Super Regulator

Lautsprecherbau und -tuning
meldano
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Super Regulator

Beitrag von meldano »

Hallo Forum,

das Thema Spannungsregler ist ja hier immer wieder "aktiv" 8)

Über viele Experimente bin ich mittlerweile beim Super Regulator nach Jung/Didden angekommen.

Im diyaudio Forum gibt es einen relativ langen Thread dazu

https://www.diyaudio.com/forums/the-diy ... lator.html

Hier die Beschreibung
https://linearaudio.nl/sites/linearaudi ... 20V2.3.pdf
https://linearaudio.nl/superregs

Auch interessant
https://tangentsoft.net/elec/opamp-linreg.html


Richtig neugierig bin ich dann durch diesen Artikel geworden
https://linearaudio.nl/sites/linearaudi ... %20jdw.pdf


Kurze Fakten:
- immer wieder bzw. über viele Jahre verbessertes Konzept
- die Bauteile sind sehr gut beschaffbar
- ca. 3,3 - 45V Ausgangsspannung (evt. Bauteilanpassungen nötig)
- max. 1A

Da ich immer mal wieder Spannungsregler für meine Projekte benötige, habe ich Platinen entworfen.
Die Boards können später auch steckbar ausgeführt werden, im zweiten Zug werde ich dafür eine Art Motherboard entwerfen.
Erster Einsatz: Als Netzteil für mein Naim DAC. Es soll hinterher mein Teddy Pardo ablösen.
Das Teddy Pardo Upgrade hat bei den digitalen Zweig nochmal ganz klar verbessert und mir wieder mal die Augen geöffnet was mit einer guten Spannungsversorgung möglich ist.

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Habt Ihr bereits Erfahrungen mit dem Regler gemacht? Wenn ja, wo setzt ihr Ihn ein, wie klingt er?


Vom Projekt sind noch ein paar Boards übrig, wenn jemand experimentieren möchte kann er sich gerne melden.




Gruß
Daniel
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HenSch
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Beitrag von HenSch »

Hallo Daniel,

mit dem Jung/Didden-Superreg habe ich mich auch eine ganze Weile gedanklich beschäftigt. Eingesetzt habe ich ihn noch nicht, da ich zwischenzeitlich auf Designs mit diskret aufgebauten Differenzverstärkern gewechselt habe. Also z.B. das Konzept des S11, oder fertige Regler wie Belleson, Sparkos Labs, etc.

Persönlich finde ich beachtenswert, dass der Opamp im Jung/Didden-Regulator von der Output-Spannung versorgt wird. Das ist einerseits clever, da diese Spannung natürlich blitzsauber ist. Auf der anderen Seite funktionieren Opamps umso besser, je höher ihre Versorgungsspannung ist. Das lässt sich in den Datenblättern gut ablesen, praktisch alle relevanten Daten (open-loop-Verstärkung, slew-rate, etc.) sind spannungsabhängig.

Der AD825, den Jung/Didden im Schaltplan vorgesehen hat, ist bis minimal +/-5V Versorgungsspannung spezifiziert, darunter finden sich keine Angaben im Datenblatt mehr. Von daher würde ich persönlich den Jung/Didden-Regler mit dem AD825 nicht für Ausgangsspanungen von unter 10V einsetzen wollen. Die Angabe ab 3,3V Ausgangsspannung finde ich daher sportlich und setzt - so vermute(!) ich - den Einsatz von einem anderen Opamp als dem AD825 voraus.

Beste Grüße
Henning
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meldano
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Beitrag von meldano »

Hallo Henning,

da gebe ich dir recht ;)
Da ich sehr sportlich bin, habe ich die 3,3V angegeben.
Auch 45V ist mit dem 825 auch nicht drin.
Eine Angabe von 5-45V ist wohl eher angebracht.

Ich habe bereits erfolgreich eine 32V Versorgung mit einem OPA604 aufgebaut.
5V mit dem NE5534.

5V ist nach einigen Berichten mit dem 825 drin.
Zudem muss ja noch die Referenz (LM329 im Originaldesign) und die Z Diode am OPA Ausgang angepasst werden.

