Ferneinschaltung mit 12V-Trigger z.B. für BM 3

Lautsprecherbau und -tuning

Ferneinschaltung mit 12V-Trigger z.B. für BM 3

Beitragvon Klaus » 14.05.2010, 10:46

Hallo,

seit langer Zeit schon spielt bei mir ein Pärchen BM3 an einem ReVox B286 Preceiver, allerdings stört es mich, dass die Lautsprecher nur auf das Audiosignal hin ein- bzw. ausschalten.

Wie alle alten BMs haben auch die BM3 die Möglichkeit, per Schaltspannung gesteuert zu werden, nur leider hat mein ReVox keinen solchen Ausgang serienmäßig (beim B252 PreAmp habe ich bei ReVox so etwas vor vielen Jahren einmal einbauen lassen . . .). Man könnte dafür den freien PIN6 des TapeDrive verwenden, ohne am Gehäuse bohren zu müssen.

Die Frage ist nun: Wo kann ich beim B286 ein Signal abgreifen, das ich dann per Festspannungsregler auf so etwa 12V drücken möchte? Am liebsten wäre mir eine Stelle, die erst ein wenig verzögert unter Spannung gesetzt wird (also kurz nach oder mit dem Einschalt-Klack des internen Relais), da beim Einstecken bzw. Aktivieren der Schaltsteckdose ein kurzer Impuls auf die Displaybeleuchtung gelangt (somit scheidet ein Abgreifen der Spannung an der Beleuichtung schon mal aus). Nach sehr häßlichen (und teuren) Erfahrungen beim B252 sollte das auch unbedingt kurzschlussfest sein, damit der Preceiver auf keinen Fall beschädigt wird, sollte da versehentlich doch mal ein Strom fliessen . . .

Hat jemand einen Tipp, wie ich so etwas bewerkstelligen kann?

Danke und viele Grüße
Klaus
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Beitragvon Fortepianus » 14.05.2010, 16:28

Hallo Klaus,

Klaus hat geschrieben:Die Frage ist nun: Wo kann ich beim B286 ein Signal abgreifen, das ich dann per Festspannungsregler auf so etwa 12V drücken möchte? Am liebsten wäre mir eine Stelle, die erst ein wenig verzögert unter Spannung gesetzt wird (also kurz nach oder mit dem Einschalt-Klack des internen Relais), da beim Einstecken bzw. Aktivieren der Schaltsteckdose ein kurzer Impuls auf die Displaybeleuchtung gelangt (somit scheidet ein Abgreifen der Spannung an der Beleuichtung schon mal aus). Nach sehr häßlichen (und teuren) Erfahrungen beim B252 sollte das auch unbedingt kurzschlussfest sein, damit der Preceiver auf keinen Fall beschädigt wird, sollte da versehentlich doch mal ein Strom fliessen . . .

Du hast Dir die Antwort eigentlich schon selbst gegeben: Am genau diesem Relais. Allerdings ist die Frage, ob es nach Masse oder nach Plus geschaltet wird. Also Relais untersuchen: Liegt eine Seite auf Masse (Ohmmeter bemühen)? Dann geht's. Schaltspannung rausfinden (steht meist drauf, sonst messen im Betrieb (Vorsicht, keinen Schlag holen, nur machen, wenn Du versiert genug bist). Sind es zwischen 5 und 20V, bist Du fast fertig - Vorwiderstand von sagen wir 47k vom geschalteten Relaispin zum Ausgang (das sorgt für die Kurzschlussfestigkeit), fertig. Ist die Spannung höher (24V sind manchmal zu finden): Zenerdiode ZF12 zwischen Ausgang und Masse klemmen, kann direkt am Stecker erfolgen. Ring an Ausgang. Ist das Relais nicht nach Plus, sondern nach Masse geschaltet (was wahrscheinlich ist), musst Du mit einem Transistor invertieren. Aber ich würde vorher prüfen, ob nicht vielleicht irgendwo anders geschaltete 5-20V zu finden sind (mit Voltmeter gegen Masse). Tipp: In der Gegend des Netzteils suchen, z. B. bei einem Regler, das sind meist Teile im TO-220 Gehäuse. Gut wäre einer, auf dem 7805, 7812, 7815 oder LM317 steht. Der rechte Pin ist der richtige für den Abgriff, wieder 47k an Ausgang.

