Erfahrungen mit Audio-over-IP

Musikwiedergabe über PC und Mac

Beitragvon StreamFidelity » 09.04.2018, 12:49

Hallo Gregor,

vielen Dank für diesen Tipp:

gregor hat geschrieben:für die Windows-Anwender, die Probleme mit ihrer Kiste im DANTE-Betrieb haben (besonders bei Knacksen usw.) könnte diese kleine Software eine Hilfe sein, sie hilft die Ursachen von zu hohen Latenzen zu entdecken: http://www.thesycon.de/eng/latency_check.shtml. Freeware obendrein.


Als Nicht-DANTE, aber dafür als PC-Streamer hatte ich gelegentlich im gefühlten Millisekundenbereich drop-outs beim Musik hören. Dies zeigte mir dieses geniale Tool an. Als Verursacher habe ich den Windows-Media-Player ausgemacht. Dieser lässt sich natürlich nicht über die "Systemsteuerung / Programme deinstallieren" beseitigen. :x Auch ein deaktivieren war auf meinen Windows Server nicht möglich. Aber ich konnte das Programm im Task-Manager sehen, wie es Resourcen beanspruchte. Verdammte Axt! Erst diese Befehlszeile

„start /w ocsetup WindowsMediaPlayer /uninstall“

beförderte den Windows-Media-Player in's Nirvana. Jetzt sind meine Latenzen endlich auf dem gewollten Niveau. :cheers:

Bild

Grüße Gabriel
Bild
StreamFidelity
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 185
Registriert: 24.09.2017, 14:50
Wohnort: Berlin

Beitragvon Twity » 09.04.2018, 17:33

HenSch hat geschrieben:Hallo zusammen,

bei mir sieht das Netzwerkkabel mit Neotech 20AWG UP-OCC Kupferdraht so aus:
Bild


Hallo zusammen,

ich muss da nochmal nachhaken bezgl. der verdrillung der Kabel. So wie ich sehe sind beide Kabel hier gleich stark und fest verdrillt. Ich habe mal gelesen, das Netwerkkabel unterschiedlich stark verdrillte Paare haben.
Das war auch so als ich meine Lautsprecherkabel mit Lankabel aus Solidcore Kupfer Adern gebaut habe.
Da musste ich alle Kabel mit Hilfe des Akkuschrauber auf gleich starke verdrillung bringen.

Jetzt frage ich mich, ob dies für Dante egal ist oder ob da auch unterschiede hörbar sind wie man die Aderpaare Verdrillt ?

Viele Grüße
Wasfi
Bild
Twity
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 225
Registriert: 19.09.2014, 10:20
Wohnort: Wuppertal Elberfeld

Beitragvon chriss0212 » 09.04.2018, 18:02

Hallo Wasfi,

ich fürchte das geht in die Richtung: Versuch macht kluch ;)

Viele Grüße

Christian
Bild
chriss0212
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 2338
Registriert: 06.01.2015, 22:03
Wohnort: Wuppertal

Beitragvon Fujak » 09.04.2018, 21:54

Hallo Wasfi,

im handelsüblichen Ethernetkabel findest Du eine eher lockere Verdrillung, die auch dem angestrebten Wellenwiderstand (100Ω ± 5Ω) am nahesten kommt. Je stärker Du verdrillst, desto geringer wird der Wellenwiderstand (was eher zu einer Klangeinbuße führt). Bei dem von Henning abgebildeten Kabel ist die Verdrillung deutlich fester, das Kabel hat andererseits einen dickeren Isolator und hält damit die Metall-Leiter weiter auseinander.
Da aber auch der Innenleiter einen höheren Durchmesser als beim originalen Ethernetkabel besitzt, würde ich die Intensität der Verdrillung als tendenziell zu stark ansehen und lieber etwas lockerer drillen; denn klanglich gesehen, ist ein größerer Wellenwiderstand unkritischer als ein zu geringer.

Grüße
Fujak
Bild
Fujak
Administrator
 
Beiträge: 5869
Registriert: 05.05.2009, 21:00
Wohnort: Bayern

Beitragvon chriss0212 » 09.04.2018, 22:09

Hallo Fujak

Ich muss zugeben, dass ich die Sache mit dem Wellenwiderstand nie so richtig verstanden habe...

Und wenn ich mir Wikipedia anschaue, will das noch immer nicht in meine Birne...

