Dirac Live - Raumkorrektur für Win und Mac OS

Mess- und Korrektursysteme
beltane
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Beitrag von beltane »

Hallo Alex,

danke für die Hinweise. Aufgrund der mir vorliegenden Informationen bin ich davon ausgegangen, dass Acourate deutlich komplizierter zu bedienen ist als DIRAC.

Bei Acourate würde aber doch auch HIFACE mit Kernelstreaming gehen - oder wäre das dann wieder sehr schwierig einzubinden?

Viele Grüße

Frank
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Jahresprogramm
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Beitrag von Jahresprogramm »

Hallo Frank,

zunächst wir mit dem AcouratePro gemessen und Filter erstellt. Anschließend können die Filter auf mehrere Wege (sehr viele) angewendet werden. Ich nenne zunächst mal die grundsätzlichen Wege:

1. Offline-Convolving - Hierbei werden Musikstücke mit den Filtern gefaltet. Als Ergebnis erhält man z.B. WAV o. FLAC Dateien, welche die Filter für die eingemessene Anlage enthalten und von einem beliebigen Player oder auch unter der Voraussetzung des richtigen Formats von CD abgespielt werden können. Das Offline-Convolving wird gerne bei Netzwerkspielern, welche die Daten von irgendeinem NAS-Laufwerk holen, verwendet. So ist auch die Namensgebung für das Programm - Acourate-NAS. Das Falten kann man z.B. auch mit Foobar etwas weniger komfortabel erledigen.

2. Online-Convolving - Hierbei werden die Filter während des Abspielens mit dem Stream gefaltet. Das ist das was Dirac auch macht. Seitens Acourate gibt es für das Online-Convolving den Acourate-Convolver. Der bietet als eine sozusagen eigenständige Soundkarte ASIO Ein- und Ausgänge innerhalb des Systems an. So können beliebige ASIO-fähige Player direkt auf den Convolver abspielen, welcher den Stream faltet und an die Soundkarte weitergibt. Die Soundkarte sollte dann ebenfalls ASIO-Treiber mitbringen. Falls das nicht der Fall ist, kann man den Umweg über ASIO4all nehmen. Des Weiteren hat man die Möglichkeit die Acourate-Filter direkt in einen Player einzubinden: z.B. in MPC, JRiver, Foobar... Der Acourate-Convolver ist sehr komfortabel, wenn sowieso vom Rechner abspielt wir. Es gibt aber auch die Möglichkeit einen dedizierten Rechner mit dem Acourate-Convolver als Faltungsknecht in eine Anlage einzuschleifen.

Ich hoffe bei der Fragestellung etwas geholfen zu haben.

Grüße
Alex
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beltane
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Beitrag von beltane »

Hallo Alex,

danke für Deine Hinweise. Ich werde mir Acourate bei Gelegenheit sicher noch einmal anschauen. Hinweise gibt es hierzu in diesem Forum ja einige. Bin dann mal gespannt, ob ich es auch mit Acourate schaffe, innerhalb von ca. einer Stunde für SW- Installation, Durchführung der Messung und die Filtererstellung brauchbare Ergebnisse zu erzielen. Gerade das fand ich bei DIRAC sehr beeindruckend.

Viele Grüße

Frank
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kantreuter
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Beitrag von kantreuter »

Liebe Gemeinde,

auch ich oute mich als Nutzer von Dirac (in der Stereoversion). Wie schon an anderen Stellen angemerkt kann die Software nicht zaubern, besitzt aber einige Eigenschaften die für mich sehr von Interesse waren.

Zum einen ermöglicht sie recht zuverlässig die Reduzierung systembedingter Welligkeit zum Beispiel bei MSW oder Breitbändern. Auch haben mich die Eingriffsmöglichkeiten zur Anpassung des Frequenzverlaufs und die deutliche Verbesserung der Ortbarkeit im Stereobild nach Aktivierung der Filter beeindruckt - insbesondere bei subotimaler Symmetrie von Räumlichkeiten. Hinzu kommt ein 'fliegender Wechsel' zwischen bis zu 4 Filtern und zusätzlich einem 'filterlosen' Betriebsmodus, wobei die vorbelegten Filter jederzeit beliebig 'nachgeladen' werden können.

Ein weiterer Grund meiner Entscheidung war die Möglichkeit an der vorhandenen Peripherie 14 Tage mit vollem Betriebsumfang zu testen, was ich auch intensiv getan habe. Ich möchte nicht ausschliessen dass sich die Software an entsprechender Hardware durchaus mit richtig teuren Korrektursystemen messen kann (Ob hier jemand mal ein paar Tage auf seinen Trinnov verzichten könnte ? ... :lol: ).

