Trafos Spulen und Schaltungen mit Epoxidharz vergießen

Lautsprecherbau und -tuning
Sigi M.
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Trafos Spulen und Schaltungen mit Epoxidharz vergießen

Beitrag von Sigi M. »

Hallo und guten Tag

Die beste Variente, um Schaltungen zu vergiessen, erfolgt im Vakuum in dem der Verguss zusätzlich aufgeheizt wird.
Ich verfüge über einen Unterdruckschrank mit der Möglichkeit den Verguss zu tempern
Wer Interesse hat, seine Schaltungen / Trafos / Spulen vergiessen zu lassen, kann sich bei mir melden. Ich führe das zum Selbstkostenpreis durch, (solange es im Rahmen für mich bleibt)
Wie sagt man so schön: just my two cents (Ich habe schon viel von diesem Forum profitiert!)

Der Unterdruck wird mittels einer ölgedichteten Unterdruckpumpe nahe Weltraumbedingungen hergestellt. Das Vakuum wird mehrmals aufgebaut und wieder abgelassen, um letzte Lufteinschlüsse zu entfernen. Es kann bis 60 Grad getempert (aufgeheizt) werden, was dem Verguss die höchstmögliche Stabilität gibt. Eine mineralische Einlage gibt dem Verguss eine enorme Stabillität.

Vorteile:
  • auch kleinstes Trafobrummen wird wirksam eliminiert
    Keine mechanisch/akustischen Einflüsse des Trafos auf die Schaltung mehr
    Der Trafo kann im selben Gehäuse wie der Rest der Schaltung untergebracht werden (keine magnetische Isolation, es sein denn mumetallplatten werden mitgeliefert.
    Wärmeabführung wird verbessert (Harz leitet die Wärme besser als Luft)
    Die Vergussmasse hat keine magnetischen oder kapazitiven Beeinflussungen auf die vergossenen Bauteile (günstige Dielektrizitätszahl)
Ich rechne nur das verbrauchte Harz und einen kleinen Obulus für Strom, sowie Portokosten ab.

Nachteile:
  • Die Form, in die gegossen werden soll, müsstet ihr mitliefern. (Tupperware bspw.)
    Der Schrank hat ein Volumen von ca 20 x 30 x 35 cm (Maximalgröße zum Vergiessen)
    Ich habe keine Firma und bin Privatperson, so dass ihr nicht mit Abarbeitung innerhalb von 2 Tagen rechnen könnt, aber innerhalb von einer Woche sollte es funktionieren
VG
Sigi
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Audiofan
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Beitrag von Audiofan »

Hallo Sigi,

das ist ja wirklich ein tolles Angebot an die Bastler. Eventuell komme ich mal darauf zurück. Weinheim und Bensheim sind ja nicht so weit entfernt.

Gruß

Stefan
Sigi M.
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Beitrag von Sigi M. »

Hallo Stefan,
melde Dich gerne!
Eine Gussform für Trafos bis ca 9,0 cm Durchmesser habe ich selber.
Wird auf 10 cm rund vergossen.
VG
Sigi
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chriss0212
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Beitrag von chriss0212 »

Hallo Sigi

Und wenn etwas kaputt ist, schmeißt man alles weg oder gibt es auch eine Möglichkeit das Epoxy wieder runter zu bekommen?

Bei Trafos kann ich mir das ja noch vorstellen, wobei da oft DC der Grund für das Brummen ist... dann sollte man eher die Ursache beseitigen, nicht das Symptom ;)

Grüße

Christian
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Sigi M.
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Beitrag von Sigi M. »

chriss0212 hat geschrieben:
19.06.2020, 08:14
Hallo Sigi

Und wenn etwas kaputt ist, schmeißt man alles weg oder gibt es auch eine Möglichkeit das Epoxy wieder runter zu bekommen?
Das ist jetzt aber keine ernstgemeinte Frage von Dir, oder?! :wink: :cheers:
Bei Trafos kann ich mir das ja noch vorstellen, wobei da oft DC der Grund für das Brummen ist... dann sollte man eher die Ursache beseitigen, nicht das Symptom ;)

Grüße

Christian
Hallo Chris
Danke für Deinen Einwand !

