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Bit-identische Musik-Dateien auf derselben Festplatte

Musikwiedergabe über PC und Mac
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frankl
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Bit-identische Musik-Dateien auf derselben Festplatte

Beitrag von frankl » 11.05.2014, 19:31

Hallo Forenten,

angeregt durch den aktuellen Thread Audiophiles Rippen habe ich mal ein Experiment gemacht. Dieses trägt nichts zur ursprünglichen Frage des zitierten Threads bei, weshalb ich hier einen neuen aufmache. Ähnliche Fragen kommen ja in schöner Regelmäßigkeit in diesem und anderen Foren auf, und leider gleiten die entsprechenden Threads in gleicher Regelmäßigkeit in "kann nicht sein"- oder "Vodoo"-Diskussionen ab, und liefern wenig Brauchbares zur ursprünglichen Frage. (Eine Liste ähnlicher Threads hat Erwin dieser Tage zusammengestellt.)

Ein Grund für die erwähnten fruchtlosen Diskussionen scheint mir zu sein, dass viele Leute bei digitalen Daten zwei Aspekte nicht unterscheiden: Erstens der abstrakten digitalen Information (einer "gedachten Folge von Nullen und Einsen") und zweitens ihrer physikalischen Repräsentation (z.B. Vertiefungen in der Oberfläche einer CD, Magnetisierung von Partikeln auf einer Festplatte, Ladung in einer Speicherzelle, der Wellenform eines elektrischen Signals während einer Übertragung, einem Ausdruck auf Papier, usw. usw.).

Schauen wir etwas genauer auf das Beispiel der CD: Hier werden Bitfolgen, die die Samples einer digitalen Tonaufnahme beschreiben, durch Vertiefungen in einer Oberfläche beschrieben, die in einem Laufwerk per Laser abgetastet werden. Hier gibt es nun gewisse Toleranzen, wie diese Vertiefungen genau auszusehen haben (Länge, Breite, Steilheit der Kanten, Glattheit der Oberfläche, ...). Das gute an digitalen Daten ist, dass es für ihre Rekonstruktion auf die Feinheiten nicht ankommt. Solange eine CD diese Toleranzen einhält und nicht beschädigt ist, kann jedes noch so billige oder teure Lesegerät die digitalen Daten zu 100% wieder auslesen. Und was bedeutet "auslesen"?: Die digitalen Daten werden in ein (analoges!) elektrisches Signal verwandelt, das am Ausgang des Lesegerätes abgegriffen werden kann. Auch bei diesem Signal gibt es eine große Bandbreite, wie dies genau aussehen kann. Im Idealfall würden wir uns das als ein Rechtecksignal vorstellen, das für gewisse Zeitintervalle pro Bit zwischen zwei Amplituden wechselt, die die Nullen und Einsen repräsentieren. So sieht es aber in Wirklichkeit nicht aus. Die Kanten sind vielleicht nicht besonders steil, das Signal ist von einer Vielzahl höherfrequenter Störungen überlagert, es wechselt nur ungefähr zwischen zwei Amplituden, ... Aber das ist gut genug, um die abstrakte Information zu 100% zu übertragen; es genügt, wenn die Amplitude in einem Zeitintervall für ein Bit überwiegend über- oder unterhalb einer gewissen Schwelle ist.

Und so ähnlich ist es auch mit einer Festplatte: Zum Schreiben von Daten wird ein elektrisches Signal benutzt, um in gewissen Spuren Partikel auf einer Platte zu magnetisieren. Ich kenne mich in den technischen Details nicht besonders aus, stelle mir aber vor, dass die Bandbreite an Magnetisierungsmustern (Länge, Breite, Stärke und Gleichmäßigkeit der Magnetisierung, ...), die ein- und dieselbe abstrakte digitale Information kodieren, recht groß ist. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass auf der Magnetspur nicht nur die abstrakte digitale Information gespeichert ist, sondern diese weit mehr Details des beim Schreiben anliegenden elektrischen Signals kodiert (zum Beispiel schwächere Magnetisierung bei kleinerer Amplitude, ungleichmäßigere Magnetisierung bei stärkeren hochfrequenten Überlagerungen des Signals, usw.). Und gleiches wird dann auch für das Auslesen gelten (schwächere Magnetisierung liefert geringere Amplitude, ...).