Falls Du allerdings weder mit einem Messgerät noch einem Lötkolben vernünftig umgehen kannst, vergiss meine Zeilen schnell wieder.

Viele Grüße
Gert
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Beitragvon wgh52 » 14.05.2010, 16:38

Freunde,

hier ist die Schaltung des B286 zu finden, so lässt sich bestimmt besser "vereinbaren" wo man am besten die Schaltspannung abgreift... :cheers:

Gruss,
Winfried
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Beitragvon Ralph » 14.05.2010, 17:16

Hallo Klaus,

falls die Eingriffe in den Revox zu heikel sind, lässt sich mit einer Master-Slave Steckdosenleiste ein gutes Ergebnis erzielen: Der Revox wird als Master und ein Steckernetzteil mit 9-12VDC als Slave gestekt. Die geschaltete Spannung auf den entsprechenden Pin der BM3 und los gehts.

Das ist zwar nicht audiophil aber praktisch gelöst...

Viele Grüße,
Ralph
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Beitragvon Fortepianus » 14.05.2010, 20:45

Hallo Winfried,

wgh52 hat geschrieben:Freunde,

hier ist die Schaltung des B286 zu finden, so lässt sich bestimmt besser "vereinbaren" wo man am besten die Schaltspannung abgreift... :cheers:

merci :cheers: . Also, Spannung am Relais ist ungeeignet, wird gegen Masse geschaltet, und auf der anderen Seite sind 53V :roll: .

@ Klaus:
Nimm Pin 7 am Preamp-Board, 7. Steckkontakt von oben, wenn Du so auf's Gerät schaust, dass der Steckverbinder rechts an der Platine ist. Da sind 16,5V Versorgungsspannung. Von dort über 47k an die BM3. Das juckt keinen, wenn Du diesen Ausgang kurzschließt, und die BM3 haben 1MOhm Eingangswiderstand am Schaltpin, da ist der Vorwiderstand vergleichsweise egal.

Oder - ohne Eingriff ins Gerät - ist Ralphs Vorschlag sehr gut.

Gruß Gert
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Beitragvon Klaus » 17.05.2010, 17:16

Danke an alle, die sich hier für mich bemüht haben. Ich habe die Anleitung gefunden und auch das PreAmp Board identifiziert. Pin Nr. 7, mit +16,5V angeschrieben solllte sich auch finden lassen. Ich werde also in den kommenden Tagen das gute Stück einmal vorsichtig öffnen, den Einschub herausziehen und nachsehen, wie ich da herankommen kann.

Bericht folgt.

Nochmals vielen Dank und viele Grüße
Klaus

@Fortepianus: Sind die 16,5V für die BM3 irgendwie ein Problem? In welchem Bereich darf sich die Schaltspannung bewegen?
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Beitragvon wgh52 » 17.05.2010, 17:45

Fortepianus hat geschrieben:...16,5V ... Von dort über 47k an die BM3. ... die BM3 haben 1MOhm Eingangswiderstand am Schaltpin, da ist der Vorwiderstand vergleichsweise egal....

