Ed Meitner über Digital Audio

Musikwiedergabe über PC und Mac

Ed Meitner über Digital Audio

Beitragvon Horse Tea » 01.03.2019, 19:26

https://www.stereophile.com/content/mei ... ital-audio

Ich fand den Artikel interessant, insbesondere seine Sicht auf die 1-bit Wandlung und die Verwendung einer externen Clock.

Viele Grüße
Horst-Dieter
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Beitragvon StreamFidelity » 01.03.2019, 20:29

Hallo Horst-Dieter,

vielen Dank für den Artikel. Das Thema passt für mich gerade sehr gut, weil ich aktuell alles was in meinen Spring DAC reinkommt auf DSD konvertiere und begeistert bin.

Ed Meitner sagt dazu: Sie (CH Precision und dCS) arbeiten mit Multi-Bit-DACs, was völlig anders ist. Unserer ist ein Single-Bit-DAC, der mit einer sehr, sehr hohen Taktfrequenz wie 90 MHz betrieben wird, was bedeutet, dass er alles sehr hoch abtastet, viel mehr als 352,8 oder 384 kHz.

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann wandelt der EMM Labs DAC somit alles in DSD (16-fach) um, oder?

Und externe Clocks sind für ihn das Dümmste. Hoppla! :mrgreen: Diese Sicht wird nicht vielen gefallen.

Grüße Gabriel
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Beitragvon Hans-Martin » 01.03.2019, 22:33

Ed Meitner hat geschrieben:EM: Because I think this is the most stupid thing I've ever heard in the audio business. That means you have a precision clock that you have to connect to a wire to connect to a DAC, when the clock should be straight away where it belongs, inside the DAC, beside the DAC chip, if there is such a thing—not through a cable in a different box. This is so idiotic, it's not even funny. It's a money grab.
Hallo Gabriel,
Es sollte doch jedem klar sein, dass wir momentan eine 44,1kHz (und Multiple davon) sowie eine 48kHz (und Multiple davon) Welt vereinen müssen. Mit einer gemeinsamen Clock geht das nicht so einfach.
Mit 1 externem Oszillator wird es schwierig, beiden gerecht zu werden. Also nimmt man einen Referenzoszillator und zieht sich das Ergebnis der beiden Oszillatoren im DAC mit PLL zurecht, einschließlich PLL-Jitter, um den man nicht herumkommt. Abgesehen von Fehlanpassungen bei den Steckverbindungen und der Kabelage, die den Jitteranteil erhöhen.
Bei der Clocksynchronisation von Laufwerk und dem ReferenzClockausgang meines Digitalverstärker hatte ich schnell den Eindruck, dass auch ein Kabel, welches nur einen Sinus von 11,2896MHz überträgt, einen nicht geringeren Einfluss auf das Ergebnis hat als das gleichlange 75Ohm Kabel mit dem SPDIF-Signal.

Zu dem Problem, eine passende Clock zu haben, kommt auch noch die Problematik der jitterarmen Einspeisung. Und wo wir schon im mehrstelligen MHz -Bereich sind, kommt die Frage nach der Störfreiheit der Stromversorgung der Clock - frei von überlagerten Netzstörungen (das Ausphasen befreit einen nicht davon, reduziert lediglich den Anteil).
So kann man Meitners Argument leicht verstehen, auch wenn es noch andere Auslegungen geben mag.
Und 44,1 kHz (sowie deren Derivate) verlangen eine andere Taktung als die 48kHz basiserten Signale (bzw. deren Derivate).
Ein anderes Thema ist, wie man 44,1kHz mal 24 Bit (24Bit=16777216) präzise in 1 Bit umrechnen kann, wenn als Takt nur unter 100MHz zur Verfügung stehen, und keine 372,45MHz (402,65MHz für 48kHz).
An dieser Stelle habe ich noch ein Verständnisproblem
Grüße
Hans-Martin
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Beitragvon StreamFidelity » 01.03.2019, 23:41

Hallo Hans-Martin,

dCS hat zwei unterschiedliche Uhren:

dCS Rossini Clock
3 independently buffered outputs on 75Ω BNC connectors.
Output 1: fixed at 44.1kHz
Output 2: fixed at 48kHz Output
...

Die machen schon einiges richtig. Aber es bleibt das Problem der Kabelei.

