Aktivprojekt Manger MSW

Lautsprecherbau und -tuning

Beitragvon harrym » 16.02.2015, 18:54

Hallo Daniel,

danke für Deinen Hinweis:

meldano hat geschrieben:Gerade erst auf den Thread hier gestoßen ...
Wir hatten Ende letztes Jahr verglichen:

- Zerobox 109 passiv
- Zerobox 109 aktiv an Abacus
- Zerobox 109 aktiv an Hifiakademie
- Manger Studiomonitor MSM c1

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Die MSMc 1 spielt mit der 109 Hifiakademie qualitativ gleich auf. Letztendlich entscheidet hier der Geschmack, wobei die 109 Hifiakademie wesentlich präziser und trockener im Bass spielt. Die Abacus Aktivelektronik fällt sehr weit ab. Passiv geht gar nicht.

Mich würde interessieren, was Du von Abacus verglichen hast. Wenn es das Aktivmodul war, ist mir das Ergebnis klar und es deckt sich mit meinen Vergleichen.

Ich tendiere zu Abacus , weil ich auch einen Hörvergleich mit meinen jetzigen MSW-Breitbandhörnern gemacht habe (zunächst nur Verstärker, ohne DSP-Module):

  • HifiAkademie PowerAmp (mein jetziger Verstärker)
  • Abacus 120D
Mein Fazit daraus ist, dass der Abacus besser klingt als der PowerAmp (bessere Kontrolle im Bass, sehr authentischer Klang, vor allem bei Stimmen, bessere Räumlichkeit). Jetzt kommt das große "aber" und zugleich meine derzeit offene Baustelle. Wenn ich das DSP-Modul von Abacus reinmache (ohne Filter, also nur A/D-Wandlung und D/A-Wandlung), fällt der Klang zusammen (Dynamik und die Authentizität geht verloren, alles klingt matter). Er klingt dann schlechter als der PowerAmp. Ich habe den Gegentest gemacht (PowerAmp + DSP-Modul von HifiAkademie): Auch hier gibt es eine leichte Klangverschlechterung, aber nicht so dramatisch.

Ich tendiere nach wie vor zum Abacus-Verstärker (120D), muss mir aber eine andere Weichenlösung ausdenken. Folgende Optionen:

  • DSP-Modul von HifiAkademie (muss man an die bestehende Versorgungsspannung anpassen, evtl. eigenes Netzteil)
  • DSP-Modul von Drittanbieter (muss dann aber deutlich besser sein)
  • Analoge Weiche (der Abacus hat hier einige Steckplätze). Am schwierigsten dürfte die Verzögerung zum Laufzeitausgleich des Tieftöners sein.

Gruß
Harald

PS: Mittlerweile sind die Gehäuse aufgebaut und die Chassis drinnen.Ich mache noch einen gesonderten Post mit Bildern. Es kann also an die ersten Messungen gehen. Zum Spielen mit der Weiche kann ich meinen PowerAmp mit dem DSP-Modul verwenden, allerdings nur in Mono (da ich nur einen PowerAmp habe).
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Beitragvon meldano » 21.02.2015, 10:38

Das hier:

http://www.abacus-electronics.de/135-0- ... laege.html

Hast du die OPA627 in der Hifiakademie Endstufe?
Das muss unbedingt sein !
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Beitragvon harrym » 26.02.2015, 23:35

meldano hat geschrieben:Hast du die OPA627 in der Hifiakademie Endstufe?
Das muss unbedingt sein !


Ja, habe ich drinnen :wink:. Teuer, aber lohnt sich. Ich habe damals als ich das Ding aufgebaut habe so ziemlich alle Optimierungsmaßnahmen ausprobiert.

Gruß
Harald
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Beitragvon mbrennwa » 02.03.2015, 19:47

Hallo Harald

Ich habe vor einiger Zeit ebenfalls einen aktiv-Manger mit Visaton TIW-200XS konstruiert und höre noch immer täglich damit. Ein lohnenswertes Projekt!

