AES/EBU Kabel - bezahlbare Empfehlung?

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Boxentroll
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AES/EBU Kabel - bezahlbare Empfehlung?

Beitrag von Boxentroll »

Liebes Forum,

ich steuere meine Genelec 8260 digital an.
Von einem Linn Akurate DS geht es über einen Mutec MC-3+ USB per AES/EBU ca. 3,5m in die rechte Box und von dort ca. 7,5m in die rechte (das Signal wird also von der rechten in die linke Box durchgeschleift).
Bisher habe ich Sommercable Binary 234 MKII verwendet.

Dummerweise habe ich vor einiger Zeit auf eine Empfehlung hin ein Apogee Wyde Eye ausprobiert und war doch sehr erstaunt über die Verbesserung. Leider war aber nur für die kurze Strecke von 3,5 m eins zu bekommen, 7,5m konnte ich bisher nicht auftreiben.

Hat jemand von Euch einen guten Tip für ein AES/EBU Kabel in 3,5m und 7,5m?
Ich möchte nicht mehr als 250 EUR ausgeben.

Gefunden habe ich als mögliche Kandidaten in dieser Preisklasse Funk DX-110 und Vovox link direct SD. Hat jemand diese Kabel schon einmal vergleichen können bzw. Erfahrung mit diesen?

Vielen Dank im Voraus und viele Grüße
Christian
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shakti
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Beitrag von shakti »

jedes Profi XLR Kabel hat die passenden 110ohm.

Insofern kannst Du viele Kabel ausprobieren,
Das Apogee Wyde Eye gab es aber durchaus auch mal als MeterWare.

Gruss
Juergen
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Boxentroll
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Beitrag von Boxentroll »

Hallo Jürgen,
Danke für den Tip, nach Meterware habe ich bisher noch nicht gesucht, wäre eine Alternative wenn verfügbar.
Grüße,
Christian
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

shakti hat geschrieben:
21.01.2020, 20:15
jedes Profi XLR Kabel hat die passenden 110ohm.
Hallo Christian,
grundsätzlich stimme ich -pragmatisch ortientiert- Juergen in den 3 Punkten zu.
Verdrillte Aderpaare haben naturgemäß einen Wellenwiderstand in der Nähe von 110 Ohm, welche Rolle der Schirm dabei spielt, wie er bei Quelle und Empfänger aufgeschaltet ist, kann auch über die Kapazität noch Einfluss nehmen.
Die gängige Regel, auch die Stecker und Kupplung mit demselben Wellenwiderstand zu wählen, kollidiert mit dem unerfüllten Wunsch, diesen Wert irgendwelchen Datenblättern über Steckverbinder entnehmen zu können. Da die Abmessungen vorgegeben sind, dürfte nur ein Kunststofftyp verwendet werden, der die passende Dieelektrizitätszahl mitbringt. Die Praxis liefert keine befriedigenden Datenblätter.
Die Vorschrift, dass bei AES/EBU Übertrager eingesetzt werden müssen, relativiert das m.E. etwas, da Übertrager verlustbehaftet sind, also dämpfende Wirkung haben, z.B. für die Auswirkungen von fehlangepassten Steckverbindungen in unmittelbarer Nähe.
Insofern kannst Du viele Kabel ausprobieren,
Gilt ebenso auch für Kupplungen und Buchsen, weniger für (Einbau-) Stecker.
Das Apogee Wyde Eye gab es aber durchaus auch mal als MeterWare.
Daran erinnere ich mich auch.
Bei der benötigten Kabellänge (hier jenseits 7m)über 1,25m rücken nach meinen Beobachtungen die Mikrofonieeigenschaften mehr in den Vordergrund. Insofern halte ich das gängige Hintereinanderschalten (von erst L versorgen, dann zu R weiterleiten) nicht für das Ende der Fahnenstange, weil es gegen die essenzielle Stereo-Forderung nach absoluter Symmetrie arbeitet. Aber immerhin, der linke LS hat die führende Rolle in unserem Hören (wobei ich nicht ausschließen will, dass es eine Gruppe von Linkshändern geben kann, bei denen das anders ist).
Ich würde eine Digital-Quelle bevorzugen, die beide Kanäle aus 2 XLR-Ausgängen gleichermaßen ansteuert, wobei an den LS per Schalter die Kanalzuordnung geschieht. Aber welches digital arbeitende Gerät hat schon 2 gleichberechtigte XLR-Ausgänge? Da ist DIY gefragt.
Grüße
Hans-Martin
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Boxentroll
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Beitrag von Boxentroll »

Hallo Hans-Martin,

ja, absolut d'accord. :cheers:
Innerhalb der bei mir gesetzten Rahmenbedingungen bleibt am Ende vielleicht nur das Ausprobieren aktuell verfügbarer Kabel, die in meinen Preisrahmen passen. Vielleicht finden sich ja noch ein paar Vorschläge. :)

Und klar, beim nächsten Streamer werde ich auf 2 Ausgänge achten, aber wie Du schon schreibst, sind die selten.