Mein erfolgreicher Weg ohne klangliche Nachteile,
ist eine gewisse Überdimensionierung des Trafos
(weil DC den Arbeitspunkt in Richtung Sättigung schiebt)
in Verbindung mit dem Vergießen.
Die o.g. Vorteile bekommt man dazu, und es ist preislich attraktiv.
Kann ja jeder machen wie er mag, oder ? ;-)

Sehr effektiv ist auch das Vergießen von Spulen für Frequenzweichen, das kann man direkt hören und somit sehr gut vergleichen. Damit habe ich angefangen. Da war die Idee zum Vergießen von Trafos nicht mehr weit.
Man kann ja auch vergossene Trafos zu höheren Preisen direkt kaufen. Stellt sich die Frage, warum die so gut bezahlt werden müssen ;-)
... und ich weiss nicht, ob die Vakuumvergossen sind. Und getempert werden die ganz sicher nicht, sonst würde man damit werben.
Ich mache das lieber selber. :roll: Da weiß ich, dass kein Draht mehr "klappern" kann :-)

VG
Sigi
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Sigi,
ich habe keinen Zweifel an der Methode.
Klang&Ton hat bei Spulen und Kondensatoren Vibrationen, auch Schall gemessen, wenn die Bauteile vom Strom durchflossen wurden. Man schrieb, dass auch der umgekehrte Effekt nicht zu vernachlässigen sei (Beschallung lasst Bauteile vibrieren, was diese moduliert). Wima und Roederstein haben z.B. Polypropylen-Wickelkondensatoren unter Wärme flachgedrückt und eingegossen, aus besagten Gründen.
Terzian Intonation fällt mir als erste Box ein, wo die Frequenzweiche eingegossen wurde, aber auch Beckers Monitor db LS hatten die Frequenzweichenbauteile in Gummigranulat gelagert.
Ja, DC-Anteile bringen Sättigungseffekte mit, filtert man sie heraus, klingt das Gerät lebendiger, für mich ein Indiz für bessere Stromübertragung im Netzteil. Wenn der Trafo brummt, verliert er auch Energie in Form von Luftschall.
Hochflexible Leitungen unterscheiden sich von Kabeln mit steifem Isoliermaterial in der Prägnanz und Deutlichkeit zugunsten der Kabel, die weniger Verluste durch Vibration haben.
Wenn man die Trafowicklungen mechanisch sehr fest mit dem Trafokern verkoppelt, würde ich nicht erwarten, dass der Klang verliert, eher, dass die Übertragungsverluste geringer werden.
Ich habe ein Gerät, da fängt der Trafo nach Erwärmung an zu sirren, ein typischer Anwendungsfall für Vakuumtränken.
Schön, dass du diese Möglichkeit bereitstellst!
Grüße
Hans-Martin
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chriss0212
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Beitrag von chriss0212 »

Hallo Sigi
Das ist jetzt aber keine ernstgemeinte Frage von Dir, oder?!
Jein ;)

Ich hatte die Hoffnung, du kennst vielleicht ein Mittelchen. :mrgreen:

Grüßle

Christian
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Sigi M.
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Beitrag von Sigi M. »

Hallo Chris
Du hast Recht, Schaltungen, die kaputt gehen können, sollte man lieber nicht vergiessen ;-)

Bei Weichen ist das was Anderes, wie Hans Martin schon beschrieben hat. Tatsächlich klirren Spulen weniger, wenn sie vergossen sind (hört man mit unseren Hörnern eher, bei hohen Freiquenzen deutlicher...), ganze Weichen habe ich noch nicht vergossen, bei Schaltungen bisher nur HF Filter. Man betrachte sich Isotek Geräte von innen, die haben neuerdings eine Art dicke Gummischicht ca 2 mm, so als wäre die Platinen mehrmals getränkt.

Hallo Hans Martin
welche Dimensionen hat Dein Trafo, vielleicht habe ich bereits eine passende Form :-)
Ja ich erwarte nicht, dass die Anfragen in die zig gehen, und wenn es mir zuviel wird, ist ja freiwillig, aber zu schade den Ofen ungenutzt rumstehen zu lassen. Per PN haben mich mehrere Leute bereits kontaktiert.

