Shakti's Weg zum endgültigen Plattenspieler!

Plattendreher und Bandmaschinen

Beitragvon Joachim » 08.06.2017, 01:14

Hallo Juergen,

macht Spass, an Deiner Suche teilzuhaben. Vielen Dank. Interessante Modelle, die ich zum Teil noch nicht kannte (zB diesen letzten Vertreter aus Polen). Falls Du noch weitere Plattenspieler ausprobieren moechtest, schau Dir doch mal die Helix Modelle von Mark Doehmann an (unter audio-union.com). Mark war auch der Designer des Continuum Caliburn. Ich konnte den Helix 1 im letzten Jahr hoeren, der kleinere Helix 2 wurde vor kurzem in Muenchen vorgestellt, aber ich konnte leider nicht dort sein. Werde den Helix 2 aber im Herbst hoeren koennen. Der Helix 1 hat mich sehr ueberzeugt (was sicher auch am Rest eines herausragenden Systems lag, welches Mark und sein Kollege Con zusammengestellt hatten). Die Helix Plattenspieler haben eine integrierte Minus K Federung, welche vermutlich sehr zum Erfolg beitraegt.

Gruss, Joachim
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Beitragvon shakti » 08.06.2017, 08:29

Ich hatte die Minus K Geraetebasen bereits im thread fuer Basen erwaehnt, diese sind wirklich fast schon ein Garant fuer guten Klang, aehnllich zB einer Herzan TS 140....
Leider zu einem Preis, der dem eines Caliburn in nichts nachsteht...
Die Helix Dreher waren mir in Muenchen schon positiv aufgefallen, doch leider konnte ich diese nicht hoeren!

auf jeden Fall Danke fuer den Hinweis!

Gruss
Juergen
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shakti
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Beitragvon shakti » 15.06.2017, 23:09

den heutigen Feiertag mal genutzt, mich mit dem Zontek zu beschäftigen. Auf dem Workshop klang er nicht so, wie es meiner Erwartungshaltung entsprochen hat. Er klang zwar wunderbar klar und mit viel Kontur bei Einzelinstrumenten und Stimmen, aber insgesamt nicht mit der Tonalität und musikalischer Intention, dass ich nachvollziehen konnte, warum mir meine bekannten bei Lampizator diesen Dreher so nahegelegt haben. Nur NationalStolz auf ein weiteres polnisches High End Produkt kann es nicht sein, dafuer gibt es in Polen einfach zuviele High End Firmen.

​Mir wurde der Zontek mit einen Transfiguration Proteus übergeben, welcher in sogenannter Werksmontage installiert war.
​Als Neukunde hat man die Möglichkeit, sein System zu Zontek zu schicken, dort wird es dann optimal gemessen und eingestellt und dem Kunden im Anschluss der montierte Zontek zugeschickt. Dafür gibt es bei Zontek extra aluminium Flightcases, dass der Kunde dies bei bedarf auch öfters machen kann.

​Evtl liegt ja hier der Grund verborgen, dass mir der Dreher erscheint, als wuerde er unter den Möglichkeiten spielen. Ich zumindest habe noch keinen vormontierten Dreher erlebt, der auf den Punkte gespielt hat.

​Also habe ich erstmal das Proteus ausgebaut um ein mir mittlerweile sehr vertrautes Audio Technica AT 33 SA zu montieren.

​Dabei fällt erstmal auf, dass der Tonarm 5! Anschlusskabel hat, eines verbindet das headshell mit einer eigenen Erde. Das ist sogar mir neu, Tonarme mit 6 Kabeln sind mir schon begegnet, 5 ist neu!

​Das Headshell ist mehrstufig und hat keine feste Kroepfung. Es wird nur mit einer Schraube befestigt. So kann man es auf der Achse des Tonarms verschieben, durch drehen die Kroepfung verändern. Dazu ist die Tonarmbasis drehbar (ähnlich zum Vidocq oder Micro Dreher), dazu aber auch noch , ähnlich SME , der Tonarm an der Basis verschiebbar. Somit wären 4 Variablen vorhanden, den Tonarm auf die optimale Kurve zu schicken.

​Da mein Feickert Protraktor für einen 14.5' Am eindeutig zu kurz ist, stelle ich den Zontek mit der Schön Schablone ein, was bei all den Variablen und der Größe des Arms ein interessantes Spiel ist.

​Letztendlich habe ich aber eine gute Position gefunden.

​Da die Kroepfung zu den Variablen gehoert, kann man sich vorstellen, wie ein 1Punkt aufgehängter Tonarm nun schief hängt. Dafür gibt es nun auch 2 Einstellmöglichkeiten, ein Schraeubchen um das Headshell im Arm zu drehen, aber auch ein rotierbares, nicht zentriertes Gegengewicht. letztendlich habe ich mich entschlossen dass Gegengewicht mit dem Schwerpunkt nach unten zu balancieren und den Azimuth klassisch durch drehen des Headshells einzustellen.

​Das Auflagegewicht stellt man mit einem kleinen Gewicht ein, welches wiederum im eigentlichen Gegengewicht eingeschraubt ist.

​Der Arm besitzt passend zum 5. Kabel auch 2 erdungsanschluesse und 2 RCA Anschlüsse. Zum Glück habe ich noch ein 3m Reinsilberkabel von Stephan (solidcore), welches ich nun zum Anschluss an meine Air Tight verwende.

