Erbitte mentale Unterstützung beim Subwooferbau

Lautsprecherbau und -tuning

Erbitte mentale Unterstützung beim Subwooferbau

Beitragvon Fridolin » 25.11.2014, 14:52

Hallo liebe Forumsteilnehmer,

wie im Titel bereits angedeutet, möchte ich um Eure Hilfe beim Entwurf eines Subwoofers zur Unterstützung meiner KEF LS50 Monitore im Tieftonbereich bitten.

Da hier im Forum so viel gesammeltes Know-how vorhanden ist und ich selbst nicht allzu viel Erfahrung auf dem Gebiet habe, würde ich mich über Eure guten Ratschläge sehr freuen.

Folgende Ausgangssituation liegt vor:

• Die von mir präferierten KEF Blade sind derzeit leider nicht in finanzieller Reichweite. Ersatzweise habe ich mir vor einiger Zeit deshalb die kleinen KEF LS50 Monitore zugelegt und bin mit all ihren Eigenschaften äußerst zufrieden - bis auf die (fehlende) Tiefbasswiedergabe

• Deshalb möchte ich einen (oder zwei?) Subwoofer bauen, der die LS50 nach unten hin ergänzt, ohne die guten Eigenschaften der Monitore - wie die hervorragende Lokalisierung des Musikgeschehens durch die koaxiale Ausführung von Mittel- und Hochtöner - zu verlieren

• Die bereits vorhandenen zwei Subchassis aus dem Car-HiFi-Bereich (PhaseLinear Aliante 12 Zoll) möchte ich verwenden. Im Car-HiFi-Bereich gelten sie als sehr präzise, wenn auch als leistungshungrig

• Das Gehäuseprinzip soll geschlossen sein

• Angesteuert soll(en) der/die Woofer durch einen eigenen Verstärker und evtl. einen DSP werden.

Zunächst bin ich mir nicht im klaren, ob es günstiger ist, zwei getrennte Woofer, z.B. als Ständer für die Monitore, oder einen einzelnen Woofer mit gegeneinander arbeitenden Chassis zur Impulskompensation, zu bauen.

Falls zwei Gehäuse günstiger sein sollten, wären dann nach vorne, zur Seite oder zum Boden hin strahlende Lautsprecher günstiger?

Wie Ihr seht: Viele offene Fragen, bei denen ich auf Euren Rat hoffe.

Viele Grüße
Fridolin
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Beitragvon Koala887 » 25.11.2014, 15:27

Hallo Fridolin,

wegen der gleichmässigeren Raumanregung würde ich 2 getrennte Subwoofer bauen.

Fridolin hat geschrieben:Die bereits vorhandenen zwei Subchassis aus dem Car-HiFi-Bereich (PhaseLinear Aliante 12 Zoll) möchte ich verwenden. Im Car-HiFi-Bereich gelten sie als sehr präzise, wenn auch als leistungshungrig

Ich weiß nicht ob du damit glücklich wirst, da Car-Hifi-Subwoofer allgemein nicht besonders tief spielen, um den Druckkammereffekt im Auto nicht zu verstärken. Mit dem DSP könnte man allerdings in dem Bereich nachhelfen.

Schöne Grüße
Daniel
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Beitragvon freezebox » 25.11.2014, 16:26

Hallo Fridolin,

Bezüglich der Raumanregung stimme ich Daniel zu, dass 2 Subs besser sind. Allerdings ist der Gewinn an Präzision durch Impulskompensierte Woofer auch nicht zu unterschätzen. Da Deine Satelliten auch recht tief spielen, und der Sub entsprechend tief und nicht mehr Stereo-Abbildungs-Relevant angekoppelt werden kann, würde ich fast auf diese Variante setzen, zumal die bewegte Membran-Masse vermutlich auch nicht ohne ist, und die Kisten sonst schon ordentlich durchs Zimmer moppeln..

Die Resonanzfrequenz der Treiber liegt ja um die 20Hz. Das ist schon sehr tief, und bei entsprechender Gehäuseauslegung bestimmt tief genug. Allerdings sind die Treiber mit der geringen Güte von etwa 0,3
eher für BR optimiert und müssten im Falle der geschlossenen Lösung mit einem DSP im Tiefbass angehoben werden.

Prinzipiell würde ich mir vielleicht sogar überlegen, die beiden ziemlich teuren Sub-Chassis gegen 4x 20er Langhub-Tieftöner (z.B. Wavecore sw223, Visaton TIW200) zu tauschen, um 2 Säulen mit seitlich angeordneter Impulskomensation unter die Lautsprecher zu bauen. Als gute und sehr präzise Verstärker im Bassbereich kann ich Abacus Endstufen empfehlen, als DSP kommen DSPeaker anti-mode oder Monacor DSM-240 (ist der Behringer 2496 vorzuziehen), mini-DSP, das DLCP von Hypex o.a.in Frage.

Grüße,
Jörn
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Beitragvon Raal » 25.11.2014, 17:04

Hallo Fridolin,

ich kenne die Ali Subwoofer sehr gut da ich sie auch immer noch gerne als Fussraum Subwoofer verbaue.

Allerdings ist das Chassi als Subwoofer für Home-HiFi komplett ungeeignet. Es ist schon nicht leicht im Auto damit tief zu kommen und pegeln mag es auch nicht.

Nicht günstig aber zur Zeit für mich einer der besten DIY Bausätze:

http://www.lautsprechershop.de/hifi/roy.htm

Viele Grüße
Andreas
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Beitragvon Nachhall » 25.11.2014, 17:10

Hallo zusammen,

wie schon anderer Stelle erwähnt, kann wird der Vorteil eines Subwoofers (oder mehrerer) nur wirksam, wenn man die Möglichkeit einer von den Hauptlautsprechern separaten Aufstellung nutzt. Das liegt daran, das die Position der Hauptlautsprechern für die Anregung im Bass in den allermeisten Fällen nicht die günstigste ist.

Wenn man nur einen Hörplatz hat, kann es günstiger sein, einen Subwoofer an der optimalen Position aufzustellen. Möchte man eine größere Hörzone, ist ein System aus mehreren Subwoofern (aber nicht an den Hauptlautsprechern aufgestellt), vmtl. von Vorteil.

Grüße
Jörn
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Beitragvon L_Hörer » 27.11.2014, 16:08

Hallo Fridolin,

passend zu Deinen eher zierlichen LS 50 möchte ich noch eine andere Bassvariante in die Diskussion werfen: Den Dipol.

Er ist
- klein, sowohl absolut als auch relativ zur abgestrahlten Wellenlänge
- offen, es gibt praktisch kein Mitschwingen von Gehäusewänden.
- impulskompensiert, wenn man je zwei Tieftöner verwendet

Darüber hinaus regen Dipole weniger Raumresonanzen an und sind einfach zu bauen.

Ich betreibe zwei solcher Dipole mit den Maßen 35x35x35cm mit den Abacus A-Boxen und bin sehr zufrieden. Näheres einschl. Klirrfaktor und Frequenzgang findest Du hier in meinem Vorstellungsthread:
viewtopic.php?f=6&t=5549#p86593

Frohes Gelingen,
Heinz
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Beitragvon freezebox » 27.11.2014, 17:00

Hallo Fridolin,
Hallo Heinz,
Hallo Forenten,

Zu den Dipolen kann ich auch ein wenig sagen, da ich lange mit 2 nach Ripol-Prinzip (je 2x 38" Treiber)gebauten Exemplaren gehört und experimentiert habe. Inzwischen bin ich aber wieder auf geschlossene Subs umgestiegen, da die Aufstellung der Dipole nicht ganz ohne ist (man muss einen Platz relativ weit in Raummitte finden, meist war dies recht nah am Hörplatz, was wiederum eine sehr steile und niedrige Trennung (<60Hz) erfordert hatte damit der Sub nicht als Schallquelle ausgemacht werden konnte.