Müsste eigentlich passen... :D

Gruss,
Winfried
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Beitragvon Fortepianus » 18.05.2010, 10:34

Hallo Klaus,

Klaus hat geschrieben:@Fortepianus: Sind die 16,5V für die BM3 irgendwie ein Problem? In welchem Bereich darf sich die Schaltspannung bewegen?

der verwendete MOSFET am Schalteingang der BM3 ist ein VN66AF, habe eben sein Datenblatt raus gekramt. Schaltschwelle, bei der er beginnt zu öffnen, ist 1,7V. Zum voll Durchsteuern reichen ca. 5V auf jeden Fall aus. Als Maximum der Gate-Source-Spannung (auf die kommt es hier an) ist 30V angegeben. Also liegst Du mit den 16,5V goldrichtig. Eher könnte ein Problem werden, dass die BM3 sehr lange brauchen, bis sie ausschalten - bis eben die 16,5V nach dem Ausschalten des ReVox unter 1,7V gefallen sind. Einfach ausprobieren. In diesem Fall einfach noch einen 47k-Widerstand vom Ausgang der Schaltspannung nach Masse löten, das halbiert dann die Schaltspannung.

Viele Grüße
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Beitragvon Klaus » 18.05.2010, 12:36

Fortepianus hat geschrieben:Eher könnte ein Problem werden, dass die BM3 sehr lange brauchen, bis sie ausschalten - bis eben die 16,5V nach dem Ausschalten des ReVox unter 1,7V gefallen sind. Einfach ausprobieren. In diesem Fall einfach noch einen 47k-Widerstand vom Ausgang der Schaltspannung nach Masse löten, das halbiert dann die Schaltspannung.

Hallo Gert,

Du vermutest also, dass die Spannung am PreAmp Board nicht sofort gegen 0V geht, wenn man das Gerät in StandBy (ReVox Power Schalter) versetzt? Das ist natürlich nicht das, was ich haben möchte. Wenn ich trotzdem warten muss, bis die BM3 wirklich aus sind, ist damit nichts gewonnen - ich möchte gerne alle Geräte per Steckdosenlesite richtig vom Netz trennen, wenn ich nicht daheim bin, ohne warten zu müssen, bis auch die letzte Box in StandBy gegangen ist.

Könnte man mit einem zusätzlichen Relais etwas machen, das wechselweise 16,5V oder Ground auf den Schaltpin der BM3 schaltet?

Grüße
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Beitragvon wgh52 » 18.05.2010, 14:27

Hallo Klaus,

ich hatte bis 1999 lange Jahre die BM-3 und ein ähnliches Problem. Ich habe dessen Lösung einfach mit einem nachträglich eingebauten 3-Stellungs-Minischalter realisiert: Die mittlere Stellung war die normale werksmässige "Automatik", die obere legte eine interne Gleichspannung an die Einschaltautomatik für "immer Ein", die untere Stellung des Schalters legte Masse an die Einschaltautomatik für "sofort/immer Aus" (LED zeigt rot).

Ich müsste die Schaltung nochmal vorkramen um die Spannungen zu verifizieren, aber prinzipiell war's so gemacht und funktionierte 15 Jahre lang wunderbar. Dadurch habe ich ein extra "Schaltkabel" gespart und mein damaliger Revox B250 hatte ja auch keinen Schaltspannungsausgang...

Gruss,
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Beitragvon Fortepianus » 18.05.2010, 16:44

Hallo Klaus,

Klaus hat geschrieben:Du vermutest also, dass die Spannung am PreAmp Board nicht sofort gegen 0V geht, wenn man das Gerät in StandBy (ReVox Power Schalter) versetzt? Das ist natürlich nicht das, was ich haben möchte. Wenn ich trotzdem warten muss, bis die BM3 wirklich aus sind, ist damit nichts gewonnen - ich möchte gerne alle Geräte per Steckdosenlesite richtig vom Netz trennen, wenn ich nicht daheim bin, ohne warten zu müssen, bis auch die letzte Box in StandBy gegangen ist.

beim Ausschalten der BM3 über die eingebaute Automatik geht's um ein paar Minuten, bei dem von mir angedeuteten Problem evtl. um ein paar Sekunden. Um Dich zu beruhigen, habe ich mir die 16,5V-Versorgung mal genauer angesehen. Es gibt einen LM317-Regler, der direkt vom µProzessor über einen Transistor geschaltet wird. Du kannst also beruhigt sein, die Spannung rauscht zügig in den Keller nach dem Ausschalten.