​Die ersten Töne sind bereits vielversprechend, so habe ich das AT33SA noch nie gehoert, und zu meiner Überraschung, auch den Zontek noch nicht. Den Vergleich von Proteus und 33SA hatte ich schon 2mal, das Proteus ist deutlich besser!

​aber war wohl offensichtlich nicht optimal eingestellt bei mir angekommen. Ansonsten kann ich mir kaum erklären, warum das AT33SA plötzlich den Zontek so spielen lässt.

​Bei einigen mir bekannten Platten, spielt der Zontek sogar in einigen Passagen besser, als die Micro Seiki / Ikeda Kombination.

​So hatte ich mir das vorgestellt!

​Nun werde ich in den nächsten Tagen noch eine Schieferplatte besorgen, da der Zontek , Gemäß Empfehlung auf einer schweren Steinplatte am besten spielt.

​Ich komme klanglich immer am weitesten, wenn ich zumindest 2 Boliden parallel optimiere, dann hat man beim jehweils anderen immer ein Ziel vor Augen, was dem optimieren eine Richtung gibt.

​Mit dem Klang des Zontek im Ohr, habe ich die Höheneinstellung des Ikeda Arms noch mal weiter optimiert, was der Performance noch mal minimal gut getan hat.

​Eigentlich sollte ich parallel zur Schieferplatte für den Zontek eine dicke Glasplatte für den Micro Seiki besorgen, eine solche wird in der Micro Bedienungsanleitung explizit empfohlen.

​Ich hatte heute zum hören unter anderem mal wieder was von Susanne Vega ausgekramt. Bei ihrer Stimme wird immer schnell klar, wie der Tonabnehmer spielt. Messerscharf im Raum, klar umrissen, ohne scharfe Sybillanten und ohne dicken WohlklingBauch soll die Dame klingen....

​In den FR64S Tonarm auf dem Micro Seiki habe ich nun, zur besseren Vergleichbarkeit mit dem Shibata AT33 auf dem Zontek, ein Audio Technica ART9 im SAEC Keramik Headshell montiert. Das System fuehlt sich hier auch sehr wohl und spielt im FR64s ziemlich klasse. Der FR64s hat seine leichte Dicke im Oberbass nun auch verloren, diese ist im wesentlichen eine Funktion des Drehmomentes, mit dem das Gegengewicht festgeschraubt wird. Da die meisten arme mit losem Gegengewicht besser klingen, hatte ich erst mal nicht daran gedacht die bei Ikeda oder FR überhaupt fest zu machen. aber das Studium von "das Ohr" Nummer 7 aus 1984 liess mich diesen Tip lesen und umsetzen.
Und er funktioniert tatsächlich.

​Der Ikeda spielt weiterhin voller und etwas weicher, stimmenorientierter als der FR64s, der Fr64 dafür sehr konturiert mit wunderbar balancierter Auflösung, dazu einen "sehr festen" Klang, der auf wenig Resonanzen schliessen lässt.

​Muss sagen, dass ich vom FR64s auf dem Micro Seiki sehr angetan bin schaut man sich den Marktpreis des FR64s an, hört sich diesen auch dem Micro Seiki SX 8000 MkII an, dann kann man nur sagen, dass der Arm einen mehr als realistischen Marktpreis hat, zu diesem ist er wirklich zu empfehlen!

​macht neugierig auf den FR66s, doch dieser ist so beliebt, dass die Markpreise statt der realisitischen 500,-eur über dem FR64s leider um die 4000,-eur über dem FR64s liegen :-(

​verglichen zu den 1400,- und 1800,- DM, die beide Arme mal in 1984 gekostet haben, war die Wertentwicklung für beide Arme in den letzten 35 Jahren recht extrem...

​insofern passen diese Arme auch gut zum Micro Seiki :-)

​Gruss
​Juergen
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Beitragvon shakti » 24.06.2017, 10:58

heute scheint über Koeln mal nicht die Sonne, so dass ich mal wieder Lust am schrauben hatte :-)
Da kommen die Dereneville headshell contact mats gerade recht!

Diese duenne Matte wird zwischen Tonabnehmer und headshell montiert und soll dort das ResonanzVerhalten optimieren.

Da ich in der letzten Zeit einiges an headshells und Headshellzubehör durchprobiert habe, bin ich mir der Sensibilität dieser Schnittstelle wohl bewusst, entsprechend neugierig war ich auf diese dünne Matte, die mich stark an die Dereneville Plattentellermatte erinnert.

Meine urspruengliche Idee, diese zwischen einem ART 9 und Headshell zu montieren, habe ich schnell wieder verworfen, da das ART 9 nur einen sehr schmalen Kontaktbereich zum headshell hat und ich mir vorstelle, dass ich die Wirkung eher höre , wenn die Auflagefläche zwischen headshell und Tonabnehmer Größer ist.

Schaut man sich die AT 33 Serie an, dann hat man den Eindruck , dass die kleine Dereneville Matte speziell für diesen Tonabnehmer gemacht ist :-)

Zumindest passt es ziemlich gut zusammen und das recht grosse AT33 ( habe mono und PTG II probiert) passt sehr gut an die Matte.

Ich habe dies sowohl mit Yamamoto Holzheadshells (Kirsche und Bucksbaum) versucht, als auch mit dem Jelco HS30 headshell, welches aus Magnesium (Tonabnehmer Kontaktfläche) und Rosenholz als Bedaempfung besteht.