Dies ist sicher ein extrem vereinfachtes Modell der komplizierten Wirklichkeit. Aber es scheint mir plausibel und es kann zum Beispiel erklären, dass beim Rippen einer CD auf eine Festplatte die zu 100% gleiche und korrekte abstrakte digitale Information (das heißt "bit-identisch") in recht unterschiedlicher Repräsentation auf der Festplatte gespeichert wird; und auch, dass die Qualität des Signals beim Beschreiben der Festplatte die Qualität des Signals beim Auslesen (etwa zum Abspielen oder Kopieren) beeinflusst.

Ok, soweit das theoretische Modell. Aber können beim Rippen unter verschiedenen Bedingungen (verschiedene Laufwerke, Akku oder Steckdose, verschiedene Software, ...) diese Unterschiede groß genug sein, dass beim Abspielen Unterschiede hörbar sind? Da ich nur noch ein externes CD-Laufwerk im Haus habe, fällt mir kein sinnvoller Versuch ein, um eine CD mit potentiell unterschiedlicher Qualität zu rippen.

Deshalb habe ich mich allgemeiner gefragt, ob ich es hinbekomme, bit-identische Dateien auf meiner Festplatte zu generieren, so dass ich einen Unterschied beim Abspielen hören kann. Meistens durchlaufen die Musikdateien bei mir beim Abspielen noch viele Konversionen (resamplen, Raumkorrektur, und anderes), und in diesem Setup kann ich mir nicht vorstellen, dass hinten noch hörbare Unterschiede rauskommen. Meinen Test habe ich deshalb mit vorgefalteten Dateien gemacht. Diese werden dann beim Abspielen nur noch auf einem Rechner von der Festplatte gelesen und per Ethernet an einen anderen Rechner geschickt, der sie über einen USB-DAC abspielt.

Ich habe also mehrere Stücke, die ich schon seit langem als Teststücke verwende, zuerst vorbehandelt, wie beim normalen Abspielen. Statt Abspielen habe ich das Ergebnis in eine Datei auf meiner Festplatte umgelenkt. Die Signalqualität (im Sinne von störenden Überlagerungen) ist auf dem Rechner, den ich hier verwendet habe, wohl ziemlich gut, und ich sehe nicht, wie ich die künstlich verschlechtern könnte. Was aber bei den so generierten Dateien nicht ganz optimal ist, ist das Timing. Meine Datei ist im 192kHz/32bit Format und wurde bei einer CPU-Taktrate von 1600 MHz geschrieben; das macht im Durchschnitt 4167 Taktzyklen pro Sample. Ich vermute mal, dass in Wirklichkeit die Anzahl der Taktzykeln zwischen den Samples, die zum Schreiben an die Festplatte geschickt wurden, stark variiert hat. Das brachte mich auf die Idee, die Dateien zu "verbessern", indem ich sie mit meinem Programm "bufhrt" kopiere, das Datenblöcke in sehr präzisen Zeitintervallen schreibt (das Linux-Programm ist [url=http://frank_l.bitbucket.org/stereoutils/player.html]hier[/url] erklärt und erhältlich).

Dann der Hörtest: Ich habe mir die beiden Versionen der (bit-identischen) Dateien auf der gleichen Festplatte angehört - und sie klangen unterschiedlich! Im allgemeinen halte ich nicht so viel von ABX-Tests oder Ähnlichem. Aber in diesem Fall wollte ich doch sicher gehen, dass ich mir nichts einbilde. Ich habe daher per Zufallszahlengenerator die Kommandos zum Abspielen der beiden Dateien zwei Skripten A und B zuordnen lassen. Nach einmaligem Aufruf von A und B konnte ich immer sagen, welche Version welche ist (eigentlich wusste ich es sogar schon nach Aufruf von A). Das ganze habe ich mit 5 verschiedenen Stücken wiederholt und konnte es verlässlich reproduzieren. (Bei 4 der Stücke klang übrigens für mich die "verbesserte" Datei auch besser, bei einem war es andersherum.)