Grüße Gabriel
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Beitragvon Hans-Martin » 01.03.2019, 23:44

Selfunderstood... :cheers:
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Beitragvon Thomas K. » 02.03.2019, 12:33

Dieses Interview ist für mich eigentlich nicht anderes als die Entzauberung des DACs als High End Objekt.
Denn er klagt ja nicht über die Klangqualität der vorhandenen Wandler ICs, sondern lediglich über die Kürze der Produktionszyklen.
Verständlich für eine eher kleine Firma, der Evolution (respektive das Verändern eines Programmes) lieber ist, als die Neukonstuktion eines Bauteiles.
Auch der restliche Artikel ist für mich dazu angetan, meine sich über die letzten paar Jahre verfestigte Meinung zu stützen, daß auch günstige DACs in einer für sie optimierten Umgebung, ohne weitere Verrenkungen zu Spitzenleistungen fähig sind. Und der Ort an dem sie am besten aufgehoben sind Streamer/ Vorverstärker sind.
Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen, ich gönne jedem der einen EMMLabs DAC hat seine Freude, und auch die Möglichkeit, daß sie sich an der absoluten Spitze des möglichen erfreuen, aber ich denke daß Spitze und absolute Spitze sehr sehr dicht beieinander liegen.

Viele Grüße
Thomas
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Beitragvon music is my escape » 02.03.2019, 12:42

Thomas K. hat geschrieben:...meine sich über die letzten paar Jahre verfestigte Meinung zu stützen, daß auch günstig DACs in einer für sie optimierten Umgebung, ohne weiter Verrenkungen zu Spitzenleistungen fähig sind. Und der Ort an dem sie am besten aufgehoben sind Streamer/ Vorverstärker sind.


Hallo Thomas,

Dem möchte ich mich anschließen.

Grüße,
Thomas

:cheers:
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Beitragvon h0e » 02.03.2019, 12:54

music is my escape hat geschrieben:
Thomas K. hat geschrieben:...meine sich über die letzten paar Jahre verfestigte Meinung zu stützen, daß auch günstig DACs in einer für sie optimierten Umgebung, ohne weiter Verrenkungen zu Spitzenleistungen fähig sind. Und der Ort an dem sie am besten aufgehoben sind Streamer/ Vorverstärker sind.


Hallo Thomas,

Dem möchte ich mich anschließen.

Grüße,
Thomas

:cheers:


Habt ihr den von Euch bevorzugten Dac mal bei Reiner verglichen?
Wenn nein, glaube ich allerdings, ihr seit auf dem Holzweg und redet euch das nur schön,
weil ihr das Geld nicht ausgeben könnt oder wollt.
Als Tatsache kann man das m.E. nach nicht stehen lassen.

Grüsse Jürgen
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Beitragvon Thomas K. » 02.03.2019, 13:06

Hallo Jürgen ich hab ja auch geschrieben:

Thomas K. hat geschrieben:Um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen, ich gönne jedem der einen EMMLabs DAC hat seine Freude, und auch die Möglichkeit, daß sie sich an der absoluten Spitze des möglichen erfreuen, aber ich denke daß Spitze und absolute Spitze sehr sehr dicht beieinander liegen.

Viele Grüße
Thomas


Mehr möchte ich dazu nicht sagen. Ausser daß ein Vergleich für mich nur in meinem Hörraum Gültigkeit hätte,

Viele Grüße
Thomas
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Beitragvon SolidCore » 02.03.2019, 14:44

Hallo zusammen

Jeder DAC, ganz gleich welcher Preisklasse, steht und fällt in seiner Güte mit dem Zuspieler, und zu kleinerem Teil der Verkabelung. So kann es tatsächlich passieren, das ein 8K teurer Meitner an einem 800,- Projekt-Streamer fast identisch aufspielt wie ein 1K teurer RME ADi-2 oder ähnliche.
Der Bezug zu Reiners Anlage ist also durchaus sinnvoll, hat er doch einen bereits hervorragenden Linn Akurate, der dann noch zusätzlich von Gert Volk aufgewertet wurde. Über seine Verkabelung brauche ich wohl nicht mehr zu schreiben. Dort kommen dann auch DAC-Klangunterschiede bedeutend mehr zur Geltung.

