DIY-Projekt High Performance Audio PC mit hochwertiger Verkabelung

Musikwiedergabe über PC und Mac
ohneA
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AO und Latenzen

Beitrag von ohneA »

So, jetzt habe ich dann doch eine recht merkwürdige Feststellung gemacht:
Alles spricht von Latenzen... und dass die recht gering sein müssten. Ergo habe ich ich bei meinen ganzen aktuellen Versuchen immer ein Auge auf die Angaben des LatencyMon. In der aktuellen Testkonfiguration ist ein Windows 10 (Rel. 1909) auf der Kiste.
Ich habe Win10 im Vorfeld sehr viel Handarbeit angedeihen lassen um viel unnötiges Zeug zu deinstallieren... ob nun der Shop, Cortana, Edge oder der Windows Defender. Alles weg. Danach mit Handarbeit diverse Dienste deaktiviert und erst anschliessend JRiver, AcourateConvolver und den AO installiert. Und da ich wissen wollte, welchen Effekt welche Massnahme hat, habe ich nicht nur mit dem LatencyMon immer mal wieder ein Auge auf mögliche Übeltäter gehabt, sondern auch immer mal wieder eine kurze Hörsession.
Als letzten Schritt habe ich dann den AO im Ultimate-Modus drüber laufen lassen... auch wenn ich schon im Vorfeld die meisten Diente deaktiviert hatte.
Interessant ist nun, dass nach dem Duchlauf des AO klanglich erneut ein hörbarer Fortschritt in Sachen Plastizität und Dreidimensionale Raumdarstellung zu hören war... aber bei meinem finalen Latenzen-Check sind die nun um den Faktor 10(!) höher als zuvor.

War bis dato der ndis immer so bei 150µs der Treiber mit der stärksten Ausprägung, so haut jetzt der ntkernel (also der eigentliche Systemkern) mit fast einer Millisekunde... also 980µs... so RICHTIG ins Kontor.

Das erstaunt mich jetzt wirklich, denn eigentlich sollte dies einen signifikant negativen Effekt auf die musikalische Reproduktion haben.
Martin
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StreamFidelity
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Beitrag von StreamFidelity »

Hallo Martin,
ohneA hat geschrieben:
04.06.2020, 15:45
Ich habe Win10 im Vorfeld sehr viel Handarbeit angedeihen lassen um viel unnötiges Zeug zu deinstallieren... ob nun der Shop, Cortana, Edge oder der Windows Defender. Alles weg. Danach mit Handarbeit diverse Dienste deaktiviert und erst anschliessend JRiver, AcourateConvolver und den AO installiert.
das ist eine interessante Reihenfolge und vor allem viel Arbeit. Ich mache es so:

- Windows 10 Pro rauf
- sofortiges Windows Update
- Treiber erneuern oder neu installieren
- Programme der Wahl (Roon, HQPlayer etc.) installieren
- AO Ultimate laufen lassen
- AO Service Tool Windows 10 abstrippen
- AO Service Tool Shell Ersatz einrichten
- Feinschliff bei USB- und LAN-Treiber (Ziel: geringe Latenzen)
- übrig gebliebene nicht benötigte Dienste abschalten
- letzte Kontrolle mit LatencyMon

AO ist meiner Erfahrung nach mittlerweile richtig gut darin, viel Windows Zeugs rauszuschmeißen, ohne dass ein ntkernel rumspinnt. Letzteres kann ein Indiz für Störungen sein.

Grüße Gabriel
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ohneA
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Beitrag von ohneA »

Hi Gabriel.
Du hast n neues Avatar. Schick!
Ja, die Reihenfolge war jetzt nicht im Sinne der maximalen Arbeitserleichterung, aber ich bin derzeit noch voll im Bastelmodus. Es geht derzeit vielmehr darum Effekte als solches einzugrenzen. Jetzt war ich auf dem Trip zu prüfen, ob die Systemlatenzen durch BIOS Settings oder primär durch Betriebssystem und Treiber beeinflusst werden. Daher war erst n Windows 2016 drauf, da war die übelste Latenz bei 250µs, wobei der ndis bei ca. 150µs lag. Du hattest geschrieben... mein getürkter Netzwerkkarten-Treiber könnte sich negativ auswirken, daher nun eine Spielvariante mit Win10.
Fakt ist, vor dem AO waren die Latenzen tatsächlich deutlich(!) unter denjenigen in der Win2016 Konfiguration. Ich wollte schon schreiben, OK, Latenzen... die scheinen TOTAL entscheidend zu sein. Dann der AO Ultimate Durchlauf mit der Feststellung, dass AO viele der Dinge per Skript erledigen wollte, die ich bereits vorher "frisiert" hatte... erneute kurze Hörsession... Feststellung, AO bringt nochmals was... dann erneuter Check mit der Erwartung, dass die Latenzen jetzt gaaaaaaaaanz tief sein müssten... Fehlanzeige.
Und das hat mich dann doch arg verwundert, da es die ganze Arbeitshypothese über den Jordan wirft.
Oder meine Ohren gaukeln mir was vor. :(

