HDPLex 100W LPSU - sinnvolle Modifikationen

Musikwiedergabe über PC und Mac

HDPLex 100W LPSU - sinnvolle Modifikationen

Beitragvon Rasemuck » 07.01.2016, 18:43

Hallo Henning,

in einem benachbarten Thread triffst Du zum HDPLex 100W LPSU folgende Aussage:

Bei meinem HDPLex 100W LPSU zur Versorgung des PC ist z.B. Erde und Ground verbunden, was mir nicht gefällt. Daher habe ich am Netzkabel des HDPLex die Erde abgeklemmt.

Da ich selbst dieses Netzteil bestellt habe und jeden Tag das Eintreffen erwarte, habe ich mir erlaubt, mit Deiner Aussage einen neuen Thread zu eröffnen. Sicherlich gibt es noch weitere Forenmitglieder, die dieses Netzteil verwenden und die sich sicherlich freuen würden, wenn Du Deine Erfahrungen und Einschätzungen zur optimalen Nutzung dieses Netzteil mit ihnen teilen würdest.

Könntest Du deshalb Deine o.g. Aussage präzisieren und das Für und Wider Deiner Modifikation kurz erläutern? Das wäre für alle Nutzer dieses Netzteils sehr hilfreich!

Liebe Grüße

Martin
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Beitragvon HenSch » 25.01.2016, 11:24

Hallo Martin,

zwei Dinge sind aus meiner Sicht bei dem HDPLex 100W LPSU zu beachten.

Zum einen ist wie schon geschrieben die Masse der Spannungsausgänge mit der Schutzerde verbunden. Dies kann zu Klangverschlechterung führen, wenn z.B. die Schutzerde in der Hausverteilung mit Störspannungen behaftet ist. Ich wohne im obersten Stockwerk eines Mehrfamilienhauses, da kann sich schon eine Menge "Schmutz" ansammeln, fürchte ich. Ob es klanglich einen Unterschied macht, kann man sehr leicht prüfen indem man mit einem Streifen festen Klebenbands (z.B. Gaffa) am Netzstecker des HDPLex die Schutzerde abklebt. Aber Achtung, damit ist das HDPLex nicht mehr berührungssicher!

Zum anderen teilen alle vier Spannungsausgänge dieselbe Masse. Wenn man also verschiedene Geräte aus diesem Netzteil versorgt und diese auch noch über deren Verkabelung untereinander mit Masse verbunden sind, können unangenehme Masseschleifen entstehen.

Bei mir hat z.B. eine solche Masseschleife zwei USB Regen zerstört, bis ich der Sache auf den Grund gekommen bin. Aus dem HDPLex versorge ich via 19V einen Mini-PC und den USB Regen habe ich über 9V aus dem HDPLex versorgt. Über die gemeinsame Masse der 19V und 9V hat der Strom zur Versorgung des Mini-PCs nun zwei Rückwege, einmal über die 19V Leitung zurück und einmal über die USB Verbindung und den Regen über die 9V Leitung. Der Strom sucht sich bekanntermaßen den Weg des geringsten Widerstands und unter irgendwelchen Umständen war plötzlich der Weg über USB und Regen kürzer. Mit dem Ergebnis, dass der hohe Strom die USB Buchse des PCs zerschossen hat und den Regen gleich mit.

Hier ist also Vorsicht geboten und es gibt zwei Möglichkeiten, damit umzugehen:

1. Man isoliert die Masseverbindung der Verkabelung zwischen den Geräten. In dem Fall PC <> Regen also die Groundleitung der USB Verbindung (kleiner Klebebandstreifen über den Pin am USB Stecker)

2. Man isoliert die Masseverbindung der Versorgungsspannung eines der beiden Geräte. In dem Fall PC <> Regen also mit Tesafilm einmal rund um den runden Anschlussstecker. Dies ist nur sicher bei Geräten mit sehr niedriger Stromaufnahme, da ja nun der Versorgungsstrom des Regen über die USB-Verbindung in den PC zurückfließt.

