USB Vermeidung

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USB Vermeidung

Beitragvon lukivision » 25.01.2019, 16:15

Hallo zusammen,

stimmt es, daß ein normaler Windows-PC ein ursprüngliches I2s-Signal aus mir unbekannten Gründen intern wandelt und in der Regel nur über USB ausgibt? Wenn das so ist: welche Möglichkeiten/Geräte gibt es, das ursprüngliche Signal abzugreifen und einem geeigneten DAC direkt zuzuführen - ohne den Umweg USB-zu-I2s-Wandlung, also über den ganz kurzen Weg?

Für Hinweise dankbar

Luki
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Beitragvon chriss0212 » 25.01.2019, 18:02

Hallo Luki,

Das kann ich mir nicht vorstellen... Denkbar wäre das meiner Meinung nach evtl. beim Toslink/SPDIF Ausgang.

Viele Grüße

Christian
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Beitragvon v_erich » 25.01.2019, 21:59

Hallo,
so richtig verstehe ich Deine Frage nicht.

Es gibt kein ursprüngliches I2S Signal. Urspünglich sind nur Daten in einem im PC verfügbaren Bus vorhanden.
Das ist normalerweise nur PCIe.
Dort hängt dann ein Chip drann der die Daten weiterverarbeitet. Das kann jetzt zB ein Soundkartenchip sein der dann daraus SPDIF oder nach einem DAC Chip analoges Audio generiert.
Zwischen den Chip der SPDIF macht (falls er nicht im Soundkartenchip integriert ist) und eben dem Soundkartenchip wird meistens I2S verwendet, oder zwischen dem Soundkartenchip und dem DAC Chip.
Genau dafür ist I2S entwickelt worden um Chips auf einer Leiterplatte untereinander mit Audiodaten zu verbinden.
Es kann natürlich auch ein USB Chip am PCIe hängen, der dann die Audiodaten zu einem externen Gerät weiterleiten kann, da ist aber kein I2S dabei im Spiel und die Soundkarte sitzt dann dannach.
Früher gab es dann noch Firewire, darüber ging auch Audio, aber auch da kein I2S.

Für I2S in einem PC braucht es also immer einen Soundkartenchip der an PCIe hängt, der das Audio dann schon in einem sehr audiomäßigen, einfachen Format an seinen Chip Beinchen als I2S anbietet.

Der kürzeste Weg ist eine Soundkarte mit PCIe, die I2S als Schnittstelle ausgibt oder wo man das als Elektroniker abzwacken kann.
Trotzdem hast Du da schon alle Einflüsse eines PC's, d.h. Schaltnetzteile ohne Ende und Qualität der Clock(s) für diesen Chip die es zu optimieren gilt für maximale Qualität.

Thunderbolt bei Apple ist PCIe auf einem Kabel nach aussen geführt, evtl. gibts da was, in der Apple Ecke bin ich aber nicht fit.

Schöne Grüße,
Erich
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Beitragvon beltane » 26.01.2019, 19:02

Hallo Luki,

in Ergänzung zu Erichs Ausführungen:

Bspw. bietet PinkFaun Soundkarten an, wie Erich sie vom Aufbau her beschrieben hat:

https://www.pinkfaun.com/index.php/prod ... ridge.html

Damit kannst Du I2S ausgeben und die Stromversorgung mit einem linearen Netzteil unabhängig vom PC sicherstellen. USB kommt nicht zum Einsatz. Dafür bietet PinkFaun ein separates Produkt an.

Viele Grüße

Frank
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Beitragvon lukivision » 27.01.2019, 00:16

Danke Euch allen!

Das ist doch mal ein Anfang. Vor vier Jahren gab es hier wohl schon einmal solch einen Ansatz. viewtopic.php?f=30&t=6043
Der aber irgendwie stecken geblieben ist. Momentan juckt es mich auch noch nicht so richtig, den Weg zu beschreiten. Immerhin weiß ich nun dank Euch, daß es geht. Aber mir gefällt halt die Schlichtheit. Keep it simple. Wenn USB im DAC eh wieder zu I²S gewandelt wird - warum dann nicht gleich bei I²S bleiben?
Meine Kombi aus RasPi und aufgesetztem DAC macht das ja auch so. Und es hört sich nicht schlecht an.

Mal sehen. Danke jedenfalls!

Luki
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Beitragvon 190er-audio » 30.01.2019, 08:39

Hallo,
ich nutze seit längerem die I2S PCIe Karte in meinem Rechner. Ich finde diesen Weg auch sehr interessant. Man sollte jedoch anmerken, dass das HDMI Kabel einen gewaltigen Einfluss auf die Klangqualität hat. Und da gibt es wenig auswahl, welche überzeugt. Das günstigste Kabel für diesen Signalweg, was mich überzeugen konnte hat mich 270 Euro gekostet, die Steigerung kam dann von Pink Faun für knapp 900 Euro. Erst dann hat alles gepasst. Dennoch bin ich noch nicht sicher, ob man über den USb Weg nicht mehr rausholen kann. Daher bin ich gerade danei den USB Weg bei mir zu optimieren und anschließend einen Vergleich anzustellen.
Leider scheiterte die Mödifikation der Pink Faun Clock mittels Pulsar-Clock oder Neutron Star 2.