Der klangliche Effekt am Jelco ist bei mir sofort und klar wahrzunehmen, durchgehend positiv. Die Dreidimensionalität nimmt zu, die Konturenschärfe nimmt zu, der räumliche Eindruck wird präziser , all die Effekte, die ich bereits vom Wechsel auf ein gutes, bzw besser passendes Headshell kenne.

Entsprechend optimistisch habe ich mich dann den Yamamoto Holzheadshells zugewendet. Doch diese erwiesen sich mal wieder als Diven..., der klangliche Unterschied mit der Dereneville Matte war zwar sofort zu hören, dieser war aber nicht unbedingt immer eindeutig positiv, sondern ist eher in die Richtung "anders" zu beurteilen.
Heisst, dass die klangliche Signatur des Holzes verändert wurde. Wer also zB die Kirschholzheadshell wegen des warmen Klanges gewählt hat, verliert ein wenig von dieser Charakteristik.

Da Holzheadshells aber auch immer in Wechselwirkung zum Tonabnehmer Systemkörper gewählt werden, mag es sein, dass es durchaus Kombinationen aus Holzheadshell und Dereneville Matte gibt, bei denen es optimal passt, also einfach ausprobieren !.

Ich kann auf jeden Fall sagen, dass die Matte an einem Metallheadshell (kann nicht drumherum, musste auch mal das Ikea Aluminium headshell probieren) scheinbar immer sofort eine positive Wirkung hat, zumindest mit den von mir verwendeten Systemen (es ist gerade noch das Ikea 9TS dazugekommen).

Dies war ein schöner Start in den Samstag, nun kommt auch wieder die Sonne raus :-)

Gruss
Juergen
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Beitragvon shakti » 17.08.2017, 23:06

nach langem wunderbarem Urlaub im Osten Europas nun wieder zum Musik hören komme. Da Musik hören bei mir gerne Hand in Hand mit neuen Klangeindrücken geht, habe ich mir für heute Abend sowohl eine Flasche vino, als auch einen neuen Tonabnehmer rausgelegt.

​Da mich am Micro Seiki SX 8000 MKII Laufwerk der Fidelity Research FR64s (silver wire) Tonarm sehr überzeugt hat, hatte ich mir im Urlaub vorgenommen, das historische set up zu komplettieren. So habe ich nach etwas suchen einen neuwertigen Fidelity Research FR7f Tonabnehmer mit hoher Seriennummer (8000'er Bereich) und "square shank" in OVP erstehen können.

​Schaut man in Foren nach Erfahrungsberichten, findet man als Auflagekraft zumeist ca 2,6. Mitunter aber auch 2,2 was auch die Empfehlung des Vorbesitzers am FR64s Arm war.

​Das System war schnell montiert und ausbalanciert. Auf den Anschluss warteten ein Kondo und ein Audio Technica Übertrager, aber auch ein direkter Anschluss an der Thoeress sollte stattfinden.

​Der Start mit 2,2 Auflagegewicht war für mich recht ueberraschend, macht man sich doch vorher (auch aufgrund von Berichten in Foren) so seine Gedanken über das zu erwartende Klangergebnis. So war ich recht erstaunt, dass das FR7f deutlich transparenter und analytischer abspielte, als das zum Vergleich spielende Ikeda 9TS. Dieser Charakter zog sich über beide Übertrager und die Thoeress durch, sodass im Anschluss die Thoeress alleine spielte (dank der 6 Anschlüsse ist ein TA Vergleich leichter realisierbar)

​Ich habe das FR7f am Anfang mit 100ohm an der Thoeress abgeschlossen, was einen gut integtrierten und in sich geschlossenes Klangbild bit sich brachte (ca 2 bis 3 ohm Innenwiderstand, jeh nach Quelle)

​Bei den weiteren Versuchen zeigte sich, dass das FR7f an der Thoeress bei 10ohm Abschluss noch etwas freier und transparenter spielt, so dass dies die bevorzugte Impedanz wurde (mit HMS Sestetto Phonokabel)
​(FR empfiehlt eine Abschlussimpedanz von >3ohm)

​Bei 2,2 Auflagekraft spielte das System bei mir aber deutlich zu analytisch, so dass ich auch 2,6 versuchte, was bei mir besser passte, letztendlich wurde es dann 2,5 als vorläufig gewählte beste Auflagekraft. Das FR7f reagiert für mein dafuerhalten sehr stark auf die Auflagekraft und muss zur korrekten Einstellung auch immer parallel in der Tonarmhoehe verstellt werden. Selten einen Tonabnehmer eingestellt, bei dem mir die parallele Einstellung beider Parameter so wichtig erschien. Langsam verstehe ich, warum Ikeda San für seine Tonarme den VTA Lifter entwickelt hat.

​Insgesamt bleibt aber der Charakter eines ueberraschend hochauflösenden , transparenten Systems mit sehr entsprechend sehr guter Durchhoerbarkeit erhalten.

​Setzte sich das Ikeda Kai vom 9TS hauptsächlich durch seine Fähigkeit ab, den Hörer emotional mehr zu fesseln, den Stimmbereich einfach unfassbar real erlebbar zu machen, glaubt man beim FR7f zuerst nicht, dass diese Systeme vom selben Entwickler stammen. Das FR7f spielt (zumindest in meinem set up) deutlich freier als die beiden Ikeda Systeme, ohne einen Hauch von Lastigkeit zu entwicklen.

​Man versteht auf jeden Fall nach wenigen Plattenseite, warum diese Systeme auch nach 3 Dekaden noch so viele Freunde haben.

​Gerade läuft bei mir die aktuelle Mari Boine Schallplatte, welche für Mari Boine sehr modern daher kommt, dh ätherische Stimme über auch mal einem elektronischen Teppich..., das FR7f macht auch hier viel Spass, die Dynamikentfaltung des Fr7f ist schnell und ansatzlos, die Impulse sind "einfach da" , man hört (waren am Anfang meine Bedenken) auch keine Gehäuseresonanzen , kurzum macht bereits am ersten Abend Spass!

​Ich freue mich auf jeden Fall schon darauf, das FR7f weiter in mein Phono setup zu integrieren , evtl auch mal einen der historischen FR step ups zu probieren.

​Die Auflösung des FR7f macht auf jeden Fall Lust, mal ein vdh Colibri im Ikeda oder Fidelity Research Tonarm auszuprobieren , ein solches im Vergleich zum FR7f zu hören.


​Gruss
​Juergen

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Beitragvon shakti » 20.08.2017, 18:58

heute morgen bei herbstlichem Wetter wachgeworden und die Radtour direkt wieder gestrichen, stattdessen dachte ich mir, dass ich mein Winterprojekt vorziehen könnte und dem Micro Seiki SX 8000 MKII die passende Basis verpassen könnte.

Bis jetzt spielte der Micro auf einer HRS M3X Basis, was sicherlich nicht die schlechteste Lösung ist, doch eigentlich hatte Micro Seiki für den Dreher ja die BA 600 Basis entwickelt. Diese kostete vor 30 Jahren unglaubliche 6000,- DM und war damit teurer , als mancher heute teuer gehandelte Micro Seiki Plattenspieler.

Die BA 600 ist ca 60kg schwer und aus gegossenem Metall. Gefühlt wuerde ich sagen, dass es sich ebenfalls um Zinkguss handelt (ähnlich dem Plattenspieler Chassis). In die Gusskonstruktion sind drei LuftPolster mit jeweiligen Ventil eingelassen.

Die zumeist verkaufte BA 600 hat einen einfachen Holzrahmen und die Ventile nach vorne raus (hinter der Typenbezeichnung) zugänglich.

Meine BA 600 war in einen Laufwerkstisch integriert und hat entsprechend von unten zugängliche Ventile.

Da die Füße des Laufwerkstisch für meinen Gebrauch nicht zu verwenden waren, habe ich diese demontiert und die Laufwerkstischplatte mit der integrierten Micro Seiki BA-600 so verwendet.

Dazu musste ich diese höher als gedacht aufstellen, da ich völlig übersehen hatte, dass die nach unten zugänglichen Ventile ja noch genügend Raum benötigen, dass man auch eine Luftpumpe verwenden kann.

Zum Glück hatte ich noch schwere HRS Nimbus Endstufenfuesse, die ich nun unter der BA-600 verwende.

Die beiden Viablue Basen zur Entkopplung von meinem Werkstattregal habe ich beibehalten, diese haben sich bereits unter mehreren Laufwerken und Basen gut gemacht, warum sollte es hier anders sein.

Da die Gewichtsverteilung des Laufwerks recht unsymmetrisch ist, war es eine recht lange Aktion mit der Pumpe , bis der Dreher endlich in der Waage stand.

Nun darf sich alles erst mal was setzen um dann wieder feineingestellt zu werden (zB die Riemenspannung)

der erste klangliche Eindruck ist auf jeden Fall ok, es spielt zumindest nicht schlechter :-)

nun erst mal cafe Pause, danach wird justiert, dann gehoert und dann mal schauen, ob sich der grosse Aufwand gelohnt hat!

gruss
Juergen

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Beitragvon nemu » 20.08.2017, 20:06

Hi Juergen,

Deine neue Base sieht auf jeden Fall schon mal sehr amtlich aus. :lol:
Bin gespannt, wie es weiter geht. Viel Spaß beim Hören.

Gruß Stephan
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Beitragvon shakti » 25.08.2017, 23:11

und weiter geht es!

heute hatte ich mir den nachmittag freigenommen, da ich in Ruhe und bei Tageslicht einen sehr diffizilen Einbaujob vollziehen wollte.

Auch mir als erfahrenen Tonabnehmer Einbauer wird bei einem 9k teuren Koetsu Onyx Platinum schon etwas weich in den Knien, zumal, wenn es der eigene ist...

Da ich mir in den Kopf gesetzt hatte, dass das Onyx in einem Yamamoto Titan headshell spielen sollte , fingen die Komplikationen schon zu einem frühen Zeitpunkt an. Das aktuelle Onyx hat Gewinde , das headshell auch....

Das headshell bietet 5 Einbaupositionen, da ist nicht viel mit verstellen. Zum Glück sind japanische Tonabnehmer einigermaßen genormt, so dass eigentlich immer die mittlere Position bei einem japanischen Tonarm passt.

So zum Glück auch bei der Paarung Koetsu und Ikeda 407.

Also habe ich eine kleine Feile rausgesucht und die Gewinde des headshells ausgefeilt, so dass ich die Yamamoto Titan Schrauben durchstecken und das Onyx festschrauben kann.

Das Onyx Platinum unterscheidet sich vom normalen Onyx durch einen anderen Magneten und "besonders" versilberten Kupfer Draht.

Insofern wollte ich einen solch hochwertigen Draht auch im Headshell verwenden und habe mich für Ortofon LW 800s headshell Kabel entschieden., Diese haben ebenfalls versilbertes hochreines Kupfer.

Das Onyx war dann , trotz aller Nervosität, schnell verbaut und eingestellt, mit ca 1,93 Auflagekraft und passender mittlerer Skatingkraft spielte das Koetsu Onyx Platinum mit einer Qualität auf, dass ich den legendären Ruf des Systems sofort nachvollziehen konnte.

Speziell der Stimmbereich eines Koetsu soll "bewegend" sein. Also habe ich schnell die letzte Leonard Cohen aufgelegt. Und richtig , so ergreifend habe ich LC noch nicht gehoert, einfach irre, was an dieser Stelle noch möglich war.

Nun höre ich wunderbare Peter Gabriel Platten und lass mich von der Stimmwiedergabe begeistern :-)

Grosses Kompliment an Koetsu, das System ist in der GrundKonstruktion ca 30 Jahre alt und spielt im passenden schweren Tonarm einfach nur grandios.

Nun werde ich bei Gelegenheit das System auch mal im Fidelity Research FR64s probieren, der Arm ist ähnlich alt und angeblich hat Sugano San das Onyx für die FR Arme entwickelt.

Gruss
Juergen


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Beitragvon Hans-Martin » 26.08.2017, 00:45

Hallo Juergen,
Einzelbohrungen anstelle von destabilisierenden Längsschlitzen zeigen schon eine überzeugende Alternative auf, das hat was.
Sehe ich aber den auf über 3mm hinausgehend geschätzen Lochabstand, kann ich die Idee nur als fragwürdig bezeichnen. Eine kleine Abweichung des Systems von dem zitierten japanischen Standard macht eine exakte Justage unmöglich, bei der es um erforderlich deutlich weniger als 1° geht.

Das erinnert mich an den Lenco L75, dessen stufenlose Geschwindigkeitseinstellbarkeit ausgerechnet den Feinbereich um 33 1/3 und ebenso um 45 UpM ausklammerte, welche man vielleicht hätte gebrauchen können. Niemand braucht Feinabstimmung bei 36-41UpM, oder unter 30 oder über 50.
Nur da, wo man einen Nutzen aus der Idee der Variation hätte ziehen können, schließt das Konzept dies durch Grobstufigkeit aus.

Es wäre konsequent, für bekannte japanische Systeme beim Headshell auf weitere destabilisierende, überflüssige Bohrungen zu verzichten: 2 korrekte Bohrungen sind hinreichend und vereinfachen die Montage.
Von den anderen kann man nur sagen, dass sie wegen der großen Abstände eine korrekte Montage allerhöchstwahrscheinlich sogar verhindern. In diesem Falle: SCHROTT!
Auch unter dem Aspekt, dass Flächen mit parallelen Kanten Resonanzerscheinungen zeigen, kann ein solches Headshell nicht der Weisheit letzter Schluss sein.
Löcher an den richtigen Stellen könnten hilfreich sein, um Resonanzen zu begegnen, die Masse zu reduzieren, eine strikt symmetrische Positionierung weckt Zweifel an dieser Unterstellung.

Das WWW ist nicht leer von Berichten unzufriedener User, die bei Tonabnehmersystemen der gehobenen Klasse (über EURO 3000) gleichen Typs deutliche Exemplarschwankungen festgestellt haben wollen. Wie mag sich da ein System verhalten, welches das dreifache kostet und noch weiter in Grenzbereiche vorstößt?
Mir fehlen da -ehrlich gesagt- die Maßstäbe. Das hindert mich nicht, meine Skepsis über ihre Arbeitsbedingungen zum Ausdruck zu bringen, und je teurer die Komponenten sind, umso kritischer müssen die erlaubten Fragen sein können.

Und damit hier kein falscher Eindruck entsteht, erkläre ich noch schnell, dass jeder sich selbst schnell ausrechnen kann, was der Nadelverschleiß pro Spielstunde kostet, und was das für ihn bedeutet, gemessen am Preis der Flasche Wein, die man ggf. parallel konsumiert, ist nicht mein Thema.

Wenn ein Headshell mit Ausschluss der optimalen Positionierung des Tonabnehmersystems in der Tonarmgeometrie sich selbst disqualifiziert, ist das mMn schon einen entsprechenden Hinweis auf diese Gefahr wert.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon shakti » 26.08.2017, 00:59

nun ja, parallel Kanten sind wohl bei vielen headshells Standard, in meinem Fall hilft die Dereneville Headshell Matte ein wenig die Resonanzen zu bedaempfen. Da es weder zu Ikeda noch zu FR eine passende Schablone gibt (nur ein Nullpunkt auf LP, der andere ausserhalb) stellt man die Systeme einfach nach Überhang ein. Wenn man nachbessern muss, da dies mit den festen Löchern nicht geht, verschiebt man einfach minimal die Tonarmbasis, dann passt es wieder!.

bzgl des Preises eines solchen Tonabnehmers ..., ich definiere kosten im High End immer mit:

Einkaufspreis - Verkaufspreis = Kosten (für die Nutzung)

Da aber auch sehr gebrauchte Koetsu Onyx mit 30 Jahren auf dem Buckel noch mit bis zu 3k gehandelt werden,
sieht dies gar nicht so schlecht aus, das entspricht in etwa dem damaligen Neupreis. Vermute, dass die wenigsten CD-Player aus den 80'ern so wertstabil gehandelt werden.

