Systemfrage: Streamer vs. Audio-PC

Musikwiedergabe über PC und Mac

Beitragvon Produktnarr » 10.09.2018, 16:06

Hallo Sascha,

ich bin Mitte des Jahres von einem Linn Majik- Streamer auf einen Aurender "Audio-PC" umgestiegen, dieser hat allerdings keinen DAC integriert.
Klangqualität und Bedienkomfort sind nun deutlich besser.
Allerding streame ich nur Tidal, der eingebaute Speicher liegt (noch) brach.

LG
Ralf
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Beitragvon h0e » 10.09.2018, 16:17

Hi,

ich hatte nie Lust mich mit Updates, Patches, Treibern, diversen Böxlein bis hin zu Akku-Versorgung rumzuschlagen.
Da ich trotzdem top Klang wollte bin ich beim G-Dac gelandet.
Bedienung über Lumin für meine Bedürfnisse absolut klasse,
klanglich ganz weit vorne.
Da kann man sich aufs wesentliche beschränken:
Musik genießen

Grüsse Jürgen
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h0e
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Beitragvon StreamFidelity » 10.09.2018, 17:24

Hallo Sascha,

schön dass Du den Thread wieder aufgemacht hast. Das hat mich dazu gebracht angefangen ab 2011! zumindest schwerpunktmäßig alles durchzulesen.

Und in 2011 findet sich schon eine Aussage, die meines Erachtens auch heute noch zutrifft:

Fujak hat geschrieben:alle Lösungen sind m.E. bei entsprechendem Aufwand ebenbürtig. Dabei würde ich tendenziell vom Preis-Leistungsverhältnis eine PC-Lösung mit nachgeschaltetem Recklocking und hochwertigem DAC als preisgünstiger ansehen als klanglich vergleichbare Streamer á la LINN, was aber mit mehr PC-Wissen kompensiert werden muss. Anpassungsschwierigkeit sehe ich bei der PC-Lösung nur dann, wenn man sich nicht ausreichend mit der Materie befasst.


Und später noch ergänzt:

Fujak hat geschrieben:Ich bin allerdings auch der Meinung, dass man bei beiden Gerätegattungen nicht unbedingt satte 4-stellige Beträge ausgeben muss, sondern dieses Geld besser investiert wäre in genau dieser Reihenfolge
a) in einen Reclocker á la AFI-USB oder Mutec MC-3+USB
b) hochwertige Stromversorgung für Streamer/Audio-PC (und für Reclocker in a) )
c) hochwertiges USB-/SPDIF-Kabel

Mit diesen drei Maßnahmen bewegen sich beide Gerätegattungen klanglich insgesamt auf hohem Niveau, sodaß am Ende vielleicht eher die Bedienerfreundlichkeit und Zuverlässigkeit entscheidend sein könnte.


Mein Audio-PC wird mit einem Linearnetzteil von HFX betrieben. Für die asynchrone USB-Verbindung verwende ich ein kryogenisiertes Kabel von Furutech. Mit der Lösung zu a) bin ich jedoch für mein Equipment nicht überzeugt, da mein DAC (T+A MP 3000 HV) von sich aus schon eine zweifache Jitterbereinigung durchführt und sogar die Analog- und Digigtalabteilungen durch unterschiedliche Stromkabel versorgt werden. Aber probieren geht über studieren.

Dem kann ich ebenso folgen:

