Netzstecker und -kabel

Player, Streamer, Wandler, Vorverstärker usw.
Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Moin,

ich würde auf jeden Fall eine Phase benutzen. 2 Leitungen können Schaltnetzteile von Analognetzteilen entkoppeln. Nullleiter und Schutzerde sind im Sicherungsschrank auf einer Schiene, da könnte man Überlegungen anstellen, ob das Zusammenlegen auf der anderen Seite nützt oder schadet.

Das Ausphasen zeigt einerseits die geringere Kopplung an die Phase, aber auch die bessere Kopplung an Null = Erde im Trafohaus.

Es gibt Konzepte, wo ein Kondensator (z.B. 100nF) zwischen Nullleiter und Schutzerde die HF-Ableitung verbessert, das kann, muss aber nicht sein. Ums Ausprobieren kommt man nicht herum, schließlich hängt nun sehr viel von den Geräten und ihren Netzteilen ab. Vielleicht ist auch ein Erdungsband vorteilhaft, welches die Gehäuse direkt auf kürzestem Weg verbindet.

Pauschal lässt sich da mMn kaum noch etwas sagen, zu individuell sind die Gerätschaften einschließlich interner Handhabung von Schutzerde und Funktionserde, von abgegebenen Störungen und Empfänglichkeit externer Störungen.

Grüße Hans-Martrin
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dietert
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Beitrag von dietert »

Hallo miteinander,

eine zusätzliche Leitung vom Schaltkasten zur Audio-Anlage kann ein richtiges Netzfilter nicht ersetzen. Die störungsmindernde Kabelinduktivität einer 50m langen Leitung liegt bei etwa 50 uH. Die Distanz ist großzügig angesetzt, weil das störende Gerät ja auch nicht direkt am Schaltkasten angeschlossen ist. Die stromkompensierte Drossel in einem guten Netzfilter hat aber typischerweise 1 bis 5 mH, also das 20- bis 100-fache.

Eine Variante sind dreiphasigen Drosseln, wo man den Schutzleiter mit durch die stromkompensierte Drossel führen kann, z.B. R4218XS60 - 3x 5,6mH @ 8A von NKL. Findet man bei ebay ab € 2,50. Man muss dann natürlich auf eine passende Absicherung für die Phasenleiter achten, damit der Schutzleiter in der Drossel auf jeden Fall hält, z.B. 6,3AT. Sollte für die allermeisten Audio-Anlagen reichen. Man kann sich damit in einem Netz mit starken Störungen einen beruhigten Bereich schaffen.

Grüße,
Dieter T.
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dark cloud
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Beitrag von dark cloud »

Vielen Dank für eure Antworten. Ich werde meine zwei Netzleitungen im Sicherungskasten auf eine Phase legen. Bin gespannt ob die separaten Zuleitungen, die HMS-Unterputzsteckdosenleiste sowie die ahp-Sicherungsautomaten einen Klangzugewinn bringen. Ich werde nach Abschluss der Renovierung berichten.

Gruß
Lothar
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muenchenlaim
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Beitrag von muenchenlaim »

Hallo in die Runde,

ich habe mal eine Frage zum Kabel, das von SolidCore empfohlen wurde:
(Wenn du die Kosten für Kabel klein halten willst, nimm zumindest OCC Kupfer, es hat die besseren Klangfarben, und alles wirkt akustisch "sauberer".
z.B http://www.audiophonics.fr/en/cable-met ... -7527.html Es "klingt" gravierend besser als Lapp und Co.)
1. Kann mir jemand Stecker empfehlen, die mit den Kabelquerschnitten und dem Durchmesser von 17mm klarkommen? Gerne zu einem vernünftigen Budget (was immer vernünftig heißen mag – ich will hier keine Grundsatzdiskussion lostreten).

2. Der Kaltgerätestecker darf allerdings nicht ausladend sein. Das Anschlussfeld der Kii THREE läßt nicht viel Platz (schaue hier: https://www.cm-audio.net/kii-three-inst ... chlussfeld)

3. Um es noch etwas komplizierter zu machen: Ich überlege, ob bei meinem Lautsprecherständer ein um 90 Grad abgewinkelter Kaltgerätestecker Sinn macht. Wenn jemand dafür – optional – einen weiteren Tipp hätte, dann wäre das sehr schön.

Schon einmal vorab „herzlichen Dank“ an alle hilfreichen Geister!
Christoph
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Sinfonix
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Beitrag von Sinfonix »

Hallo Christoph,
Kaltgerätestecker von Schurter sind erstklassige Industrieware und z.B. bei Bürklin zu bekommen (unter 4 Euro), nicht vergleichbar mit Chinaprodukten.
Habe ich auch selber verbaut und 3qmm passt noch hinein (das Datenblatt nennt einen kleineren Querschnitt).