Was mir weniger gefällt ist die softwareseitige Bindung der Filter an einzelne Rechner (auch bei der Lizensierung mehrerer Geräte ist eine Übertragung der Filter wohl nur über Transfer mittels Webschnittstelle des Herstellers möglich) und dass pro anzuwendender Samplerate jeweils eine eigene Messung vorgenommen werden muss. Man kann halt nicht alles haben ...
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beltane
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Beitrag von beltane »

Hallo,

das mit den Sampleraten verstehe ich nicht. Ich habe eine Messung für alle Sampleraten bis 96 Khz durchgeführt (kann man entsprechend einstellen) und kann mit dem erstellten Filter alle Formate abspielen - natürlich mit Ausnahem von 192 KHz, diese beherrscht DIRAC ebenso wie die meisten anderen mir bekannten Raumkorrektursysteme nicht.

Viele Grüße

Frank
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kantreuter
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Beitrag von kantreuter »

beltane hat geschrieben: "[...] Ich habe eine Messung für alle Sampleraten bis 96 Khz durchgeführt (kann man entsprechend einstellen) und kann mit dem erstellten Filter alle Formate abspielen [...]"
ARRGHH?! Ich hab' immer bloss einen Haken gesetzt ... :oops:

Egal, ich hab' inzwischen ordentlich Praxis im Positionieren des Mikros an diversen Stellen :mrgreen:
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beltane
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Beitrag von beltane »

Hallo,

noch zwei kurze Informationen:

1. Kopieren von Filtern

Erstellte Filter lassen sich direkt ohne Umweg über das Web kopieren.

2. Lizenzverwaltung

Es gibt zwei DIRAC Versionen. Bei der günstigeren Version erhält man die Lizenz für eine Installation (eine ID), bei der Vollversion 2 Lizenzen. Die IDs werden bei DIRAC im Rahmen der Installation online gespeichert, daher muss man bei der Installation mit dem Internet verbunden sein. Will man die SW später auf einem anderen PC installieren (bspw. bei einem HW Wechsel) und hat keine ID mehr frei, muss man die überflüssige ID durch den Deutschland Vertrieb löschen lassen. Das ist einmal in zwei Jahren kostenfrei. Diesen Punkt finde ich nicht gut gelöst.

Ansonsten hat mich DIRAC aufgrund der Einfachheit, des akustischen Ergebnisses und des guten Supports überzeugt.

Viele Grüße

Frank
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nikander
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Beitrag von nikander »

interessanterweise wird demnächst Emotiva mit seinem Flagschiff XMS-1 (AV-Pre) auch ins DIRAC-Geschäft einsteigen - haben sich offensichtlich von einer ursprünglich geplanten TACT/Lyngdorf Lizenz verabschiedet - allerdings ist das Gerät schon seit 2012 in der Pipeline.

Grüße,

Christian
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beltane
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Beitrag von beltane »

Hallo zusammen,

die Raumkorrektur DIRAC Live ist jetzt in der Version 1.1 erhältlich http://www.dirac.se/en/online-store.aspx.

Neben einer Reihe von Bugfixes wird jetzt vor allem auch 24 Bit Auflösung bei 192 kHz Samplingfrequenz unterstützt - hier war DIRAC bisher auf 96 kHz begrenzt.

Viele Grüße

Frank
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delgesu
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Beitrag von delgesu »

yep, hab das update aufgespielt. klangliche änderung meiner meinung nach = 0; war aber auch nicht nötig bzw zu erwarten, da sowieso 1a.
frage: bei mir sind nach dem update die filter dieselben wie vorher; keine filter für 192 zu erkennen... muss ich was machen - habe keine neue anleitung gefunden? nicht, dass ich 192 bräuchte, aber wenn´s schon mal drauf ist...

grüße
matthias
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beltane
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Beitrag von beltane »

Hallo Matthias,

wenn Du 24 Bit 192 kHz abspielen willst, musst Du nach dem DIRAC Update einmal komplett neu einmessen und am Anfang alle Samplingraten anhaken. Dann die Optimierung laufen lassen und dann den neuen Filter in den Audioprozessor laden und aktiv setzen. Dann erscheinen in der Detailansicht auch die 192 kHz. Du kannst einer alten Messung keine neue Samplingraten hinzufügen und dann erneut optimieren, zumindest hat das bei mir nicht funktioniert.

In meiner Konfiguration höre ich eine klangliche Verbesserung - es klingt natürlicher. Habe parallel aber neben neuer DIRAC SW und neuem Filter auch eine neue JPlay Version installiert und dort noch eine andere Engine wählen können (XTREAM) als bisher.