Zu den DC Filtern: Ich habe diverse Versuche gemacht, und Schaltungen gebaut, aber keine hat mich wirklich überzeugen können. Eine Klangverbesserung habe ich damit nicht wirklich (Blindtest) verifizieren können, anders als mit HF Filtern! Auch deshalb die Entscheidung Trafos zu vergießen, und mit der Sättigung zu leben. Entsprechend dimensioniert natürlich.

Über einen Tip für einen gut klingenden DC Filter würde ich mich dennoch freuen.

VG
Sigi
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Hallo Sigi,
Sigi M. hat geschrieben:
20.06.2020, 13:04
Über einen Tip für einen gut klingenden DC Filter würde ich mich dennoch freuen.
für ein DC-Filter brauchst Du im Grunde nur einen Kondensator. Wenn man damit Leistungen bis in den kW-Bereich übertragen will, muss der allerdings groß sein. Ich verwende da gerne Elkos mit 18.000µF/6,3V. Davon zwei parallel und zwei antiparallel in Serie. Ein Bild aus meinem Simulationsprogramm sagt mehr als tausend Worte:

Bild

Du siehst hier die Elkos, zweimal 36mF in Serie gegeneinander gepolt, so dass bei jeder Halbwelle einer der beiden wirkt. Ohne die Dioden, die ordentlich Strom können müssen, würden Dir beim Einschalten die Elkos als Geschosse um die Ohren fliegen. Der Schalter S2 ist geschlossen, also in der Simulation das DC-Filter überbrückt. Das Netz ist mit 230V angenommen, und R1 repräsentiert den Innenwiderstand der Netzes, was z. B. bei einem G-PPP ca. 20mOhm sind. R2 ist die Last, und die habe ich so gewählt, dass ordentlich Leistung verbraten wird, wie man im daran angeschlossenen Leistungsmesser sehen kann, 1,2kW. Da kommen 229,895V an der Last an, die kleine Differenz zu 230V fällt am Innenwiderstand des Netzes ab. Jetzt machen wir S2 auf, so dass das DC-Filter wirksam ist:

Bild

Man sieht, dass über den Elkos 925mV abfallen. Die müssten doch nach Adam Riese jetzt an der Ausgangsspannung fehlen? Da wird aber genau das gleiche angezeigt, wieder 229,895V. Wie kann das sein? Ganz einfach: Die Spannung an den Cs ist 90° phasenverschoben, steht also senkrecht auf der Spannung an der Last. Da die so viel größer ist als die Spannung am C, bewirkt die Spannung an den Elkos nichts, außer, dass DC rausgefiltert wird, weil ein Kondensator keinen Gleichstrom durchlässt. Auch hier hilft ein Bild weiter:

Bild

Solange der Winkel zwischen Ein- und Ausgangsspannung sehr klein bleibt, sind die beiden praktisch gleich. Er bleibt dann sehr klein, wenn die Elkos groß genug sind. Man muss aber so viele Dioden nehmen, dass die Nutzspannung der Elkos nicht überschritten werden kann, sie aber im Betrieb auch noch nicht leitend werden, sonst kommt sofort eine reelle Komponenten an den Dioden dazu und der Effekt, dass man DC-Filterung quasi ohne Nebenwirkung kriegt, ist weg.

Funktioniert 1a.

Viele Grüße
Gert
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Sigi M.
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Beitrag von Sigi M. »

Hallo Gert
Danke für die Schaltung und die Erläuterung dazu! Mir ist diese beliebte Schaltung bekannt. Ich würde das gerne diskutieren.

Hast Du diese Schaltung mal ohmsch belastet, und den Strom mit einem erdfreien Oszilloskop gemessen? (Ohmsch, damit vom Lastwiderstand selber kein Einfluss auf die Funktionsweise der Schaltung ausgeht, Glühbirne oder so...)
Um es vorweg zu nehmen, bei mir hat diese Schaltung leider keine Verbesserung gebracht.

Meine Gedanken dazu:
Der Kondensator führt zu einem 90 Grad "voreilendem" Strom. Also die Spannung eilt eigentlich 270 Grad nach, aber das ist ja das Gleiche...

Bevor die Spannung nach dem Nulldurchgang (hier bei 4 Dioden) 2,8 Volt überschreitet, fließt der Strom ausschließlich durch die Kondensatoren, der 90 Grad vor, bzw. eben 270 Grad, gegenüber der Phasenlage der Netzspannung, nacheilt.

