Optimale Basisbreite Aufstellung LS

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Jupiter
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Optimale Basisbreite Aufstellung LS

Beitrag von Jupiter »

Hallo zusammen,

ich bitte um Eure Meinung und Diskussion zu diesem Thema
Optimale Basisbreite Aufstellung LS.

Ein Thema zu dem ich mir immer wieder Gedanken mache, adressiert habe ich es jetzt endlich ua. auch wegen den Beiträgen von
Lucki: viewtopic.php?p=177341#p177341
Hans Martin: viewtopic.php?p=177354#p177354

Laut Hans Martins Beitrag gibt es wohl dazu auch eine Theorie.

In meinem Raum als Beispiel habe ich die Möglichkeit die MEG 901k mit einer Basisbreite bis ca 330 cm mit noch ausreichendem Seitenwandabstand im gleichseitigen Dreick aufzustellen.
Laut Geithain können die LS mit einem Abstand von 2,0m - 4,0m betrieben werden. (entsprechendes für gleichseitiges Dreieck)
Logischerweise entstehen sehr unterschiedliche Amplitudenfrequenzgänge und und und...

llucki hat geschrieben:
22.01.2020, 20:33
Vorher hatten wir ein Dreieck von knapp 2 m, also fast Nahfeld. Nun stehen die Boxen 2,2 m auseinander, wobei wir unsere Entfernung von ca. 2,1 bis 2,4 m variieren können, je nachdem, wie wir uns auf dem Sofa positionieren.

Bei großen Orchestern sind wie erwartet die Größenverhältnisse nun plausibler, nicht mehr 50 Musiker auf einer 5 m breiten Bühne. Bei kleinen Bands, die ich bevorzugt höre, ist die Intimität nicht mehr ganz wie sie war, aber nicht schlimm, der Raum ist einfach größer.
Im kleineren Dreieck ging dadurch deutlich Tiefe verloren, das ist jetzt längst nicht mehr so kritisch.
Hans-Martin hat geschrieben:
22.01.2020, 23:34
Ich habe auch das Argument von Robert E. Greene verstanden, der sagt, dass breit aufgestellte Lautsprecher die fehlenden Laufzeitunterschiede der Intensitätsstereofonie durch die schädelformbedingten Laufzeitdifferenzen an den Ohren zumindest ansatzweise kompensieren.
Messungen habe ich mit Acourate erstellt, ich muß leider zugeben, dass ich mich in der Vergangenheit auch gerne von IACC Werten beeinflußen ließ.
Wenn ich die IACC Werte als Maßstab nehmen würde müßten die LS auf 2,20 m stehen.
Bitte keine Prinzip-Diskussionen über die IACC Werte von Acourate, dazu hat Uli an ander Stelle erschöpfend berichtet.

Ich freue mich auf Eure Erfahrungen und gegebenenfalls auf Theorie zum Thema.


Gruß Harald
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Mister Cool
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Beitrag von Mister Cool »

Hi,

meine Methode ist einfach.

Ich gehe von einem klassischen gleichseitigen Dreieck aus

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Die Suche nach der optimalen Aufstellung starte ich in dem 1/4-1/5 Punkt ...

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... und probiere 12 Positionen aus, die in einem "Raster" bezogen auf die Dreiecksseite jeweils ca. 30cm nach außen, nach innen, nach hinten und 2x nach vorne versetzt werden (also zusammen 3x4). Dabei wird das Mikro nach Bedarf (um den gleichseitigen Dreieck beizubehalten) versetzt.
Der Logswep Recorder (also eine Messungen pro jede Position) zeigt, welche Position den ausgewogensten FG-Verlauf bietet. Die behalte ich und die klingt dann meistens am besten.

Aber das mag nur bei meinem Zimmer und bei einer Aufstellung auf der kürzeren Wand funktionieren

Grüsse,
Alwin
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Boxentroll
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Beitrag von Boxentroll »

Hallo Harald,

m.E. ist ein gleichseitiges Dreieck Voraussetzung.
Über den Abhörabstand habe ich das Verhältnis Direktschall zu Diffusschall "eingestellt" - nach persönlichem Geschmack.
Für mich war der Abhörabstand DIE wesentliche Stellschraube.
Damit war auch die Basisbreite bestimmt.

Viele Grüße
Christian
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chriss0212
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Beitrag von chriss0212 »

Hallo

Wohnraumbedingt muss ich eine relativ große Basisbreite von etwa 5 Metern nehmen (dazwischen ist die Balkontür).

Mein Hörabstand sind auch etwa 5 Meter... passt also. Dann habe ich ja das Glück, dass ich hinter meinem Hörplatz noch gut 10 Meter Luft habe... also auch keine großartigen mit frühen Reflektionen von hinten.

Hinter meinem Hörplatz habe ich noch eine mobile rollbare Wand (ca. 2m*2m) gefüllt mit Steinwolle, um den Reflektionsbrei von hinten etwas einzudämmen. Diese "Wand" hat keine feste Rückwand, um mir darüber nicht noch einmal Reflektionen einzufangen.

Wenn bei mir etwas funktioniert, dann ist das räumliche Abbildung ;)

Viele Grüße

Christian
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo,
eine technisch recht überzeugende Darstellung, warum gleichseitiges Dreieck, liefert Eberhard Sengpiel hier: http://www.sengpielaudio.com/Stereowied ... 30Grad.pdf
Grüße
Hans-Martin
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shakti
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Beitrag von shakti »

ein gleichseitiges Dreieck ist sicherlich in der Theorie eine Methode mit gutem Ergebnis.
Doch die meisten LS stehen in einem "normalen" Wohnzimmer mit nicht immer idealer Akustik.