Das S11 ist für kleine Ströme evt. ein bisschen oversized.

Ich denke, viele Anwender sind ein wenig gehemmt den Regler einzusetzen, weil sie ein wenig anpassen müssen.
Das sind aber neben den gerade erwähnten Punkten nur noch zwei Widerstände.

Daniel
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meldano
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Beitrag von meldano »

Kleiner Nachtrag:

Sjörström Audio fehlt auch noch in der Linkliste.
Die dort angebotenen Regler bauen weitestgehend auf den
Jung Super Regulator.

https://sjostromaudio.com/pages/index.p ... -regulator

Er gibt in seinen Stücklisten für 5V Ausgangsspannung einen AD825 an.

Wir sollten uns auf eine minimale Spannung von 5V einigen :cheers:
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HenSch
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Beitrag von HenSch »

Hallo Daniel,
meldano hat geschrieben:
08.06.2020, 13:17
Wir sollten uns auf eine minimale Spannung von 5V einigen :cheers:
abgemacht! :wink:

Auch wenn beim Sjöström Regler in der 5V Konfiguration die Spannungsversorgung des AD825 vor die Regelung gelegt wird, also über R5 statt R6. Er wird in der Praxis irgendwas um die mindestens 6-7V zu sehen bekommen.

Naja, es bleibt festzuhalten, dass bei Superreglern mit Opamp dieser im unteren Grenzbereich betrieben wird, wenn eine niedrige Ausgangsspannung erforderlich ist. Das geht mit ein wenig Performanceverlust einher. Aber sicherlich immer noch um einiges besser als einen LM317 oder LT18xx einzusetzen.

Auf Deinen Vergleich mit dem Teddy Pardo Netzteil bin ich schon sehr gespannt, berichte bitte mal wenn es soweit ist.

Beste Grüße
Henning
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meldano
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Beitrag von meldano »

HenSch hat geschrieben:
08.06.2020, 14:46
Hallo Daniel,
meldano hat geschrieben:
08.06.2020, 13:17
Wir sollten uns auf eine minimale Spannung von 5V einigen :cheers:
abgemacht! :wink:

Auch wenn beim Sjöström Regler in der 5V Konfiguration die Spannungsversorgung des AD825 vor die Regelung gelegt wird, also über R5 statt R6. Er wird in der Praxis irgendwas um die mindestens 6-7V zu sehen bekommen.
...
Auf Deinen Vergleich mit dem Teddy Pardo Netzteil bin ich schon sehr gespannt, berichte bitte mal wenn es soweit ist.
Da hast du dich aber sehr genau mit diesem Konzept auseinander gesetzt!


Ja, er greift die OPA Spannung dann nach dem Pre Reg ab.
Insgesamt ist er auch sehr flexibel und hat sämtliche Optionen eingebaut.
Da ich auf den Pre Reg verzichte, Sjörström setzt einen LM317/337 ein, war diese Option bei meinen Boards nicht möglich.
Bis das Teddy getauscht werden kann, wird es noch dauern.
Der Naim benötigt insgesamt 6 Spannungen.
Mein Konzept sieht ein Trafo mit getrennten Wicklungen und Cap Multiplier vor den Reglern vor.
Wenn es läuft werde ich gerne berichten.

Gruß
Daniel
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Grauwacke
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Beitrag von Grauwacke »

meldano hat geschrieben:
08.06.2020, 11:48
Habt Ihr bereits Erfahrungen mit dem Regler gemacht? Wenn ja, wo setzt ihr Ihn ein, wie klingt er?
Hallo, Daniel,
ich setze seit längerem drei Didden-Regler als Versorgung für Switche sowie ein DSL-Modem ein. Dass das klanglich was gebracht hat, ist nicht verwunderlich, wenn man drei Schaltnetzteile entsorgen kann :cheers:
Die Regler werden von Cap-Multipliern versorgt (Anlaufzeit etliche Sekunden), die vor allem bei tiefen Frequenzen nochmal richtig gut filtern. Der Rauschteppich ist ab DC praktisch flach (bei 300mA Last) bis in den MHz-Bereich und liegt unter -140dB. Sollte für die Switche ausreichen, oder?
viele Grüße
Helge
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meldano
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Beitrag von meldano »

Hallo Helge,

danke für das Feedback!
Cap Multiplier wollte ich auch davor setzen ;)

Mit welchen OPA‘s und welchen Spannungen hast du die Regler aufgebaut?