Viele Grüße
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Beitragvon Klaus » 19.05.2010, 09:02

Hallo Gert,

vielen Dank für die Mühe, die Du in meine Anfrage investierst - mittlerweile habe ich schon mal die notwendigen "Doppelkabel" und passende Stecker zur Neuverkabelung der BM3 bestellt und bin schon sehr gespannt, ob alles so klappt wie Du vorgeschlagen hast :cheers:

Viele Grüße
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Beitragvon Klaus » 28.05.2010, 22:41

Hallo Gert (und natürlich an die anderen Mitleser),

Neuverkabelung mit Steuerleitung ist angekommen und auch erfolgreich verlötet worden: Der neue Adapter besteht nun aus zwei schönen schwarzen 4-poligen Neutriksteckern, damit man die Sache auch auseinandernehmen kann. Leider habe ich das Problem, dass die Boxen zwar an- aber mit Ausschalten des B286 nicht wieder ausgehen.

Ich habe den Pin 7 des PreAmp Boards - wie vorgeschlagen - über 47K am freien Pin 6 der Remotebuchse verbunden und es liegen dort im eingeschalteten Zustand die erwarteten 16,5 V an. Wenn ich den B286 in Standby schalte, bleiben dort noch so etwa 1,2 V übrig.

Frage ist nun: Was habe ich nicht bedacht, so dass es nicht funktioniert? Ein Masseproblem?

@Gert: Warum hast Du eigentlich das PreAmp Board zum Anschluss ausgewählt? Am MicroProzBoard kämen doch auch irgendwo 16,5 V an; allerdings geht es dort etwa enger zu, evtl. wäre das etwas diffiziler zu löten.

Danke und schönen Abend noch wünscht
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Beitragvon Fortepianus » 28.05.2010, 23:50

Hallo Klaus,

Klaus hat geschrieben:Neuverkabelung mit Steuerleitung ist angekommen und auch erfolgreich verlötet worden: Der neue Adapter besteht nun aus zwei schönen schwarzen 4-poligen Neutriksteckern, damit man die Sache auch auseinandernehmen kann. Leider habe ich das Problem, dass die Boxen zwar an- aber mit Ausschalten des B286 nicht wieder ausgehen.
Ich habe den Pin 7 des PreAmp Boards - wie vorgeschlagen - über 47K am freien Pin 6 der Remotebuchse verbunden und es liegen dort im eingeschalteten Zustand die erwarteten 16,5 V an. Wenn ich den B286 in Standby schalte, bleiben dort noch so etwa 1,2 V übrig.
Frage ist nun: Was habe ich nicht bedacht, so dass es nicht funktioniert? Ein Masseproblem?

ah ja, ok. Niederohmiger auslegen und die Spannung noch teilen. Konkreter Vorschlag: Ersetze die 47k durch 10k und löte außerdem weitere 10k vom Ausgangspin nach Masse, direkt am Stecker.

@Gert: Warum hast Du eigentlich das PreAmp Board zum Anschluss ausgewählt? Am MicroProzBoard kämen doch auch irgendwo 16.5V an; allerdings geht es dort etwa enger zu, evtl. wäre das etwas diffiziler zu löten.

Wenn Du die 16,5V gerne irgendwo anders abgreifen möchtest und das geschickter wäre, nur zu. Mir kam's eben so vor, als wäre die Spannung am Preamp-Board einigermaßen gut zugänglich.

Viele Grüße und viel Erfolg
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Beitragvon Klaus » 29.05.2010, 20:16

Hallo Gert,

werde ich in den nächsten Tagen versuchen.
Natürlich möchte ich auch gerne wissen, was ich da so verlöte, deshalb die Frage: Was ändert sich am bisherigen, wenn ich die von Dir vorgeschlagenen Modifikationen verwirkliche?

Schönen Sonntag und viele Grüße
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