(Hinweis für Leute, die so etwas auch probieren wollen: Bei mehrfachem Abspielen der gleichen Dateien von Festplatte, sollte die entsprechende Partition der Festplatte zwischendrin mal aus- und eingehängt werden, damit die Dateien nicht gecached aus dem RAM gelesen werden.)

Damit sind für mich die Berichte über gehörte Unterschiede in den eingangs erwähnten Threads glaubwürdig. Insbesondere, wenn man gerippte Musik ohne viel weitere Behandlung direkt abspielen will, kann es sich lohnen, mit Laufwerk, Stromversorgung, Software usw. zum Rippen zu experimentieren.

(Und man kann von Stücken, die schon auf der Festplatte liegen, unter Umständen "verbesserte" Kopien erzeugen!)

Viele Grüße,
Frank
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nihil.sine.causa
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Beitrag von nihil.sine.causa » 11.05.2014, 21:27

Hallo Frank,

ein interessantes Thema, dem Du Dich da angenommen hast. Danke auch für die Erläuterungen hinsichtlich der Grundsätze des Rippens und der digitalen Datenspeicherung (die so digital nicht ist, wie Du sehr schön ausgeführt hast).

Ich habe eine grundsätzliche Frage:
frankl hat geschrieben: Deshalb habe ich mich allgemeiner gefragt, ob ich es hinbekomme, bit-identische Dateien auf meiner Festplatte zu generieren, so dass ich einen Unterschied beim Abspielen hören kann.
Ob das Datenmuster von zwei verschiedenen digitalen Dateien bit-identisch ist, könnte doch auch auf Betriebssystem-Ebene geklärt werden. Hast Du dies auch untersucht?

In diesem Zusammenhang hatte ich selbst vor einiger Zeit Experimente mit verschiedenen Rip-Methoden begleitet und bei meiner Abhörkette keine Unterschiede wahrnehmen können. Die anschliessende Prüfung auf Betriebssystem-Ebene ergab dann weitestgehend (bis auf header-Infos) bit-identische Dateien.

Beste Grüße
Harald
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin » 11.05.2014, 21:29

Hallo Frank

Interessanter Bericht, das bringt ja neues Wasser auf die Mühlen. Leider habe ich eine Webseite aus den Augen verloren, die minuziös erklärt, dass im Grunde alle digitalen Abläufe in Computern in Analogtechnik ausgeführt werden, wenn man nur genau hinschaut. Unter anderem erzielt man immer größere Datenspeicherkapazität auf Festplatten gleicher mechanischer Abmessungen, indem die Magnetfeldänderungen immer geringer werden, ermöglicht durch besonders rauscharme Schaltkreise, die den Leseköpfen folgen. Mit einer vereinfachenden Sichtweise (idealisiertes Verhalten der beteiligten Komponenten) kommt man vermutlich nicht weiter.

Wer Geräte konstruiert, geht von idealem Verhalten aus, wer Geräte repariert, verdächtigt jedes Bauteil eines Fehlverhaltens, bis der Fehler, das defekte Teil lokalisiert ist.

Grüße Hans-Martin
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Beitrag von Speedy » 11.05.2014, 22:42

Hallo Harald,
nihil.sine.causa hat geschrieben: Ob das Datenmuster von zwei verschiedenen digitalen Dateien bit-identisch ist, könnte doch auch auf Betriebssystem-Ebene geklärt werden. Hast Du dies auch untersucht?

In diesem Zusammenhang hatte ich selbst vor einiger Zeit Experimente mit verschiedenen Rip-Methoden begleitet und bei meiner Abhörkette keine Unterschiede wahrnehmen können. Die anschliessende Prüfung auf Betriebssystem-Ebene ergab dann weitestgehend (bis auf header-Infos) bit-identische Dateien.
Ich kann mir unter Betriebssystem-Ebene nix vorstellen, könntest Du das noch mal für einen DAU wie mich erläutern ?