Zusammendassend kann ich sagen, dass der direkte Weg mit der Pink Faun Karte ein gutes Soundergebnis bringen kann, jedoch ein gutes HDMI Kabel, als auch gute lineare Netzteile notwendig sind.

Schöne Grüße
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Beitragvon lukivision » 30.01.2019, 10:29

Hallo 190er-Audio,

Du hast recht: eine akkurate, nicht nur sauber, sondern reine Stromversorgung ist die Basis. Ich hab ein bißchen mit I²S am RasPi experimentiert und da ist mir klar geworden, daß kurze, nach Möglichkeit sogar sehr kurze Kabel (nicht länger als 15cm) unbedingt anzuraten sind. Möglicherweise liegt es aber auch an einer recht liberal gehandhabten Auslegung von I²S bei den Herstellern. Ich wundere mich, daß seitens der Industrie und der DAC-Hersteller der universell-serielle Bus (USB) so gepflegt und entwickelt wird und I²S als das technisch naheliegendere Konzept nicht.

Luki
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Beitragvon KSTR » 30.01.2019, 11:41

I²S als externe Schnittstelle ist eben gerade nicht besonders naheliegend. Die ganze logische Funktionalität die zB USB davor hat (also insbes das Gepuffere), braucht man ja trotzdem, auch wenn man die eigentliche unterste Hardware-Ebene von USB nicht implementieren müsste, bei einer OnBoard oder PCI-Lösung. 99% aller PCs haben aber eh keine PCI für Steckkarten mehr (bis auf die ganz wenigen noch vorhanden Desktop-PCs klassischer Bauart). Die eigentliche Übertragung der (mindestens) drei Signale ist auch aufwendig, doppelt teminierte Videoleitungstechnik mit guten, dispersionsfreien Kabeln (im Prinzip so wie früher die BNCs an den großen Analog-Monitoren), oder differentiell so wie es dann in HDMI implementiert ist -- noch mehr Leitungen, und auch nicht besser bzw Jitter (ganz im Gegenteil).
Ein Hauptargument gegen I²S ist aber, dass die Grundvoraussetzung für Low-Jitter usw nicht gegeben ist: Der DAC-Chip muss Clock-Master sein und der entscheidende Oszillator sitzt lokal direkt am Chip. Bei I²S dagegen ist der Host der Clockmaster und die besonders empfindliche Clock wird als Direktsignal über lange Kabelwege transportiert. Und dann fängt man wieder an, zu re-clocken...

Der für HiFi besonders große Vorteil von USB ist, dass man es relativ leicht sehr perfekt implementieren kann im DAC (was aber nicht alle hinbekommen, sicherlich). Also so, dass zB das Kabel oder der abspielende Rechner / die Software absolut null Einfluss mehr haben, so wie es naheliegenderweise auch sein sollte. ZB beim RME Adi-2 Pro FS gibts diesen Einfluss so gut wie nicht mehr, es bleibt die fehlende galvanische Trennung (das Problem hat man bei I²S aber genauso). Der Einfluss bekommt man mit dem Intona-USB-Isolator weg falls nötig (sowie ein besseres Netzteil am RME), der auch den eigentlichen Datenverkehr noch "glatter" macht und damit einen etwaigen Einfluss noch weiter minimiert.
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Beitragvon Hornguru » 30.01.2019, 13:28

Klaus, wenn die RME über Optical Toslink an einen separaten DAC ginge, wäre der Intona nicht mehr von Nöten, richtig?

Gruß
Josh
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Beitragvon KSTR » 30.01.2019, 14:16

Ja, aber Sinn macht es wenig. Ein Adi-2 oder ~ Pro ist sicher ein prima Format-Konverter von USB --> DAI (eben zB SPDIF optisch), aber den internen DAC *nicht* zu nehmen ist halt blöd... weil, welcher DAC über SPDIF opt. ist denn so viel besser als diese beiden RMEs dass sich der Einsatz derselben für diesen "Nebennutzen" lohnt? Zumal sich der andere DAC dann wieder mit der Extraktion der Clock aus dem SPDIF bemühen muss, also eben nicht Clock-Master ist.
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Beitragvon Hornguru » 30.01.2019, 17:14

Klar das war nur als Beispiel zum technischen Verständnis.
Ich habe eine billige Behringer Soundkarte und einen Parasound DAC. Da macht das wohl mehr Sinn.

Gruß
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Beitragvon lukivision » 03.02.2019, 20:16

Aha.

Ich lerne, daß es hier kein eindeutiges "besser" oder "schlechter" gibt, auch konzeptbedingt nicht. Interessant.

Also weiter ausprobieren und hören, auch zuhören...

Luki
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