Auf meiner Webseite gibt’s eine allgemeine Beschreibung und Bilder dazu:
http://audioroot.net/en/mangerbox

Oder auch detaillierte technische Informationen (inkl. Filtereinstellungen):
http://audioroot.net/wp-content/uploads/2014/04/mangerbox_20140412.pdf

Zunächst hatte ich es mit analogen Aktiv-Filtern versucht. Das ging ganz gut, aber der MSW profitiert sehr von den Entzerrungsmöglichkeiten, die man mit Digitalfiltern hat. Mit den Hifiakademie-Filtern konnte ich nochmal einiges aus dem MSW herausholen. Ich bin zwar der Meinung, dass die A/D-Wandlung und danach die die D/A-Wandlung dem Klang nicht besoners förderlich ist, aber dennoch überwiegen die Vorteile der komplexen Entzerrung beim MSW deutlich. Ich habe allerdings keine Erfahrung mit DSPs anderer Hersteller, und kann deshalb nicht beurteilen, wie gut andere DSPs funktionieren.

Wenn ich nochmals von vorne beginnen würde, dann würde ich die Leistungsverstärker und Aktiv-Filter (DSPs) als getrennte Geräte aufbauen. Damit ist man nicht so sehr an einen Hersteller gebunden. Ich würde gerne mal einen Abacus-Verstärker testen, aber der Umbau meiner Hifiakademie-Module ist mir zu mühsam.

Viele Grüsse und viel Erfolg
Matthias
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Beitragvon chriss0212 » 31.03.2015, 07:38

mhhh...eine frage zu mange selbstbau projekten:

meines wissens vertreibt manger nur noch fertige lautsprecher..keine einzelnen msw's mehr. wie dann diy mit manger?

grüsse

christian
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Beitragvon LordHelmchen » 01.04.2015, 00:49

Hallo Christian,

Manger hat sich seit April letzten Jahres vom DIY Geschäft verabschiedet und auch Ihren OEM Partnern untersagt MSWs einzeln (also ohne Lautsprecher) zu verkaufen.

Für neue Selbstbauprojekte bleibt also nur der Gebrauchtmarkt von MSWs...

Viele Grüße

Markus
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Beitragvon phase_accurate » 01.04.2015, 12:20

Was es allenfalls noch gibt ist dieser (passive) Bausatz. Man hat dann allerdings das Weichenmaterial zuviel und allenfalls auch noch den Woofer, falls man einen anderen verwenden möchte.

http://www.wavecontrol.ch/index.php?opt ... Itemid=521

Gruss

Charles
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Beitragvon harrym » 03.05.2015, 18:42

Liebe Mangerfreunde,

es wird mal wieder Zeit, von meinen Fortschritten zu berichten. Es ist einiges passiert.

Zuerst mal sind wie vorher erwähnt, die Gehäuse im Rohbau fertig. Zunächst mal nur grob zusammen geleimt und ungeschliffen:

Bild

Bild

Das Schwarze innen ist Schwerfolie, unten sieht man das separate Abteil für die Aktivweiche.

Mittlerweile sind die Gehäuse auch gespachtelt und geschliffen, Ecken abgerundet und die Ausschnitte für die Aktivweichen drinnen:
Bild

Die Entscheidung mit dem Weichenaufbau ist auch gefallen. Ich verwende den Abacus 80-120D Verstärker und baue die Weiche analog auf. Der Abacus hat für jeden Kanal zwei Filtersteckplätze (Modulgröße eigentlich 30x30mm, ich habe die Höhe für ein Modul auf 50mm vergrößert, das passt in meinem Aufbau rein). Zu den Weichenmodulen später mehr, das Grobdesign steht schon, die Platinen dafür sind auch schon gefertigt. Ich muss nach einer erneuten Messung der Chassis nochmal die Dimensionierung rechnen.