Da hilft bestimmt, dass ein Koetsu kein Exot unter den Tonabnehmern ist!

gruss
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Beitragvon shakti » 21.09.2017, 21:05

​wie es der Zufall manchmal so will, ist nun ein

- Micro Seiki RX 5000 mit Kupferteller

auf dem Weg zu mir. Der ehm im Audiomarkt inserierte Dreher war mir aufgefallen, da dieser mit 6 Messingarmbasen ausgestattet war , darunter mehrere SME Basen mit verschiedenen Anordnungen der Langbohrung.

Da ich mal einen SME 3012r auf dem 8000'er ausprobieren wollte, waren mir diese Basen sofort aufgefallen, auch eine 9' Zoll Messing Basis mit grosser Bohrung war vorhanden, evtl passend für einen FR64s Tonarm mit der BA-60 VTA Verstellung.

So habe ich mit dem Anbieter Kontakt aufgenommen und wird sind uns für das Gesamtpaket einig geworden.

Der RX 5000 kommt ohne die RY 5500 MotorEinheit.

Da diese beim RX 5500 keine weiteren Funktionen übernimmt (bei den SX Versionen ist noch die Vakuum Steuerung enthalten) und bereits von Micro Seiki aus klanglichen Gründen gegen die RY 5500 MKII Motoreinheit ausgetauscht wurde, kann ich damit leben.

Die Original RY 5500 ist eine AC Variante die RY 5500 MKII eine DC (spielt bei meinem 8000'er)

Da ich im Moment mehrere ungenutzte Tonarme (zB SAEC) habe, weitere Tonarme ausprobieren mag, auch noch einige ungenutzte Tonabnehmer vorhanden sind....

stellt sich die Frage, was nun mit dem RX 5000 idealerweise machen.

​Eine der ersten Sachen, die ich ausprobieren mag, ist die Verwendung als "flywheel" beim 8000'er.

​Dies könnte die Performance beider Dreher deutlich verbessern, mir dabei auch die Möglichkeit weiterer Tonarme auf dem 5000'er erlauben.

​Schwierig ist, dass dazu 5000 und 8000 auf einer Ebene stehen müssen, was mit meiner Micro Seiki BA-600 nicht möglich ist.

​Und sollte ich auf eine aktive Basis wechseln, wuerde dies die Investition in 2 Basen bedeuten, was "overkill" waere und finanziell gar nicht zusammenpassen wuerde.

​Auf der anderen Seite interessiert mich das weite Feld der Motordosen, die ebenfalls signifikante Klangunterschiede ausmachen.

​Beim SX 8000 MKII ist eine solche nicht mal eben so einfach wechselbar, da in der Originalbasis die Vakuum Steuerung ist und auf der Basis kein Platz für einen weitere Motor ist.

​Beim RX 5000 liesse sich dies entsprechend einfach realisieren.

​Wuerde mich doch der Vergleich zwischen verschiedenen Motoren interessieren

Der "beste" bekäme dann eine Chance mal den 8000'er antreiben zu "duerfen"

​Auch wuerde mich der Klangunterschied zwischen einem RX 5000 mit Kupferteller und optimalem (zB Dereneville) Motor und einem SX 8000 MKII interessieren.

Es gibt ja Leute, die den SX8000 ohne VakuumAnsaugung betreiben, es gibt Leute, die den Stainless Steel Teller des SX 8000 ablehnen und einen Kupferteller vorziehen (es gibt zB SX 8000 Nutzer mit spezial Anfertigungen an Kupfertellern).

​Der RX 5000 mit dem RY 5500 MKII Motor wird von einigen Liebhabern somit als echte SX 8000 Alternative gehandelt.

Und nun interessiert mich, ob diese optimistischen "Blickwinkel" den doch recht stark unterschiedlichen Marktpreisen der beiden Drehern geschuldet sind.

​Nächste Woche ist auf jeden Fall der Dreher da und ich kann mich damit beschäftigen, was für einen Motor ich als ersten anschliessen mag!

​Gruss
Juergen
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Beitragvon shakti » 10.04.2018, 21:06

auf einer der aktuell viel zu vielen Messen war mir bei dem Vertrieb LEM ein mir bis dato unbekanntes Laufwerk aufgefallen, ein J Sikora Laufwerk mit Kuzma Arm.

Da ich einen Faible fuer schwere Laufwerke habe, gefiel mir der gezeigte J Sikora Dreher ausgesprochen gut, als mir auf Nachfrage ein wenig ueber den Hersteller erzählt wurde, stieg mein Interesse weiter an.

Hat doch Meister Sikora Senior mal zusammen mit den Vorläufern von BAT und LEM zusammengearbeitet und eine gemeinsame Firma gehabt.

Nun macht der Senior Sikora weiterhin Laufwerke , aber dank Sikora Junior werden diese nun auch professionell vermarktet.

Bei Sikora Senior gibt es auch eine enge Verbindung zu Kuzma, so sind auf Sikora Laufwerken nicht nur Kuzma Arme montiert, sondern das grosse Sikora Laufwerk wirkt auch, wie gemeinsam und parallel zum grossen Kuzma entwickelt.

Wenn mir etwas ausgesprochen gut gefällt, dann gönne ich es mir irgendwann und als sich mir die Gelegenheit bot , einen "kleinen" J Sikora Plattenspieler zu erstehen , habe ich dies gemacht. Nun spielt bei mir ein ca 40kg schwerer J Sikora Initial Plattenspieler mit 12' Kuzma 1Punkt Arm. Der Dreher hat eine externe MotorSteuereinheit, die auch bei den groesseren J Sikora Drehern verwendet wird. Dazu kommen in meinem Fall noch eine besondere Tellerauflage und ein 2-teiliges und sehr schweres Tellergewicht.

Der Dreher kostet in der Ausstattung knapp 10.000,-eur und spielt bei meinem anderen Laufwerken im Vergleich so gut mit, dass ich Lust habe, mal eines der grossen J Sikora Laufwerke zu hoeren.

So wird der kleine J Sikora in mein Kaminzimmer wandern und in diesem fuer wohlige Klänge und ein schönes Ambiente sorgen!

In diesen thread, der Suche nach meinem grossen Laufwerk, gehört er von der Leistung her nicht rein, muss er bei dem Preis aber auch nicht.

Ich erwähne ihn hier, da mir der Vertrieb mitteilte, dass er sehr viel vom 2 teiligen Tellergewicht ( 1,9kg ) hält und ich dieses unbedingt auch mal auf meinen anderen Masselaufwerken ausprobieren soll.

Das schwere Tellergewicht kostet bei J Sikora einzeln ca 550,- eur, was die Erwartungshaltung schon ziemlich wachseln laesst. Mein bisheriger Favorit on HRS liegt bei ca 300,-eur...

http://www.jsikora.pl/de/produkte.html

So habe ich heute Abend mal wieder unterschiedliche Tellergewichte und Tellerauflagen kreuz und quer getestet, dank dem VTA Lifter an meinem FR 64s arm war die Armhöhe auch immer schnell neu eingestellt.

Ich habe auf dem Micro Seiki RX 5000 (mir Kupfer Aussenring) das original Messing Micro Seiki Gewicht, 2x HRS (leicht und schwer) , ein Nagaoka, ein Byfly und ein Transrotor Gewicht im Vergleich zum J Sikora gehoert.

Mein bisheriger Favorit, das schwere HRS Gewicht konnte auch heute Abend alle meine bisherigen Gewichte (zusammen mit der Dereneville Matte) distanzieren, so dass ich sehr neugierig darauf war, nun das J Sikora Gewicht zu probieren.

Das J Sikora Gewicht klingt im Vergleich schlanker und präziser, Stimmen sind klarer umrissen, Instrumente präziser im Raum.

Vor allen Dingen die Stimmwiedergabe faszinierte mich, da diese nun in ihrer Größenabbildung im Vergleich zu den Instrumenten realistischer dargestellt wurden.

Damit erspielte sich das J Sikora Gewicht auf meinem Micro Seiki den 1. Platz.

Auf dem schweren Delrin Teller den J Sikora Initial hat sich das firmeneigenen Gewicht interessanterweise gar nicht so stark absetzen können, hier gefiel mir mit minimalen Abstrichen auch das Byfly Gewicht sehr gut, so dass der J Sikora Initial Dreher nun mit dem Byfly Gewicht ins Kaminzimmer wandert und das schwere J Sikora Gewicht nun im Musikzimmer bleibt :-)


Bei sehr schlank aufgenommenen Platten mag das das J Sikora Gewicht evtl zu analytisch sein, da werde ich wohl auch weiterhin auf das schwere HRS Gewicht zugreifen, aber die meisten meiner Platten sind vernünftig aufgenommen und vertragen die Prise Analytik.

Da das J Sikora Gewicht 2 teilig ist und man einen Teil auch alleine nutzen kann (1kg) und ein 900g Gewicht sich in diesen setzen laesst war ich natuerlich neugierig, was optimal bei mir passen wird.

Aber offensichtlich ist das J Sikora Gewicht nicht dazu vorgesehen einteilig betrieben zu werden, zumindest auf dem 5000'er Micro Seiki mag das Gewicht mit den vollen 1,9kg betrieben werden.

Fein, damit hatte ich, offen gestanden, nicht gerechnet, dass ich nun einen neuen Favoriten auf dem 5000'er Micro Seiki habe. Auf den Micro Seiki Drehern mit Vakuum und Luftlager mag ich das J Sikora nicht einsetzen, erscheint mir fuer die Vakuum Teller Dichtlippen zu schwer, da bleibe ich lieber bei deutlich leichteren Gewichten.

Kann mir auch vorstellen, dass man das J Sikora Gewicht besser nicht mit dicken Gummimatten , zB Zanden oder TW kombiniert, aber mit der Dereneville oder direkt in Kombination mit harten Auflagen / Tellern ist das Gewicht sicherlich eine Probe wert.

Gruss
Juergen

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shakti
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Beitragvon shakti » 16.05.2018, 23:41

Seit geraumer Zeit bin ich auf der Suche nach einem SME 3012 R Tonarm. Doch leider sind die Preise fuer einzeln angebotenen Tonarmen extrem gestiegen, man merkt, dass gerade in den USA eine grosse Nachfrage nach dieser Variante des SME 3012 aufgekommen ist. Insofern habe ich angefangen , mich nach kompletten Plattenspielern mit diesem Arm umzusehen. Da kaum jemand seinen Plattenspieler vor dem verkauf auseinander reisst und die Teile einzeln verkauft, habe ich mich damit abgefunden, wohl einen Plattenspieler als "Beifang" mitzukaufen.

Insofern hatte ich mir vorgenommen, dass dieses Laufwerk fuer mich eine neue Erfahrung bedeuten muss, zB ein Garrard 301 / 401 oder was anderes unbekanntes.

So viel mir ein blaues Masselaufwerk auf, welches den gesuchten SME 3012R montiert hatte. Dieses bestand aus dem von mir geschätzten Solidsteel in einem Verbund mit Bronze und Messing.