Beste Grüße
Speedy
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frankl
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Beitrag von frankl » 11.05.2014, 22:49

nihil.sine.causa hat geschrieben: Ich habe eine grundsätzliche Frage:
frankl hat geschrieben: Deshalb habe ich mich allgemeiner gefragt, ob ich es hinbekomme, bit-identische Dateien auf meiner Festplatte zu generieren, so dass ich einen Unterschied beim Abspielen hören kann.
Ob das Datenmuster von zwei verschiedenen digitalen Dateien bit-identisch ist, könnte doch auch auf Betriebssystem-Ebene geklärt werden. Hast Du dies auch untersucht?
Hallo Harald,

dass die von mir beschriebenen Dateien bit-identisch sind (was nach meiner Erklärung oben heißen soll, dass der abstrakte digitale Inhalt genau der gleiche ist), ist gesichert, da die zweite Datei aus der ersten mit einem (von mir geschriebenen) Kopier-Programm erstellt wurde.

Unter UNIX (inklusive Linux) ist das klassische Kommando zum binären Vergleichen zweier Dateien 'cmp' (compare), und das habe ich natürlich auch benutzt, um zu checken, ob mein Programm richtig arbeitet. Unter DOS/Windows heißt das entsprechende klassische Kommando fc /b datei1 datei2 (file compare).

Viele Grüße,
Frank
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Beitrag von nihil.sine.causa » 11.05.2014, 22:56

Hallo Speedy
Speedy hat geschrieben:Ich kann mir unter Betriebssystem-Ebene nix vorstellen, könntest Du das noch mal für einen DAU wie mich erläutern?
Ich denke an den Vergleich der Dateien mit einem Tools, das eben Binärdatein bitweise vergleichen kann. Z.B. mit nwdiff. Erläuterung hier, Download hier.

Beste Grüße
Harald

Edit: Wie ich sehe, hat Frank auch geantwortet. Ich hatte seinzereit mit nwdiff gearbeitet, daher lasse ich es mal so stehen.
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Beitrag von frankl » 11.05.2014, 23:20

Hans-Martin hat geschrieben: Interessanter Bericht, das bringt ja neues Wasser auf die Mühlen.
Leider habe ich eine Webseite aus den Augen verloren, die minuziös erklärt, dass im Grunde alle digitalen Abläufe in Computern in Analogtechnik ausgeführt werden, wenn man nur genau hinschaut.
Hallo Hans-Martin,

ja, so ist es, die physikalische Speicherung und Übertragung digitaler Daten ist im Grunde immer analog.
Ich habe ja nur eine stark vereinfachte Beschreibung gegeben (zum Beispiel sind beim Rippen von CD auf Festplatte natürlich noch etliche Puffer, Speicherzellen und Signalkonvertierungen im Spiel - für die man ähnliche Anmerkungen machen könnte), aber ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Beschreibung den Kern der Sache trifft.
Hans-Martin hat geschrieben: Mit einer vereinfachenden Sichtweise (idealisiertes Verhalten der beteiligten Komponenten) kommt man vermutlich nicht weiter.
Wer Geräte konstruiert, geht von idealem Verhalten aus, wer Geräte repariert, verdächtigt jedes Bauteil eines Fehlverhaltens, bis der Fehler, das defekte Teil lokalisiert ist.
Ich denke eher, dass Leute, die digitale Bauteile, Festplatten, Speicherzellen usw. entwickeln sehr genau wissen, was sie unter "idealem Verhalten" verstehen. Es geht beim Speichern und Übertragen von "Nullen und Einsen" nicht darum, ein perfektes Bauteil zu konstruieren, das nur genau zwei Zustände annehmen kann und zwischen diesen instantan wechseln kann. Sondern es muss nur möglich sein, jeden vorkommenden Zustand mit sehr geringer Fehlerwahrscheinlichkeit der Interpretation "0" oder "1" zuzuordnen. Als Analogie können wir uns vorstellen, wie eine Folge von "0"en und "1"en auf Papier gespeichert wird, gedruckt oder handschriftlich. Das kann mit Tausenden verschiedener Fonts oder Schriftgrößen, oder Millionen verschiedener Handschriften realisiert werden. Die einzige Bedingung, um die Folge korrekt zu rekonstruieren, ist es, dass die Zeichen für "0" und "1" unterschiedlich genug sind, um nicht verwechselt zu werden.