Die Abacusverstärker habe ich zerpflückt und auf eine Alurückwand aufgebaut. Das sieht dann so aus:

Bild

Bin mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Die Alubleche dienen der Stabilisierung der 90° zur Rückwand eingebauten Platinen und gleichzeitig zur Abschirmung zwischen Netzteil und Verstärkersektion. Die Filtermodule muss ich wie gesagt noch dimensionieren und aufbauen. Die Steckplätze sieht man in folgendem Bild auf der Platine rechts (die 5-poligen Buchsenstecker vor den Drehschaltern).

Bild

Weiter geht's mit Lackieren der Gehäuse und dem Aufbau der Filtermodule. Dazu muss ich erst noch auf meine beiden MSWs warten, die sind in der Reparatur. Danach will ich nochmal den Frequenzgang messen und die Filter darauf abstimmen. Fortsetzung folgt ...
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Beitragvon NNEU » 03.05.2015, 20:47

Interessantes Projekt!

Von den Proportionen gefallen mir die Lautsprecher jedoch gar nicht. Die Chassis sollten mMn ein wenig höher sein, außerdem sind die Lautsprecher nicht tief genug im Anbetracht der Breite.

Aber das ist natürlich nur meine Meinung. :wink:

Zum Thema "Lackieren": Was ist denn da geplant?
Legst du Wert auf ein hochwertiges finish oder wirst du einfach mit der Rolle lackieren?


Lg

Noel
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Beitragvon harrym » 04.05.2015, 19:31

Hallo Noel,

über Geschmack kann man ja bekanntlich nicht streiten :wink:, aber wer sagt denn, dass ein Lautsprecher immer tiefer als breit sein muss? Infinity hat mal eine Zeit lang sehr breite Boxen gebaut (Kappa), die man als Klang-Stelen bezeichnen könnte, ich hatte mal so eine. Hat mir eigentlich optisch ganz gut gefallen. Der (optische) Ursprung für mein Bauprojekt ist jedenfalls die Stand-Aktivbox von Manger (MSMs1). Wichtiger als die Optik ist mir ohnehin der Klang, also muss das Gehäuse zunächst mal funktional sein. Wenn's dann noch ansprechend aussieht, um so besser. Wichtig war mir noch, dass es einigermaßen "wohnraumtauglich" ist, also nicht zu groß und wuchtig.

Die Form (Breite vs. Tiefe) hat funktionale Gründe. Der MSW ist ziemlich breit, das bestimmt schon mal die Breite der Box. Wenn man noch die Ecken abrunden möchte, ist die gewählte Breite schon ungefähr das Minimum. Bei dem angestrebten Volumen und angepeilter Höhe der Box ergibt sich die Tiefe mehr oder weniger automatisch. Ferner sollte Tiefe und Breite unterschiedlich sein (sonst erhält man zweimal die gleichen Moden in der Box), also wird die Box weniger tief als breit (sonst wird es mir zu wuchtig).

Dass die Chassis so weit unten sind, hat zwei Gründen. Zunächst mal benötigt der MSW ein relativ großes Gehäusevolumen (ca. 10l), damit rutscht die Trennwand schon mal nach unten, und damit zumindest auch der Tieftöner. Da ich den Abstand zwischen MSW und Tieftöner gering halten möchte (zur Verringerung von Interferenzen/ Lobing), bewegt sich also auch der MSW nach unten.
Zum zweiten habe ich die Trennwand zur Vermeidung stehender Wellen (zumindest auf der vertikalen Achse) schräg gemacht, damit rutscht die Vorderkante der Trennwand nochmal nach unten (s. auch Konstruktionszeichnung). Die Achse des MSW ist aber immer noch auf ca. 95cm (plus Spikes und evtl. Unterlage), für meinen Hörplatz ist das ungefähr auf Ohrhöhe, also ok.

Zur Lackierung: Nein, keine Rolle. Das habe ich schon mal mit meinen Gerätebasen ausprobiert (auch aus MDF). Das würde mir für die Boxen nicht gefallen. Die sollen Hochglanz lackiert werden (mit Lackierpistole). Ich will mal versuchen wie gut man das selber hinbekommt.

