Halliger Raum

Mess- und Korrektursysteme

Halliger Raum

Beitragvon chriss0212 » 12.06.2018, 07:45

Moin Moin...

Nachdem ich durch Ulis Hilfe meinen Fehler in der Reverb Messung herausgefunden habe zeigen sich ja Durchaus sehr lange Reverb Zeiten.

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Jetzt stellt sich die Frage: was tun...

Eigentlich sollte man ja hinten eher Difusoren einsetzen... aber der Raum nach hinten ist recht tief und somit ist der zurückkommende Schall eh difus. Ich könnte mir vorstellen, dass es bei mir eher förderlich ist, Absorber einzusetzen. Jetzt kann ich natürlich schlecht die gesamte Wohnung behandeln. Was haltet ihr davon, wenn ich fahrbare absorbierende Trennwände im Viertelkreis hinter mir aufbaue?

Viele Grüße

Christian
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chriss0212
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Beitragvon Hornguru » 12.06.2018, 10:22

Hallo Chris

Habe mal was aufgeschnappt was für mich so Sinn macht:

Um die Phantomquellendarstellung durch Spiegelquellen nicht zu verschmieren, sollte man Impulsantwort und ETC zu Rate ziehen, um dort ein paar Spikes, Zacken und Spitzen die als klare Reflektion erkennbar sind zu vermeiden. Diese attackiert man mit Diffusoren.

Mit Absorbtion verkürzt du den Nachhall in der Länge. Der sieht bei dir wunderschön ausgeglichen aus. Die Dipole Subs scheinen sich voll bezahlt zu machen. Und Acourate natürlich. So gut ohne groß Raumbedämpfung geht das sonst nicht.

Hast du denn das Gefühl dass das Klangbild bei diesem recht ausgeglichenen Frequenzgang zu kalt, frisch, lebendig, untenrum nicht voll genug, ist? Dann würde ich dämpfen.
Sind die Phantomquellen zu verschmiert und instabil, würde ich an den Reflektionen in der Impulsantwort arbeiten, mit Diffusoren (oder auch mit Absorbern da billiger, hat nur Risiko von Flatterechos wenn man nur dämpft und garnicht diffusiert).

Ich meine auch mal aufgeschnappt zu haben dass sehr große Räume auch länger nachklingen dürfen.
Und immer frühe Reflektionen den meisten Ärger machen.

Gruß
Josh
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Beitragvon chriss0212 » 12.06.2018, 10:39

Hallo Josh

sollte man Impulsantwort und ETC zu Rate ziehen, um dort ein paar Spikes, Zacken und Spitzen die als klare Reflektion erkennbar sind zu vermeiden.


Ja... werde ich noch mal mit anzeigen lassen!

Und Acourate natürlich


Das ist noch ohne Acourate! Das ist nur mit den parametrischen EQ's aus REW.

Hast du denn das Gefühl dass das Klangbild bei diesem recht ausgeglichenen Frequenzgang zu kalt, frisch, lebendig, untenrum nicht voll genug, ist? Dann würde ich dämpfen.


Insgesamt ist das nicht so übel. Habe nur den Eindruck, dass es bei 300Hz noch etwas aufdickt. Insbesondere wenn ich mehr vom Lautsprecher abrücke. Ich dachte, das könnte evtl. der Hall von hinten sein der sich dann aufaddiert? Deswegen die Idee mit den Absorbern. Ansonsten passt das schon recht gut!

Ich meine auch mal aufgeschnappt zu haben dass sehr große Räume auch länger nachklingen dürfen.
Und immer frühe Reflektionen den meisten Ärger machen.


Ich habe das Gefühl, das hängt vom Musikmaterial ab. Kleine Besetzungen profitieren aus meiner Sicht sogar vom Hall... aber große Besetzungen mit vielen Instrumenten gleichzeitig wird manchmal kritisch ;)

Viele Grüße

Christian
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Beitragvon Sigi M. » 12.06.2018, 10:48

Hallo Chris,

man sollte, um die Bühne zu verbessern, und sich für Maßnahmen zu entscheiden, zwischen frühen Reflektionen und Diffusschall unterscheiden. (Frühe Reflektionen findest DU eher nicht im Nachhalldiagramm, sondern wie von Josh beschrieben)

m.E. benötigst Du bei Deinem schönen großen Wohnzimmer nicht unbedingt Maßnahmen um den Diffusschall zu reduzieren, (der ist schön geichmässig) auch weil der BMS so schön fokussiert.