Vor einigen Monaten wollte ich meinen heißgeliebten, modifizierten Monrio NOS-DAC gegen einen mit aktueller Technik ersetzen. Beim Reiner gefiel mir der Meitner so gut, das ich ihn heranholte, der Fairness aber zusätzlich 3 andere aktuelle Modelle, genauer gesagt den Linnenberg Telemann (4,4K), einen Audio Note 5.1 Signature (12K) und einen Leema Acoustic (7,5K). Und diese 5, incl meinem alten, dann nochmal in 2 anderen, fremden Ketten verglich. Etwas überrascht war ich, wie schon oben beschrieben, das ich mehr hörbare Differenzen erwartet hätte. Also da habe ich von einer schlechten Netzversorgung schon größere Unterschiede wahrgenommen. Muss aber dazu sagen, so unerheblich waren die Klangunterschiede nun auch wieder nicht, einer der neuen DACs gefiel mir sogar schlechter als mein Vorzeit-Modell.

Subjektiv, für meine Empfindung, war der Meitner dann das Gerät meiner Wahl. Mit der Erkenntnis, dieses Thema nun abzuhaken, weil es bedeutend größere Baustellen in der Kette gibt, wo ich mehr erreichen kann, als den Meitner nochmal auszutauschen. Zumal mir seine Klangphilosophie, und sein Vermögen, feinfühlig und ganzheitlich darzustellen, überaus gefällt.

Gruss
Stephan
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Beitragvon hkampen » 02.03.2019, 14:59

Hallo Jürgen, hallo Thomas,

der Vergleich bringt ja nichts, weil es die Topprodukte mit DAC-Chips von der Stande wegen zu kurzen Produktionszeiten nicht gibt, soweit ich das verstanden hab. Aus der Massenware könnte man sicher was rausholen. Mein günstiger Bürokopfhörer mit DAC spielt wirklich nicht schlecht, nur in den Höhen wird es gerne mal unangenehm. Das aber mit weitem Abstand zu dem, was ich zuhause stehen hab.

Grüße
Harald
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Beitragvon Bernd Peter » 02.03.2019, 16:22

Hallo,

Highend ist für mich immer ein einzigartiges Gesamterlebnis, das auf Grund einer geglückten Feinabstimmung in einem Raum mit einem setup stattfindet.

Geld braucht es natürlich, um überhaupt dabei sein zu können, Geschmack und ein geschultes Ohr machen trotzdem die letzten 10 Prozent.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon Thomas K. » 02.03.2019, 16:40

Bernd Peter hat geschrieben:Highend ist für mich immer ein einzigartiges Gesamterlebnis, das auf Grund einer geglückten Feinabstimmung in einem Raum mit einem setup stattfindet.
Bernd Peter


Absolut zutreffend.

Viele Grüße
Thomas
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Beitragvon Thomas K. » 02.03.2019, 16:52

hkampen hat geschrieben:der Vergleich bringt ja nichts, weil es die Topprodukte mit DAC-Chips von der Stande wegen zu kurzen Produktionszeiten nicht gibt, soweit ich das verstanden hab. Aus der Massenware könnte man sicher was rausholen.
Grüße
Harald


Ganz so sehe ich es nicht, es gab auch von Massenherstellern Produkte die absolut Top waren. Heute ist so etwas eher selten.Was häufiger ist, Bauteile der Massenware, und dazu gehören auch DAC Platinen, werden von Herstellern, die sich dem High End Bereich zuordnen veredelt. Das gelingt oft sehr, oder selten auch mal weniger gut.
Oder ganze Gerätschaften werden durch Tuner veredelt.
Ed Meitner entwickelt das komplette Gerät und kauft keine Standardlösungen zu. Das machen, und können andere aber auch.

Viele Grüße
Thomas
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Beitragvon hkampen » 02.03.2019, 17:29

Thomas K. hat geschrieben:Ed Meitner entwickelt das komplette Gerät und kauft keine Standardlösungen zu. Das machen, und können andere aber auch.


Eben. Die meisten Consumer-Wandler, die ich bisher gehört hab, in Preisklassen zwischen 30 € und 800 €, verzichten entweder auf Details, Dynamik, Höhen oder haben Biss, aber klingen kalt wie eine Hundeschnauze. Irgendwas ist immer. Je nach Einsatzzweck gibt es auch gute Geräte. Ein digitales Küchenradio muss auch nicht unbedingt mit den feinsten Details und Dynamik aufwarten, da reicht ein freundlicher und gut verständlicher Klang. Im Gesamtvergleich sind die Geräte auch nicht schlechter als analoge Geräte aus früheren Zeiten, nur sind Störungen bei digitaler Wandlung störender als bei durchgängig analogen Daten. Daher wäre es toll, wenn es zu günstigeren Preisen mehr hervorragend Klang gäbe.

Grüße
Harald
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