Der Strom durch die Dioden ist aber phasengleich mit der angelegten Spannung aus dem Netz. (Die Dioden haben praktisch keine kapazitive Phasenverschiebung) Während, wie gesagt, der Strom durch die Kondensatoren voreilt.

Ergo ist der von dieser Schaltung gelieferte Strom keine Sinuswelle mehr. Zwar ohne Gleichstrom, aber der damit generierte HF Störungsanteil (Klirrfaktor) ist wohl nicht zu unterschätzen.

Es wird also ein 2,8 Volt Plateau von den Kondensatoren (braun) geliefert, Strom bei 90 Grad voreilend gegenüber der Netzspannung, und später kommt der Rest (> 2,8 Volt) über die Dioden (grau) mit der Netzspannung in Phase dazu.

Hier mal mit Excel visualisiert, wie ich annehme, dass sich die Ströme im zeitlichen Verlauf von 2 Wellenlängen miteinander addieren (gelb). Ich muss dazu sagen, dass das wirklich nur meine theoretische Betrachtung ist, und nicht von mir gemessen wurde. Und ganz wichtig, das soll hier keine irgendwie geartete Kritik sein, mich interessiert wirklich, ob sich das tatsächlich so verhält.

Bild
Die blaue Kurve stellt die Netzspannung dar (230V)
Die graue Kurve ist der Diodenstrom, der immer dann fließt, wenn die Spannung größer / kleiner +- 2,8 Volt ist, und zwar in Phase mit den 230 V Hier masstäblich zu klein dargestellt, da der Diodenstrom mehr als 95 % des Stromes ausmacht.
Die braune Kurve ist der Strom durch die Kondensatoren, der 90 Grad vorauseilt und konstant bleibt, so lange die Dioden leiten, welche somit ca. 98,8 % Strom übernehmen. (ohne Gewähr 2,8/230V in Prozent)
Die gelbe Kurve ist die Summe der Ströme, und das ist kein Sinus mehr. Natürlich ergibt sich ein anderes Bild, wenn die Diode 98,8 % Amplitude ausmachen und die Kondensatoren nur 1,2 % dazu beisteuern, die Problematik sollte aber deutlich werden.

Die Kurven sind also nicht massstäblich korrekt zueinander, es geht mir darum, das Prinzip zu diskutieren.

Ich kann mir schlecht vorstellen, dass das einen Trafo beruhigt, da müsste der Gleichspannungsanteil erheblich sein, damit das eine Verbesserung macht. Es könnte sich m.E. sogar ein anderes Trafogeräusch einstellen, wohl eher ein Sirren als ein Brummen.

Nun mal los :cheers: und nicht zu feste hauen bitte :shock:

Viele Grüße
Sigi
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luebeck
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Beitrag von luebeck »

Hallo Sigi,
dein Angebot mit dem Verguß ist sehr freundlich und sicherlich bei einigen Kollegen hier sehr willkommen.
Es ist keine schöne Sache mit diesem nicht geruchsfreiem und klebrigen Vergußmaterial zu hantieren.
Ein guter Bekannter hatte mit dem Verguß eines DA-Wandlers sehr sehr gute Verbesserungen der Wiedergabe erreicht.
Allerdings hatte er einige Erfahrungen sammeln müssen da bestimmte Vergußmassen beim Aushärten zu ungesunden mechanischen Spannungem am zu vergießendem Objekt führten und damit zu Ausfällen. Der Verguß von Leiterplatten ist also mit Risiken verbunden.
Bezgl. deiner Überlegungungen zum DC-Filter möchte ich einer qualifizierten Antwort von Gert nicht vorgreifen, deshalb nur ganz kurz:
da die Elektrolytkondensatoren bei 50hz nur einen sehr geringen Widerstand, korrekter eine geringe Reaktanz, aufweisen im Bereich von <0,5 Ohm, fällt an ihnen nur eine sehr geringe Spannung ab. Bei solch geringen Spannungen sind die Dioden nicht leitend und man kann sie sich dann auch wegdenken.
Wenn es keine Dioden gibt, gibt es auch keinen Klirrfaktor und der Sinus wird unverzerrt durch die Kondensatoren geleitet.
Meine Erfahrung ist, daß insbesondere Ringkerntrafos auf DC-Anteile mit Brummen reagieren und da hilft ein DC-Filter auf jeden Fall.
Ein direkter Einfluß auf den Klang hängt sicherlich vom Gerät und der Schaltung ab und da habe ich keine Erfahrung beizusteuern.
Schöne Grüße
Günter
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chriss0212
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Beitrag von chriss0212 »