Gruß
Harald
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Beitragvon harrym » 04.05.2015, 19:48

Hallo Matthias,

jetzt muss ich doch nochmal auf Deinen Beitrag antworten. Super Projekt und coole Beschreibung (mit LATEX?), sieht sehr wissenschaftlich aus 8).

Ich habe bei meinem jetzigen MSW-Breitbandsystem auch mit dem DSP-Modul von HifiAkademie rumprobiert (Raummoden ausfiltern, MSW-Frequenzgang glätten). Das klang zwar dann neutraler, am Ende habe ich den DSP aber wieder entfernt und ungefiltert gehört. Beim jetzigen Projekt werde ich wahrscheinlich die beiden Hauptbuckel im MSW-Frequenzgang (bei mir bei 650 und 3000 Hz) rausfiltern (mit Analogfilter). Ich möchte die zusätzliche A/D-D/A Wandlung vermeiden.

Gruß
Harald
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Beitragvon Raumantwort » 04.05.2015, 20:04

Hallo Harald,

den auf die passende Rückwand umgebauten 60-120D find ich ja auch schick. :cheers:

harrym hat geschrieben:Zur Lackierung: Nein, keine Rolle.

Für MDF gibt es matt weiße Grundierung (http://www.schoener-wohnen-farbe.com/pr ... ierung.pdf) mit der habe ich auch gerollt sehr gute Erfahrungen gemacht. Die gefiel mir sogar dermaßen gut, dass auf die gerollten Akustikelemente gar keine weitere Farbe draufkommt. Das wird ein Mattweiß exakt wie das handelsübliche Polarweiß der Wandfarbe.

Wenn du Erfahrungen mit Lackieren mit der Sprühpistole machst bitte posten, da lerne ich gerne dazu. :D

Schöne Grüße
Andreas
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Beitragvon NNEU » 04.05.2015, 20:40

Hallo Harald,

harrym hat geschrieben:Zur Lackierung: Nein, keine Rolle. Das habe ich schon mal mit meinen Gerätebasen ausprobiert (auch aus MDF). Das würde mir für die Boxen nicht gefallen. Die sollen Hochglanz lackiert werden (mit Lackierpistole). Ich will mal versuchen wie gut man das selber hinbekommt.

Hochglanz ist immer gut. :cheers:

Für MDF gibt es matt weiße Grundierung (http://www.schoener-wohnen-farbe.com/pr ... ierung.pdf) mit der habe ich auch gerollt sehr gute Erfahrungen gemacht. Die gefiel mir sogar dermaßen gut, dass auf die gerollten Akustikelemente gar keine weitere Farbe draufkommt. Das wird ein Mattweiß exakt wie das handelsübliche Polarweiß der Wandfarbe.

Ja nicht!!! :roll:

Wenn da was Gescheites bei rauskommen soll, würde ich hochwertige Farben und Werkzeuge verwenden. Ich werde bald meine N805 lackieren, deshalb kenne ich mich in der Materie ein wenig aus. Was hast du denn alles an Werkzeug bzw. Maschinen?

Eine Hochglanz-Lackierung ist nicht einfach hinzubekommen. Du brauchst dafür eine gute Lackierpistole (Sata oder vergleichbares, keine Baumarkt Ware), einen guten Exzentschleifer (samt Zubehör wie Schleifpapier, Polierschwämme und Polierpasten) und einen Kompressor mit ausreichendem Fördervolumen und großem Kessel. Der Kessel muss genug Luft für eine komplette Lackier-Session speichern können. Wenn der Kompressor während des Betriebs angeht entsteht Hitze, Wasser- und Ölreste, die eventuell im Kessel sind, sind somit gasförmig und können von einem Wasser-/Ölabscheider nicht herausgefiltert werden, und landen somit auf dem Lack. Da 2K-Lack mit Wasser reagiert, ist das natürlich sehr unpraktisch.

Ich weiß ja nicht, ob und wieviel Erfahrung schon mit Lackieren hast, falls du Fragen hast, kannst du mir gerne eine PM schicken. :wink:
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