Passives Netzfilter

Lautsprecherbau und -tuning
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Hironimus_23
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Passives Netzfilter

Beitrag von Hironimus_23 »

Hallo,

in einigen Threads wurde das Thema Netzfilter schon häufiger am Rande angesprochen. Um diese Threads jedoch nicht dort off-topic zu belasten, starte mal einen neuen Faden.

Ich bin zurzeit dabei mir ein 5V(3A)-Netzteil (S11) zu bauen und möchte dieses gleich um einen Netzfilter ergänzen. Diese Empfehlung kam mMn. aus dem S11-Faden, in dem es hieß, wenn schon ein hochwertiges Netzgerät gebaut bzw. erweitert wird, dann sollte man doch gleich ein Netzfilter vorschalten, um ggf. vorhandene hochfrequente Störungen eingangsseitig zu eliminieren. Was ich jedoch bislang nicht entdecken konnte, war ein genauer Schaltplan mit Dimensionierung der Bauteile. Auch Recherchen im www und Begutachtung diverser Bauteile uauf den dort gezeigten Fotos ergaben für mich die Erkenntnis, dass es verschiedene Wege zu einem passiven Netzfilter gibt. Die Mehrzahl verwendet LC-Glieder, um einen Tiefpass zu realisieren, bei einigen Fotos konnte ich auch den Einsatz von 8 weiteren Dioden auf der Platine erkennen.

Das Grundkonzept läuft aber wohl auf den folgenden Schaltplan hinaus. Unterschiede gibt es bei der Dimensionierung der Kapazitäten und Induktivitäten, im Schaubild rot dargestellt.

Bild
Da ich ungern die gesamte Schaltung durchrechnen würde und mir auch kein vernünftiges Messequipment (z.B. Oszi) zur Verfügung steht, würde ich gerne auf bewährte Werte zurückgreifen.

Was wohl für den Bau eines Netzfilters relevant ist, dass die beiden Wicklungen (auf gleichem Kern) von L1 so angeschlossen werden, dass der LStrom entgegengesetzt fließt und sich somit aufhebende Magnetfelder ergeben. Die beiden Wicklungen von L2 sollten jedoch in Reihe angeschlossen werden, damit sich die Induktivitäten addieren.

Folgende Werte wurden teilweise verwendet, aber sind sie für meinen Anwendungsfall passend ?
Hab ihr Erfahrungen und könnt mir geeignete Werte nennen ?

L1= Werte von 10 µH bis 60 µH
L2= Werte 3,5 µH bis 10 µH
Cx1= 0,1 µF
Cx2= 0,1 µF
Cx3= 0,1 µF (kann entfallen, wenn er im Eingang des Netzgerät vorgesehen ist)

Oder sagt ihr, "lass den ganzen Aufwand und kauf die von Firma xy ein fertiges Netzfilter" -> einfacher, billiger.

Gruß,
Hironimus
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chriss0212
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Beitrag von chriss0212 »

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Hironimus_23
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Beitrag von Hironimus_23 »

Hallo,

Christian, Danke für den Hinweis auf die fertige Platine von Thel. Thel AudioWorld möchte pro Platine 79€, da ich zwei Netzteile bauen möchte, würde ich 2 Platinen benötigen.
Ein Selbstbau liegt für Bauteile und Leerplatine bei ca. 15€ und da ich sowieso beim Löten bin (wegen des Netzteils), würde es mich nicht stören und ich auch machen, sofern ich die richtigen Werte für L1, Ls und die Cx1-3 kenne. Es sei denn, ich übersehe noch irgendetwas entscheidenes.

Gruß,
Hironimus
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luebeck
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Beitrag von luebeck »

Hallo Hironimus,
die beiden L1 sollen ja wohl eine stromkompensierte Drossel darstellen. Da würde ich deutlich höher gehen, z.B. mit dieser hier:
https://www.reichelt.de/stromkompensier ... 9.html?r=1
Ebenso für die beiden L2.
Zusätzlich würde ich im Eingang noch einen VDR spendieren zum Schutz der X-Kondensatoren vor Spannungsspitzen.
Und ich bin mir auch nicht sicher, ob die Y-Kondensatoren immer nützlich sind.
Diese könnten auch Gleichtaktstörungen vom Schutzleiter ins Gerät holen.
Muß man ausprobieren.
Schöne Grüße
Günter
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