Moin

Ich immer wieder nur auf die Seite von THEL Audio verweisen. Da wird ja die Funktion des DC Filters sehr gut und einfach erklärt.

http://www.thel-audioworld.de/module/N ... Filter.htm

Viele Grüße

Christian
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chriss0212
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Beitrag von chriss0212 »

Hallo Sigi
Man betrachte sich Isotek Geräte von innen,
Ich habe so ein Teil, und würde darauf wetten, dass Isotek das nur macht, damit man nicht herausfinden kann, wie simpel das Ding aufgebaut ist.

Grüße

Christian
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Sigi M.
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Beitrag von Sigi M. »

luebeck hat geschrieben:
21.06.2020, 01:02
....
Ein guter Bekannter hatte mit dem Verguß eines DA-Wandlers sehr sehr gute Verbesserungen der Wiedergabe erreicht.
Allerdings hatte er einige Erfahrungen sammeln müssen da bestimmte Vergußmassen beim Aushärten zu ungesunden mechanischen Spannungem am zu vergießendem Objekt führten und damit zu Ausfällen. Der Verguß von Leiterplatten ist also mit Risiken verbunden.
Hallo Peter, das ist ein guter Hinweis! Ich verwende Epoxydharz, welches ca 24 Std.benötigt, um durchzuhärten, da entstehen geringstmögliche Spannungen und Temperaturen, aber Du hast Recht, Schaltungen habe ich selber noch nicht vergossen, vielleicht sollte ich das Angebot auf Trafos reduzieren, bzw. besonders darauf hinweisen, dass das auf eigenes Risiko erfolgt.
Bezgl. deiner Überlegungungen zum DC-Filter möchte ich einer qualifizierten Antwort von Gert nicht vorgreifen, deshalb nur ganz kurz:
da die Elektrolytkondensatoren bei 50hz nur einen sehr geringen Widerstand, korrekter eine geringe Reaktanz, aufweisen im Bereich von <0,5 Ohm, fällt an ihnen nur eine sehr geringe Spannung ab. Bei solch geringen Spannungen sind die Dioden nicht leitend und man kann sie sich dann auch wegdenken.
Wenn es keine Dioden gibt, gibt es auch keinen Klirrfaktor und der Sinus wird unverzerrt durch die Kondensatoren geleitet.
Das Problem ist eigentlich nicht der Spannungsabfall an den Bauelementen, sondern der zeitlich deformierte Sinusstrom. Ich bin leider nicht in der Lage aus dem sich ergebenden Stromverlauf den resultierenden Klirrfaktor zu bestimmen. Wenn der unter 1 % liegt, wäre das ggf. akzeptabel?! Der käme dann zu den 1-4% Netzspannungsklirrfaktor dazu. (Wobei man 4 % Klirrfaktor auf dem Oszlloskop nicht in jedem Fall sehen kann)
Meine Erfahrung ist, daß insbesondere Ringkerntrafos auf DC-Anteile mit Brummen reagieren und da hilft ein DC-Filter auf jeden Fall.
Ein direkter Einfluß auf den Klang hängt sicherlich vom Gerät und der Schaltung ab und da habe ich keine Erfahrung beizusteuern.
Schöne Grüße
Günter
Ich habe mich mit dieser Schaltung sehr lange auseinandergesetzt, diverse Varianten, Optimierungen mit Unterstützung durch sehr hochwertigen Kondensatoren etc. ausprobiert, vor allem weil die auf den ersten Blick genial ist. Bei mir wurde der Klang immer müde, so dass ich es dann damit aufgegeben habe. Ich hatte aber nie verstanden, warum das so ist.
Erst als Gert diese Schaltung wieder hervorgeholt hat, habe ich nochmal darüber nachgedacht, und gestern erst erkannt, dass sich der Strom damit verzerrt. Das schien mir die Erklärung zu sein, warum sie bei mir nicht funktioniert hat. Mich interessiert natürlich, wie groß der Klirrfaktor damit wird.

Man darf ja auch nicht unterschätzen, dass das was man sich ausdenkt, umsetzt und einbaut zunächst tendenziell erstmal "eine Verbesserung ist." So habe ich bspw. einen USB Isolator nach einem halben Jahr wieder rausgeschmissen, nachdem ich zunächst hellauf begeistert war. :oops: und "Ich habe die Verbesserung von Anfang an gehört gehabt"
Ich erinnere mich auch noch lebhaft, (paaar jahre her!) dass ich einen Nachmittag lang unterschiedliche Target Kurven in Acourate ausprobiert habe, und die Unterschiede wahrgenommen habe, bis ich festgestellt habe, dass ich die veränderten Filter gar nicht genommen hatte :oops: :oops: :oops:

Sowas macht selbstkritisch! Unser Gehör hört, was wir uns denken, auch unterbewusst !!! sonst gäbe es den Cocktail Party Dings bums Effekt ja gar nicht. Wir instruieren unser Gehör ständig unbewusst mit Filteranweisungen - so meine Erfahrung. Es geht nix über Blindtests :-) Beim letzten Besuch bei Uli vorletzte Woche habe ich, als ich wusste, was kommt, die Unterschiede gehört, mit Blindtest - keine Chance !!!

Ich will damit nicht unterstellen, dass die von Gert empfohlene Schaltung in keinem Fall funktioniert, bei mir jedoch nicht. (ich bin mir über Gert's technisches Know How vollkommen im Klaren!!!) Und es kommt, wie Du schon sagtest, auch auf das Gesamtsetup an.

Möglicherweise hat sich ja noch niemand mit der Stromverzerrung beschäftigt.
Es wäre ja ein Leichtes, mit einem Netzstrom-Power Conditioner, den Klirrfaktor dieser Schaltung zu bestimmen. (Hab ich aber leider nicht im Zugriff)

VG
Sigi
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Fortepianus
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Beitrag von Fortepianus »

Hallo Sigi,

Sigi M. hat geschrieben:
20.06.2020, 18:55
Bevor die Spannung nach dem Nulldurchgang (hier bei 4 Dioden) 2,8 Volt überschreitet, fließt der Strom ausschließlich durch die Kondensatoren, der 90 Grad vor, bzw. eben 270 Grad, gegenüber der Phasenlage der Netzspannung, nacheilt.

Der Strom durch die Dioden ist aber phasengleich mit der angelegten Spannung aus dem Netz. (Die Dioden haben praktisch keine kapazitive Phasenverschiebung) Während, wie gesagt, der Strom durch die Kondensatoren voreilt.

Ergo ist der von dieser Schaltung gelieferte Strom keine Sinuswelle mehr. Zwar ohne Gleichstrom, aber der damit generierte HF Störungsanteil (Klirrfaktor) ist wohl nicht zu unterschätzen.