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Wellenwiderstand

Wenn nun ein spezieller Wellenwiederstand angestrebt ist... warum verdrillt man Netzwerkkabel dann pro Aderpaar anders? Dann sollte ja jedes Paar einen anderen Wellenwiderstand haben.
Ist es wirklich so einfach, dass sich der Wellenwiderstand mit der Anzahl der Windungen verändert? Dass sich Kapazität und Induktivität ändern ist klar, aber mir ist der wirkliche Zusammenhang zum Wellenwiderstand nicht klar. Kapazität und Induktivität eines Kabels verändert sich ja über die Länge... aber der Wellenwiderstand ist ja nicht auf Länge definiert... müsste sich aber ja nach Deiner Theorie, dass er sich über das verdrillen ändert auf Länge ändern oder habe ich hier einen Gedankenfehler?

Wer kann es mir mit einfachen Worten erklären... immer dran denken: ich koche noch mit Wasser :)

Viele Grüße

Christian
Bild
chriss0212
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 2338
Registriert: 06.01.2015, 22:03
Wohnort: Wuppertal

Beitragvon HenSch » 09.04.2018, 22:11

Hallo zusammen,

eine wertvolle Diskussion! Gut, dass ich noch ein paar Meter von dem Neotech Draht habe. Sobald das nächste Paar Stecker eintrifft, mache ich mal ein Kabel mit einer lockereren Verdrillung.

Ich werde berichten.

Viele Grüße, Henning
Bild
HenSch
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 96
Registriert: 31.03.2014, 19:55
Wohnort: Kiel

Beitragvon chriss0212 » 09.04.2018, 22:32

Selbst „Physik für Schüler“ kann ich nur bedingt folgen :)

https://physik.cosmos-indirekt.de/Physik-Schule/Wellenwiderstand

Zumindest ist meine Annahme, dass sich der Wellenwiderstand nicht über die Leitungslänge ändert richtig. Des Weiteren habe ich begriffen, dass er im HF Bereich wichtig zu wissen ist um Fehlanpassungen und Reflektionen zu vermeiden. Und, dass er nicht so einfach zu errechnen ist, weswegen er von Hersteller angegeben wird.

Lässt sich bei nicht Koaxialkabeln überhaupt ein Wellenwiderstand angeben?

Fragen über Fragen...

Grüße

Christian
Bild
chriss0212
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 2338
Registriert: 06.01.2015, 22:03
Wohnort: Wuppertal

Beitragvon frankl » 09.04.2018, 23:41

Salvador hat geschrieben:Hallo Frank,
vielen Dank für diese Infos zu Kabeln und Steckern! :)
Könntest Du bitte noch eine Bezugsquelle für das Kabel angeben?
Vielen Dank,
Andi


Hallo Andi,

Henning hat ja schon audiophonics.fr genannt. Wenn Du in Deine Lieblingssuchmaschine "neotech upocc solidcore" eingibst, findest Du andere Anbieter zum Beispiel in UK, und auch Angebote unter ebay.de.

Ich habe meine Bestellungen bei der letztgenannten Adresse gemacht und auch per Email. Der Verkäufer ist übrigens auch hier im Forum angemeldet.

Zum Verdrillen der "twisted pairs": ich habe die viel lockerer gemacht als Henning, wie man auf unseren Bildern sehen kann. Mir war es wichtig, die Drähte nicht durch das Verdrillen zu stark zu biegen. Aber ich habe keine Vergleiche verschiedener Varianten gemacht. Bin also gespannt, was Henning berichten wird.

Viele Grüße,
Frank
Bild
frankl
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 394
Registriert: 20.01.2013, 02:43
Wohnort: Aachen

Beitragvon Fujak » 10.04.2018, 08:03

Hallo Christian,

das Thema Wellenwiderstand ist in der Tat sehr komplex und nicht in einem Posting abzuhandeln. Wie Du schon richtig bemerkst, ist der Wellenwiderstand im Gegensatz zum Leitungswiderstand unabhängig von der Länge. Es handelt sich um ein Zusammenspiel zwischen Außen- und Innenleiter - genauer gesagt beschreibt er das Verhältnis zwischen übertragener Signalamplitude und reflektierter Amplitude einer Welle an der Grenzfläche zwischen Innen- und Außenleiter. Je weiter beide Leiter z.B. in einem Koaxialkabel voneinander entfernt sind, desto größer wird die Grenzfläche im Verhältnis zum Durchmesser des Innenleiters und damit um so größer wird der Wellenwiderstand.

chris0212 hat geschrieben:Lässt sich bei nicht Koaxialkabeln überhaupt ein Wellenwiderstand angeben?