Als praktischen Tip vorweg, was auf jeden Fall Sinn macht, habe ich bei Harald (Jupiter) kennengelernt, sind Schaffelle auf dem Fussboden. Einfach zwischen Lautsprecher und Ohr auf den Fussboden legen. Gibt's bei Kibek recht preiswert. Bspw. als Teppich ca. 100 x 200 cm ~ 220 EUR (hab's online nicht gefunden) zum Ausprobieren, aber viel kleiner ab 19,90 EUR 8)

Diese Reflektionen hat praktisch jeder, und es sind meist die "kürzesten Reflektionen" die am meisten stören, weil vertikal. Es lohnt sich aber bereits vor dem Kauf der Felle, zu untersuchen, wo die ersten Reflektionen entstehen, je weiter Dein Hörabstand, desto weniger spielt der Laufzeitunterschied zwischen Direktschall und den ersten Reflektionen eine Rolle.

Ich arbeite noch mit Deckenabsorbern, die den selben Effekt an der Zimmerdecke erfüllen.

Reflektionen an den Wänden führen eher zu einer breiteren Bühne (aber nicht unbedingt schärfer :oops: )
Aber erst im zweiten Schritt zu optimieren. Dazu benötigst Du das Verfahren, wie schon von Josh beschrieben, um die Spiegelpunkte zu finden. Das lässt sich dann mit relativ geringem Aufwand (sprich kleinen Flächen) und WAF freundlich gestalten. Von denen, die ich persönlich kenne, kennt sich wohl Jupiter am besten aus :wink:

Der Diffusschall aus dem hinteren Bereich des Hörplatzes wird bei den erheblichen Abmessungen Deines Hörraumes eher weniger stören, wäre m.E. anschliessend zu "bekämpfen". Dazu kannst Du mal mit Lauscher kommunizieren, der hat gerade mit Basotect in nicht unerheblichen Mengen angefangen und auch einen entsprechenden Hörraum (Wohnzimmer), und wird sicher auch gerne was dazu zu berichten haben.

Viele Grüße
Sigi
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Beitragvon Hornguru » 12.06.2018, 10:58

Ah... ganz nebenbei, unabhängig vom Raum:

Wenn es dir nicht zu viel Arbeit ist, hör doch mal mit Trennfrequenz eine Oktave höher, 500-600Hz.
Immernoch bei 300 zu viel?

Da weitet das Horn nämlich gerade auf. Drüber und auch gerade drunter strahlt dein System sehr schmal ab.
Wenn du bei 600Hz trennst, sind die 300 noch vom Dipol schmal abgestrahlt.

Das kann die 300Hz derzeit im Raum durchaus dominant machen.
Nur seltsam dass man das nicht ungefenstert am Hörplatz sieht :|

Auch wenn das nicht auf Dauer besser klingen muss weil die 15" bei 600 nicht super auflösen... so würde es zumindest aufklären ob es am LS oder Raum liegt.

Gruß
Josh
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Beitragvon chriss0212 » 18.06.2018, 21:59

Uiuiuiuiui...

Ich habe mal wieder gebastelt...

Ich habe ja doch etwas mit dem Hall zu kämpfen, der aus dem etwa 8 Meter Raum hinter mir zurück kommt. Ich habe mir heute ein paar Bretter und Rockwool gekauft. Daraus zwei Kästen gebaut: je 1,75m * 1,0m 14cm tief mit 140mm rockwool gefüllt und mit Molton bespannt. Die Beiden Wände stehen jetz als V hinter meinem Hörplatz. Ja... ein riesen Unterschied!
Gemessen habe ich noch nicht, aber gehörmässig wird von hinten extrem viel geschluckt! Ein klarer Schritt nach vorne! Jetz muss ich noch schauen, dass ich das auf Rollen bekomme ;)

Schon erstaunlich, was so ein bisschen Steinwolle so ausmacht!

Viele Grüße

Christian
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Beitragvon Mister Cool » 19.06.2018, 06:48

Hi,
Sind die Kästen nach vorne und hinten offen, oder nur eine Seite?
Was habt Ihr mit Uli bei den Reverb Messungen als Falsch herausgefunden?

Eine Vergleichsmessung mit/ohne wäre echt interessant.

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon chriss0212 » 19.06.2018, 07:07

Hallo Alwin,

Die Kisten sind nach vorne und hinten offen. Ich habe in der Mitten ein Brett zur Versteifung, mache aber evtl noch eins mehr rein, damit es auch auf Dauer nicht verzieht.

Theorie dahinter: so kann der nicht absorbierte Schall durch die Wand hindurch, und wird nicht gleich wieder vom Brett dahinter Reflektiert. Der von hinten zurückkommende Restschall ist ja dann schon wieder deutlich abgeschwächt und muss auch noch einmal durch die Wand hindurch.