Es wäre toll, wenn es Speicherzellen gäbe, die mit höchster Präzision genau zwei Zustände annehmen können und mit höchster zeitlicher Präzision ausgelesen werden könnten. Die könnten dann zum Puffern in DACs eingebaut werden, und man wäre alle Jitter-Probleme in der Zuführung des Signals los.

Viele Grüße,
Frank
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spf

Beitrag von spf » 12.05.2014, 00:05

Hallo Frank,

ich hatte dies an anderer Stelle schon erwähnt. Die Verarbeitung von Audiodaten ist für einen mittelmäßigen PC eine absolut unterdurchschnittliche Aufgabe.

Jedes aktuelle Speichermedium kann mit höchster Präzision Daten sichern (zwei Zustände annehmen).

In einem modernen Rechenzentrum werden pro Sekunde mehr Daten bewegt und verarbeitet, als man im heimischen Setup in 20 Jahren abspielen kann. Niemand kommt hier beim Design des Systems auf die Idee die Präzision eines Speichermediums zu hinterfragen.

Im HighPerfomance Data Exchange (Low Latency Verfahren) wird von einer Serverfarm pro Milisekunde ein enorm hohes Datenvolumina rund um die Welt geliefert, und das ganz problemfrei.

Darunter befinden sich, wenn ihr ein Konto bei einer deutschen Bank habt, auch Eure hart ersparten Euros ;)
(Außer die sind schon für die Kette drauf gegangen). Dieses Beispiel nur um den Blick etwas zu erweitern.
Da hätte ich jetzt mehr Sorgen bezüglich Präzision.

Insofern ist es zumindest nach meiner Perspektive, und ich habe schon um Dimensionen anspruchsvollere IT Systeme gesehen und konzipiert als eine Heim-Audioanlage, nur schwer möglich hier einen echten Wirkmechnismus zu unterstellen.

In diesem Sinne :)
Fujak
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Beitrag von Fujak » 12.05.2014, 07:17

Hallo Stephan,

in diesem Thread beschreibt Frank einen Versuchsaufbau, mit dem er zu einem bestimmten hörbaren Ergebnis kommt. Es geht hier um eine Diskussion / Austausch über genau diesen Versuchsaufbau und seine Parameter und die damit erzielten Ergebnisse.

Wenn Du mit gleichem oder ähnlichem Versuchsaufbau zu gleichen oder abweichenden Ergebnissen kommst und dieses in gleicher Weise fundiert dokumentieren kannst, wie von Frank geschehen, sind Deine Beiträge hier sicher richtig und willkommen.

Ganz sicher aber geht es hier nicht um Meinungsbekundungen darüber, inwieweit sich anhand der Architektur von Großrechnern deutscher Banken Rückschlüsse auf die Wiedergabe-Eigenschaften von Audio-PCs ziehen lassen. Abgesehen davon hast Du Deine Meinung zur Bits-are-Bits-Debatte in diversen Threads hinlänglich oft und ausgiebig dargelegt.

Ich bitte Dich also hiermit ganz ausdrücklich, Dich an den Topic dieses Threads in oben beschriebener Weise zu halten.

