Verständnisfrage zur Konfektionierung 12V DC Kabel

Lautsprecherbau und -tuning
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Audiophon
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Verständnisfrage zur Konfektionierung 12V DC Kabel

Beitrag von Audiophon »

Liebe Selbermacher,

ich bin gerade dabei meinen Meraki Switch selbst leicht etwas zu modifizieren. Hierzu will ich mir mit einem meiner Meinung nach geeignetem Kabelrest ein DC Kabel selbst konfektionieren.

Bei dem Kabelrest handelt es sich um folgendes NF (!) Kabel: https://www.dienadel.de/inakustik-refer ... -353631060

Was haltet Ihr vom Einsatz als DC Kabel mit 12V und vielleicht um die 0,5A? Das dürfte doch möglich sein, oder?

Gegebenenfalls dürfte sich auch die Schirmung im sicherlich HF belasteten Umfeld eines Streamers positiv bemerkbar machen...

Nur: was mache ich mit dem Schirm? Schalte ich ihn an einer Seite auf Masse - oder nicht?

Danke für Eure Tips!

Martin
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Audiophon
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Beitrag von Audiophon »

Sofern von Bedeutung: ich brauche 2 jeweils nur rund max. 10 cm lange Kabel
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Audiophon hat geschrieben:
06.04.2021, 11:19
https://www.dienadel.de/inakustik-refer ... -353631060

Was haltet Ihr vom Einsatz als DC Kabel mit 12V und vielleicht um die 0,5A? Das dürfte doch möglich sein, oder?

Gegebenenfalls dürfte sich auch die Schirmung im sicherlich HF belasteten Umfeld eines Streamers positiv bemerkbar machen...
Hallo Martin,
das 202 Kabel ist auf geringe Kapazität mit geringer DA ausgelegt, nicht auf mechanische Festigkeit
der beiden Innenleiter. Der Folienschirm macht Schwierigkeiten am Übergang in den Stecker ( Bruch).
Unter allen mir geläufigen Aspekten halte ich das 202 hier für weniger geeignet.
Ein gängiges Lautsprecherkabel halte ich für erheblich besser geeignet, die Spannungsquelle (geregelt=niedriger Ausgangswiderstand) und niedriger Lastwiderstand (<12Ohm) verlangen nach einem Kabel, welches diese Kriterien bedient: Netzkabel, Lautsprecherkabel.

Wenn ein Router/Switch HF Signale generiert, die in abgeschwächter Form auf das Versorgungskabel strahlen, worauf im Gerät ein Kondensator puffert und für die Baugruppen jeweilige Spannungsregler aus den eingespeisten 12 V auf 3,3V (ggf. 5V) getaktet, also stromeffizient herrunterregeln, dann wäre zu erwarten, dass internes Übersprechen innerhalb des Gehäuses auch eine Rolle spielt.
Grüße
Hans-Martin
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Audiophon
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Beitrag von Audiophon »

Hallo Hans-Martin,

Danke für Deine - wie immer - fachkundigen Ratschläge.

Zum Thema Festigkeit ist zu bedenken, dass das Kabel nur im Innern des Switch seinen Dienst tun soll. Einmal installiert sollten sich also keine Schwierigkeiten ergeben.

Daher auch die Frage nach der HF-Abschirmung. Das Kabel läge im Innern des Switch nur wenige cm neben den „Innereien“ des Swich, daher denke ich wäre eine Abschirmung sicherlich sinnvoll.

Viele Grüße
Martin
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Martin,
irgendwie war ich wegen 12V bei FritzBox, nicht bei Meraki Switch...
Egal, jeder Chip hat bei ordentlichem Entwurf einen Kondensator nahebei, um Leiterbahninduktivität zu kompensieren, bzw. diese sogar in eine HF-Entkopplung/Filterwirkung miteinzubeziehen.

Ich würde zunächst die Leiterplatte analysieren, ist auf der Unterseite eine Groundplane, Signalmasse, Stromversorgungsminus? Sind Segmente voneinander getrennt, also sternförmig zum Einspeisepunkt verbunden?

