Aufbau einer Test-TT/TMT-Wand

Lautsprecherbau und -tuning

Aufbau einer Test-TT/TMT-Wand

Beitragvon Jake52 » 05.11.2014, 17:15

Hallo miteinander,


nach dem Mitlesen der ganzen Bass-Array und artverwandten Abhandlungen, auch in anderen Foren,
möchte ich einen Versuchsaufbau machen. Wäre schön, wenn hier jemand schreibender Weise mithelfen würde.

Wenn ich das richtig verstanden habe, sind für eine ordentliche Bassabstrahlung mind. 4 Bässe in einer Anordnung 1/4 zu 3/4 Raumhöhe und ein Abstand zueinander von etwa 210cm für ca. 80Hz notwendig.

Da ich das Ganze als Dipol machen möchte, ist der Aufwand nicht wirklich hoch. Chassismäßig wären das meine 4 30er Bässe aus den Ripolen und der Excel W22 für den TMT. Letztgenannter von 80 bis 400Hz, was für die Ankopplung an die Bässe wohl nach einer Schallwand verlangt.

Hilfe brauche ich bei der Positionierung des TMT. Bei einer Deckenhöhe von 240cm befänden sich die TT bei 60cm und 180cm. Der TT mittig dazwischen bei 120cm. Ist das nicht zu hoch, wenn MT und HT etwa bei 105cm liegen und bei 400 Hz übernommen werden soll? Gehe ich damit auf 105cm, wären die Abstände zu den TT doch sehr unterschiedlich.

Bevor ich also anfange zu sägen, hätte ich gerne gehört, was ein paar kluge Köpfe dazu zu sagen haben.

Vielen Dank schonmal und

Schöne Grüße
Jakob
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Beitragvon Jake52 » 17.12.2014, 20:14

Hallo,

ich hab nun die Schallwand aufgebaut.
Höhe 2m, Breite 34cm.
Die beiden 30er Basse sitzen auf 60cm und 180cm Mitte Chassis.

Zum Vergleich die Kurven bis 185Hz rot=OB, grün=Ripol auf dem Boden.
Gemessen am Hörplatz, Wand hinter dem Hörplatz unbedämpft.

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Schöne Grüße
Jakob
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Beitragvon Jake52 » 23.12.2014, 22:37

Hallo DIYler,

ich sehe in letzter Zeit immer mehr Bass- oder Mitteltöner, die so verbaut sind:

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Also von hinten mit einem angefasten Ausschnitt.

Kann mir jemand Argumente dafür, gegenüber einem versenkten Einbau von vorne, nennen?
Speziell im Bereich bis ca. 800Hz.


Schöne Grüße
Jakob
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Beitragvon Hans-Martin » 24.12.2014, 00:15

Hallo Jakob

Früher hatten die Körbe 'Ohren' und einen Filz oder Pappring, manchmal auch Kork, mit dem das Chassis von der Schallwand entkoppelt wurde. Ob unter dem Schraubenkopf dann eine Nylonscheibe dämpft, bleibt dahingestellt.

Die relative Position vor oder hinter der Schallwand ist wohl eine Frage der Sprungantwort des Systems, immerhin in der Nähe von 0,1ms, eher relevant bei TM als bei TT. Bei MT spielt auch die Anschrägung eine Rolle, ggf. nach innen/hinten.

Bei ordentlicher Schallwandstärke gäbe es eventuell Resonanzerscheinungen bei der Öffnung, angeschrägt nicht. Bei geschlossenen Gehäusen setzt die rückwärtige Montage eine abnehmbare Rückwand voraus, Kostenaufwand bei der Fertigung. Wer einen Lautsprecher entwickelt, wird sicherlich alles ernst nehmen, was sich im Bereich 1/4 Wellenlänge bewegt.

Zu deinem FG-Vergleich der Bässe: ich wundere mich über den Kammfiltereffekt bei 25Hz und den ungradzahligen Vielfachen. Woher resultiert das? (Raumlänge, Boxen-, Hörposition?)

Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Jake52 » 24.12.2014, 00:37

Hallo Hans-Martin,

vielen Dank für Deine Antwort.
Woher die Kammfiltereffekte kommen, weiß ich leider nicht.
Ich kann aber die Maße angeben.

Raumlänge ist 500cm.
Die Schallwand stand bei 120cm, die Messposition war bei 330cm.
Damit kannst Du doch sicher was anfangen!?