Moderative Grüße
Fujak

P.S.: Ein praktisches Beispiel für eine kontroverse und zugleich fachlich fundierte Diskussion kannst Du übrigens derzeit im MQn-Thread (Thema clockrate) verfolgen.
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nihil.sine.causa
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Beitrag von nihil.sine.causa » 12.05.2014, 09:05

Hallo Frank,
frankl hat geschrieben:dass die von mir beschriebenen Dateien bit-identisch sind (was nach meiner Erklärung oben heißen soll, dass der abstrakte digitale Inhalt genau der gleiche ist), ist gesichert, da die zweite Datei aus der ersten mit einem (von mir geschriebenen) Kopier-Programm erstellt wurde.
Danke erst einmal für die Erläuterung. Damit ist sichergestellt, dass Du wirklich bit-identische Kopien vergleichst. Nennen wir sie A und B. Und ich gehe jetzt einmal methodisch davon aus, dass sich A und B innerhalb Deines Setups unterschiedlich anhören, so wie Du es beschrieben hast.

Hier schließt sich für mich die nächste grundlegende Frage an: Worin unterscheiden sich A und B? Liegen sie z.B. auf unterschiedlichen, mehr oder weniger fragmentierten Bereichen Deine Festplatte? Die Unterschiede könnten auch in der Art des Zugriffs liegen, obwohl Du das durch dein Setup vermutlich weitestgehend ausgeschlossen hast.

Es muss einen solchen "strukturellen" Unterschied zwischen A und B geben, denn Du kannst sie nach deinem Verfahren ja hinsichtlich ihrer Audio-Eigenschaften reproduzierbar auseinanderhalten, wenn ich Dich richtig verstanden habe.

Beste Grüße
Harald
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin » 12.05.2014, 09:18

Hallo Frank

Mit idealisiertem Verhalten in der Vorstellung der Leute meinte ich auch, dass Vernachlässigungen gemacht werden, die fortan nicht mehr berücksichtigt werden. Ich bin mir sicher, dass unerwünschte Schmutzeffekte vernachlässigar klein sind, wenn es um Rechenleistung geht, aber in Audio schlagen sie eventuell aufgrund der Analogstrukur der Technik durch.

Die vertikale Aufzeichnung erhöht die Packungsdichte, aber, wie das Bild zeigt, magnetischer Schreib- und Lesefluss gehen durch Nachbarinformationen

Bild

Lange hielt sich das Gerücht, dass einfaches Überschreiben nicht reicht, um Daten unlesbar zu machen:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 98816.html, allerdings enthält der Artikel eine Aussage, das kleine Reste der vorherigen magnetischen Information zurückbleiben:
Heise hat geschrieben: Wenn es um ein einziges Bit geht, von dem man ganz genau weiß, wo es steht, dann kann man es (in einem der genannten Beispiele) mit 56 Prozent Wahrscheinlichkeit korrekt rekonstruieren. Für ein Byte müsste man dann aber schon 8 Mal richtig liegen, was nur noch mit 0,97 Prozent Wahrscheinlichkeit klappt
Unter dem Aspekt Datenrettung nicht hinreiched, aber unter meinem Argument, es gäbe vermutlich eine klangbeeinflussende Rauschkomponente, eventuell verwertbar.

Es ist anzunehmen, dass die vertikale Magnetisierung Sättigungsverhalten vermeidet, weil es mit zu großer Ausdehnung einhergeht und unkalkulierbare Nebeneffekte mitbringt. Wenn ich aber 2 Magnetfelder überlagere, resultiert eine Summe aus beiden, bei der das stärkere Signal überwiegt, das ist gewiss das schreibende, nicht das vorherige remanente schwächere.

Die Erfahrung mit einem Cassettenrecorder mit defektem Löschkopf (tatsächliche Ursache ein defekter Folienkondensator, auch dass kann vorkommen!), zeigen, wieviel von dem alten Magnetfeld beim Überschreiben übrigbleiben, das will ich aber nicht 1:1 auf die Betrachtung der Vorgänge bei der Festplatte übertragen. Schließlich gibt es noch digitale Fehlerkorrekturmechanismen, die fehlerhaft gelesene Bits korrigieren. Und daran hatte ich noch gar nicht gedacht:
Peter Gutman hat geschrieben:One of the chief controversies is that if a head positioning system is not exact enough, new data written to a drive may not be written back to the precise location of the original data. We demonstrate that the controversy surrounding this topic is unfounded.
Grüße Hans-Martin
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spf

Beitrag von spf » 12.05.2014, 13:37

Hallo Hans Martin,

wie stelle ich in einem digitalen System die "precise location of the original data" fest?