Beide Varianten haben bei mir eine unterschiedliche Klangsignatur gezeigt, man sollte also beides mal ausprobieren.

Man sieht, so charmant vier unterschiedliche Versorgungsspannungen aus einem Netzteil sind, so tückisch kann es in der Praxis bei der gleichzeitigen Versorgung mehrerer Geräte sein.

Viele Grüße,
Henning
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Beitragvon Rasemuck » 28.01.2016, 20:07

Hallo Henning,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Sie kam gerade recht, denn vorgestern kam das lang erwartete 100W lineare Netzteil (2nd Generation) von HDPlex. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann treten (u.U) Probleme bezüglich der Masse hauptsächlich dann auf, wenn mehrere Geräte vom HDPlex versorgt werden und diese wiederum untereinander mit Masse verbunden sind.
Da letzteres bei mir nicht zutrifft (mein HDPlex versorgt derzeit nur meinen Audioserver HDPlex H5), dürften diese Probleme bei mir also nicht eintreten. Allerdings habe ich vor - sobald sich der Hype etwas gelegt hat - einen afi-usb in meine Kette aufzunehmen. Den will ich dann über das HDPlex- Netzteil mit Strom versorgen und genau dann könnte genau das eintreten, was Du beschrieben hast. Ich bin also gewarnt und werde entsprechende Tests durchführen. Ob das allerdings meine in die Jahre gekommenen Ohren noch heraushören?

Liebe Grüße


Martin
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Beitragvon mb01 » 15.02.2016, 16:54

Hallo Henning und Martin,
also die These über den Zusammenhang von gemeinsamer Erde und mit dem Kaputtschiessen des USB-Geräts ist IMHO falsch.
Frag' mal einen Elektrotechniker :) Ich vermute mal, dass Du den 5V USB Anschluß verpolt hast und damit das USB-Gerät kaputt gemacht hast. Ich habe jetzt nicht vollständig verstanden, was Du an dem USB-Gerät mit der Masse gemacht hast. Falls Du die USB-Masse abisoliert hast, und stattdessen mit einer Erdleitung verbunden hast, ist das vielleicht der Grund für Deinen kaputten Regen !
Weiter kann man nicht allgemein davon ausgehen, dass Du im letzten Stock eines Hauses mehr Einstreuungen in der Erdleitung hast, als in einem tieferen Stockwerk. Allgemein hängen solche Erscheinungen einfach mit der Qualität des Erdanschlusses zusammen, und es kann daher genau umgekehrt sein, als beschrieben.. Das soll nicht heißen, dass es diese Effekte nicht gibt. Ach ja... die separaten Spannungsversorgungen sind ja galvanisch vom Netz getrennt und dann sind da noch die Siebkondensatoren und die Spannungsregler zwischen.. also Dein Elektrosmog ist wahrscheinlich erstmal nicht Dein Hauptproblem..
Ich würde deshalb das HDPlex aber nicht modifizieren, schon gar nicht - d.h. auf gar keinen Fall - die Erde für die zu versorgenden Geräte kappen !!!
Grüße, Michael
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Beitragvon mb01 » 15.02.2016, 19:41

Nochmal ich...
Also ich habe das HDPlex mal grade aufgeschraubt und nachgemessen. "Ja", alle GND sind mit der Schutzerde der 230V Zuleitung verbunden. Ich dachte es gibt eine einfache Möglichkeit intern eine Trennung zu machen, aber auf dem ersten Blick (also ohne Ausbau der Platine) ist das nicht der Fall. Also stimme ich mit Henning überein, dass falls die GND-Schutzerde Verbindung nicht erwünscht ist, die von ihm vorgeschlagenen Maßnahmen eine einfache Lösung sein könnten... hat allerdings die angesprochenen Bedenken. Ich versuch's mal mit einem Hörtest :)
Ich hatte mal eine "audiophile" CD-Modifikation, da wurde auch einfach die Schutzerde abgeklemmt. Eher eine nicht VDE-verträgliche Maßnahme :cheers:
Grüße, Michael
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