Zudem fehlte mir doch etwas an Punch, was z.B. Bass Drums etwas von ihrer Natürlichkeit genommen hatte - vielleicht weil man ein wenig Nachschwingen einfach immer gewohnt ist und dadurch als natürlicher empfindet - zumindest geht es mir da so.

Die o.g. Treiber von Fridolin sind mit nur 5 mm linearem Hub und geringem Qt von 0,3 auch nicht gut für einen Dipol-Einsatz geeignet - Im Falle der Dipol Umsetzung würde ich die Peerless Treiber der SL-Serie empfehlen.

Grüße,
Jörn
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Beitragvon L_Hörer » 27.11.2014, 20:10

freezebox hat geschrieben:Die o.g. Treiber von Fridolin sind mit nur 5 mm linearem Hub und geringem Qt von 0,3 auch nicht gut für einen Dipol-Einsatz geeignet - Im Falle der Dipol Umsetzung würde ich die Peerless Treiber der SL-Serie empfehlen.

@Jörn,
Da stimme ich Dir zu, ich verwende 4x Peerless SLS-12, 8 Ohm, jeweils 2 Stck parallelgeschaltet und preislich akzeptabel. Die Aufstellung des Dipols ist schon etwas vom Raum abhängig, ich bin knapp 1 Meter von der Rückwand weg, und es klappt prima - schöner, trockener Bass.

@Fridolin
Geschlossene Subwoofer, möglichst abgestimmt auf Q = 0,5 ... 0,7 und ggf. aktiv entzerrt (DSP) sind ebenfalls eine gute Lösung. Ich hatte dabei die Wände doppelt ausgeführt und mit Sand gefüllt, man bekommt so das Mitschwingen gut in den Griff.

Das, was Du bei den einfach zu bauenden Dipolen in geschicktes Aufstellen steckst must Du bei geschlossenen Subs in Maßnahmen gegen das Mitschwingen investieren! Mit beiden Lösungen - gut gemacht - kann man leben.

Gutes Gelingen,
Heinz
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Beitragvon Fridolin » 29.11.2014, 16:56

Aber holla,

hier war ja während meiner dienstreisebedingten Abwesenheit Einiges los.
Vielen Dank für all Eure Überlegungen!

Eine allgemeine Übereinstimmung scheint in der Meinung zu herrschen, dass meine Chassis wenig bis gar nicht geeignet für mein Vorhaben sind. Da sie aber nun schon mal da sind, werde ich vorläufig versuchen, das Beste aus ihnen herauszuholen. In meinem kleinen Autoinnenraum (Alpine A310) klingt der eine verbaute Subwoofer ganz ausgezeichnet. Das kann aber durchaus dem Druckkammereffekt geschuldet sein.

Da ich über die Weihnachtszeit genug Muße zum Experimentieren haben werde, will ich mehrere der von Euch vorgeschlagenen Varianten (eine Box mit Impulskompensation, zwei Boxen, Dipol mit anderen Chassis) ausprobieren.

Anfangen werde ich dann mit der impulskompensierten, geschlossenen Variante.
Dabei schwebt mir ein "kugelartiges" Gehäuse vor, das aus etlichen verleimten "Kreisringen" zusammengesetzt ist. Das scheint mir den Vorteil zu haben, dass es wenig resoniert - wegen der Form und der einfach zu erzeugenden Wanddicke - und relativ leicht zu fräsen ist.
Natürlich wird der Innenraum keine ideale Kugel werden, sondern eher treppenartig aufgebaut sein.

Wäre es sinnvoll, im Innenraum die einzelnen "Treppenstufen" abzurunden?

Eine weitere einfache Angelegenheit wäre es, zwei pyramidenförmige Gehäuse als Standfüße für die Monitorboxen zu bauen und die Chassis gegen den Fußboden (oder eine Bodenplatte) abstrahlen zu lassen.

Welche Vor/Nachteile gegenüber nach Vorne abstrahlenden Chassis hätte dies und was gilt es im Falle der Abstrahlung nach Unten zu beachten?
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