Mit welchem Verfahren wird dann die Abweichung zur Originalposition ermittelt?

Ich kann nur wieder den Vergleich zu komplexen IT Systemen ziehen. Hier finden pro Sekunde mehr Lese / Schreiboperation auf diverse Massenspeicher jeglicher Bauart statt, welche ein herkömmliches PC System in der gesamten Lebensdauer nie erreichen wird. Warum ziehe ich den Vergleich, weil auch dort übliche Technologie zur Speicherung Anwendung findet.

Es gibt systemtechnisch keine guten oder halbbesseren Nullen und Einsen.

Wenn diese "head positioning system is not exact enough" These - wo auch immer diese herkommt - von Belang wäre, dann würde ich kein modernes Auto einsteigen und Bus, Bahn und zwingend Flugzeug meiden. :)
Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin » 12.05.2014, 22:05

spf hat geschrieben: Es gibt systemtechnisch keine guten oder halbbesseren Nullen und Einsen.
Wenn es Klangunterschiede gibt, und ich habe auch schon welche wahrgenommen, STEREO hat sie ähnlichlautend beschrieben, dannn müssten es wohl die Heinzelmännchen sein, die heimlich den Klang verändern, bevor er raus kommt. Dass sie lesen und schreiben können, habe ich aus Grimms Märchen nicht entnehmen können. :wink:

Meine These ist, dass neben I und 0 und neben dem Timing noch etwas anderes mit übertragen wird, etwa sowas wie eine Rauschkomponente. Entwickler von digitalen High-End Geräten setzen auf strikte Entkopplung von Funktionsbereichen durch galvanisch getrennte Netzteile und Optokoppler oder Trennübertrager im Signalweg zwischen den Baugruppen um Störungen auf Masseleitungen zu vermeiden. Anders ausgedrückt, ich meine, man sollte wenigstens bis 3 zählen können, wenn man sich mit Digitaltechnik beschäftigt.

Grüße Hans Martin
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Bernd Peter
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Beitrag von Bernd Peter » 12.05.2014, 22:21

Hallo Stephan,
spf hat geschrieben:ich hatte dies an anderer Stelle schon erwähnt. Die Verarbeitung von Audiodaten ist für einen mittelmäßigen PC eine absolut unterdurchschnittliche Aufgabe.
das ist richtig, warum aber gibt es die unterschiedlichen Klangbilder, wie sie derzeit MQn produziert?

Die Art der Verarbeitung scheint hier z.B. ausschlaggebend zu sein. Das ist in vielen Bereichen der Datenverarbeitung wohl ohne direkt erkennbare Auswirkung für den Anwender, bei Audio nicht.

Ich frage mich:

Ist Datenverarbeitung rein mathematisch zu betrachten oder spielen auch physikalische/elektronische Gegebenheiten bei der digitalen Audiowiedergabe eine Rolle?

Gruß

Bernd Peter
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spf

Beitrag von spf » 12.05.2014, 22:40

Hallo Bernd Peter,

ich würde im Fall vom MQn erstmal ein eingebautes Sounding unterstellen, bevor ich andere Ursachen zur Analyse heranziehen würde.

@Hans Martin:
Verdammt da bin ich raus, bei 2 ist Ende. Zum Glück reichen für Digital aber die 0 und die 1! :cheers:
In Bezug auf STEREO: Dies ist, wie viele andere Hefte, ein Marketinginstrument.

Zu den High-End Entwicklern: Der konstruktive Aufwand für eines der HighEnd Geräte ist mehr als überschaubar. Üblicherweise werden sogar oft Standardkomponenten aus China in Alublockgehäuse verwurstet und umschweifend beworben zu sportlichen Preisen. Aber die Jungs machen alles richtig, die Zielgruppe fordert genau das.
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