Schöne Grüße
Jakob
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Beitragvon Hans-Martin » 24.12.2014, 00:56

Nö, nur was draus lernen. Nach dem zweiten Bier geht die Kopfrechnerei doch etwas langsamer. Mit Dipolen (und Cardioiden) bin ich noch nicht so vertraut. :cheers:

Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Jake52 » 24.12.2014, 01:11

Na, wenn´s Bier geschmeckt hat, war´s auch für was gut. :cheers:

Gruß Jakob
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Beitragvon Hans-Martin » 24.12.2014, 04:07

25Hz entspricht 13,7m Wellenlänge, in einem 5m Raum wird nicht einfach, herzuleiten, woher die Auslöschungen kommen, deren ungradzahlige Vielfache hier als Auslöschungen auftauchen. In einem größeren Raum würde ich bei Monopolen oder Omnipolen nach einem Abstand Tieftöner-Wand bei 3,4m suchen, bei Dipolen nach dem Doppelten. Passt auf den ersten Blick aber nicht ins Bild bzw zu den Raummaßen. Der Hör/Messplatz hat einen kleineren Abstand zur Rückwand.

Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Jake52 » 12.01.2015, 20:53

Entscheidungshilfe


Liebe Forenten,


ich möchte hier hauptsächlich die DIYer ansprechen aber natürlich auch jene,
die das beruflich machen oder sonstwie im Thema stehen nicht ausschließen. :D

Da die meisten Probleme immer beim Bass auftreten, möchte ich die Sache bei meinem neuen Projekt
von dieser Seite aus angehen.


Meine jetzige Basslösung sind 2 Ripole mit je 2 30er Chassis.
Bisher unter den Lautsprechern angebracht, habe ich sie nun mittig
zwischen die LS, und übereinander auf einen 45cm hohen Sockel gestellt.

Bis 100Hz betrieben, sieht der FG deutlich ruhiger aus, ohne einen deutlichen Unterschied,
ob in Stereo oder in Mono.

In den Bassarray Artikeln hier im Forum wird auf ein Gitter hingewiesen, einsetzbar
ebenfalls in Stereo oder in Mono.

Für eine Lösung als Bassarray in der Mitte ist mir die Frage der Membranfläche durch
den Kopf gegangen. Natürlich habe ich insgesamt die Fläche von 4 30cm Membranen,
allerdings bei diesem Konzept des Ripols nur eine Austrittsfläche von 2x 7x36cm.
In diesem Falle ist mir nicht klar, wie das zu bewerten ist.

Wenn also dieses Konzept die notwendige Qualität erbringt, könnte ich mir vorstellen,
die vier 30er in z.B. H-Frames übereinander zu setzen.
Das hätte auch den Vorteil, die Hauptlautsprecher kompakter und damit weit weniger
wuchtig bauen zu können.
Bevor ich´s vergesse: am Dipol-System führt für mich kein Weg vorbei!


So, bevor es an designen der LS gehen kann, muss die Art und Weise der Basswiedergabe
geklärt werden.
Ich hoffe auf Eure Unterstützung. :cheers:

Schöne Grüße
Jakob
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Beitragvon Hans-Martin » 13.01.2015, 01:20

Jake52 hat geschrieben:Natürlich habe ich insgesamt die Fläche von 4 30cm Membranen,
allerdings bei diesem Konzept des Ripols nur eine Austrittsfläche von 2x 7x36cm.
In diesem Falle ist mir nicht klar, wie das zu bewerten ist.

Hallo Jakob
Wenn die Austrittsöffnung der Membranfläche entspricht , bleibt die Phase gleich wie beim Dipol, aber sie dreht, wenn die Öffnung enger wird - bis 90°, wenn die Öffnung ganz dicht ist.
Offen: Signal vom Messmikrofon (Druckaufnehmer, Kugelcharakteristik) entspricht Membranschnelle in Richtung Mikrofon
Geschlossen: Signal vom Druckaufnehmer entspricht Membranauslenkung in Richtung Mikrofon
Hier ist die Öffnung etwa 1/4 der aktiven Membranfläche, also ein Zwischending.
Die Verengung ist einerseits ein Tiefpass, gebildet aus Luftmenge in Öffnung (träge) und Luftmenge zwischen Membran und Öffnung (federnd), aber in meiner Vorstellung auch eine Dämpfung, bedingt durch den Strömungswiderstand.
Ich kann mir vorstellen, dass man mit einem Ripol durch geschickte Abstimmung der Öffnungen vorn/hinten auch ein kardioides Verhalten erreichen kann, bin aber mangels eigener Erfahrung auf diesem Gebiet nicht sicher.
Grüße Hans-Martin
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