Aktivmonitor auftrennen/digitale Weiche

Lautsprecherbau und -tuning

Beitragvon phase_accurate » 27.01.2015, 13:27

Man kann sich das Ganze auch über die Gruppenlaufzeit vorstellen:

Eine Dreiwegeweiche weist eine frequenzabhängige Verzögerung auf, deren Verlauf von tiefern zu höheren Frequenzen in etwa wie eine Treppe mit zwei Stufen aussieht. die Stufen sind unterschiedlich breit und hoch.die Breite hängt von den Uebernahmefrequenzen und die Höhe der Stufen von der Filtergüte, der Uebernahmefrequenz und der filterordnung ab. Die Kante sieht aus wie verschliffen und bei höheren Filtergüten hat die Kante noch einen Wulst.

Wenn man nun eine Funktion mit einem linearen Frequenzgang aber mit einem entsprechend beschaffenen Verlauf der Gruppenlaufzeit voranstellt, bekommt man statt einer Treppe ein Podest. D.h. man hat die Verlauf der Gruppenlaufzeit zuungunsten einer erhöhten totalen Gruppenlaufzeit liearisiert.

Gruss

Chalres
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Beitragvon uli.brueggemann » 27.01.2015, 13:32

Dieter,

nein. NEIN.
Es wird kein Korrektursignal hinzugefügt.
Es wird GEFALTET bzw. CONVOLVT.

So Du an dem Thema wirklich interessiert bist, kann ich Dir nur die Lektüre des frei herunterladbaren Buches auf http://www.dspguide.com empfehlen. Dort werden die Grundlagen der Convolution auf hervorragende didaktische Art und Weise erläutert, ohne dass man in kryptische Mathematik einsteigen muss.

Also:
die Addition der einzelnen Wege einer Frequenzweiche ergeben im Fall minimalphasiger Frequenzweichen das von mir beschriebene Bild. Es wird nicht dadurch korrigiert, dass da was dazuaddiert oder etwas subtrahiert wird. Das Summensignal wird mit einem Korrekturfilter convolvt.

Grüsse
Uli
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Beitragvon KSTR » 27.01.2015, 14:32

Danke, Uli, wollte ich schon (bzw noch) anmerken.

Oder 'analoger gedacht' in Übertragungsfunktionen, in Laplace-Notation, enstpricht die Verkettung der Multiplikation, und durch multiplizieren mit dem Kehrbruch kann man eine Komponente der Multiplikation wieder eliminieren ('kürzt sich raus').

Was wir hier weg haben wollen ist der Allpassgang des LR4, wenn man sich den getrennt faktorisiert vorstellen mag in einen linearphasigen Anteil L und die Exzessphase E (Allpassphase), d.h.
'LR4' := L*E, damit wir nur L haben müssen wir wieder durch E teilen, L*E/E == L. Wobei L bei einer Trennung sowieso immer1 ist, natürlich (nicht aber bei zB dem Systemhochpass).
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Beitragvon dietert » 28.01.2015, 17:54

Hallo Uli,

einen Plot des Ausgangssignals des Korrektur-Convolvers für den Fall eines Rechteck-Audio-Transienten bekommen wir aber nicht zu sehen? Eigentlich wäre das ganz informativ, wenn man die Größe der beigefügten Korrekturen ansehen könnte.

Die digitale Differenzweiche mit Verzögerungsleitungen wird folgenden Autoren zugeschrieben:

Lipshitz, S. P. and Vanderkooy, J.: A Family of Linear-Phase Crossover Networks of High Slope
Derived by Time Delay, JAES, B 31, No. 1/2, 1983

Grüße,
Dieter T
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Beitragvon uli.brueggemann » 28.01.2015, 18:29

dietert hat geschrieben:einen Plot des Ausgangssignals des Korrektur-Convolvers für den Fall eines Rechteck-Audio-Transienten bekommen wir aber nicht zu sehen? Eigentlich wäre das ganz informativ, wenn man die Größe der beigefügten Korrekturen ansehen könnte.

Ich versteh nicht, was für ein Plot gemeint ist.
Sprungsignal des exzessphasigen Korrekturfilters? Oder Antwort dieses Filters auf ein Rechtecksignal (wenn ja was für eine Breite?)?

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Beitragvon KSTR » 29.01.2015, 10:58

Sprungantwort ist ulis 2tes bild von rechts nach links gelesen, eben die Zeitinversion des Allpasses den man weg haben will

edit, nicht ganz wg dem systemhochpass der zusätzlich zur trennung drin ist
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Beitragvon KSTR » 29.01.2015, 11:16

Zeitinversion ist der Schlüssel zum Verständnis, ganz allgemein.
Wie mache ich zB ein linphase LR4 mit Audition? DIRAC -> Bu2 -> zeit invertieren -> nochmal Bu2. Die beiden phasengänge heben sich raus in der Verkettung, da der eine eben die Zeitinversion vom anderen ist
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