Es wird also ein 2,8 Volt Plateau von den Kondensatoren (braun) geliefert, Strom bei 90 Grad voreilend gegenüber der Netzspannung, und später kommt der Rest (> 2,8 Volt) über die Dioden (grau) mit der Netzspannung in Phase dazu.
da gibt's einen kleinen Denkfehler, denn die Spannung an den Kondensatoren bzw. Dioden bleibt im Betrieb immer unterhalb der Schwelle, an denen die Dioden leitend werden. In meinem Simulationsbeispiel habe ich deshalb mit einer ohmschen Last ordentlich Strom durchgezogen, 5,225A, was dann 1,2kW Leistungsaufnahme im Lastwiderstand bedeutet. Und um genau diesen Einwand, den Du gebracht hast, zu entkräften, habe ich über die Dioden ein Voltmeter gelegt, das 0,925Veff anzeigt, was einer Amplitude von 1,3V entspricht. Die vier in Serie geschalteten Dioden werden erst leitend, wenn an jeder ca. 0,7V liegt, bei vier in Serie also 2,8V. Wir könnten im Simualationsbeispiel also auch den doppelten Strom ziehen und die Spannung wäre immer noch unterhalb der Schwelle von 2,8V - allerdings nur, wenn der zusätzliche DC-Anteil verschwindend ist. DC-Anteil auf dem Netz heißt aber nicht sowas wie 1V, da würden Dich alle Ringkerntrafos anknurren wie ein Wachhund. Da geht's um einige zig mV.
luebeck hat geschrieben:
21.06.2020, 01:02
Bezgl. deiner Überlegungungen zum DC-Filter möchte ich einer qualifizierten Antwort von Gert nicht vorgreifen, deshalb nur ganz kurz:
da die Elektrolytkondensatoren bei 50hz nur einen sehr geringen Widerstand, korrekter eine geringe Reaktanz, aufweisen im Bereich von <0,5 Ohm, fällt an ihnen nur eine sehr geringe Spannung ab. Bei solch geringen Spannungen sind die Dioden nicht leitend und man kann sie sich dann auch wegdenken.
Wenn es keine Dioden gibt, gibt es auch keinen Klirrfaktor und der Sinus wird unverzerrt durch die Kondensatoren geleitet.
Sorry Günter, habe eben erst gesehen, dass Du das viel kürzer als ich schon präzise erklärt hast. Was soll's, doppelt hält besser.
Sigi M. hat geschrieben:
20.06.2020, 13:04
Zu den DC Filtern: Ich habe diverse Versuche gemacht, und Schaltungen gebaut, aber keine hat mich wirklich überzeugen können. Eine Klangverbesserung habe ich damit nicht wirklich (Blindtest) verifizieren können, anders als mit HF Filtern! Auch deshalb die Entscheidung Trafos zu vergießen, und mit der Sättigung zu leben. Entsprechend dimensioniert natürlich.
Da gibt es zwei Aspekte: Klangverbesserung dadurch, dass endlich die Trafos ruhig sind, und Klangverschlechterung dadurch, dass die Schaltung als Bremse im Zweig liegt. Den ersten Zweck erfüllen die Schaltungen bei mir, beim zweiten Aspekt hängt das direkt von den verwendeten Elkos ab. Der ESR der Elkos liegt nämlich als Bremse auf der reellen Achse, nicht auf der virtuellen. Meine besten DC-Filter sind deshalb solche, die 2x5 parallel geschaltete Elkos mit 10mF/6,3V haben (z. B. in meiner Netzleiste). Die Elkos sind diese hier von Panasonic. Mein ESR-Messgerät geht nur bis 10mOhm runter, und darunter zeigt es 0 an. Bei diesen Elkos ist genau das der Fall (im Datenblatt steht 14mOhm, aber das unterschreitet er zumindest im Neuzustand). Ansonsten haben Elkos mit solchen Werten deutliche höhere ESR-Werte, z. B. messe ich beim beliebten Panasonic FC 10mF/6,3V 90mOhm. Nimmt man je zwei parallel und die dann in Serie, bleiben eben diese 90mOhm übrig (2 parallel gibt 45mOhm und davon wieder zwei in Serie sind wieder gerade 90mOhm). Und 90mOhm einfach mal so ins Stromnetz gesetzt ist eine Bremse, wenn man mit großen Anstrengungen 20mOhm erreicht wie bei mir im Hörraum hinter den G-PPPs. Machen wir die Rechnung mal mit den verlinkten Elkos, je 5 parallel, dann kommen bei den angegebenen 14mOhm ESR am Ende 5,6mOhm raus, und wie gesagt, die Elkos unterschreiten den angegebenen Maximalwert deutlich, so dass das eher 3 bis 4mOhm sein dürften. Und die opfere ich gerne der dadurch eingekehrten Ruhe im Hörraum.

Hallo Christian,
chriss0212 hat geschrieben:
21.06.2020, 09:25
Ich immer wieder nur auf die Seite von THEL Audio verweisen. Da wird ja die Funktion des DC Filters sehr gut und einfach erklärt.
danke für den Link. Ja, das ist genau die Schaltung. Thomas Hartwig nimmt zweimal drei Dioden, ich zweimal vier. Ob das als Klangbremse wirkt, hängt wie gesagt von der Wahl des Kondensatortyps und der Zahl der parallel geschalteten Elkos ab.

Aber sorry für den Ausflug zu den DC-Filtern, hier geht es ja eigentlich um das sehr nette Angebot von Sigi, Bauteile oder -gruppen zu vergießen.

Viele Grüße
Gert
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