Liste der für einen Audio-PC erforderlichen Dienste

Musikwiedergabe über PC und Mac

Beitragvon Fujak » 11.02.2019, 16:40

Hallo zusammen,

ich habe gerade mal nachgeschaut, welche Dienste es bei mir auf der WindowsServer2016-VHD sind:

Ich komme auf 22 Dienste (inkl 3 Dante-Dienste und 2 JPLay-Dienste) mit rund 350 Tasks.

Aufgabenplanung
Automatische WLAN-Konfiguration
Benutzermanager
Benutzerprofildienst
CoreMessaging
Dante Control and Monitoring*
Dante Discovery*
Dante Virtual Soundcard Manager
DCOM-Server-Prozessstart
DHCP Client
Gruppenrichtliniendienst*
Infrastrukturdienst für Hintergrundprogramme*
JplayFemto - JPLayFemto
JPlayAService - JPlay Audio Service
Lokaler Sitzungsmanager
Netzwerkspeicher Schnittstellendienst*
Remoteprozeduraufruf (RPC)
RPC Endpunktzuordnung
Sicherheitskontomanager
Systemereignisbroker
Windows-Ereignisprotokoll
Windows-Verbindungs-Manager
Windows-Verwaltungsinstrumentation

Die mit * gekennzeichneten Dienste könnte ich auch noch deaktivieren, wäre aber mit geringerem Bedienungskomfort im Falle einer Konfiguration verbunden. Ich müsste dann z.B. Fidelizer Pro händisch starten, oder die Netzwerkkonfiguration wäre nicht mehr in meinem Zugriff.
Doch finde ich den klanglichen Unterschied zwischen diesen 22 Diensten und drei oder vier weiteren deaktivierten Diensten nicht so groß wie der Unterschied zwischen RAM-loaded und HD-loaded System.
Da steckt viel mehr Klangpotenzial drin, und ist dank der tollen Anleitung von Horst für manchen sicher machbar. In der RAM-loaded Version schmilzen die klanglichen Unterschiede zwischen mehr oder weniger Diensten nochmal mehr zusammen.

Auch möchte ich die Anregung von Horst unterstreichen, das Betriebssystem für Audio-Anwendungen auf einer VHD zu installieren, wenn man den gleichen Rechner auch noch für andere (z.B. Office) Aufgaben einsetzen möchte. Die ganzen Folgeupdates blähen ein Audio-System unnötig auf und verschlechtern den Klang. Auf einem regulären Rechener hingegen sind konsequente Updates ein Muss vor allem für die Sicherheit.

Grüße
Fujak
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Beitragvon StreamFidelity » 11.02.2019, 16:52

Hallo Fujak,

vielen Dank für die Ergänzung. 22 Dienste sind ja der Hammer! Das sind wertvolle Anregungen für ein weiteres Abspecken. :D

Hast Du die Dienste alle händisch deaktivert oder in Unterstützung mit dem AudiophileOptimizer (AO)?

Dem Dienst "Remoteprozeduraufruf (RPC)" entnehme ich, dass Du per Remote den PC administrierst?

Grüße Gabriel
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Beitragvon Fujak » 11.02.2019, 20:01

Hallo Gabriel,

die Dienste habe ich in einem längeren Trial-and-error-Prozess händisch deaktiviert. Ich bin da auch noch nicht am Ende - wenn mich mal wieder der Ehrgeiz packt, hätte ich da noch ein paar Kandidaten...

Man muss sich aber bei fortschreitendem Abspecken darüber im Klaren sein, dass alle Konfigurationen - insbesondere des Netzwerks - zuvor erfolgt sein müssen - weil bestimmte Eingabe- und Konfigurationsmasken, später nicht mehr vorhanden sind.

Mittels eines kleinen Batchscriptes kann man aber die notwendigen Dienste wieder an- und später erneut abschalten, um etwas zwischendurch zu ändern. Horst hat ja in seinem letzten Posting einige Musterbefehle für ein solches Script genannt.

Zu Deiner anderen Frage zum RPC-Dienst: An dem RPC hängen eine Reihe weiterer Dienste, die nichts mit dem Remoten zu tun haben, z.B. Automatische WLAN-Konfiguration, Benutzerprofildienst, Infrastrukturdienst für Hintergrundprogramme, Netzwerkspeicher Schnittstellendienst und noch einige weitere Dienste. Er stellt damit einen zentralen Dienst in der Netzwerkfunktionalität dar.

Die Administration nehme ich übrigens über das normale GUI vor.

Grüße
Fujak
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Beitragvon StreamFidelity » 13.02.2019, 19:10

Hallo Fujak,

vielen Dank. Ich habe nochmal in Windows 10 Pro nachjustiert und folgendes erreicht:

34 Dienste
63 Prozesse
ca. 600 Threads
2% Prozessorlast (davon 1% Roon Server)

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Als besonders hartnäckig stellte sich Kryptografiedienste heraus. Unter Dienste zwar deaktiverbar, startete aber dann trotzdem immer wieder neu. Erst die Registry (CryptSvc) mit Start "4" machte dem Spuk ein Ende.