4785.0100 gewinkelt
4782.0100 gerade

Mit Gruß
Willi
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SolidCore
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Beitrag von SolidCore »

Hallo zusammen

Also bei Lautsprechern dieser Größenordnung werfe ich mal diese ins Rennen:

https://www.dienadel.de/furutech-fi-15- ... 353631468/

oder diese:

https://www.dienadel.de/cardas-iec-plug ... 353632977/

Gruss
Stephan
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Eisen7
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Beitrag von Eisen7 »

Hallo Stephan ( SolidCore )
habe dir einige Nachrichten geschrieben, die du noch nicht beantwortest hast. :oops: Wollte bei dir einiges bestellen.
Melde dich bitte mal per Pin.

Gruß

Ralph
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muenchenlaim
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Beitrag von muenchenlaim »

Was sagen denn die Experten: die Kabelenden crimpen oder verzinnen?

Christoph
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Christoph,
Netzkabel-Litzen dürfen nicht verzinnt werden, wenn sie danach in den Stecker geschraubt/gequetscht werden. Unter dem Druck gibt das weiche verzinnte Kabel nach, die Verbindung ist unbeständig, außerdem ist Lötzinn deutlich weniger leitfähig als Kupfer. Unter Strombelastung kann am Übergangswiderstand das Lötzinn wegschmelzen und die Verbindung verschmort in Folge. Nach VDE ist das schon lange unzulässig.

Ich fand, dass passende Aderendhülsen den Klang überraschend verbesserten.
Die üblichen Aderendhülsen sind zwar ein Medium zwischen Kabel und Schraubklemme, aber wenn sie von der Schraube am endgültigen Ort auf das Kabel gequetscht werden und sich so der Umgebung anpassen, kann der Übergangswiderstand minimiert werden. Dadurch, dass die Litzendrähte in der Hülse nicht ausweichen können, hat das Vorteile gegenüber der einfachen Verschraubung, wo einerseits nicht alle Litzendrähte unter Druck stehen, im ungünstigsten Fall manche Drähte sogar bei der Schraubendrehung abgeschert werden könnten.
Ich würde nicht mit der Krimpzange das Ende mit der Hülse verquetschen und dann verschrauben.
Grüße Hans-Martin
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muenchenlaim
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Beitrag von muenchenlaim »

Hallo Hans-Martin,

danke für die schnelle und umfassende Auskunft!
Christoph
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nemu
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Beitrag von nemu »

Hallo Christoph,

Stromkabel immer krimpen. Ich benutzte dafür eine entsprechende Krimpzange von Knippex. Adernendhülsen kann man sich im Hifi-Handel oder preiswerter im Elektrohandel (in der Regel aus Kupfer und galvanisch verzinnt) besorgen. 100erPack kostet wenige Euro.

Klappt gut und hält vor allem viel besser in den Stromsteckern.

Gruß Stephan
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h0e
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Beitrag von h0e »

Hallo Christoph,

eine ordentliche Krimpzange hätte ich, falls Bedarf besteht.

Grüsse Jürgen
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muenchenlaim
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Beitrag von muenchenlaim »

Hallo Jürgen,

die liegt bei mir auch noch im Keller rum. Ob Sie allerdings "ordentlich" ist, wage ich zu bezweifeln (ebay-Billigkauf).

Danke für Dein Angebot!
Christoph
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo,
eine gute Crinpzange hat WBT, die lässt die eine Seite der Aderendhülse rund und glatt, gequetscht/geprägt wird nur eine Seite. Dann wird das Kabel mit der glatten Seite in die Öffnung gesteckt, die Schraube drückt gegen den von der Crimpzange verformten Teil.
Aber wie schon oben geschrieben, finde ich die Crimpzange überflüssig, die Schraube macht das schon und sorgt für bessere Kontaktflächenanpassung.
Grüße Hans-Martin
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Hornguru
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Beitrag von Hornguru »

Hans Martin.... das trifft dann doch eher auf den spezifischen Fall der Verschraubung zu oder?

Im allgemeinen hat Zinn zwar einen höheren Widerstand aber, das ist bei einer Verbindung da sehr kurz (mm) eher weniger relevant als die Kontaktintensivität. Und eine Verschraubung, Quetschung, Krimpen etc ist doch weniger direct als ein Kabel direct mit der Kontaktstelle selbst zu verlöten. Sollte doch in dem Fall den geringsten Widerstand haben.

Zumal ein Verlöten mit der Kontaktstelle (auch wenn das Zinn äußerlich an der Oberfläche korrodiert) auch langfristig stabil bleibt da ist im Kern verbunden ist wo nix dran kommt. Kupferlitze an der Luft aber immernoch korrodieren kann.

Wie ist das?
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