Netzkabel - Meterware

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Bajano
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Beitrag von Bajano »

Hallo Kabelbauer,

dann möchte ich mich an dieser Stelle auch einmal zum Anakonda (Furutech FP-TCS31) äußern.

Mittlerweile spielt dieses Kabel mit JSSG an drei verschiedenen Stellen in meiner Anlage und ich bin hinsichtlich Preis-/Leistung mehr als zufrieden. Nachdem ich am Anakonda Oyaide-Fakes, Viborg und Furutech FI-11 CU hören konnte, entschied ich mich eindeutig für Viborg. Sicherlich geht es noch besser (und teurer), aber dann würde ich mich persönlich für ein anderes/höherwertiges Kabel entscheiden.

Ich habe einige Experimente mit JSSG an verschiedenen Netzkabeln durchgeführt und war immer (im Gegensatz zu z.B. LAN) davon überzeugt. Mit dem zusätzlichen Beilaufdraht gibt es für meine Ohren mehr Stabilität und damit mehr Fokussierung vor allem bei Stimmen.

Nervös hat das Anakonda in meiner Stereo-Konfiguration und auch an meiner Rotel-Mehrkanalvorstufe nie gespielt. Im Gegenteil, der Unterschied zu Solidcore 7N und Elektrolurch war mehr Auflösung und ein kräftigerer Bass.

Aufgrund der aktuellen Diskussion zwischen Matthias und Swen habe ich das Anakonda von der Mehrkanalvorstufe gerade am Linn G-ADS1 DAC (wird normalerweise durch ein Refine UM versorgt) angeschlossen ... ganz ehrlich: So möchte ich nicht mehr hören :shock:. Die Bühne bricht ein und das Klangbild wirkt nicht nur erheblich kleiner, sondern auch nur noch zweidimensional. Insofern kommt es immer auf den jeweiligen Verbraucher an ... Linn ist da bekanntlich schon sehr anspruchsvoll :wink:.

Trotzdem ist das Anakonda mit Viborg-Steckern ein Geheimtipp - vor allem für Peripheriegeräte- für mich :cheers:.

Viele Grüße,
Oliver
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alcedo
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Beitrag von alcedo »

Hallo Oli,

auch ich empfinde die Viborg-Kupferstecker im Preis-Leistungsverhältnis als sehr gut.
Ich bin schon gespannt wie sich deine Kabel-Stecker-Kombinationen an meiner Anlage auswirken werden.
Bis dahin übe ich mich in Geduld 8)

Grüße,
Jörg
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Fujak
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Beitrag von Fujak »