Alles recht merkwürzig.
Martin

Nachbrenner:
Dienste im Rel 1909 deaktivieren ist übrigens teils recht tricky. Da muss man direkt in die Registry. Über die Dienste einfach nur Dienst deaktivieren geht nicht. Da gibt es so diverse Schutzmechanismen... welche man selbstredend überwinden kann, aber dennoch ist das ganze Win10 irgendwie ein Lieschen Müller Betriebssystem mit vielen Wizards und Zeugs was die Welt nicht braucht.
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StreamFidelity
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Priorisierung im Router für Audio einstellen

Beitrag von StreamFidelity »

Hallo zusammen,

in Vorbereitung eines Tests mit einer hochwertigen rauschfreien externen 5V Versorgung der JCAT USB und NET Cards (ich berichtete unter Jugend forscht) musste eine Steckdose im Power Line Conditioner GigaWatt PC-2 EVO+ freigemacht werden. Was lag näher als meinen Control PC (RipNAS Soldi V4) woanders aufzubauen? Ein NAS kann (wenn nicht lüfterlos "soll") entfernt von der Anlage stehen.

Es kam wie es kommen musste: gelegentliche Aussetzer! Sowohl der fis Audio PC, als auch der Control PC waren störungsfrei, wie ich mit LatencyMon testen konnte. Der Übeltäter war schnell ausgemacht: der Router FRITZ!Box 6590 Cable. Dem Router ist es egal, ob da nun gerade in Echtzeit Musik gestreamt oder ein Druckerpaket transportiert wird. Da wird die Musik schon mal hintenan gestellt.

Ich wollte mich schon in die Thematik Virtual Local Area Network (VLAN) einarbeiten, um die Audiodaten vom Rest zu trennen. Ich hatte aber nicht so richtig Lust auf diese Fummelei. Und so suchte ich im Router nach einer Funktion, die Audiodaten zu priorisieren. Und siehe da, sowas gibt es in der FRITZ!Box: Internetzugang für wichtige Netzwerkgeräte und -anwendungen priorisieren.

Dabei ordnete ich meine beiden PCs den Echtzeitanwendungen zu. Jeglicher Datenverkehr (auch Nicht-Audio) von diesen PCs wird damit an die erste Stelle gesetzt. Damit das Streaming über Netflix und Co nicht zu kurz kommt, habe ich noch unseren TV und meinen MacBook Air eine Stufe darunter priorisiert.

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Über den Effekt bin ich verblüfft. Nicht nur die Aussetzer sind weg, subjektiv hat sich der entspannte Musikgenuss gesteigert. Letzteres kann nur Einbildung sein, den die vorherige Verbindung lief über meinen SOtM Switch. Eigentlich der direktere Weg.

Grüße Gabriel
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Horse Tea
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Beitrag von Horse Tea »

Hallo Gabriel,

sehr guter Tip für die FritzBox. Funktioniert exakt gleich auch bei der 7590 (Software). Danke dafür.

Viele Grüße
Horst-Dieter
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StreamFidelity
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Beitrag von StreamFidelity »

Hallo Horst-Dieter,

gerrn geschehen.

Einen Denkfehler muss ich noch einräumen:
StreamFidelity hat geschrieben:
17.06.2020, 10:30
Nicht nur die Aussetzer sind weg, subjektiv hat sich der entspannte Musikgenuss gesteigert. Letzteres kann nur Einbildung sein, den die vorherige Verbindung lief über meinen SOtM Switch. Eigentlich der direktere Weg.
1. Der "direktere" Weg hätte für Musik von der Festplatte (NAS) gegolten. Ich streame jedoch überwiegend überwiegend von Qobuz und da ging der Datenstrom natürlich vorher ebenso über den Router. Vielleicht also doch keine Einbildung, dass sich die Musik von Qobuz mit der Priorisierung jetzt einfach sauberer anhört.
2. Ich höre auch jetzt mit dem SOtM-Switch, welcher vor dem Audio PC liegt.