Wo sind für die positive Versorgung die Puffer-Kondensatoren bzw. die Spannungregler?
Bis hier kann man vom Netzteil ausgehend mit querschnittsstarken Leitungen parallel unterstützen.
Aufgrund der Netzteilregelung am Einspeisepunkt und Pufferung am Ende der Leitung wird diese eher nicht zum HF-Abstrahler, weshalb ein Aspekt wie Abschirmung uninteressant erscheint.
Die mechanische Ausführung geriete auch zur Herausforderung.
Nichts ist schlimmer als ein Spannungsabfall auf einer gemeinsam genutzten Masseleitung, 35um dünne Kupferauflage mit Leiterbahnen mit weniger als 1mm Breite darf man mal in Gesamtquerschnitt umrechnen, um ein Gefühl für die Problematik zu bekommen, dessen Lösung mit billigsten Elektroinstallationsresten (NYM, 1,5qmm, PVC Isolation) naheliegend erscheint.
Strombelastete Molex-Verbinder auf Netzteil- und zu versorgender Leiterplatte haben sich schon wiederholt als bremsend dargestellt, Verlöten kann helfen, wenn man nicht regelmäßig das Netzteil tauschen will.
An solchen gemeinsamen Übergabepunkten mit Übergangswiderständen kann viel mehr Schaden entstehen als interne Abschirmungen ausgleichen können...
Grüße
Hans-Martin
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Audiophon
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Beitrag von Audiophon »

Hallo Hans-Martin,

zunächst mal weisst Du ja, dass Du bei mir zwar auf einen dankbaren Abnehmer Deiner Ratschläge, aber leider auf keinen Elektrotechniker triffst :wink:

Hier findest Du ein Foto vom Innenleben des Meraki im Originalzustand: https://leo.leung.xyz/wiki/File:Ms220-8p-internals.jpg

Das Netzteil links oben im Bild ist für die stromintensive POE Versorgung. Dieses Netzteil habe ich bereits ausgebaut.

Das 12V Schaltnetzteil unten links ist für den Switch zuständig. Viele bauen dies auch aus und dann nutzen eine externe Lösung (Farad etc.). Für meine Zwecke ist dies aber schon fast zu gut, das ich sowieso und weiterhin per Wifi zum Streamer zuspiele (am Switch hängt damit neben der Fritzbox 6591 nur ein weiterer Wifi Router und meine Musik NAS).

Daher habe ich mich für eine kleine Lösung entschieden und mir nur eine Furutech FI06 NCF Kaltgeräte Einbaubuchse bestellt die die originale ersetzten soll. Als 230V Zuleitung zum 12V Netzteil dann ein Stück Hifi-Tuning Powercord Ultimate Solidcore Cryo (dieses könnte ich dann auch für die 12V Zuleitung benutzen).

Zudem will ich dann noch die 12V Zuleitung vom eingebauten Schaltnetzteil zur Switch-Leiterplatte ersetzen. Entweder mit dem oben angesprochenen In-Akustik Kabel oder eben dem (leider extrem störrischen) Hifi-Tuning Kabel. In die 12V Zuleitung schleife ich dann noch einen ifi DC Purifier2 ein (habe ich noch übrig).

Wie Du schon schreibst, kommen im Switch tatsächlich die Molex Steckverbinder zum Einsatz. Leider traue ich mich nicht die abzulöten. Ich werde mal sehen ob ich das Solid Core Kabel hier verbindungssicher anlöten kann.

Viele Grüße
Martin
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Martin,
ich hab mir mal
https://leo.leung.xyz/wiki/images/8/80/ ... ernals.jpgangesehen, wundere mich über die sich kreuzenden langen Leitungen zwischen Netzteilen und Leiterplatte. Die hätte man deutlich verkürzen können, indem die Netzteile vertauscht, näher an die Verbraucher herangeführt würden.
Wie gesagt, ich kenne Korrosion an den Molex, einfache Lösung: Kabel am Fuß anlöten.
Der Austausch der Elkos gegen Low-ESR-Typen mit größerer Kapazität könnte mehr bringen als eine "audiophile" Verkabelung mit dem querschnittsschwachen 202...
Sehe ich da Widerstände vor den Spannungsreglern (3 Beine+Kühllasche)? Welche Halbleiter hier eingesetzt sind, konnte ich auch dem großen Bild nicht entnehmen.
Grüße
Hans-Martin
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timogern
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Beitrag von timogern »

Hallo Hans Martin, das sind LDO's wie LT-1117 (Sot-223) Spannungsregler, aber nur der einzelne ist relevant, da die anderen Poe machen. Habe ich bei meiner mod. durch low noise typ ersetzt.
Grüße Thomas
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