Bei mir hat sich die Methode von David Wilson (Wilson Audio) als die am besten funktionierende herausgestellt:

Wilson Audio hat geschrieben:Diese Lautsprecheraufstellungsmethode, die wir hier vorstellen möchten, wurde von David Wilson entwickelt, um natürlich im besonderen Maße Wilson Audio Lautsprecher optimal im Wohnraum aufzustellen. Besonders die sehr unterschiedlichen und oft sehr schwierigen akustischen Bedingungen machen diese Prozedur unumgänglich.
Diese Methode teilt sich grundsätzlich in drei Stufen:

1) das Herausfinden der "neutralen" Zone
2) Optimierung des Abstandes zur Rückwand
3) Optimierung der Seitenabstände

1) die "neutrale" Zone
Diese Zone ist in den meisten Räumen ein Rechteck mit ca. 60x80 cm. Diese Fläche ist frei von den meisten ersten akustischen Reflexionen. Die Zone selbst ist noch relativ groß und nur ein ungefährer Startpunkt. Um die Außenpunkte dieser Zone zu finden, beginnt man folgendermaßen:
Man startet an der Rückwand (hinter den Lautsprechern - mit relativ lauter (konstanter) Stimme) und beginnt langsam in den Raum zu gehen. Sobald die Stimme frei von zusätzlicher "bass" Energie wird, markiert man diesen Punkt am Boden. Geht man langsam weiter, ergibt sich ein neuer Effekt: die Interferenzen der gegenüberliegenden Wand. Der Fokus wird schlechter, ebenso die Klarheit. Markieren Sie auch diesen Punkt. Die gleiche Prozedur wiederholen Sie an den jeweiligen Seitenwänden. Bei den Seitenwänden ist es wichtig, daß dies für jeden Lautsprecher individuell geschehen muß. Jetzt ergibt sich am Boden ein Rechteck, das Ihre "neutrale" Zone ist.

2) Set-up der "Grundeinstellung"
Setzen Sie die Frontmitte Ihres Lautsprechers in die Mitte jeder Zone. Einfacher ist es hierbei die Spikes zu entfernen, um flexibler Ihren Lautsprecher verschieben zu können. Winkeln Sie Ihren Lautsprecher soweit einwärts, daß die Innenseite gerade verschwindet, wenn Sie von Ihrer Hörposition aus schauen. Jetzt machen Sie sich auf Ihrem Tape eine Skalierung in 1cm oder 2cm Schritten. Um diese Einheiten verschieben Sie Ihre beiden Lautsprecher nach vorne und hinten und hören sich das Ergebnis an. Spielen Sie am besten eine "full-range" Musik bei etwas mehr als Zimmerlautstärke. Notieren Sie sich am besten die Klangqualitäten für jede Position. Dann entscheiden Sie, ob der Lautsprecher noch weiter nach vorne oder hinten gerückt werden soll. Um den Tiefton und die Fokussierung zu erhöhen, müssen die Lautsprecher nach hinten. Möchten Sie Luftigkeit und Dynamik erhöhen, geht es nach vorne.
Aufgepaßt: Für den Watt/Puppy im Besonderen gilt: Die Darstellung des "Image" ist genau über der Oberkante des Watt ! Sind die Lautsprecher zu weit im Raum ist die Darstellung zu hoch und zu unpräzise.

3) Fine tuning
Wenn Sie die optimale Position zur Rückwand gefunden haben, machen Sie sich eine weiter Markierung direkt vor dem vorderen Außeneck der Lautsprecher mit der gleichen Skalierung nach links und rechts. Verrutschen Sie nun den linken Lautsprecher (rechts ausschalten/abklemmen) wiederrum um einen Zentimeter nach innen oder außen, um die optimale Stellung zur Seitenwand zu finden. Benutzen Sie hierzu am besten dynamische Klaviermusik oder Big Band. Hierzu können Sie den Lautsprecher während des Spielens bewegen und achten auf die beste Ausgewogenheit zwischen Klarheit im Tiefton und dynamische "Attacke". Wenn Sie Position beider Lautsprecher gefunden haben, markieren Sie die Position ganz genau. Nun werden die Spikes eingeschraubt und beide Lautsprecher wieder exakt auf den Punkt gestellt.

Gruss
Juergen
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Tinitus
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Beitrag von Tinitus »

Hallo Harald,

für mich gilt, solange mein Hörraum nicht breiter ist als ein Orchestergraben ist und ich keine Probleme mit fiesen Reflexionen von den Seitenwänden bekomme, wähle ich die größtmögliche Basisbreite, es sei denn, dass dies zur Folge hätte, dass ich im tiefen Bassloch säße oder im Gegenteil mir die volle Dröhnung zuteil würde.

Gruß

Uwe
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uli.brueggemann
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Beitrag von uli.brueggemann »

Noch ein Ratgeber:
http://www.cardas.com/room_setup_main.php

Grüsse
Uli
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cornoalto
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Beitrag von cornoalto »

Hallo zusammen,
mein Vorschlag zur Güte:
falls möglich auch eine diagonale Aufstellung ausprobieren, dann sind zwischen den Lautsprechern schon mal nur indirekte, bzw unkritisch späte Reflexionen, ausserdem ist man bei der Basisbreite oftmals (mein Favorit:2,9 m) flexibler.

Grüße

Martin
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