Grüße Gabriel
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Amati
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Beitrag von Amati »

Lieber Gabriel,
wäre der direktere Weg nicht eine SSD oder ein anderes Speichermedium im MusikRechner? Das spart doch das ganze Gehampel mit Netzwerk, Switch, LWL usw.
Zudem „hängt“ der Rechner dann nicht im Netz und die entsprechenden Dienste können abgeschaltet werden. Fernbedienbar ist er über deshalb trotzdem. Bei mir hat jedenfalls das Abschalten des ganzen Netzwerkmülls, hörbare Verbesserungen gebracht.
Gruß von Amati zu Amati :cheers:
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StreamFidelity
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Beitrag von StreamFidelity »

Hallo Peter,
Amati hat geschrieben:
17.06.2020, 17:37
wäre der direktere Weg nicht eine SSD oder ein anderes Speichermedium im MusikRechner?
Dieser Weg wird meines Wissens von vielen als sehr vorteilhaft gesehen.

Mein Zielbild ist ein anderes: Hi-Res Streamen von einem zentralen Musikserver wie z. B. Qobuz. Ich bin nicht so der Jäger und Sammler. Selten kaufe ich ein Album dauerhaft. Ich mag es "in den unendlichen Weiten" des Internets zu stöbern und mich inspirieren zu lassen.

Grüße Gabriel
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Beitrag von Amati »

Das ist ein nachvollziehbares Argument. Ich für meinen Teil gehöre der Bekennern Fraktion der Sammler an. Da kommt in 40 Jahren einiges zusammen.
Wie hieß es einmal in einer früheren Bierwerbung?
Ich mag bleibende Werte :wink:

Peter
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ohneA
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Beitrag von ohneA »

+1

Auch ich BESITZE gerne. Unverändert kaufe ich CDs und rippe sie mir... weil die Wiedergabe einfach besser klingt als vom CD-Player.
Gruss

Martin
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alcedo
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Beitrag von alcedo »

Hallo Gabriel

der Tipp mit der Fritzbox funktioniert auch bei mir sehr gut - habe noch eine "alte" 7490 Fritzbox ;-)
Vielen Dank!

Grüße,
Jörg
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StreamFidelity
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Beitrag von StreamFidelity »

Hallo Jörg,

freut mich. :cheers:

Grüße Gabriel
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tom_on_wheels
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Beitrag von tom_on_wheels »

Hallo Gabriel,

der Tipp zur Einstellung der Fritzbox war offensichtlich Gold wert. Ich hatte meinen Server, über den ich auch RadioEins, also Webradio, höre, schon mal priorisiert (QOS). Aber erst die Einstellung als Echtzeitanwendung hat (bisher, toitoitoi) die immer wieder auftretenden Verbindungsabbrüche des Radiosenders in Roon beendet.

Viele Grüße
Tom
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StreamFidelity
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Beitrag von StreamFidelity »

Hallo Tom,

ja erstaunlich, was kleine Tuning-Maßnahmen so bewirken. Und dann noch so einfach. :cheers:

Grüße Gabriel
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2.3.2 Ethernet (Glasfaser) - diesmal richtig!

Beitrag von StreamFidelity »

Hallo zusammen,

nachdem ich unter der Überschrift 11GTek + Router FRITZ!Box am Keces P3 schon meine erste Begeisterung mitteilte, erfolgt hier die Fortsetzung meines Klangeindrucks.

Ich bin sowas von begeistert! Die Musik kommt völlig artefaktfrei genau auf den Punkt aus den Lautsprechern. Für mich ist das jetzt die "Reinheit der Töne", um einen Lieblingsspruch von Bernd (fis Audio) zu zitieren. So eine sensationelle Bühne. Ich hörte gestern ein Album mit äußerst schnellem Rythmus durch (Dialogue von For Tet). Die Snare Drums kamen schnell und ansatzlos, Hi-Hat und Becken komplett durchhörbar, die Bass Drums schön mit Körperschall. Sensationell. Jetzt höre ich gerade Reggae (Look For The Good von Jason Mraz) und ich würde am liebsten tanzen.

Was ist passiert?

Am besten erläutere ich unten meine Ethernet Verkabelung. Der Schlüssel liegt in der gelben Glasfaserverbindung. Mit dem 11GTek von Gert (Fortepianus) erfolgt mit der verbauten Sellarz-Clock das Reclocking. Die Startech SFP Transceiver und die Glasfaserverbindung sorgen dann bei mir für die perfekte galvanische Trennung. Da die Anlage über einen dezidierten Stromkreis läuft habe ich damit wohl die letzte HF Störung beseitigt.

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Ich freue mich total mit im Grunde genommen so einer Kleinigkeit nochmal einen Sprung nach vorne gemacht zu haben. Musik und positive Emotionen - das macht unser Hobby aus. :cheers:

Grüße Gabriel
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