h0e hat geschrieben:man merkt doch recht deutlich, wie stark die Aussagen vom eigenen Setup abhängen.
Das bedeutet zum einen, dass das Setup anhand der eigenen Bedürfnisse ausgewählt wurde,
z.B. was die Bedienmöglichkeiten und den Funktionsumfang angeht, genauso wie anhand der Schnittstellen und Möglichkeiten der restlichen Anlage.
Weiterhin ist natürlich entscheidend, bis zu welchem Qualitätsniveau man sich bewegen möchte.
Man sollt bei der gamzen Diskussion nicht vergessen, dass auch Geräte wie ein Auralic Femto oder Linn DS schlussendlich nichts anderes als ein Rechner sind, nur eben vom Hersteller (mehr oder weniger) gezielt optimiert.
Meiner Ansicht nach ist die einzige allgemeingültige Aussage, dass man eben mit fertigen Geräten einfacherer weiterer Optimierungsmöglichkeiten beraubt ist, dafür aber im Idelfall ein gut funktionierendes Gerät erhält, dass aus der Box heraus finktioniert. Mit PC oder auch kleinteiligen Lösungen hat man mehr Optimierungspotential, aber eben auch -bedarf.


Tatsächlich habe ich in letzter Zeit überlegt eine reine Streaminglösung einzukaufen. Zur eventuellen Klangverbesserung und auch aufgrund einer gewissen Lästigkeit heraus. Ich hatte mit meiner PC-Lösung zwischenzeitlich Mini Drop Outs. Also kleine Aussetzer bei der Musikwiedergabe. Da hieß es dann "Jugend forscht". Als Ursache stellte sich ein geringwertiges CAT6 Kabel heraus, welches ich mit einem CAT7 Kabel von Inakustik ersetzt habe. Und als weiterer Störenfried wurde der Windows Media Player mit einem PowerShell-Befehl gekillt. Aus meinen Ausführungen ist zu entnehmen, dass der Audio-PC Nerven und Zeit kostet. Bisher überwiegen die Vorteile für mich. Neben dem Roon Server laufen auch Acourate und CD-Ripping drauf. Fertig-Lösungen haben dennoch meine vollste Symphatie.

Diesem Fazit kann ich mich voll und ganz anschließen:

taggart hat geschrieben:Damit will ich sagen, das sich für mich alles rund um das Thema "Digitales Hifi" immer noch extrem im Wandel befindet. Zu sehr um sich bei diesem Thema Dogmatismus leisten zu können. Wer offen bleibt, bereit ist, links und rechts zu schauen und sich frei von Technologien nur dem besten Klang verpflichtet, kommt m.E. am Weitesten.

Zum Thema ist ja eigentlich alles gesagt. Vieles würde ich davon sofort unterschreiben, einiges aber auch nicht. Ein Standard-PC wäre für mich z.B. verschenktes Potential. Wer nicht forschen und basteln will, der sollte besser zu einem der Mini-Renderer auf Linux-Basis greifen. Ein Audio PC der wirklich gut klingen soll ist Arbeit! Und das lässt sich auch nicht schön reden.

Wichtig finde ich noch, dass man einer persönlichen Grundkonzeption folgt und sich klar macht, welche Anforderungen man an die Lösung stellt. Erfahrungen die man im Austausch mit anderen macht, kann man dann gut daran spiegeln, einiges übernehmen und anderes aussortieren.


Grüße Gabriel

Nachtrag: Ich habe die Zitate oben gekürzt, um das aus meiner Sicht Wesentliche zusammenzufassen. Ich hoffe, es fühlt sich keiner auf den Schlips getreten.
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Beitragvon Distel » 10.09.2018, 18:00

Resümierend kann man dann vorerst sagen: der Weg ist das Ziel und die Aufgabe heißt
"Zen - oder einen Audio PC zu warten"
Ich weiß nicht, wer von euch in den 80ern das Buch in Bezug auf Motorräder gelesen hat. Für mich ist das ein ganz wertvoller Hinweis darauf gewesen, wie wichtig es ist, den Dingen auf den Grund zu gehen und wie schön es ist, wenn man etwas erschafft, was dann tatsächlich funktioniert.
Also: PC bleibt - im Sinne eines HiFi Hobbys ist das der richtige Weg für mich.
Nach dem zusammenbraten von Röhrenverstärkern, dem Zimmern von Lautsprechern ist nun das hegen und pflegen eines Audio PCs angesagt..
lg
Sascha
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