Falsch bei der Reverb Messung:
Ich habe den Reverb erst nach Makro1 anzeigen lassen. Das verfälscht alles.

Viele Grüße

Christian
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Beitragvon Mister Cool » 19.06.2018, 08:24

Danke.

Dann sehen sie fast identisch wie meine (auch nach hinten offen, 16cm tief)

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Meine Vorher/Nachher-Messungen haben eine Auswirkung in dem 100-300Hz Bereich gezeigt

Grüsse,
Alwin
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Beitragvon chriss0212 » 19.06.2018, 09:01

Hallo Alwin

Ja, der Aufbau ist ähnlich ;)

Bei mir sind die Auswirkungen auf jeden fall auch im Höher frequenten Bereich. Ich habe die Wände ja als V DIREKT hinter mir stehen. Ich sitze ein bischen eingeflankt IM V. Wenn ich rede und mich beim reden in das V setze merkt man sehr stark, wie sich die Akustik während des redens ändert.

Das ist echt irre, wie sehr sich das gehörtechnisch auswirkt. Bin gespannt, ob und wie stark sich das gehörte in den Messungen wiederspiegelt.

Viele Grüße

Christian
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Beitragvon Lauscher » 19.06.2018, 11:47

Hallo Jungs,

genau die Schritte - allerdings mit Basotect Platten - habe ich auch schon gemacht. :D
Erschreckend die Erkenntnis wie schlecht das vorher war :cheers: Und was noch gehen könnte.

Natürlich mit der Frage: Wie bekomme ich das in einigermaßen nett in meinem Wohnzimmer integriert.
Denn ohne möchte ich auch nicht mehr hören.

Ich bin bei folgender Firma vorbei gefahren :
https://www.procedes-i-d.de/mooia-acoustic-base

Ich habe eigentlich ein gutes Gefühl: Kostet etwas - ja leider - es wird auch mit Basotect gearbeitet. Die Produkte werden nach Bedarf angefertigt - also Sonderwünsche beeinflussen nicht sooo stark den Preis. Und es sieht auch noch ansprechend aus.

Evtl. ist das ja für Euch auch interessant :D

Viele Grüße
Jens
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Beitragvon chriss0212 » 19.06.2018, 12:01

Hallo Jens

Sieht sehr nett aus! Ich werde erst mal Rollen unter meine Konstruktie machen und spähter könnte ich mir vorstellen, dass meine Frau schöne Überzüge dafür nähen kann ;)

Viele Grüße

Christian
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Beitragvon Mister Cool » 19.06.2018, 12:20

Lauscher hat geschrieben:Hallo Jungs,

Ich bin bei folgender Firma vorbei gefahren :
https://www.procedes-i-d.de/mooia-acoustic-base




Hi,

die geben für ihre Produkte Absorbtionsgrade an die >1 sind. Wie soll das gehen ? :-)

https://docs.wixstatic.com/ugd/5ab65d_c ... adb57f.pdf

http://www.akustikbau-ewers.de/fileadmi ... rption.pdf


Grüsse,
Alwin
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Beitragvon Lauscher » 19.06.2018, 13:08

@ Christian

Lustig ist auch --War bei mir so : um so mehr "Module" Du in Dein Wohnzimmer einbringst um so besser wird das Ergebnis - natürlich nur bis zu einem gewissen Grad.

Ich stelle mir gerade vor: 20 - 30 solcher Module auf Rollen in Deinem Wohnzimmer :D
Das ist ja nicht gerade klein.

Ich habe ähnlich wie Du große Wandflächen im Wohnzimmer. Da ist für mich ein sehr großes Bild eigentlich ein Teil der Lösung um den Raum nicht so voll zu stellen. Aber jeder Raum ist anders. Ich habe eine große Wand ohne Fenster hinter meinen LS. Das macht es ein der Entscheidung für mich einfach.

Zur Zeit stehen unter anderen so über 30 Basotect Elemente 100 x 50 x 10 in grauer Farbe an meinen Wänden rum. Akustisch schon der richtige Weg - aber optisch ....na ja.

@Alvin

die geben für ihre Produkte Absorbtionsgrade an die >1 sind. Wie soll das gehen ? :-)

keine Ahnung :D

Viele Grüße
Jens
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Beitragvon chriss0212 » 19.06.2018, 13:19

Hallo Jens

Leider bestehen sicher 30% der Wände aus Fensterflächen :)

Habe mal schnell gemessen:

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Rot neu, grün alt. ich hätte gedacht, dass im oberen Mittelton meh passiert wäre... messe jedoch mit Mikrofon nach vorne nicht nach oben. Aber gerade in dem störenden Bereich um 300Hz ist viel passiert!

Viele Grüße

Christian
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