Für die Alternative, jede Box direkt anzusteuern, wäre sogar ein Wyde Eye beschaffbar.
Für die Duplizierung des EAS/EBU Signals nach dem Mutec, der leider nur einen AES/EBU Ausgang hat, ist dann allerdings ein Splitter erforderlich (Trafo oder Mutec MC-1.1+ usw.). Das schreckt mich etwas ab, weil es noch ein Kabel und noch eine Kiste wäre. :(

Viele Grüße
Christian
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SRLIOF
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Beitrag von SRLIOF »

Löte dir ein Kabel wo beide Kanäle in einen XLR gehen und schon hat du das was du möchtest.
Gruß
Stefan
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bitworker
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Beitrag von bitworker »

Hier noch Hinweis : AES/EBU kann auch mit CAT6 KAbel (90 Ohm) übertragen werden.
Siehe WIKI https://de.wikipedia.org/wiki/AES/EBU
Durch die zunehmende Qualität bei LAN-Systemen werden im beginnenden 21. Jahrhundert zunehmend hochwertige Twisted-Pair-Kabel (Kategorie 5 oder 6, umgangssprachlich auch LAN-Kabel genannt) für die AES/EBU-Verkabelung eingesetzt. Ihre Wellenimpedanz liegt innerhalb der für AES3 festgelegten Werte.


Die dahinter liegende AES /EBU Norm ist meines Wissens nach nicht kostenlos einsehbar.

Kii Audio mit Kii Three hat bei mir beispielsweise die Verkabelung zwischen den Lautsprechern genau deshalb mit einem Standard CAT 6 Kabel realisiert. Dies wäre doch einen preiswerten Versuch Wert.


Viel Erfolg
Constantin
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

SRLIOF hat geschrieben:
22.01.2020, 17:31
Löte dir ein Kabel wo beide Kanäle in einen XLR gehen und schon hat du das was du möchtest.
Hallo Stefan,
in der NF-Technik funktioniert das ohne Frage, aber SPDIF hat zusätzliche Regeln, die beachtet werden wollen.
Wenn man den mit 110 Ohm angepassten Geräteeinbaustecker der Quelle mit einer Kupplung belastet, die mit 2 parallelen Kabeln auf 2 jeweils mit 110 Ohm abgeschlossene Eingänge geht, könnte die benötigte Eingangsspannung unterschritten werden und damit die Funktion gefährdet sein.
Die Spannung geht am Eingang rechnerisch und nachmessbar um 1/3 zurück, das rutscht oft unterhalb des Toleranzbereichs des Eingangs ab.

Ausgehend von der Grundidee (Leitungen einfach parallel schalten) sollte man bedenken, dass die Quelle eine Impedanz hat, die zweite Leitung aber auch! Die auf einer Leitung reflektierte, rücklaufende Welle sieht dann die Impedanz der Quelle und die der anderen Leitung zugleich = parallel.
Deshalb werden 3 Anpasswiderstände von einem Knotenpunkt zu beiden Leitungen und zur Quelle hin erforderlich.
Und schon haben wir wieder Abschwächer im Signalweg.

Ich halte einen Ansatz für besser, der vom internen zunächst niederohmigen Ausgangstreiber über einen zusätzlichen Übertrager mit Anpasswiderstand äquivalent zur ersten auch die 2. Leitung ansteuert.

Schließlich geht es uns nicht um die Funktion schlechthin, sondern um bestmöglichen Klang, sonst würde man nicht in teure Aktiv-LS investieren.
Grüße
Hans-Martin
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SRLIOF
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Beitrag von SRLIOF »

Hallo Hans Martin,
Vielen Dank für die Erklärung, das wusste ich nicht. Fakt ist aber dass es geht, zumindest bei mir habe ich das so probiert. Klangliche Einbußen konnte ich keine feststellen.
Viele Grüße
Stefan
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Hans-Martin
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Beitrag von Hans-Martin »

Hallo Stefan,
ich halte die Übertrager in der Nähe der Steckverbinder für ursächlich, sie sind verlustbehaftet und vielleicht verantwortlich für die "Robustheit" der Verbindung.
Andererseits höre ich auch bei den symmetrischen Leitungen eindeutige Unterschiede im Ergebnis nach DAC.
Grüße
Hans-Martin
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SRLIOF
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Beitrag von SRLIOF »

Hallo Hans Martin,

Unterschiede bei den Kabeln höre ich auch, sogar recht deutlich.
Noch mehr bei den Steckern. Da gibt es viele Möglichkeiten sich für kleines Geld ein Top Kabel zu bauen.
Es gibt auch ein paar nicht üble DMX Kabel die man auch für AES nehmen kann.
Gruß
Stefan
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Boxentroll
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Beitrag von Boxentroll »

Hallo Stefan,
hättest Du einen konkreten Tip für ein AES/EBU Kabel?
Grüße Christian
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SRLIOF
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Beitrag von SRLIOF »

Hallo,
Ich höre gerne mit dem hier
Kabeltronik 990204000
in Verbindung mit diesen Steckern die übrigens für mich mit Abstand die klanglich besten XLR Stecker sind
Neutrik NC3 FXX EMC
Neutrik NC3 MXX-EMC
Für mich schlägt das Kabel das Apogee deutlich.
Kann sich jeder für ein paar Euronen selbst Löten und probieren
Gruß
Stefan
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Boxentroll
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Beitrag von Boxentroll »

Hallo Stefan,
vielen Dank! :cheers:
Grüße
Christian
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saabcoupe
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Beitrag von saabcoupe »

https://www.audiophonics.fr/en/balanced ... c-450.html

Hier kannst du dir Meterware bestellen und selbst konfektionieren, vorzugsweise Kabel mit OCC oder UPOCC Bezeichnung, teurer wie OFC aber auch reiner und klanglich besser.

Gruß Harald
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