Gruß
Daniel
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Grauwacke
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Beitrag von Grauwacke »

meldano hat geschrieben:
10.06.2020, 19:19
Cap Multiplier wollte ich auch davor setzen ;)
Mit welchen OPA‘s und welchen Spannungen hast du die Regler aufgebaut?
Hi, Daniel,
alle Regler nutzen den AD825. Der alternative AD817 soll manchmal Probleme mit Oszillation haben, deshalb bin ich auf Nummer Sicher gegangen. Alternativ wird auch der OPA134 genannt (lower noise), ich denke aber, mit dem Cap-Multiplier vorndran erniedrigt sich Noise sowieso deutlich. Die Dioden vor dem CM sind mit Snubber-CRC ruhig gestellt (ausgemessen mit dem Quasimodo).
Zwei der Regler laufen mit 12V, einer mit 15V. Im DIY-Forum wird auch beschrieben, wie man deutlich niedrigere Spannungen erzeugen kann, muß aber dann diverse Bauteile anpassen (Spannungsreferenz, AD825 geht nicht mehr, etc.).

Noch einen Hinweis aus eigener Erfahrung: Die Beschriftung der Doppelplatine ist, sagen wir mal, merkwürdig hinsichtlich der Eingänge und ihrer Polarität. Das "-DCgnd" Plus und "-DCNin" Minus bedeutet, habe ich erst nach dem Verbrutzeln eines AD825 und diverser Elkos festgestellt :(
viele Grüße
Helge
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meldano
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Beitrag von meldano »

Ein OPA mit dem eine 3,3V Ausgangsspannung realistisch ist:

OP162

https://www.mouser.de/datasheet/2/609/O ... 504214.pdf
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Grauwacke
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Beitrag von Grauwacke »

meldano hat geschrieben:
11.06.2020, 10:24
Ein OPA mit dem eine 3,3V Ausgangsspannung realistisch ist:
OP162
Für meine nächste Baustelle brauche ich u.a. 3.3V, aber mit Strom in der Größenordnung 1.5-2A. Da ist der SuperReg in der Originalkonfiguration mE aus dem Rennen. Ich tendiere zu dem neu entwickelten PWS-05M-T mit 3.3V/2.1A von Thomas Funk.
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meldano
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Beitrag von meldano »

Hallo Jungs,

da die hier vorgestellten Boards nur "die halbe Wahrheit" sind, ich in naher Zukunft meine 10GTek damit versorgen möchte und ein paar weitere Ideen hatte, wurde das Layout überarbeitet und ein kleines Mainboard entworfen.

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- 82 x 91mm
- Max 1A, 5-45V Out
- CRC Dämpfungsglied Trafo Sekundärseite (Stichwort Snubber, Quasimodo)*
- Aktiver Gleichrichter
- CRCRC im Eingang
- Super Regulator


*https://www.diyaudio.com/forums/power-s ... t-jig.html
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veloplex
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Beitrag von veloplex »

Hi Daniel,
Sehr interessant! Hast du den CapMulti mit drauf gelassen? Bitte weiter berichten. Falls Platinen verfügbar sind, hebe ich schon mal die Hand.

Grüße Christoph
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meldano
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Beitrag von meldano »

Hallo Christoph,
das Konzept soll ja modular sein.
Das zuletzt vorgestellte Board hat keinen Cap Multiplier drauf, nur CRCRC.
Der Ansatz hierfür ist eher eine möglichst kompakte Lösung als „Ersatz“ für mein S11 wo 1A reicht.
Das Board habe ich auch bereits überarbeitet.
Kann ich die Tage mal hochladen.

Daniel
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meldano
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Beitrag von meldano »

Hier mal der aktuelle Stand vom Layout

Der Regler
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Das Mainboard für einen pos. Regler
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