Der Motor ist als PabstMotor beschrieben, die dreiteilige Armbasis steht separat auf einem beidseitig Spike entkoppelten Fuss und ist aufwendig gefräst, dass eine sinnvolle Kabelführung fuer den SME Arm moeglich ist.

Der Arm selber steht auf einer Bronze Platte, was der SME Arm ja im allgemeinen mag.

Der Lagerblock steht ebenfalls auf Spikes entkoppelt, auf diesem dann der massive schwere Teller aus Solidsteel und Messing (oder Rotguss?).

Interessanter Weise ist der Messing/Rotguss Teil im zentralen Bereich des Tellers angebracht, als wenn ein Kern eingepresst worden waere.

Leider ist das Laufwerk in blau, was mich erstmal etwas abgeschreckt hat...aber soll dieses Jahr blau nicht die! Trendfarbe sein :-)

Also habe ich den Plattenspieler spontan gekauft und sah den gesuchten SME 3012R schon an meinen Micro Seiki Plattenspielern montiert famos aufspielen.

Leider fehlte das originale SME Anschlusskabel, welches ich gerne zum Arm gehabt haette. Zum Glück gibt es in der Schweiz immer noch Ersatzteile aus dem alten Thorens Fundus, so dass ich das passende Armkabel bestellen konnte.

Zuhause angekommen, musste ich den neuen Dreher natuerlich erstmal aufbauen um einen Eindruck zu bekommen.

Ein vdh Colibri im leichten Yamamoto Ebenholzheadshell war bereits vormontiert, so dass die Fuhre schnell zum spielen gebracht wurde.

Dabei viel auf, dass der Riemen schon alt und porös war, so dass ich diesen mit einem neuen Rundriemen aus meinem Fundus ausgetauscht habe.

Der PabstMotor hatte mit dem schweren Teller sichtlich Probleme , augenscheinlich war er rein fuer das halten der Geschwindigkeit eingestellt, so dass man den Teller von Hand "hochfahren" musste, aehnlich bei den Nottingham Drehern.

Der erste klangliche Eindruck war ok, erinnerte mich aber an meine Dreher Vergleiche mit verschiedenen Motoren. Es hörte sich nach nur mäßigem Motor an... Zum Glück war der Sperling Motor gerade arbeitslos geworden, da der blaue Dreher am Platz meines RX 5000 Platz genommen hat.

Mit dem Sperling Motor passte dann alles und der Dreher machte einen deutlichen klanglichen Sprung nach vorne. Auch wenn selbst mit dem Sperling Motor der Teller von Hand angeschoben werden muss. Da braucht es dann wohl einen zweiten Sperling Motor oder den Dereneville Motor.

Was ich im Moment zu hören bekomme ist grossartig, der Dreher spielt extrem gut in dieser Kombination und darf wohl noch etwas länger an dieser Stelle Musik machen. Das Colibri fuehlt sich im 3012R überraschend wohl, der Arm scheint auf dem Laufwerk zu grossem aufzulaufen. Laufwerk und Motor stehen im übrigen auf jeweils einer HRS Plattform.
Dass dieses Laufwerk gut "durchgehört" wurde , zeigt sich fuer mich zB an solchen Dingen: Ich habe sehr viele unterschiedliche Plattentellergewichte, darunter sehr gute, wie zB HRS oder Sikora. Aber das Serienmäßige Tellergewicht spielt mit Abstand am besten.
Aehnlich bei den Tellerauflagen , am liebsten spielt der Dreher oder eine solche. Wie immer in solchen Faellen, kann die dünne Dereneville Matte ihre Stärken ausspielen und wird auf dem Dreher bleiben, auch wenn der positive Effekt in diesem Fall kleiner ausfällt , als sonst gewohnt.

Als Verbindungskabel zur Thoeress dient im Übergang ein einfaches Linn Interconnect. Mal schauen, wie sich das alte SME Tonarmkabel im Vergleich schlagen wird. Ansonsten ist ja, dank Cinch Anschlüssen Am 3012R vieles moeglich, sollte halt gut geschirmt sein.

Im Moment dreht sich eine Doppel LP von Anne Brun, die einfach wundervoll spielt.

Haette man mir den Dreher "blind" in meine Anlage integriert und mich raten lassen, was fuer ein Dreher spielt, haette ich wohl auch eine Platine Verdier getippt, da ich mir mit diesem Klang eine solche vorstellen wuerde.

Der Vorbesitzer hat im übrigen fuer diesen Dreher einen Micro Seiki RX 5000 mit HS 80 fly wheel verkauft. (Und nutzt nun letztendlich einen grossen EMT) . Nach dem Auftritt heute abend (mit dem Sperling Motor) kann ich mir dieses zumindest vorstellen...
(man muss halt blau mögen...)

Leider ist ueber diesen Plattenspieler wenig bekannt.
Es soll sich um einen Dreher aus einer Frankfurter Manufaktur handeln, die seinerzeit ca 15 Stueck von diesem gebaut haben.

Der Vorbesitzer des blauen hatte wohl vor einigen Jahren schon mal einen dieser Dreher in einer klarlackierten Version.

Sollte also jemand in diesem Forum den Dreher, bzw den Hersteller kennen und benennen koennen, wuerde ich mich ueber eine PN / Mail freuen.

Nun werde ich mit einem guten Gin weiter entspannt Musik hoeren und mich morgen , bei etwas "gesetztem" Dreher mit der Feineinstellung beschaeftigen. Freue mich schon darauf!

Gruss
Juergen

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shakti
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