Ja, es braucht nur zwei Leiter, die eine Grenzfläche zueinander aufweisen. Ein verdrilltes Kabel schafft eine größere Grenzfläche zwischen beiden Leitern als zwei parallel geführte. Entsprechend vergrößert sich die Grenzfläche mit der Anzahl der Schläge pro Länge (m). Insofern kommt mir das Kabel von Frank in Bezug auf den Wellenwiderstand günstiger vor als das von Henning. Aber grau ist alle Theorie, solange sie nicht mit Leben erfüllt ist - in dem Falle dem praktischen Hörvergleich zwischen eng und locker verdrillt. Ich bin gespannt, was Henning berichten wird.

Grüße
Fujak
Bild
Fujak
Administrator
 
Beiträge: 5869
Registriert: 05.05.2009, 21:00
Wohnort: Bayern

Beitragvon Fbee » 10.04.2018, 10:04

Servus,

Selbstbau scheint angesagt:
Ein grosses US Konzerthaus fertig seine Ravenna-Verkabelung aus Qualitätsgründen nun selbst.
Von diesen selbst gebauten Ethernet Kabeln müssen dann immer noch ca 40% aussortiert werden!
Hat mich sehr erstaunt.

Qualitätsparameter ist u.a. die Zahl der verlorenen Datenpakete auf einer Strecke.
Zeigt der Netzwerkmonitor zu viele Verluste, wird genau dieses Kabel getauscht.

Vielleicht auch ein Ansatz um die Impedanzanpassung
eines DIY Kabels im Heimnetz zu prüfen?

Gruß
Frank
Bild
Fbee
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 72
Registriert: 06.02.2010, 11:32

Beitragvon Fbee » 10.04.2018, 10:22

....als Netzmonitor zB. PRTG:

Das Handbuch zeigt wie die Hin- und Rückreise der Datenpakete vermessen wird:


PRTG Manual: QoS (Quality of Service) Round Trip Sensor

The QoS (Quality of Service) Round Trip sensor monitors parameters regarding the quality of a network connection between two probes. This is important, for example, when using Voice over IP (VoIP) over this connection.

The sensor sends a series of UDP packets from the source probe to a target at the 'end' of the connection line. Then, the packets are sent back to the original probe ("round trip").

The sensor measures the following parameters:

Jitter in milliseconds (maximum, minimum, average)
Packet delay variation in milliseconds (maximum, minimum, average)
MOS (Mean Opinion Score)
Corrupted packets in percent
Duplicated packets in percent
Lost packets in percent
Packets out of order in percent
Round trip time (RTT) in milliseconds (maximum, minimum, average)
Time to last packet in milliseconds


Gruss
Frank
Bild
Fbee
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 72
Registriert: 06.02.2010, 11:32

Beitragvon chriss0212 » 10.04.2018, 10:32

Hallo Fujak,

ich hoffe ich bekomme morgen ein wenig Physik Unterricht von einem lieben Menschen ;)

Vielleicht sollte man ja sogar einen eigenen Thread erstellen ;)

chris0212 hat geschrieben:Lässt sich bei nicht Koaxialkabeln überhaupt ein Wellenwiderstand angeben?


Ja, es braucht nur zwei Leiter, die eine Grenzfläche zueinander aufweisen.


Aber der sollte doch dann über die Strecke überall identisch sein... bekommt man das über ein verdrilltes Kabel hin?

Ein verdrilltes Kabel schafft eine größere Grenzfläche zwischen beiden Leitern als zwei parallel geführte. Entsprechend vergrößert sich die Grenzfläche mit der Anzahl der Schläge pro Länge (m).


Das würde doch dem widersprechen, dass der Wellenwiderstand unabhängig zur Länge des Kabels ist. Ich bin mir mit der Grenzfläche auch noch nicht einig.

Je weiter beide Leiter z.B. in einem Koaxialkabel voneinander entfernt sind, desto größer wird die Grenzfläche im Verhältnis zum Durchmesser des Innenleiters und damit um so größer wird der Wellenwiderstand.


Es gibt ja Koaxialkabel mit sehr unterschiedlichen Durchmessern, die aber alle z.B. 75Ohm Wellenwiederstand haben können. Klar, es gibt ja auch noch Einfluss des Dielektrikums...

Aber grau ist alle Theorie, solange sie nicht mit Leben erfüllt ist - in dem Falle dem praktischen Hörvergleich zwischen eng und locker verdrillt. Ich bin gespannt, was Henning berichten wird.


