief-Mitteltöner":

Ich habe den AL 130 vor Jahren testweise auch schon gelegentlich ohne Frequenzweiche "Fullrange" gehört, nicht daß ich das empfehlen würde:

Es gibt jedoch viele Chassis, die sich zwar "Fullrange" nennen aber deutlich schlechter klingen, u.a. weil sie bereits im gehörmäßig sehr relevanten Bereich unterhalb 6Khz Probleme haben ...

Oberhalb 6Khz (vor allem 7...10Khz) beginnen beim AL130 zwar deutliche Resonanzen, aber bei einer vorgeschlagenen Übernahmefrequenz z.B. um 1,8Khz sind das knapp 2 Oktaven "Abstand". Wer extrem auf "Nummer sicher" gehen will, der entzerrt den AL130 "Fullrange", bevor er den Tiefpass einsetzt: Es sollte aber nach meinem Ermessen nicht notwendig(*) sein, sobald man wenigstens 12dB/Oktave Flankensteilheit im Schalldruckverlauf erreicht.

Der AL 130 ist damit im Übertragungsbereich bis weit in den Sperrbereich der Frequenzweiche "Weltklasse", auch was das Zerfallsspektrum betrifft.

Der "größere Bruder" AL 170 beginnt hingegen spätestens ab 4Khz "komisch" zu werden, auch von der Richtwirkung her. Für den Einsatzzweck von Noel ist der AL130 hier m.E. ganz eindeutig das bessere TMT Chassis.

Auch bei gut entworfenen Hartmembranen (meist Leicht-Metall aber auch Honeycomb oder geschäumte Sandwich-Strukturen mit Deckschichten ...) sind oft Resonanzen hoher Güte bei höheren Frequenzen ein Problem.

Hier hilft "Sicherheitsabstand" im Frequenzbereich indem man diese Resonanzen weit genug in den Sperrbereich des Tiefpassfilters legt. Um weit in den Mittel- Hochton zu übertragen, müssen derartige Membranen schlicht klein genug sein: Dann ist nahezu "Perfektion" im Übertragungsverhalten möglich, gerade wenn man zumindest in der Horizontalen eine Richwirkung ohne ausgeprägte Diskontinuitäten an der Übernahmefrequenz anstrebt.


Wer z.B. bei 2 Wegen damit "kokettiert" - etwa weil "mehr Verschiebevolumen" im TT gefragt ist - näher heran oder gar bis in den Partialschwingungsbereich einer Tief-/Mittelton-Membran hinein zu übertragen, der ist mit Tief-Mitteltönern oft besser beraten, die hochdämpfende und weichere Membranmaterialien verwenden.

Zeigt man im Gesamt-Entwurf mit Hartmembranen hier keine "klare Kante", dann werden bei größeren Hartmembranen oft sehr steilflankige Filter nötig. Diese haben jedoch auch nicht nur Vorteile, wenn man u.a. auf "Gestaltungsmöglichkeiten" von Diskontinuitäten im Rundstrahlverhalten zw. TMT und HT schaut, die dann in der Praxis oft auch noch größer ausfallen werden.

So sehe ich das im Allgemeinen, Einzelfälle konnen sich natürlich immer etwas anders gestalten ...


Grüße Oliver


________________

(*) Außerdem lässt sich die winkelabhängige resonante Abstrahlung mit einer Entzerrung nicht kompensieren, deshalb ist m.E. eher an ein "sanftes" Notch-Filter im genannten Bereich zu denken, wenn überhaupt.
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Beitragvon O.Mertineit » 06.07.2015, 10:57

Noel hat geschrieben:Der visaton sieht mir zu stark nach Bad/Decken Lautsprecher aus.


... das habe ich ja jetzt erst gelesen(*). Wodurch mir klar wird, wie sehr ich hier meine Zeit verschwende. Das mache ich in den nächsten 4-6 Jahren sicher nicht nochmal :cheers: .

Andere jedoch, die evt. bereits auf vergeichbare Projekte geschaut haben, können vielleicht Anregungen daraus ziehen.

Grüße Oliver


______________

(*) @Noel: Für mehrere Hundert Euro, die Du pro LS noch übrig hast, kannst Du Dir einen besonders leichten und deckenden Lack für die Membran machen lassen. Auch ein dämpfender Membraneinstrich mit funktionalem Hintergrund wäre denkbar, der würde jedoch bewegte Masse und Parameter merklicher verändern ... darauf müsste man im Entwurf geeignet reagieren. Ist auch hier m.E. nicht sehr sinnvoll.

Es soll auch welche geben, die "C37" auf auf den AL130 auftragen, das sieht zumindest interessant aus ... aber gut, ich halte mich aus diesem Thread jetzt lieber heraus.
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