Hallo Andi, hallo an alle,

vor einem Monat hast Du mich darauf angesprochen:
Salvador hat geschrieben:
17.08.2020, 12:41
Fujak,
Du wolltest doch noch die rhodinierten Viborg gegen die unbeschichteten Viborg vergleichen, oder?
Zu welchen Erkenntnissen bist Du denn dabei gekommen?
Passen die rhodinierten besser zum TCS-31?
Meine Antwort:
Fujak hat geschrieben:Hallo Andi,
in der Tat, das steht noch aus. Die Stecker haben aus Fernost unendlich lange gebraucht und sind erst zum Wochenende bei mir eingetroffen. Ich habe noch nicht so viel hören können. Nur soviel: Die rhodinierten Stecker passen selbst beim Übergang in vergoldete bzw. die billigen vernickelten Kaltgerätebuchsen besser als die Reinkupferstecker, und die wiederum besser als die vergoldeten Stecker. Besser heißt in diesem Falle eine bessere Detailauflösung. Die Klangfarbe mutet etwas heller an, obwohl es bei genauerem Hinhören einfach nur in der Tatsache begründet ist, dass etwas mehr Details herauskommen.
Nun ist es so weit. Folgende Geräte-Kabel (alle mit JSSG360) habe ich von Viborg Reinkupfer auf rhodiniert umkonfektioniert - und zwischen den einzelnen Schritten probegehört. Dabei sind die Kaltgerätebuchsen noch alle Original (vergoldet/vernickelt). Auch dieser Schritt steht noch aus und würde das Ergebnis wahrscheinlich noch deutlicher ausfallen lassen. Hier die Ergebnisse im einzelnen in der Reihenfolge der Konfektionierungsschritte:
  1. Furutech DPS 4.1 zwischen G-PPP und Audio-GD DAC HE7 Singularity
    Ergebnis: Der Klang wird in den Höhen etwas besser aufgelöst, eine leichte Zunahme der Räumlichkeit, Bass klingt kontrollierter. Geht also in die richtige Richtung.
    .
  2. Furutech TCS55 zwischen G-PPP und Audio-GD Vorverstärker Master 1
    Ergebnis: Gleiche klangliche Entwicklung wie beim 1. Kabel
    .
  3. Furutech DPS 4.1 zwischen Wand-Festanschluss und G-PPP
    Ergebnis: Gleiche Entwicklung aber deutlich stärker im Effekt (wahrscheinlich weil Auswirkungen auf alle angeschlossenen Komponenten). Zugleich mehr Dynamik und Durchzugskraft.
    .
  4. Furutech FP-TCS31 zwischen G-PPP und Abacus Linetreiber (dieser steuert auf 2x mono meine beiden Subwoofer an)
    Ergebnis: Wow, das verleiht dem Bass noch mehr Kontrolle. Allerdings an der Grenze von zu schlank. Doch angesichts der Tatsache, wie durchhörbar nun die Bassläufe z.B. bei Tord Gustavson aber auch bei Barockaufnahmen sind, bei denen es mir wichtig ist, lasse ich das erstmal so. Möglicherweise ist es auch eine Frage der bisherigen Gewohnheit. Neu dazugekommen ist allerdings ein Effekt, den ich bislang so nicht kannte: Wenn wirklich Tiefbass zu hören ist, dann mit präziser Wucht. Man könnte sagen, dass der obere Bass nun entschlackter klingt, der Tiefbass dadurch deutlicher und zugleich präziser herausgeschält wird.
    .
  5. Furutech FP-TCS31 zwischen Wand-Festanschluss und Hauptlautsprecher Neumann KH420
    Ergebnis: Hier war der geringste Effekt zu verzeichnen zwischen Reinkupfer und rhodiniert. Der Effekt geht in die gleiche Richtung aber nur marginal verglichen mit den Auswirkungen an der vorgeschalteten Kette.
    .
  6. Furutech FP-TCS31 zwischen G-PPP und S11-Netzteil für LWL-Konverter und angschlossenem Router TP-WR902AC (siehe: https://s12.directupload.net/images/use ... i7y72h.jpg )
    Ergebnis: Hier hatte ich mir am wenigsten versprochen, doch weit gefehlt: auch das S11-Netzteil reagiert auf Stecker. Als ich das heute Nachmittag umkonfektionierte, entdeckte ich, dass hier noch die Oyaide-Fakestecker montiert waren. Ich probierte daraufhin zunächst die Viborg-Reinkupferstecker. Das war zu meiner Überraschung ein Rückschritt, denn der Bass nahm wieder zu und ließ Kontur vermissen, wenn auch im Hochtonbereich es angenehmerweise etwas weicher und detaillierter klang. Daraufhin die Viborg Rhodium montiert. Nun klang es wieder schlanker zugleich aber waren die Höhen noch ein Stückchen detaillierter; das Beste aus allen Stecker-Welten.
Das Klangbild hat alleine aufgrund der Stecker ein frischeres Klangbild bekommen, die Räumlichkeit nimmt zu, Details sind besser auch bei geringeren Lautstärken zu hören und - für Tord Gustavson Fans: der Hund auf Karmosin bellt deutlicher, auch wenn er keiner ist. Die Gefahr, dass es zuviel des Guten sein könnte, sehe ich zur Zeit in erster Linie im Grundtonbereich und bei der Wiedergabe von Stimmen, die dadurch ein wenig Körperhaftigkeit einbüßen. Der Zugewinn aller anderen genannten Aspekte des Klangbildes wiegt das für meine Ohren allerdings auf. Wie gesagt, das alles nur aufgrund der Stecker. Interessant wird sein, wie sich der Austausch auch der Kaltgerätebuchsen mit Rhodium-Beschichtung auswirkt.

Vielleicht ist es nun auch an der Zeit, eine neue Messung mit Acourate zu machen, in die dann möglicherweise das ein oder andere einfließt und bei der Korrektur berücksichtigt wird.

Soweit meine Eindrücke zum Vergleich Viborg-Reinkupfer und Viborg-Rhodium.

Grüße
Fujak
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saabcoupe
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Beitrag von saabcoupe »

Fujak hat geschrieben:
20.09.2020, 09:06
Hallo Andi, hallo an alle,

Die Gefahr, dass es zuviel des Guten sein könnte, sehe ich zur Zeit in erster Linie im Grundtonbereich und bei der Wiedergabe von Stimmen, die dadurch ein wenig Körperhaftigkeit einbüßen.

Grüße
Fujak
Hallo Fujak,

ich hätte hier zwei Anmerkungen.

Ich sehe das nicht als Einbußen, eher als ehrlichen und natürlichen Grundton. Die Gold Stecker dicken künstlich auf, du sagst ja selbst, der Tiefbass ist sehr deutlich und präzise aber eben nur dann wenn wenn er wirklich so vorhanden ist, kein sounding.

Du hast das dickste Kabel mit 5,5qmm dem Vorverstärker gegeben der mit die geringste Stromaufnahme hat, der Querschnitt nimmt auch Einfluss auf die gesamt Performance, nur selten ist mehr auch mehr.

Gruß Harald
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Fujak
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Beitrag von Fujak »

Hallo Harald,
saabcoupe hat geschrieben:Ich sehe das nicht als Einbußen, eher als ehrlichen und natürlichen Grundton. Die Gold Stecker dicken künstlich auf, du sagst ja selbst, der Tiefbass ist sehr deutlich und präzise aber eben nur dann wenn wenn er wirklich so vorhanden ist, kein sounding.
Natürlich, da stimme ich Dir zu; die nun vollzogene Entwicklung des Klangbildes schätze ich außerordentlich. Ich spreche ja nicht davon, dass es bereits zuviel des Guten sei, sondern von der Gefahr diesbezüglich, die man m.E. im Blick haben sollte. Für mich ist die wesentliche Leitlinie weniger die Tonalität (denn die kann ich ggf. mittels Acourate korrigieren), sondern in erster Linie Aspekte wie Raumabbildung und Detailauflösung. Denn dieses Mehr an Information ist das, was m.E. die Musik lebendiger werden läßt und mehr involviert.
saabcoupe hat geschrieben:Du hast das dickste Kabel mit 5,5qmm dem Vorverstärker gegeben der mit die geringste Stromaufnahme hat, der Querschnitt nimmt auch Einfluss auf die gesamt Performance, nur selten ist mehr auch mehr.
Grundsätzlich sagt zumindest bei Furutech der Querschnitt des Kabels nichts über den damit erzielbaren Klang aus, sondern am ehesten der Aufbau und dass verwendete Material. Das DPS 4.1 ist das Kabel, das am meisten Details aus der Komponente hervorlockt, sowie die beste Basskontrolle mitbringt. Von allen Furutech-Kabeln, die ich im Einsatz habe, klingt es am schlankesten, weil präzisesten, obwohl man das eigentlich vom TP-TCS31 mit geringerem Querschnitt erwarten müsste. Das DPS 4.1 klingt am DAC überragend gut. Tausche ich die Zuleitungen von DAC und VV, verliert das Klangbild, obwohl ich dem stärkeren Verbraucher (in dem Fall mein DAC mit eigener Stromaufbereitung) das Kabel mit dem etwas größeren Kabelquerschnitt (TCS55) spendiert habe. Selbst das FP-TCS31 klingt am DAC in meinen Ohren stimmiger als das TCS55 Insofern ist das TCS55 bestens am VV "aufgehoben".
Anderes Szenario: Noch stromintensiver als mein DAC ist natürlich der G-PPP. Dort das TCS55 angeschlossen, lässt das Klangbild ein wenig müder und matter klingen als das dort verwendete DPS4.1.

Aus all dem geht hervor, dass man da keine Vorhersagen treffen kann, sondern nur ausprobieren kann - und auch sollte.

Grüße
Fujak
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SolidCore
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Netzkabel

Beitrag von SolidCore »

Hallo zusammen

Da nun doch mehrere User ihre Netzkabel selbst konfektionieren, hier ein Tip,
der mir nach einiger Zeit beim Stecker-anschrauben einfiel:

Zuerst macht man die Adern natürlich fest. Wenn man dann zuerst vorne mit den beiden Schrauben
den Steckeinsatz festzieht, und danach erst die Zugentlastung, kann es passieren, das diese das Kabel
aus seiner graden Flucht zieht, und dadurch Zugkraft auf den elektrischen Anschluss vorn ausübt.
So lasse ich immer, wie im Bild dargestellt, den Kontakteinsatz ca 2-3 mm "lose", ziehe dann die Zugentlastung fest,
und schraube den Kontakteinsatz danach das restliche Stück hinein. Entweder liegt das Kabel dann entspannt,
oder drückt sogar leicht gegen die Kontakte, was ja nicht nachteilig ist.

Siehe:

Bild


Frage mich grade, ob die anschlussvorgabe von Oyaide schonmal genannt wurde.
Aber lieber 2x als garnicht. Immer in Festziehrichtung das Kabel einführen.
Das Bild ist schon älter, hatte ich mal für eine private Gruppe gepostet.

Bild


Gruß
Stephan
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