Da bin ich auch gespannt. Ich vermute auch, dass der lose Verdrillung "besser" klingt... aber habe bedenken, dass es am Wellenwiderstand liegt ;)

Grüße

Christian
Bild
chriss0212
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 2338
Registriert: 06.01.2015, 22:03
Wohnort: Wuppertal

Beitragvon Hans-Martin » 10.04.2018, 11:59

chriss0212 hat geschrieben:https://de.m.wikipedia.org/wiki/Wellenwiderstand
Wenn nun ein spezieller Wellenwiederstand angestrebt ist... warum verdrillt man Netzwerkkabel dann pro Aderpaar anders?

Hallo Christian
Vermutlich zur Reduktion des Übersprechens zwischen Aderpaaren nach Diesselhorst und Martin
Dann sollte ja jedes Paar einen anderen Wellenwiderstand haben.

Geringfügig.
Ist es wirklich so einfach, dass sich der Wellenwiderstand mit der Anzahl der Windungen verändert? Dass sich Kapazität und Induktivität ändern ist klar, aber mir ist der wirkliche Zusammenhang zum Wellenwiderstand nicht klar. Kapazität und Induktivität eines Kabels verändert sich ja über die Länge... aber der Wellenwiderstand ist ja nicht auf Länge definiert...

Induktivität und Kapazität verdoppeln sich bei doppelter Leiterlänge, die Länge kürzt sich nach der vereinfachenden Gleichung Z= Wurzel aus (L/C) also raus.
Mit einem LCR Meter kann man bei der offenen Leitung die Kapazität messen, bei kurzgeschlossenem Ende die Induktivität. Das kommt schon gut hin...
Grüße Hans-Martin
Bild
Hans-Martin
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 5503
Registriert: 14.06.2009, 15:45

Beitragvon chriss0212 » 10.04.2018, 12:37

Hallo Hans-Martin

schon mal vielen Dank...

Hans-Martin hat geschrieben:
chriss0212 hat geschrieben:https://de.m.wikipedia.org/wiki/Wellenwiderstand
Wenn nun ein spezieller Wellenwiederstand angestrebt ist... warum verdrillt man Netzwerkkabel dann pro Aderpaar anders?

Hallo Christian
Vermutlich zur Reduktion des Übersprechens zwischen Aderpaaren nach Diesselhorst und Martin

Ahh... genau... das wars... hatte ich verdrängt ;)

Hans-Martin hat geschrieben:
Dann sollte ja jedes Paar einen anderen Wellenwiderstand haben.

Geringfügig.

Die Verdrillung zwischen den 2 Aderpaaren bei mir ist ist in etwa im Faktor 2:1... wenn sich das nur geringfügig bemerkbar macht müsste sich der Wellenwiderstand zu stärkerem verdrillen ja auch nicht sonderlich bemerkbar machen oder?

Induktivität und Kapazität verdoppeln sich bei doppelter Leiterlänge, die Länge kürzt sich nach der vereinfachenden Gleichung Z= Wurzel aus (L/C) also raus.
Mit einem LCR Meter kann man bei der offenen Leitung die Kapazität messen, bei kurzgeschlossenem Ende die Induktivität. Das kommt schon gut hin...
Grüße Hans-Martin

Geschnallt ;)

Vielen Dank und Gruß

Christian
Bild
chriss0212
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 2338
Registriert: 06.01.2015, 22:03
Wohnort: Wuppertal

Beitragvon HenSch » 11.04.2018, 08:17

Hallo zusammen,

so, das zweite Netzwerkkabel mit 20 AWG UP-OCC Kupfer und Teflon-Isolierung ist gestern fertig geworden. Diesmal habe ich nach den Anregungen hier die Verdrillung der beiden Leiterpaare deutlich lockerer gemacht. Das über die ganze Länge von 1m gleichmäßig hinzubekommen war gar nicht so einfach.

Bei dem Grad der Verdrillung habe ich mich an dem von Frank weiter vorne gezeigten Kabel orientiert.

Der klangliche Unterschied in meiner Kette zwischen einer festen und einer lockeren Verdrillung ist größer, als ich es mir vorgestellt habe. Die bei der festen Verdrillung fehlende Luft und Auflösung in den Höhen ist bei der lockeren Variante wieder voll da! Die Sauberkeit und Ruhe hat dabei in keinster Weise gelitten.

Wunderbar, genauso soll es klingen und damit ist das Selbstbau-Netzwerkkabel bei mir klanglich ein echter Gewinn gegenüber dem Meicord Opal und Supra CAT8.

Viele Grüße,
Henning
Bild
HenSch
Aktiver Hörer
 
Beiträge: 96
Registriert: 31.03.2014, 19:55
Wohnort: Kiel

VorherigeNächste

Zurück zu Computer-HiFi

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste