XLR-Adapter für Naim Superuniti Pre-out

Lautsprecherbau und -tuning

XLR-Adapter für Naim Superuniti Pre-out

Beitragvon treble trouble » 02.02.2019, 22:03

Hallo,

ich möchte mir ein Kabel löten zum Verbinden des naim Superuniti Vorverstärkerausgangs mit den XLR-Eingängen einer Aktivbox. Da ich von solchen Themen wenig Ahnung habe, benötige ich hierzu Hilfe:

Die Belegung der Pre-Out Buchsen ist wie in diesem Bild ganz rechts zu sehen:
http://www.moorgateacoustics.co.uk/wp-content/uploads/2016/08/ndback.jpg
Diese Belegung hat mir auch der naim Support bestätigt.

Falls das Bild in Zukunft nicht mehr vorhanden sein sollte, hier die Beschreibung der PINs (nach der Angabe von naim), wenn die Einbuchtung der DIN-Buchse nach oben zeigt:
a) links oben: Kanal 2 (laut naim: der rechte Kanal)
b) links unten: -ve (bedeutet vermutlich Masse?)
c) rechts unten: 24V 0,3A (sollte ich wohl nicht verbinden)
d) rechts oben: Kanal 1 (laut naim: der linke Kanal)

Nach dem Verbindungsschema von Cinch auf XLR wie in diesem Bild beschrieben
Bild
würde ich also vermuten, dass die PINs wie folgt verbunden werden müssen:

naim a) -> rechter XLR-Stecker PIN 2
naim d) -> linker XLR-Stecker PIN 2
naim b) -> linker und rechter XLR Stecker, jeweils PIN 1 und 3

Ist das richtig so? Und wie bekommt man 4 Kabel an den PIN "naim b)" angelötet? Kann das funktionieren?

Schöne Grüße
Gert
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treble trouble
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Beitragvon Hans-Martin » 02.02.2019, 23:01

Hallo Gert,
grundsätzlich ist soweit alles richtig, aber mit dieser Methode kannst du nur Koaxialkabel verwenden.
In den dünnen Stift des Din-Steckers (ich würde versilberte Preh wählen, nicht die schäbigeren Alternativen von Lumberg, die man z.B. bei Conrad bekommt, die sind nicht so hochwertig vergütet, Nickel statt Silber) passt ein Draht, nicht 2, geschweige denn die verdrillten Schirmgeflechte zweier Koaxialkabel. Der Renkverschluss verleitet zum Verriegeln, den würde ich weglassen, das klingt verblüffend besser (!).

Wenn du die symmetrischen Eingänge nutzen möchtest und längere Leitungen benötigst, wäre hilfreich, den Ausgangswiderstand* des Superuniti zu kennen und die Leitung an Pin3 des XLR über einen äquivalenten Widerstand anzuschließen, wie beschrieben unter https://www.aktives-hoeren.de/viewtopic.php?p=53796#p53796
Dann werden an den kleinen Signalmassepin des DIN 2 Schirme und 2 Widerstände angelötet, da hilft ein Stückchen Klingeldraht als Verbindungshilfe zwischen dem Massepin (-VE) und den vorgenannten vieren.
Es ist viel Kabel für die enge Knickschutztülle, also wird man sie weglassen, das Steckergehäuse zuerst über die Kabelenden stecken nicht vergessen...
Es lohnt sich!!!
Grüße
Hans-Martin

* Bestimmung des Ausgangswiderstandes
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Beitragvon treble trouble » 03.02.2019, 17:53

Hallo Hans-Martin,

Danke für die detaillierte Antwort. Das wird doch wieder mal komplizierter, als ich dachte.

Hans-Martin hat geschrieben:(ich würde versilberte Preh wählen, nicht die schäbigeren Alternativen von Lumberg, die man z.B. bei Conrad bekommt, die sind nicht so hochwertig vergütet, Nickel statt Silber) ... Der Renkverschluss verleitet zum Verriegeln, den würde ich weglassen, das klingt verblüffend besser (!).


Na super! :? Rate mal, was ich kurz vor dem Schreiben meiner Frage bestellt habe. ;) Aber ok, einen anderen Stecker zu bestellen ist noch das kleinere Problem (wenn man denn etwas Passendes findet. So Kleinkram zu suchen, macht echt keinen Spaß, vor allem wenn man auf kleine Details wie Güte der PINs achtet.) Den ersten Preh-Stecker, den ich fand, war jetzt auch einer zum "Verrenken" und sah auch nicht versilbert aus.

Was ist eigentlich besser? Versilberte oder vergoldete Kontakte? Oder ist das egal?

Wenn du die symmetrischen Eingänge nutzen möchtest und längere Leitungen benötigst...

Die decOrus in Version 1 hat nur XLR Eingänge. Allerdings habe ich eh vor, das Upgrade auf die MK II durchführen zu lassen, die dann Cinch- und XLR-Eingänge hat. Vielleicht ziehe ich das Upgrade einfach vor. Das würde die Sache mit dem Kabel vermutlich ja vereinfachen. Oder ist von der Qualität der Übertragung unsymmetrisches XLR einem Cinch-Kabel dennoch vorzuziehen?

Und die Länge der Kabel müssen mindestens 3m sein. Lieber etwas mehr, damit ich bei der Aufstellung etwas flexibler bin, wenn ich den optimalen Platz der Boxen suche. Ich plane, 4m zu nehmen.

... wäre hilfreich, den Ausgangswiderstand* des Superuniti zu kennen und die Leitung an Pin3 des XLR über einen äquivalenten Widerstand anzuschließen, wie beschrieben unter https://www.aktives-hoeren.de/viewtopic.php?p=53796#p53796


"äquivalent" heißt dann mit gleicher Ohmzahl wie der Ausgangswiderstand ist?

Dann werden an den kleinen Signalmassepin des DIN 2 Schirme und 2 Widerstände angelötet, da hilft ein Stückchen Klingeldraht als Verbindungshilfe zwischen dem Massepin (-VE) und den vorgenannten vieren.

Überzieht man das alles dann mit einem Schrumpfschlauch oder kann man das einfach so neben dem Signalleiter liegen lassen? Und passen wirklich 2 Widerstände in so einen Stecker? Das wird alles sehr spannend.

das Steckergehäuse zuerst über die Kabelenden stecken nicht vergessen...

Das habe ich jetzt bei jeder Lötanleitung gelesen. Wetten, ich beiß mir nach dem Löten in den ..., weil ich es doch vergessen habe? (Jetzt kommt mein unsäglicher Optimismus durch ;) )



Ui, das klingt komplex. Das übersteigt auf Anhieb mein Laien-Knowhow. Ich müsste mir sowieso erst mal ein Strom/Spannungs-Meßgerät kaufen. Und dann müsste ich wissen, wie ich wo messen muss. Aber zuerst frage ich beim naim-Support nach, ob sie mir den Ausgangswiderstand nennen können.

Gibt es eigentlich einen Standard, welche Leiter-Farbe für welchen Pin genommen wird? Ich habe rot und blau. Rot würde ich vom Bauchgefühl her für das Signal (XLR-Pin 2) nehmen.

Schöne Grüße
Gert

Ich begebe mich jetzt auf erneute 4-Pol-DIN-Stecker-Suche...
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Beitragvon meroVinger-audio » 04.02.2019, 10:33

Hallo Gert,

die MK-II hat KEINE Cinch-Eingänge.
XLR analog und XLR AES/EBU.

Beste Grüße

Peter
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Beitragvon treble trouble » 04.02.2019, 10:40

Hallo Peter,

Danke für die Klarstellung. Da hatte ich wohl etwas falsch verstanden oder falsch in Erinnerung.

Schöne Grüße
Gert
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Beitragvon SolidCore » 04.02.2019, 11:26

Hallo Gert

Nach deinem gezeigten Bild der Naim Anschlussseite ist der Preamp-Out doch ebenfalls als Cinch vorhanden.
Dieser wäre als Adapter einfach zu löten. Oder hat die 4-Pol Naimbuchse irgendwelche Vorteile?
XLR-Seitig würde ich an Pin 3 nur den Signal- Leiter anlöten, und an Pin 1 den Schirm. Cinch- oder Din-seitig laufen sie dann zusammen. Somit hast du zumindest an Pin 2+3 gleiche Querschnitte. Es sollte, ein ausgewogenes Kabel vorrausgesetzt, damit stimmiger klingen.

Gruss
Stephan
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Beitragvon Hans-Martin » 04.02.2019, 13:30

SolidCore hat geschrieben:Nach deinem gezeigten Bild der Naim Anschlussseite ist der Preamp-Out doch ebenfalls als Cinch vorhanden.
Dieser wäre als Adapter einfach zu löten. Oder hat die 4-Pol Naimbuchse irgendwelche Vorteile?
Hallo Stephan, Gert,
das ist nicht von der Hand zu weisen, mit 2 RCA Steckern hat man viel mehr Raum im Steckergehäuse.
Diie DIN Stecker klingen besser als die RCA. Mit dem dünnen Signalpin hat man eine größere Bandbreite, und die üblichen RCAs sind vernickelt und darüber hartvergoldet. Bei der Versilberung ist die Nickelschicht mE nicht erforderlich.
Die DIN Stecker konnektieren Signal und Masse gleichartig, gleichwertig, zeitgleich beim Stecken.
Die Kanal- gemeinsame Masse hilft bei der fokussierten Abbildung, sofern bei Quelle und beim Verstärker für beide Kanäle eine gemeinsame Signalmasse gibt. Das ist gut hörbar, speziell bei Kabeln mit individuell geschirmten Leitern, wobei die Schirme sich blank berühren.
Bei den genannten Aktiv-LS sind aber getrennte Signalmassen, sodass die genannten Vorteile sich etwas reduzieren.
Da scheint wohl 2x RCA sinnvoll, dann kann auch der Widerstand in der (-)-Leitung (Pin3) einesetzt werden.
Mit Äquivalent meinte ich den gleichen Wert, wie man ihn als Last für halbe Ausgangsspannung feststellt.
Grüße
Hans-Martin
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Beitragvon treble trouble » 04.02.2019, 13:59

Hallo Stephan, Hallo Hans-Martin,

in der Tat hat der Superuniti dasselbe Signal (laut naim Support wirklich identisch) auch an Cinch-Ausgängen anliegen. Da ich aber nach dem Upgrade der DeCorus auch Subwoofer an den naim anschließen will, brauche ich spätestens dann den DIN-Pre-Out ebenfalls.

Schöne Grüße
Gert
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Beitragvon treble trouble » 11.02.2019, 14:24

Hallo,

nachdem ich den DIN-Stecker in der Hand hielt und merkte, dass selbst ohne Knickschutz die beiden XLR-Kabel nicht hineinpassen, ohne das Kabelzuführungsloch des Steckers weiter aufzubohren (und selbst dann würde es spack werden), baue ich jetzt doch Cinch-XLR-Kabel.

Generell habe ich noch zwei Fragen:

1) (Rein aus Interesse auch zum DIN-XLR-Kabel...) Muss der Metallsteckring, der die PINs umgibt, eigentlich ebenfalls mit der Masse verbunden werden? Wenn ja, auf beiden Seiten, DIN und XLR? (Bei Cinch ist er es ja automatisch.)

Bei einem gekauften (kurzen) Cinch-XLR-Kabel ist der XLR-Metallring ebenfalls mit der Masse verbunden. Ich habe mir aber sagen lassen, dass man bei reinen XLR-Kabeln bspw. nicht auf beiden Seite den Ring mit Masse verbindet, weil sonst die Gefahr einer Brummschleife besteht?

2) Ist es egal,ob man die verschiedenen Leitungen, die alle auf Masse gelegt werden, auf Cinch- (bzw. DIN-) Seite zusammenlötet oder ob man sie auf XLR-Seite zusammenbringt? Durch Letzteres würde man auf Cinch/DIN-Seite ggf. noch etwas Platz gewinnen.

Schöne Grüße
Gert
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Beitragvon Hans-Martin » 11.02.2019, 22:55

Hallo Gert,
zu 1. überlass die Erdung des Steckergehäuses der Buchse, wo das Gheäuse Kontakt bekommt.
2. Üblicherweise ist der Vorverstärker der Knotenpunkt, wo die Ableitung zur Schutzerde geschieht. Deshalb könnte Superunity der zentrale Punkt sein, Schutzerde ist ja vorhanden. Folglich könnte man hier den Schirm auflegen.
Die Diskussion, ob der Schirm auf das Gehäuse gehört, oder den abgefangenen HF-Müll zur Signalmasse ableitet, wurde im Zuge des H-Kabels von Harald (n.s.c.) ausführlich beschrieben. Naim hat bei seinen Vorverstärkern den Schirm nicht auf die Steckergehäuse verbunden. Erschwerend kommt hinzu, dass es keine Naim - Vorverstärker mit integriertem Netzteil gibt, sondern die Stromversorgung aus der Endstufe bezieht oder über ein zwischengeschaltetes Netzteil (zwischen Endstufe und VV ist das schutzgeerdete Netzteil).
Du müsstest also nachmessen, ob Superunity mit dem integrierten Netzteil und dem Schutzerdeanschluss eine harte Verbindung zwischen Gehäuse (=Schutzerde) und Signalmasse hat, oder ob dort ein 47 Ohm Widerstand oder ähnlich zwischengeschaltet wurde.

Ich würde beim RCA-auf-XLR den Schirm auf das Steckergehäuse legen, die 3 Innenleiter zum XLR mit Signalmasse auf 1, positiv (= Pin beim RCA) auf 2 und die dritte Leitung über einen oben beschriebenen Widerstand von RCA-Mass nach pin 3 legen, um die Impedanzverhältnisse beider Leitungen (2,3) gleichartig auf der Quelleseite zu gestalten.

Symmetrische Eingänge sind weitgehend immun gegen Brummschleifen. Deshalb sehe ich bei der Verkabelung zu den Aktiv-LS nicht das Problem, eher bei aktiven Subwoofern, die derlei symmetrische Eingänge nicht haben.
Grüße
Hans-Martin
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Beitragvon treble trouble » 15.02.2019, 14:25

Hallo,

Danke Hans-Martin für die Details (auch wenn ich ein wenig ins Schwimmen gerate, wenn ich versuche, das alles zu verstehen.)

Da ich vom naim Support lange keine Antwort zu den Ausgangswiderständen bekommen habe, hatte ich eigentlich vor, dieses Detail zu ignorieren und ein nicht ganz 100%ig perfektes Kabel zu löten, also ohne Widerstände. Nun bekam ich aber von naim doch noch die Auskunft, wie die Ausgangswiderstände des Superuniti sind:

Superuniti output impedance is 22R on the pre-amp outputs and 100R on the sub outputs.


Also gibt es doch einen Unterscheid zwischen den beiden Anschlüssen. Ich hoffe, nicht zum Nachteil der RCAs (sub outputs).

Es ist also richtig, wenn ich im RCA-Falle zwei 100 Ohm Widerstände besorge und damit den XLR-Pin 3 an die Masse anschließe?

(Was das alles an Porto kostet, wenn man nicht von vorne herein weiß, was man tatsächlich alles benötigt. Und einen fußläufig erreichbaren Laden in Köln oder Bonn, der Elektronikbauteile verkauft ist mir nicht mehr bekannt. Da fällt der Preis der beiden Widerstände vermutlich so gar nicht ins Gewicht.)

Schöne Grüße
Gert
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Beitragvon Hans-Martin » 15.02.2019, 15:49

treble trouble hat geschrieben:Es ist also richtig, wenn ich im RCA-Falle zwei 100 Ohm Widerstände besorge und damit den XLR-Pin 3 an die Masse anschließe?

Hallo Gert,
den Widerstand im RCA zwischen Mass und der Leitung, die zu Pin3 XLR führt.
Widerstände kosten keine 10 ct/St.
Grüße
Hans-Martin
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