Daher weiß ich nicht, woran es liegt, bin aber sehr begeistert.

Viele Grüße

Frank
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delgesu
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Beitrag von delgesu »

alles klar. danke, frank!

grüße
matthias
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Rainair
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Beitrag von Rainair »

Hallo allerseits,

...jetzt hab ich mir auch mal Dirac runtergeladen, erst mal die 14-Tage Testversion. Toll, dass man die SW kostenlos 14 Tage ausprobieren kann, vielen Dank dafür.

Am Anfang hatte ich ziemliche HW-Probleme, immer wenn ich das USB-Messmikro eingesteckt hatte war die eingebaute Soundkarte weg und umgekehrt. Nach ewigem hin- und herprobieren ging es dann plötzlich, wieso kann ich gar nicht mehr genau sagen. Egal, jetzt geht´s.

Der Frequenzgang nach Dirac ist ja wirklich absolut linealglatt, 20 Hz bis 20 kHz, und so war meine Erwartungshaltung schon ziemlich gross.
Doch als ich zum ersten Mal meine aktiven 4-Weg-Boxen (mit TPS-Entzerrung für jedes Chassis) damit laufen ließ, hätte ich mir, ehrlich gesagt, mehr erwartet: Der eizige Punkt, der etwas verbessert wurde, ist die jetzt etwas korrektere Abbildungsgrösse, die vorher eher zu grosse Bühne stimmt jetzt.
Aber, der Bass: Schon auch schön straff und kontouriert, nur viel zu dünn und ohne Körper. In den Mitten hat sich nicht viel getan, die waren auch schon vorher nicht grad schlecht. Und oben rum ist es jetzt vielleicht einen Tick korrekter, aber nicht unbedingt besser. Die Raummoden am Hörplatz sind jetzt weg, waren aber auch vorher schon relativ human.

Bisheriges Fazit: Da springt mich nichts mehr an, es wurde eher langweiliger und "korrekter", aber auf keinen Fall mitreissender. Das ganze wirkt auf mich eher wie eine "Dynamik- und Spass" -Bremse, das berühmte "Gänsehautfeeling" ist komplett weg. Schade. Mittlerweile bin ich allerdings auch der Ansicht, Gänsehaut und Korrektheit schliessen sich gegenseitig wohl aus, auch schade. Vielleicht klingen manche Röhrenverstärker nur deshalb so schön, wer weiss ?

Nun, ich werde die kommenden Tage noch weiter an den Einstellungen mit Dirac etwas herumbiegen und dann mal sehen. Aber nach dem ersten Test ist die Euphorie leider erst mal weg.

LG, Rainair
Fujak
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Beitrag von Fujak »

Hallo Rainair,

was Du beschreibst, könnte ein durchaus bekanntes Phänomen sein, genannt Hörgewohnheiten. Als ich das erste Mal mit DRC vor vielen Jahren experimentierte, ging es mir ähnlich, und ich dachte, ich hätte etwas falsch konfiguriert, so korrekt und nüchtern fand ich das Ergebnis, und es war klar, dass ich mich nicht weiter mit Digital Room Correction befassen werde. Doch als ich dann ein paar Tage mit dieser korrigierten Fassung hörte, und dann beschloss, wieder ohne Filter zu hören, war ich überrascht, wie schlimm sich das nun anhörte.

Lange Rede kurzer Sinn: meine Empfehlung ist, dem Ergebnis eine Chance zu geben, indem Du mal eine Woche mit der korrigierten Fassung hörst und dann nochmal umschaltest. Damit es sich besser hören lässt, kannst Du ja die Zielkurve im Bass ein wenig anheben und in den Höhen ein wenig absenken. Die meisten, die Acourate verwenden senken den Frequenzgang über den gesamten Bereich von 0-20kHz linear um 3-4 dB ab (so wie ich auch), manche den FG erst ab 1kHz um 3dB zu den Höhen hin.

Viel Erfolg!
Fujak
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Rainair
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Beitrag von Rainair »

Hallo fujak,

du hast sicher recht: Heute hab ich mir mal überwiegend klassische Musik über Dirac angehört, und siehe da: Es hat mir mehr und mehr gefallen, speziell die richtige Abbildungsgrösse ist schon beeindruckend.
Da ich aber hauptsächlich Pop- und Rock höre, ist mir doch das korrekte nicht so wichtig, hier kommt es mir mehr auf die "Gänsehaut" an, und die ist eben ohne Dirac einfach da.
Und so einen F-gang kann wohl nur Dirac machen:Bild
Analog gehts so einfach nicht.

Also teste ich weiter...

LG, Rainair
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