Grüße Gabriel
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Beitragvon Trinnov » 13.02.2019, 20:07

Wichtig ist insbesondere die Anzahl der Threads im Taskmanger. Wobei weniger Prozesse / Dienste logischerweise eh weniger Threads bedeutet. Man sollte unter 400 kommen, dann spielt der PC in der 2016er Ramdisk sehr schön auch mit GUI.

Eine meiner wichtigsten Optimierungen ist mittlerweile jedoch der Datenträger sowie dessen Netzteil und Clock auf dem das OS liegt.
MLC und SSD ist out.
Obwohl ich den Datenträger nur brauche um die darauf gespeicherte VHD Datei im RAM zu mounten, macht das alles einen Riesenunterschied. Auch wenn man nach dem Laden ins RAM den jeweiligen Datenträger komplett abzieht, so dass man identische Hardwarevoraussetzungen hat. Aber ich weiß schon, ich soll mir das bitte nicht einbilden, denn so etwas ist in der IT gar nicht möglich.

Ich hoffe ihr verzeiht mir den OT.

Vielleicht schreibe ich demnächst, falls ich es zeitlich schaffe, mal wieder im Vorstellungsthread ein paar spannende Sachen. Nach drei Jahren Stille stimmt da natürlich bezüglich Setup einiges nicht mehr und es gibt jede Menge neuer Erkenntnisse.

Gruß,
Horst
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Beitragvon HaraldP » 13.02.2019, 20:16

Hallo Horst,

Trinnov hat geschrieben:Vielleicht schreibe ich demnächst, falls ich es zeitlich schaffe, mal wieder im Vorstellungsthread ein paar spannende Sachen. Nach drei Jahren Stille stimmt da natürlich bezüglich Setup einiges nicht mehr und es gibt jede Menge neuer Erkenntnisse.

das wäre sehr schön. Ich bin sehr interessiert und freue mich auf deine neuen Erkenntnisse.

Beste Grüße
Harald
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Beitragvon chriss0212 » 18.02.2019, 01:20

Hallo Horst,

das würde auch mich sehr freuen :cheers:

Gespannte Grüße

Christian
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Beitragvon StreamFidelity » 07.03.2019, 13:39

Hallo zusammen,

wieder etwas gelernt. Die Reduzierung von Diensten führt nicht zwangsläufig zum besseren Klang.

Das ist meine heutige Erkenntnis. So ist es mir mit einem neuen BIOS- und Treiber-Update gelungen eine theoretisch und bezüglich der Latenzen messtechnisch unkritische Reduzierung der Prozesse hinzubekommen:

Bild

Und wie hörte es sich an? Bescheiden! Weniger Räumlichkeit und wo waren auf einmal die Transienten? Irgendwie mit Störungen behaftet. Erst schob ich es auf meine Tagesform. Bis ich auf die Idee kam die Dienste wieder zu aktivieren.

Bild

Unglaublich! Da waren wieder alle guten Dinge zusammen. Ich freue mich für alle, die eine Reduzierung der Dienste hinbekommen. Das beste Messinstrument bleibt aber das Ohr. :D

Grüße Gabriel
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Beitragvon Fujak » 16.03.2019, 09:09

Hallo Gabriel,

danke für Deinen sehr nachvollziehbaren Erfahrungsbericht. Er hat mich inspiriert, meinen Audio-PC mit Windows Sever 2016 im RAM auch mal hinsichtlich seiner Latenzen zu vermessen. Ich kann bei mir einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Dienste und der Latenz durchaus messen - die gilt allerdings nicht für alle Dienste in gleichem Maße. Manche Deaktivierung hat null Auswirkung - keine allerdings führt zu einer größeren Latenz, so wie bei Deinem System.

Was bei mir aber ein unerwarteter Zusammenhang war: Ich habe Lasso Pro eingesetzt, um allen Audio-Diensten einem Kern von vieren zuzuordnen, das Dante-Netzwerk einem weiteren Kern und zwei verbleibene Kerne dem Rest (also Betriebssystem). Zu meiner Überraschung trieb das die Latenzen in ungeahnte Höhen - sogar mit Dropouts - obwohl die CPU-Auslastung pro Kern immer niedrigen einstelligen Bereich blieb. Latency-Monitor bescheingte meinem System größere Probleme, die Realtime-Audio unmöglich machen. Auch die Zusammenlegung aller Audio-Anwendungen und Dienste in einen Kern oder die Veränderung der CPU-Priority ändert daran nichts.

Erst als ich für alle Anwendungen alle Kerne freigab und es dem System überlasse, wie die Kerne aufgeteilt werden, kam ich in einen ähnlichen Bereich, wie von Dir in den Screenshots dargestellt. Also auch hier zeigt sich, dass nicht alles, was theoretisch sinnvoll scheint, sich in der Praxis auch bewahrheitet. Wie Du schon richtig sagst: Die Latenzen sind der klanglich relevante Maßstab.

Grüße
Fujak
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